Re: Alles super, oder was?
Hallo, Marco,
wo warst du die letzten 40 Jahre?
Spätesten seit 1966, als ich das erste "Supermann"-Heft in die Hand bekam, ist "super" ein Wort meines aktiven täglichen Wortschatzes. Bisweilen habe ich das Wort selbst abundant gebraucht.
Als "subber" ist es schon lange in allen Dialekten Süddeutschlands verbreitet und ich nehme an als "suupa" auch im Norden.
Den folgenden Artikel habe ich vor drei Jahren aus der hiesigen Regionalzeitung abgeschrieben.
Aufgefallen ...Alles klarle
Deutsche Sprache: Tief und innig, klar und deutlich. Goethe, Schiller und alle anderen Dichter wussten es genau: Zum Beschreiben von Gefühlen und Veränderungen, von Gutem wie Bösem gibt es nichts Besseres als diese gewaltige Menge an Wörtern.
Weshalb alle versuchen, diesem erdrückenden Erbe zu entkommen. Und nicht erst seit der Rechtschreibreform. Moderne Ausdrucksmöglichkeiten werden bevorzugt. Wie das „Okay“, das je nach Betonung und Melodie alles bedeuten kann - bereits zum Klassiker geadeltes Vorbild für das Globaldeutsch der „Generation Golf“: Auf Kernbegriffe verminderte Verständigung, Zeit sparend, weil auf die Fantasie der Zuhörer bauend?
U>Schlechtes aller Schattierungen ist „Scheiße“, Gutes jeglichen Grades ist „Subber“ — wobei die Anzahl der „b“ in SUPER den Grad der Zustimmung ausdrückt. Ist es einem sch ... nurzegal, was der andere will, beziehungsweise hat man/frau null Ahnung, heißt es: „Alles klar!“
Damit bestreiten Könner Gespräche von beeindruckender Dauer. Gelingt es ihnen noch, ab und zu mit hängendem Unterkiefer ein ungläubiges „eeeeecht?“ sowie ein von Augenaufreißen begleitetes „Wouww!“ einzuflechten, gelten sie bereits als Weltbürger und werden immer wieder eingeladen.
Doch in der Fächerstadt stemmt sich die urtümliche Kraft unseres Dialektes solchem Verflachen der Sprache entgegen. Die Neigung zum Verbindlichen, das freundliche Stimmung schaffende Verniedlichen durch Verkleinerungsformen wie „le“ bilden das Gegengewicht zum seelenlosen Neudeutsch. Weshalb sich die Antwort auf eine x-beliebige Frage hier ändert in ein allerliebstes „Alles klarle, Karle!“ Ach ja: Karlsruhe kennen, Karlsruhe lieben! Subbbber, gell?
Also: im Westen nix Neues!
Gruß Fritz