'als' und 'wie'

Von: , Frage gestellt am Sa, 19. Feb 2005

Tag zusammen,
entweder man kann es, oder man kann es nicht...
Okay, wer ist bereit, mir diesen blöden Unterschied zwischen "als" und "wie" noch einmal zu erklären?!

Bsp. Ich hoffe es geht euch besser als mir.
Ich hoffe es geht euch besser wie mir.

Welcher Satz ist richtig? Und warum so und nicht anders?
Danke für Antworten
Steffi, dieeswohlnielernenwird... :-(

13 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 18 Minuten 3 hilfreich
    Re: 'als' und 'wie'

    Hallo, Bsp. Ich hoffe es geht euch besser als mir.
    Ich hoffe es geht euch besser wie mir.
    Welcher Satz ist richtig? Und warum so und nicht anders?
    das ist nicht so schwer, der erste Satz ist richtig, der zweite falsch. Die Regel lautet, dass bei gleichen Seiten "wie", bei ungleichen Seiten "als" steht.

    Bsp. besser als, schlechter als, weil ein Ungleichgewicht besteht,
    genauso wie, ebenso wie, weil ein Gleichgewicht besteht.

    Herzliche Grüße

    Thomas Miller

  2. Antwort von nach 22 Minuten 5 hilfreich
    Re: 'als' und 'wie'

    Hallo Steffi, Okay, wer ist bereit, mir diesen blöden Unterschied zwischen
    "als" und "wie" noch einmal zu erklären?!
    es ist wirklich ganz einfach. Du stellst bei der Benutzung beider Wörter einen Vergleich an. Wenn der Vergleich einen Unterschied zwischen den beschriebenen Personen oder Gegenständen ergibt, brauchst du ein „als“. Erkennbar ist das daran, dass du keinen Positiv, d. h. die Grundform eines Adjektivs, sondern einen Komparativ, d. h. die erste Steigerungsform, setzt. Bsp. Ich hoffe, es geht euch besser als mir.
    ... ist also richtig.

    Wenn ein Vergleich allerdings zum Ergebnis hat, dass die Vergleichsobjekte gleich(wertig) sind, setzt du ein „wie“. Das setzt aber, wie oben bereits angedeutet, einen Positiv voraus. Ich hoffe es geht euch besser wie mir.
    ... ist also falsch. Denn „besser“ ist eindeutig ein Komparativ. Erkennbar sind Konstruktionen, die ein „wie“ erfordern, oft am Wörtchen „(genau)so“. Du könntest also sagen: „Ich hoffe, es geht euch genauso gut wie mir.“

    Fazit:
    Vergleichsobjekte identisch (Positiv) = wie
    Vergleichsobjekte unterschiedlich (Komparativ) = als

    Alles klar?

    Viele Grüße
    Christopher

    • Antwort von nach 4 Stunden 1 hilfreich
      Neue Rechtschreibregel....

      Hallo zusammen!

      Meine Kinder haben mir damals mitgeteilt, dass die Regel "bei Komperativ ALS" nicht mehr gilt!
      Inwischen soll es auch richtig sein, "besser wie...." zu sagen!

      Na gut, bei mir rollen sich bei der Formulierung die Fussnägel auf, aber kennt sich da vielleicht jemand mit dem neuen "Verwirrkram" aus?????

      LG Ulli, die rein gefühlsmässig nur ALS als richtig einstuft.....

      • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
        Re: Entwarnung

        Hi Ulli, Inwischen soll es auch richtig sein, "besser wie...." zu sagen!
        laut DUDEN ist diese Formulierung nach wie vor nicht standardsprachlich:

        wie [mhd. wie, ahd. (h)wio]: [...]

        2. a) (nicht standardsprachlich) steht bei Vergleichen nach dem Komparativ sowie nach »ander...«, »anders« u. Zusammensetzungen mit diesen; als (II 1): er ist größer w. du; sie macht es anders w. ich;


        Gruß
        Christopher

      • Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
        Re: Neue Rechtschreibregel....

        Hallo, Ayla! zusammen! Meine Kinder haben mir damals mitgeteilt, dass die Regel "bei
        Komperativ ALS" nicht mehr gilt!
        Inwischen soll es auch richtig sein, "besser wie...." zu
        sagen!
        Da haben dir deine Kinder einfach was Falsches mitgeteilt!

        An dieser Regel wurde nie etwas geändert, seit man sie aufstellte.

        Dass sie eine eher junge Regel ist, erfährt man in der [FAQ:673].

        Gruß Fritz

  3. Antwort von nach einer Stunde 2 hilfreich
    Re: 'als' und 'wie'

    zusammengefasst:

    genauso wie

    anders als


    Gruss, Isabel

  4. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Und dass wir dazu seit Jahr und Tag

    die [FAQ:673] haben, bleibt gänzlich unerwähnt?

    Fritz

    • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
      Re: Und dass wir dazu seit Jahr und Tag

      hey fritz

      ich hab nur fragezeichen.. also wo wie?
      keinen plan

      lg

      np

      • Antwort von nach 8 Stunden 2 hilfreich
        Re^2: Und dass wir dazu seit Jahr und Tag

        Hey, Sarah! ich hab nur fragezeichen.. also wo wie?
        Wo? Wenn du den Link anklickst? [FAQ:673] keinen plan
        Die FAQs erreichtst du auch, wenn du in der Zeile oberhalb der Postings

        Artikel FAQs 25 18 RSS 0.91 | 1.0 | 2.0 Suche Legende
        deutsche Sprache

        anklickst. Dann siegst du eine Liste. In der suchst du das passende Thema, klickst dieses an und liest:

        ALS und WIE bei der Komparation der Adjektive [FAQ:673] (4.7.2002) [bearbeiten]

        ALS - WIE

        Vor einiger Zeit wurde hier über den Gebrauch von als und wie beim Vergleich diskutiert.

        Kubi hat damals geantwortet:

        Bei Vergleichen zwischen zwei Objekten oder Sachverhalten steht "als", wenn das Vergleichskriterium bei beiden Objekten verschieden ist, und "wie", wenn das Vergleichskriterium gleich ist.

        Ein paar Beispiele:

        "Er ist so groß wie sie", aber "Er ist größer als sie".
        "A verdient genauso viel wie B", aber "C verdient weniger als D".
        "Heute habe ich das gleiche Problem wie gestern", aber "Gestern hatte ich ein anderes Problem als vorgestern".
        "Ich habe es so gemacht wie Du gesagt hast", aber "Ich habe es anders gemacht als Du gesagt hast".

        Dazu noch einige Ausführungen:

        Im Grammatik-Duden heißt es klipp und klar:

        => nach Positiv (Grundform des Adjektivs): wie
        Beispiele: so groß wie du; so alt wie Methusalem, schön wie Schneewittchen

        => nach Komparativ (erste Steigerungsform): als
        Beispiel: keine ist schöner als Ihr, Frau Königin, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr

        In der Duden-Grammatik wird aber weiterhin darauf hingewiesen, das beim Positiv in besonderen Fällen auch "als" verwendet werden kann:

        Beispiele:
        So wenig als, so bald (schnell, gut, viel, weit, lange, usw.) als möglich.
        Bei Th. Mann findet sich: ... so günstig als möglich; bei Frisch: ... ich füllte unsere Gläser so gerecht als möglich.

        Die bei Goethe zu findende Form: ... und bin so klug als wie zuvor ... wird als veraltet bezeichnet.

        Schließlich wird noch darauf hingewiesen: „dass nach doppelt oder dreimal so (groß) wie oder als stehen kann, je nachdem, ob die (formalgrammatische) Gleichheit (so groß wie) betont wird, was häufiger ist, oder aber die (sachliche) Ungleichheit (doppelt so ... als):
        Die Ernte war doppelt so groß wie (seltener: als) im vorigen Jahr.“

        Ebenso erwähnt die Duden-Grammatik beim Komparativ, dass
        die Verwendung von "denn" als veraltet gilt und nur noch in formelhaften Wendungen vorkommt.
        Sie sind jünger denn je, Miss Sophie! Younger than ever! Bei Th. Mann: ... mehr aus Klugheit denn aus Überzeugung.

        Und wieder wird "wie als" als veraltet bezeichnet, wie etwa bei Th. Mann: Es ist anders als wie zu Hause. Oder bei Immermann: .. geschwinder als wie der Wind.

        Also noch heute ist in Ausnahmefällen

        Positiv + als und Komparativ + wie

        möglich.

        Damals schon wies ich darauf hin, dass diese Regel erst seit etwa hundert Jahren, seit auch die Rechtschreibung normiert wurde, als allgemein verbindlich betrachtet wird. Leider ist es mir nicht gelungen, in der grammatischen Literatur einen Nachweis für diese meine Behauptung zu finden.

        Aber ich habe nun einen Text, oder besser eine Textgruppe gefunden, in der der Gebrauch von

        wie, als, als wie, denn

        noch sehr frei und ungeregelt stattfindet, und zwar

        Nataly von Eschstruth (1860 – 1938),
        eine Autorin von Mädchenbüchern, die wie die Marlitt oder Courths-Mahler idealtypische Entwicklungslinien für träumende pubertierende und spätpubertierende Lieschen Müllers erzählte. Dabei bleiben Eschstruths Romane im – damals noch tonangebenden und wirklich regierenden – aristokratischen Raum, was sie von heutigen Adelsromanen wohltuend unterscheidet. Ihre Sprache ist kapriziös, durchsetzt von französischen Fremdwörtern und Fremdworten, auch englischen mischen sich drunter. Die Heldinnen haben stets bloß „reizende Köpfchen“, die Helden „markige Stirnen und Kinne“, die Großmütter "weise und mild blickende Augen", die Großväter "Ehrfurcht gebietendes silbernes Haupthaar", kurz es ist eine herrlich dämlich kurzweilige Lektüre.

        Ihre ersten Bücher scheinen vor der Jahrhundertwende erschienen zu sein und sie scheinen bis in die Weimarer Republik hinein immer wieder aufgelegt worden zu sein. Ich besitze keins mit der Angabe eines Erscheinungsjahres, doch findet sich in einem eine Widmung: Meiner lieben Schwester Weihnachten 1911. Dieser Band ist bereits innerhalb einer Gesamtwerkausgabe erschienen. Die Autorin hatte sich also zu dieser Zeit bereits etabliert. In demselben Band berichtet eine Verlagsanzeige, dass bereits 4 Millionen Exemplare ihrer Bücher in alle Welt verkauft worden seien.

        Schon als pubertierender Jungmann las ich diese Ergänzungen zu Karl Mays Abenteuerromanen sehr gern. Nun aber sind sie mir besonders interessant geworden wegen des Gebrauches von „als“ und „wie“ und „denn“ bei der Komparation.

        Die Bücher zeigen, dass es um 1900 noch keineswegs die Festlegung, wie wir sie heute kennen, gab.

        Hier nun also die Belegstellen aus

        Nataly von Eschstruths, Gänseliesel:

        S. 391 „Ich weiß, Graf Lehrbach, dass ich mir selber mit diesem Urteil den Stab breche, denn ich reite selber und, wie ich es Ihnen erst vorhin bewiesen habe“ – Josephine erglühte bis unter die Haarwellen – „noch emancipierter wie die Prinzessin, auf ungesatteltem Pferde.“

        S. 628 „Dieses tete á tete macht mir nun viel Kummer, lieber Günther, denn die Dame ist bezaubernd und vielleicht noch viel unwiderstehlicher wie du.“

        S. 631 „Wohl ist sie mir auch da noch liebreizend und entzückend, im Sinne von Schönheit sogar noch viel anmutender wie früher erschienen, aber ich sehe sie nur noch mit den Augen und nicht mehr mit dem Herzen an, ich war ihr Freund nichts weiter.“

        S. 631 „ Du bist eine so unglaublich brave Seele, Reinz, die mir schon mehr wie einmal ein ungeahntes Opfer gebracht hast, dass du mir einen Argwohn in diesem Augenblick nicht übel nehmen darfst.“

        Und als Dreingabe:
        S. 631f „Lauter Wahrheit, Job Günther, vorläufig nur Worte, aber so Gott will auch bald eine That, welche dir besser denn alle Reden beweisen wird, dass dein alter Freund mit keinem Gedanken mehr an ein Heideröslein denkt, das einzig für den wilden Knaben hier an meiner Seite erblüht ist.“

        Und Nataly von Eschstruths, Erlkönigin:
        S. 29 „So lange wir auf See waren, gab es genügend Arbeit, um unsere Gedanken zu beschäftigen; es gab Sturm und brausende Wogen, welche gar ernste Psalmen der Ewigkeit singen, und wohl den Sinn auf Höhres lenken als wie ein Vergnügungsregister heitrer Tage! ... Was kann schöner, was interessanter, was unterhaltsamer sein, als endlich das ersehnte Land vor Augen haben, als die geträumte Herrlichkeit von tausend und einer Nacht wahr und handgreiflich vor sich zu sehen.“

        Ich hoffe, damit habe ich hinreichend belegt, dass ein allzustrenges Rumreiten auf Komparativ + als auch bloß eine Prinzipienreiterei ist und die armen Süddeutschen, die diese Form gerner (sic!) durch Komparativ + wie ersetzen nicht ganz und gar zu verdammen sind.
        Fritz


        lg
        Fritz



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!