Neue Sprachentwicklungen

Von: , Frage gestellt am Mi, 31. Aug 2005

Hallo,

anschließend an eine Faden weiter unter, sei nochmals gefragt, was sich wohl ändert, wenn Frau Merkel Bundeskanzlerin ist.

Sie ist dann nicht der Herr im Bundeskanzleramt, sondern die Frau im Bundeskanzlerinamt.

Logischerweise wird man dann sagen, sie ist die Frau im Haus.

Und vielleicht ist die Regierung Frau der Lage!

Diese Formulierung habe ich heute früh in einem Feulletonbeitrag im SWR2 gehört.

Ob sie dann auch die problematischen Situationen befrauscht?

Fallen euch noch mehr solche möglichen Wortschöpfungen ein? Die Misfits hatten mal sowas in ihrem Programm.

Gruß Fritz

22 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 37 Minuten 0 hilfreich
    Re: Neue Sprachentwicklungen

    Hallo Fritz,

    man könnte es FRAULICH finden, daß endlich mal eine Frau das einflußreichste Amt im Staate innehat ;D .

    Gruß,

    Anvan

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Neue Sprachentwicklungen

    Ob sie dann auch die problematischen Situationen befrauscht?
    Was für einer widerlich androzentrischen, inkongruenten Bezeichnungsweise machst du dich schuldig! Es muss natürlich bedamscht heißen.

    Gruß
    Christopher

    • Antwort von nach 3 Stunden 3 hilfreich
      Re^2: Neue Sprachentwicklungen

      Was für einer widerlich androzentrischen, inkongruenten
      Bezeichnungsweise machst du dich schuldig! Es muss natürlich
      bedamscht heißen.
      Was für ein Aufwand, um auf meinen müden Kalauer einen noch müderen draufzusatteln!

      • Antwort von nach 3 Stunden 3 hilfreich
        Re^3: Neue Sprachentwicklungen

        Was für ein Aufwand, um auf meinen müden Kalauer einen noch müderen draufzusatteln!
        Ach, Fritz, du tust mir ehrlich Leid. Kann ich nicht anders formulieren.

        Christopher

        • Antwort von nach 3 Stunden 2 hilfreich
          Re^4: Neue Sprachentwicklungen

          Was für ein Aufwand, um auf meinen müden Kalauer einen noch müderen draufzusatteln!
          Ach, Fritz, du tust mir ehrlich Leid. Kann ich nicht anders
          formulieren.
          Und du bist und bleibst, was du bist!

          • Antwort von nach 3 Stunden 5 hilfreich
            Re^5: Why?

            Und du bist und bleibst, was du bist!
            Fritz, es geht um Folgendes: Du machst einen Witz, der einen Punkt beinhaltet, über den sich feministische Linguistinnen bisweilen aufgeregt haben. Dieser Punkt ist, dass man zwar von Herrn (nicht: Mann) Schröder, nicht aber von Dame (sondern: Frau) Merkel spricht. Ob so heute noch ernsthaft von Linguisten argumentiert wird, weiß ich nicht, aber fast jeder, der sich ein bisschen mit Sprache beschäftigt, wird diesen Aspekt schon einmal gehört haben. Dazu habe ich einen Witz gemacht, sei er nun gut oder nicht. Weshalb ich dich bzw. was ich bedaure, ist, dass du es – aus welchem Grund auch immer – nicht unterlassen kannst, zu harmlosen Späßen abfällig-ätzende Bemerkungen zu machen und zum x-ten Mal persönlichen Streit heraufzubeschwören. Ich verstehe es einfach nicht.

            Gruß
            Christopher

            • Antwort von nach 4 Stunden 2 hilfreich
              Therefore!

              Christopher!

              Wie naiv und unschuldig du dich doch geben kannst!

              Das Was für einer widerlich androzentrischen, inkongruenten Bezeichnungsweise machst du dich schuldig!
              nennst du: harmlose Späße.
              DAS sind doch die abfällig-ätzende Bemerkungen
              Ich nannte es unnötigen Aufwand!

              Das ist die Sache mit dem Splitter in meinem Augen und dem Balken in deinem! Einem andern hättest du das "damschen" anders präsentiert!
              Wer fängt also an mit Persönlichem?

              Du bleibst dir also treu in deiner chronischen und notorischen Haltung.

              Fritz

            • Antwort von nach 4 Stunden 5 hilfreich
              [MOD] abgeschlossen

              Hallo Fritz, hallo Christopher,

              ich habe den Teilthread jetzt abgeschlossen.
              Sollte sich die Diskussion an anderer Stelle fortsetzen, bitte ich Euch, sie - im Sinne des Brettes - sachlich zu führen.

              Danke!

              Gruß
              Birgit

    • Antwort von nach 21 Stunden 3 hilfreich
      herrschen, herrinschen, frauschen, damschen

      Also gut! Zu dem aber: Es muss natürlich bedamscht heißen.
      und den Einwänden, Fragen und Anmerkungen von Gandalf und Anwar will ich ausführlicher Stellung nehmen.

      Ich gehe dabei wieder etwas zurück in der Sprache.

      Das erste - vielleicht nicht älteste - Paar war:

      Mann <=====> Weib.

      Mit dem Aufkommen der Edelinge kamen

      Herr <======> Frau dazu. [Frau >= frouwe <= fronwe (fron = Herr, -we = Feminisierungssuffix)]

      = Hier könnte man noch den "Jungherrn, den Junker" und die Jungfrau, die Jungfer" und das "Fräulen" erwähnen. Und sei wieder einmal daran erinnert, dass noch Goethe das "Fräulein" als "adlige junge Frau" kennt! => Gretchen: "Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleit ..." =

      Dann wollten manche Weiber keine Weiber mehr sein und verlangten Frauen zu werden, um was Besseres zu sein.

      Sie wurden was Besseres, aber mit ihrem Aufstieg erlitt das Wort "Frau" eine Minderung.

      Es gab jetzt also
      Mann <=======> Frau [Und Frau war jedes Weib, das es sein wollte.]

      Das war den früheren Frauen natürlich nicht recht, also wurden sie "Madonnen oder Madamen oder eben Damen".

      Es gab jetzt also
      Mann <=======> Frau
      Herr <=======> Dame

      Manche Herren wurden dann Monsignores oder Monseingeurs. Diese wanderten aber bald in die katholische Kirche aus.

      Da im 19. Jhdt. die Frauen mehr und mehr auf den Haushalt reduziert wurden, enstand die "Hausfrau" in seinem reduzierten Verständnis.

      = Bei Schiller übrigens noch durchaus als die Herrin des Haushalts und aller damit verbundenen Pflichten und Rechten.

      => Das Lied von der Glocke

      ...
      Und drinnen waltet
      Die züchtige Hausfrau,
      Die Mutter der Kinder,
      Und herrschet weise
      Im häuslichen Kreise,
      Und lehret die Mädchen
      Und wehret den Knaben,
      Und reget ohn Ende
      Die fleißigen Hände,
      Und mehrt den Gewinn
      Mit ordnendem Sinn.
      Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
      Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
      Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
      Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
      Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
      Und ruhet nimmer.
      =

      Zur Hausfrau gesellte sich erst Ende des 20. Jhdts der Hausmann in seiner reduzierten Bedeutung.

      Und die Bürokratie hat inzwischen das

      An Herrn/Frau/Fräulein reduziert auf An Herrn/Frau und bei der Anrede im Brief sind die Frauen längst Damen!

      Sehr geehrte Damen und Herren

      Und nun probieren wir aus, was assoziieren wir mit

      Hausmann, Mann des Hauses,
      Hausfrau, Frau des Hauses,
      Hausherr, Herr des Hauses,
      Hausherrin, Herrin des Hauses,
      Hausdame, Dame des Hauses
      ?

      Und man mag an die wenigen Fräulein denken, die uns noch geblieben sind: Hausfräulen, Zimmerfräulen, das Fräulein im Café.

      Und dann in der Kombination mit >B>Regierung

      Regierungsmann, Mann der Regierung,
      Regierungsfrau, Frau der Regierung,
      Regierungsherr, Herr der Regierung,
      Regierungsherrin, Herrin der Regierung,
      Regierungsdame, Dame der Regierung
      .

      Und wenn ich nun, nachdem dies alles betrachtet wurde, ein Pendant zum Verb "maskulinen" Verb herrschen eine "feminine Form" suchte, so ...

      Aber da überlegt erst mal selber.

      Ich bin gespannt, wie viele bis hierher kommrn.

      Gruß Fritz

      _____________________________

      [MOD]
      Passagen aus dem abgeschlossenen Teilthread nebst erneuter Kommentierung sowie Inhalte aus privater E-Mail-Korrespondenz gelöscht.
      Birgit



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