Hallo, Markus,
wie Christopher schon sagte, handelt es sich bei dem "e" in "Lineales" nicht um ein Fugen-e.
Dieses "e" rührt her von den sehr viel vokalreichern (sic!, statt: vokalreicheren) Deklinationsformen, die sich in Fülle bis ins Frühneuhochdeutsche, reichlich bis in 19. Jhdt. und zum Teil bis heute gehalten haben.
Früher hatte der Dativ stets ein "e" am Ende und des Genitiv vor dem "s" stets auch ein "e".
Die Sprachökonomie - oder einfacher gesagt: die Maulfaulheit der Deutschen, ich korrigiere: der meisten Deutschen - ließ diese "e" zurückgehen und fast ganz verschwinden.
Ein Fugen-e finden wir in den Wörtern: Lesebuch, Wartezimmer.
Das "e" wird hier meist aus Gründen der leichteren Aussprache eingefügt, wenn zwei Konsonanten bei Wortbildungen aufeinander stoßen.
Es gibt aber auch Formen wie: Reitstunde, Schlingpflanze, wo das "e" nicht auftritt; vermutlich ist hier die Aussprache der aufeinanderfolgenden Konsonanten leichter.
vgl. dazu den § 882 im Grammatikduden.
Zu deiner Frage:
Heisst es: des Lineals oder des Lineales?
Du kannst beide Formen verwenden und wie Chris sagte, die mit "e" klingt literarischer, stilistisch gehoben oder großmäulig, je nach dem Hörer bzw. Leser. ;-)
Gruß Fritz