Problemsatz

Von: , Frage gestellt am Do, 11. Sep 2003

Hallo,

der nachfolgende Satz bereitet mir Kopfzerbrechen; vor allem, wenn ich noch länger drüber nachdenke... Wer kann helfen?

"Es muss ein gutes Omen sein, wenn sowohl Ihr als auch der Standesbeamte ein so schönes Zitat von Albert Schweitzer (ACHTUNG:) anbringt/anbringen." (?)

"Anbringt" hört sich besser an, aber "anbringen" würde doch mehr Sinn machen, denn es sind doch mehrere, die das Zitat anbringen, oder!?

Für alle Ratschläge bedanke ich mich schon jetzt!
Gruß
Matthias

10 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 26 Minuten 0 hilfreich
    Re: Problemsatz

    Hallo Matthias,

    es ist wirklich ein schwieriges Thema. "Es muss ein gutes Omen sein, wenn sowohl Ihr als auch der
    Standesbeamte ein so schönes Zitat von Albert Schweitzer
    (ACHTUNG:) anbringt/anbringen." (?)

    "Anbringt" hört sich besser an, aber "anbringen" würde doch
    mehr Sinn machen, denn es sind doch mehrere, die das Zitat
    anbringen, oder!?

    Nach meiner Meinung ist "anbringt" richtig, weil es sich jeweils auf "ihr" und den "Standesbeamten" bezieht.

    Ich hoffe ich konnte dir helfen.

    Gruß

    Gaspode

  2. Antwort von nach 50 Minuten 0 hilfreich
    Re: Problemsatz


    Hallo Matthias,

    ich denke "anbringt" ist richtig. Wenn man das auf "Ihr" bezieht, ist es doch auch Mehrzahl! So viel zu Deinem Argument, daß es sich bei dem Subjekt um mehrere Personen handelt.

    Weiterhin denke ich, daß bei einem Subjekt, das sowohl die zweite als auch die dritte Person beinhaltet (im Beispiel: "ihr" und "er"), die zweite Vorrang haben müßte. Käme noch die erste Person ("ich" oder "wir") hinzu, hätte diese Vorrang und das Verb müßte sich nach ihr richten.

    Ich hoffe, ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt. Hab jetzt leider ganz wenig Zeit.

    Gruß
    Aia

    • Antwort von nach 11 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Problemsatz

      Nachtrag:
      Es gibt einen einfachen Test, um festzustellen, in welcher Person das Verb stehen muß: ein Pronomen einsetzen! "Ihr und der Standesbeamte" bleibt "Ihr". Danach muß sich das Verb richten. Ich nehme mal ein anderes Beispiel, das sich ohne weiteres übertragen läßt: "Ihr und der Standesbeamte seid/sind??? die wichtigsten Personen". Lösung: "Ihr und der Standesbeamte, Ihr seid die wichtigsten Personen".

      (Hieße es "wir und der Standesbeamte", wäre das Ersatz-Pronomen "wir". Also: zweite Person ist dominant über dritte, erste Person ist dominant über zweite und dritte. Ob es diese Regel im Duden gibt, weiß ich nicht...)

      Jetzt habe ich aber noch einen leisen Zweifel, ob "sowohl als auch" einen Unterschied zu "und" macht. Den ignoriere ich jetzt mal tapfer. Dürfte ja eigentlich nicht...

      Gruß

      Aia

  3. Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
    Re: Problemsatz

    Hallo Aia & Gaspode!

    Danke für Eure Hilfe!
    Es muss ein gutes Omen sein, wenn sowohl Du, liebe Aia, als auch Du, lieber Gaspode, zu dem gleichen Schluss kommt ;) !

    Aia: Ich musste mich sehr konzentrieren, um Dir folgen zu können, aber es klang letztendlich sehr, sehr schlüssig :o) ! Danke!

    Schöne Grüße

    • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
      Dank an alle, die sich beteiligt haben!

      Gruß,
      Matthias

  4. Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
    Re: Problemsatz

    Hallo! "Es muss ein gutes Omen sein, wenn sowohl Ihr als auch der
    Standesbeamte ein so schönes Zitat von Albert Schweitzer
    (ACHTUNG:) anbringt/anbringen." (?)

    "Anbringt" hört sich besser an, aber "anbringen" würde doch
    mehr Sinn machen, denn es sind doch mehrere, die das Zitat
    anbringen, oder!?
    Von meinem sprachlichen Gefühl her tendiere ich zu "anbringt". "Anbringen" klingt für mich falsch.
    Grund dafür: "Ihr bringt an" und "der Standesbeamte bringt an" wenn man es einzeln betrachtet, da wird nicht die Form "anbringen" bzw. "bringen an" verwendet.

    Alternative zu deinem Satz:
    "Es muss ein gutes Omen sein, wenn Ihr und auch der
    Standesbeamte ein so schönes Zitat von Albert Schweitzer
    anbringt."
    Auch hier wäre "anbringen" in meinen Ohren falsch. Schließlich wäre dann auch das Verb falsch konjugiert worden und bezöge sich auf eine andere grammatikalische Person...


    Viele Grüße
    Susanne

  5. Antwort von nach 15 Stunden 2 hilfreich
    Re: Problemsatz

    Hallo, Matthias und ihr anderen! "Es muss ein gutes Omen sein, wenn sowohl ihr als auch der
    Standesbeamte ein so schönes Zitat von Albert Schweitzer
    (ACHTUNG:) anbringt/anbringen."
    Der Duden Band 9, Gutes und richtiges Deutsch sagt im Artikel: Konkruenz S. 532:

    Bei der Verbindung von Subjektteilen in der 2. (du/ihr) und der 3. Person (er/sie) ist das Gesamtsubjekt austauschbar mit "ihr"; Verb und Pronomen werden entsprechend in der 2. Person Plural gesetzt.

    Also: "Es muss ein gutes Omen sein, wenn sowohl ihr als auch der
    Standesbeamte ein so schönes Zitat von Albert Schweitzer
    anbringt."
    ist richtig.

    Gruß Fritz

    • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Problemsatz

      Bei der Verbindung von Subjektteilen in der 2. (du/ihr) und
      der 3. Person (er/sie) ist das Gesamtsubjekt austauschbar mit
      "ihr"; Verb und Pronomen werden entsprechend in der 2. Person
      Plural gesetzt.

      Also: "Es muss ein gutes Omen sein, wenn sowohl ihr als auch der
      Standesbeamte ein so schönes Zitat von Albert Schweitzer
      anbringt."
      ist richtig.

      Gruß Fritz
      Wie müßte es denn eigentlich heißten, wenn es entweder ihr oder der Standesbeamte wäre?

      • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Problemsatz

        Hallo, Till! Wie müßte es denn eigentlich heißen, wenn es entweder ihr
        oder der Standesbeamte wäre?
        Da sich weder an der Regel noch an den Voraussetzungen - abgesehen den Konjunktionen - etwas geändert hätte, und diese zwar Alternativen aber gleichwertige Subjekte miteinander verbinden, bleibt die Verbform gleich:

        "Es muss ein gutes Omen sein, wenn entweder ihr oder der
        Standesbeamte ein so schönes Zitat von Albert Schweitzer
        anbringt."

        Auch bei "weder - noch" bliebe das Verb gleich.

        Fritz



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