Stilmittel

Von: , Frage gestellt am Do, 11. Dez 2003

Liebe Sprachexperten!

ich moechte einen Text schreiben, der mit moeglichst vielen Stilmitteln gespickt ist. Aus meiner Schulzeit faellt mir aber nich mehr als Reime und Alliteration ein....Was gibt es da noch? und wie gebraucht man es?

vielen Dank Magi

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 46 Minuten 5 hilfreich
    Re: Stilmittel

    Hallo, Magi! Was gibt es da noch?
    Ohne alphabetische Anordnung, aber mit Definition und Beispiel:

    Anapher
    Wiederholung eines Wortes oder Wortteils am Anfang mehrere Sätze oder Verse
    Wer könnte das glauben! Wer könnte das verstehen! Wer könnte ihm glauben!

    Epipher
    Wiederholung eines Wortes oder Wortteils am Ende mehrere Sätze oder Verse
    Fallen ließ er sich auf die Wolke. Tragen ließ er sich von der Wolke. Treiben ließ er sich auf der Wolke.

    Symploke
    Kombination von Anapher und Epipher
    Noch hatte der Strom die Erde beherrscht. Noch hatte ein Gott die Menschen beherrscht.

    Klimax/Antiklimax
    Steigerung bzw. Abfall in der Intensität oder Klasse der aufgeführten Begriffe
    Pfarrer, Bischöfe und Kardinäle waren gekommen, um ... / Dort standen Großmutter, Mutter und Kind, die ...

    Tautologie
    Beschreibung eines Sachverhalts mit mehreren gleichwertigen Begriffen
    ganz und gar, recht und billig

    Pleonasmus
    Präzisierung eines Begriffs mit einem Adjektiv, dessen Information bereits im Ausgangsbegriff steckt
    weißer Schimmel, alter Greis, stinkender Mief

    Euphemismus
    Beschönigung
    Anpassung (für: Reduzierung), Freisetzung (für: Entlassung)

    Aposiopese
    Bewusster Abbruch eines Satzes, weil sich der Leser denken kann, wie es weiter geht
    Wenn ich ihn nur sehe, könnte ich ihm gerade ...

    Synekdoche (auch: pars pro toto = ein Teil für das Ganze)
    Ein (repräsentativer) Teil eines Gegenstandes oder Sachverhalts wird für das Ganze genannt
    Dach (für: Haus), Brot (für: Lebensunterhalt)

    Polysyndeton
    Auffällig häufige Aneinanderreihung gleichwertiger Begriffe mit einer Konjunktion
    Wie frech und keck und kühn und frisch ist er uns entgegen getreten.

    Anakoluth
    Bruch der Satzkonstruktion
    Auch wenn sie daran zweifelten, hätte er sich nie vorstellen können, wohin sie gegangen war – und dies auch offen aussprachen.

    Archaismus
    Verwendung veralteter Begriffe
    Er konnte meine Proposition nicht recht goutieren.

    Hendiadyoin (griechisch: Eins für Zwei)
    ähnlich wie Tautologie, Ausdruck eines Sachverhaltes durch zwei sehr ähnliche Begriffe
    Hassen und verachten, bitten und flehen, zerren und reißen

    Oxymoron
    Verschmelzung von Ausdrücken, die logisch widersprüchlich sind
    bittersüß, glühendes Eis, beredtes Schweigen, siehe „Dunkel war's, der Mond schien helle ...“

    Parenthese
    Einschub
    Er sprach bei Gericht vor und – soweit ihm das seine Erinnerung erlaubte – machte eine Zeugenaussage.

    Asynedeton ≠ Polysyndeton
    Auffällig häufige Aneinanderreihung gleichwertiger Begriffe ohne Konjunktion
    Er rannte, raste, stolperte, flüchtete, strauchelte, nur um nicht mit ansehen zu müssen, wo ...

    Personifikation
    Ein abstrakter Begriff tritt in Form einer Person auf, der auch teilweise menschliche Eigenschaften zugeschrieben werden
    Die gute Mutter Erde bot ihm … oder Fortuna schien ihm zuzulächeln, als …“

    Zeugma
    Zuordnung eines Satzglieds auf zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte
    Er ließ seiner Frau neue Unterwäsche kommen und sich gehen.

    Chiasmus
    Kreuzstellung von Satzstrukturen
    Mäuse züchtete er und aß dafür Schweine. oder Nachts wachte er und schlief am Tage.

    Figura etymologica
    Bewusste Verknüpfung von Wörtern gleichen Wortstamms
    Ein lebhaftes Leben hatte er gelebt. oder Er kämpfte einen Kampf, der …

    Paronomasie
    Bewusste Verknüpfung von Wörtern unterschiedlichen Wortstamms aber ähnlichen Klangs
    Die Rheinfahrt wurde zum Reinfall. oder Die Zeit hat mich befreit vom Leid …

    Rhetorische Frage
    Frage, auf die keine Antwort erwartet wird, weil die Antwort klar sein müsste, und die anstelle eines Aussagesatzes steht
    Bin ich Mann und Weib zugleich, oder was? oder Kann jemand die Zeit anhalten?

    Ellipse
    Auslassen eines grammatikalisch, aber nicht zum Verständnis notwendigen Satzglieds
    Wohin des Wegs? oder Je mehr, desto besser. oder Warum das?

    Onomatopoe(s)ie
    Lautmalerei
    Quakender Quatsch quoll aus den quietschenden Scharnieren der krachenden Kanten. und wie gebraucht man es?
    Unbedingt mit Vorsicht! Wenn man sich extra einen Spaß daraus machen will, einen Text mit möglichst vielen solcher Stilmittel zu formulieren, kann man natürlich aus dem Vollen schöpfen. Ansonsten lese ich gerne Texte, die sich nur sehr behutsam solcher Effekte bedienen.

    Liebe Grüße!
    Christopher

    • Antwort von nach 10 Stunden 1 hilfreich
      @MOD

      Hallo Mods,
      Bitte diese hervorragende Antwort zu den FAQs nehmen!
      Danke
      Bolo

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Stilmittel

      vielen viele Dank, ich glabe das hilft mir sehr :)

      der Text soll eine Uebung fuer mich sein, ich will etwas mit Sprache "spielen"...
      ich bin schon einige Monate im Ausland und beschaeftige mich sonst nicht mit der Deutschen Sprache.

      also Danke!! Magi

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