versielt, verschlampt u. a.

Von: , Frage gestellt am Di, 29. Jul 2003
Hallo deutsches Brett,

wir haben hier gerade eine heisse Diskussion ueber die Herkunft des Wortes 'versielt'. Die Bedeutung ist uns, nachdem ein Dresdner das Wort gebraucht und auf dessen Existenz bestanden hat, klar. Leider weiss keiner so genau wo es herkommt und was die Generationen der deutschen Trennung einem Wort angetan haben koennten. Das norddeutsche Siel scheidet da doch aus, oder?

Danke schon mal im voraus aus Amerika,

Reiner

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von (abgemeldet) nach 38 Minuten 0 hilfreich
    Re: versielt, verschlampt u. a.
    Hallo !

    Versielt hat also die Bedeutung von verschlammt ?

    Siel ist in Norddeutschland heute ein Restabfluß im Watt bei ablaufendem Wasser.

    Ein Siel war früher und ist heute noch in Hamburg, die Schmutzwasserkanalisation. Also ein Kanal, wo Schlamm und Dreck konzentriert wird und abfließt.
    Das Wort kommt von dem holländischen Zijl.

    Gruß max
    • Antwort von nach 43 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: versielt, verschlampt u. a.
      Hallo Max,

      danke fuer deine schnelle Antwort.
      Allerdings meinte ich verschlamppppt, verlegt nicht wieder auffindbar. Kann natuerlich sein das dies irgendwie mit dem Schlamm im Siel zusammenhaengt.

      Wie gesagt, vielen Danke fuer's schnelle Antworten.

      Reiner [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re^3: versielt, verschlampt u. a.
        Hi,
        verschlampt oder verschlampert kommt wohl von der selben Wurzel wie "Schlampe".

        Das Sächsische hält für verschlampt u.a. auch noch die Synonyme "versaubeutelt", "vermehrt", "verhunzt" bereit ;-)

        Andreas
        • Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
          Re^4: versielt, verschlampt u. a.

          Das Sächsische hält für verschlampt u.a. auch noch die
          Synonyme "versaubeutelt", "vermehrt", "verhunzt" bereit ;-)
          Ich dächtete es hieße 'vermährt' mit 'ä'???..'komm nu mähre hier nich rum' heißt es auch, wenn jemand auf den Punkt kommen soll.

          Versaubeuteln ist nicht nur im sächsischen gebräuchlich und verhunzen (was auch nicht typisch sächsisch ist) heißt eher verdorben oder vermurkst...

          Gruß Maid :-)
          • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
            mehren
            hi maid,

            m.e. mehren von rummachen: ä gemehre un gewürsche is das hior.(schwierig zu schreiben). wird aber so gesprochen wie du schreibst.
            kommt aber nicht vom alten pferd, der mähre.
            echte sachsen hier bei www?

            strubbel
            <:o)
            • Antwort von nach 4 Stunden 3 hilfreich
              mären
              Hallo, Sachsenfreunde!

              Nach dem "Kleinen sächsischen Wörterbuch" von Gunter Bergmann heißt das Verb:

              mären
              1. "langatmig erzählen, dummes Zeug reden"; dazu "Gemäre, Märerei";
              2. "trödeln, sich mit allem Zeit lassen";
              3. "sich ohne Sinn und Zweck an etwas zu schaffen machen, an etwas herumspielen";
              4. "in etwas wühlen, langsam durcheinander bringen"

              Als Herkunft werden zwei kaum auseinander zu haltende Möglichkeiten genannt:

              a) maeren "erzählen, verkünden, bekannt machen" hierzu gehört "die Märe und das Märchen;
              b mern "Brot eintauchen, umrühren, mischen, dazu auch die Märte = "Kaltschale, Eingebrocktes", das ist eine erfrischende Sommerspeise aus Bier oder Milch mit eingebrockten Brot- oder Semmelstücken, dazu Früchte oder Rosinen oder auch Eier; es gibt Bier-, Kaffee-, Milch-, Schnapsmärten.

              Fritz
    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Siel - Priel
      Siel ist in Norddeutschland heute ein Restabfluß im Watt bei ablaufendem Wasser.
      Der wasserführende "Fluß" im Watt ist ein Priel! Ein Siel war früher und ist heute noch in Hamburg die
      Schmutzwasserkanalisation.
      Nicht nur Schmutzwasserkanalisation sondern auch die Misch- und Regenwasserkanalisation. (Nicht ärgern über meine Pigeligkeit. Bin aber Wasserbeuingenieur und kann solche Ungenauigkeit nicht bestehen lassen.) ;-) Also ein Kanal, wo Schlamm und
      Dreck konzentriert wird und abfließt.
      Das Wort kommt von dem holländischen Zijl.
      Der Gebrauch "Siel" für die Kanalisation beschränkt sich auf Hamburg und Umgebung.

      Ein Siel ist ein Durchlaß im Deich, durch das das Wasser aus dem Hinterland bei Niedrigwasser in die See abfließen kann.
      Deshalb auch die vielen Ortsnamen mit der Endung -siel.
      • Antwort von (abgemeldet) nach einem Tag 1 hilfreich
        Re^3: Siel - Priel
        Ein Siel war früher und ist heute noch in Hamburg die
        Schmutzwasserkanalisation.
        Auch bei uns, weit weg von HH.
        Nicht nur Schmutzwasserkanalisation sondern auch die Misch-
        und Regenwasserkanalisation. (Nicht ärgern über meine
        Pigeligkeit. Bin aber Wasserbeuingenieur und kann solche
        Ungenauigkeit nicht bestehen lassen.)
        ;-)
        Könntest Du doch! Also ein Kanal, wo Schlamm und
        Dreck konzentriert wird und abfließt.
        Das Wort kommt von dem holländischen Zijl.
        Der Gebrauch "Siel" für die Kanalisation beschränkt sich auf
        Hamburg und Umgebung.
        Eben nicht.
        Gruß max
        • Antwort von (abgemeldet) nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Siel - Priel
          Bei dem "Priel" hast Du natürlich recht! Wo war ich nur???

          Gruß max


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