Re: nie, nur, immer, ... Sammelbegriff?
Hallo, Pat,
ich hatte versprochen, nochmals danach zu suchen, aber außer dem unten Stehenden habe ich nichts gefunden.
Hier wird nur den "nur" eine semantische Bedeutung der Ausschließlichkeit bestätigt.
Es scheint also diese Kategorie in der Grammatik nicht zu geben.
Tut mir Leid.
Fritz
nie
<Adv.> [mhd. nie, ahd. nio, zusgez. aus: ni = nicht u. io, eo = immer, irgendeinmal]:
a) zu keiner Zeit: er hat sie nie verstanden; das wird er nie vergessen;
b) kein einziges Mal; überhaupt nicht: nie mehr!; nie wieder Krieg!;
c) auf keinen Fall; unter keinen Umständen: das schafft er nie; *nie und nimmer (auf gar keinen Fall).
im|mer
[mhd. immer, iemer, ahd. iomer, aus je u. mehr]:
I. <Adv.>
1. a) sich häufig wiederholend, sehr oft; gleich bleibend, andauernd, ständig, stets: das Wetter war i. schön; sie blieb i. freundlich; i. neue Zugeständnisse machen; es ist i. dasselbe; i. und überall; i. und i.; mach es wie i.!; so war es schon i. (von jeher); ich habe es schon i. gewusst (mir war das nicht neu, unbekannt); das ist für i. (in alle Zukunft) vorbei; sie ist nicht i. (manchmal nicht) anzutreffen; sie ist i. nicht ([fast] nie) anzutreffen; i. währende (dauernde, fortwährende) Dunkelheit; der i. währende (ständig gültige, für alle Jahre ablesbare) Kalender; lebe wohl auf i. (veraltet; für alle Zeit); i. der Deine! (veraltete Grußformel in Briefen);
b) jedes Mal: i. wenn wir ausgehen wollen, regnet es; er musste i. wieder von vorn anfangen; i. ich! (ugs.; jedes Mal soll ich schuld sein, bin ich dran, muss ich die Arbeit machen).
2. <i. + Komp.> nach u. nach, in ständiger Steigerung: es wird i. dunkler draußen; i. mehr Besucher kamen; herrliche Stücke, eins i. schöner als das andere!; die Reichen werden i. reicher u. die Armen i. ärmer.
3. (ugs.) jeweils: sie lagen i. zu dritt in einem Zimmer; i. zwei und zwei nebeneinander aufstellen!; er nahm i. zwei Stufen auf einmal.
4. <Interrogativ- od. Relativpronomen bzw. -adverbien + i. [+ auch]> wirkt verallgemeinernd; auch: wir werden helfen, wo i. es (wo es auch) nötig ist; was i. er (was er auch) gesagt haben mag, es war gewiss nicht böse gemeint.
II. <Partikel>
1. <betont; in Verbindung mit »noch«> wirkt verstärkend in Aussage- und Fragesätzen: das Kleid ist noch i./i. noch modern; hast du noch i./i. noch nicht genug?; er ist i. noch (schließlich, immerhin) dein Vater.
2. <unbetont> a) wirkt verstärkend in Modalsätzen; nur: er lief, so schnell er i. konnte; du kannst essen, so viel du i. magst;
b) (ugs.) wirkt verstärkend in Aufforderungs- und Fragesätzen: lass ihn nur i. kommen!; i. langsam voran! (nur nicht so schnell!); lasst uns i. aufbrechen, er wird uns schon einholen!; was treibst du denn i. (eigentlich, überhaupt)?
nur
[mhd. (md.) nur, älter: newære, ahd. niwari = (wenn ...) nicht wäre]:
I. <Adv.>
1. a) drückt aus, dass sich etw. ausschließlich auf das Genannte beschränkt; nichts weiter als; lediglich: das war n. ein Versehen; ich bin auch n. ein Mensch; ich bin nicht krank, n. müde; ich wollte n. sagen, dass ...;
b) drückt aus, dass etw. auf ein bestimmtes Maß beschränkt ist; nicht mehr als: ich habe n. [noch] 10 DM; sie ist n. mäßig begabt.
2. drückt eine Ausschließlichkeit aus; nichts anderes als; niemand, nicht anders als: da kann man n. staunen; man konnte n. Gutes über ihn berichten; n. der Fachmann kann das beurteilen; n. [dann], wenn ...; <in mehrteiligen Konj.:> nicht n. ..., [sondern] auch.
3. <in konjunktionaler Verwendung> schränkt die Aussage des vorangegangenen Hauptsatzes ein; jedoch, allerdings, aber: sie ist ganz hübsch, n. müsste sie etwas schlanker sein.
II. <Partikel; meist unbetont>
1. gibt einer Frage, Aussage, Aufforderung od. einem Wunsch eine bestimmte Nachdrücklichkeit: warum hat er das n. gemacht?; ich tue das n. ungern; (an der Spitze von [verkürzten] Aufforderungssätzen:) n. Mut!; n. [immer] mit der Ruhe!; n. zu!
2. drückt in Aussage- u. Aufforderungssätzen eine Beruhigung, auch eine Ermunterung aus: nimm dir n., was du brauchst!; iss n.!
3. drückt in Fragesätzen innere Anteilnahme, Beunruhigung, Verwunderung o. Ä. aus: was hat er n.?
4. drückt in Ausrufe- u. Wunschsätzen eine Verstärkung aus: wenn er n. käme!
5. drückt eine Steigerung, die Häufigkeit od. Intensität eines Vorganges o. Ä. aus: ich helfe ihm, sooft ich n. kann; sie schlug die Tür zu, dass es n. so knallte.
6. drückt in Verbindung mit »noch« bei einem Komparativ eine Steigerung aus: er wurde n. noch frecher.
7. drückt in Verbindung mit »zu« bei Adverbien eine Steigerung aus: ich weiß es n. zu gut.
© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001