Die gleiche Richtung / dieselbe Richtung

Von: , Frage gestellt am So, 26. Feb 2006

Hallo an alle,

gehe ich nun mit jemandem den gleichen Weg, also in die gleiche Richtung

oder

gehe ich mit jemandem denselben Weg, also in dieselbe Richtung

oder

den gleichen Weg, also in dieselbe Richtung

oder

denselben Weg, also in die gleiche Richtung

???

Fragende Grüße von Katrin

19 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 26 Minuten 2 hilfreich
    Re: Die gleiche Richtung / dieselbe Richtung

    Hallo Katrin,

    vielleicht sollte man vor der Beantwortung deiner Frage klären, was man im Allgemeinen unter „dasselbe“ und „das Gleiche“ versteht. Diese Unterscheidung kann sich zu einem „philosophischen“ Problem auswachsen, da es nicht immer so einfach funktioniert wie bei „Sie tragen denselben Pulli“ (Hans heute, Peter morgen) und „Sie benutzen die gleiche Bürste“ (derselbe Bürstentyp, jeder eine eigene). gehe ich mit jemandem denselben Weg, also in dieselbe Richtung
    Ich halte diese Lösung für eine mögliche richtige, denn „der-/die-/dasselbe“ meint in der Regel ein bestimmtes Subjekt oder Objekt, das nicht nur oberflächlich einem anderen gleicht, sondern bei genauer Betrachtung identisch mit sich selbst ist.

    Wenn jemand einen bestimmten Weg immer wieder geht, geht er also denselben Weg, da dieser Weg mit der Streckenführung vom letzten und vom nächsten Mal identisch ist. Allerdings könntest du argumentieren, dass er dieselbe Route mit jeweils individuellen Schlenkern, Haltepunkten und anderen Abweichungen jedes Mal anders geht, wobei zwar die grobe Wegführung und weite Teile übereinstimmen, aber keine Identität besteht. Nun bezeichnet „Weg“ nicht mehr die abstrakte Route, sondern die konkrete Gehweise dieser Route. Man kann also auch zum Schluss kommen, dass er auf derselben Route immer den gleichen Weg wählt. Viel einfacher wird es natürlich, wenn du „Weg“ als Synonym von „Pfad“ ansiehst, also als „etwas, was wie eine Art Streifen – im Unterschied zur Straße oft nicht befestigt – durch ein Gebiet, Gelände führt und zum Begehen [und Befahren] dient“ (DUDEN). Hier kann er nur denselben Weg immer wieder begehen.

    Bei der Richtung verhält es sich meines Erachtens ebenfalls einfacher. Der DUDEN definiert sie als „[gerade] Linie der Bewegung auf ein bestimmtes Ziel hin“. Das heißt, die Richtung ist eher mit der abstrakten Route identisch als mit dem konkreten Weg. Ob ich nun diesen oder jenen Schlenker auf dem konkreten Weg mache, ändert genauso wenig an der abstrakten Route wie an meinem Zielort, d. h. meiner Richtung; beide sind immer dieselben.

    Fazit:
    Weg (als abstrakte Route): derselbe
    Weg (als konkrete Gehweise): der Gleiche
    Richtung (als abstrakter Weg zu einem konkreten Ziel): dieselbe

    Hilft dir das weiter?

    Gruß
    Christopher

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Zur Verwirrung (Zusatzfrage)

      Hi!

      Im Familienkreis ist vor längerer Zeit die Frage aufgetaucht, ob zwei Leute dieselbe Butter am Brot haben, wenn die Butter von EINEM auf dem Tisch stehenden Stück Butter genommen wird.
      Oder haben sie dann, obwohl sie von derselben Butter genommen haben, nur die gleiche am Brot?

      alien

      • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
        Re: Zur Verwirrung (Zusatzfrage)

        Hi!

        Im Familienkreis ist vor längerer Zeit die Frage aufgetaucht,
        ob zwei Leute dieselbe Butter am Brot haben, wenn die Butter
        von EINEM auf dem Tisch stehenden Stück Butter genommen wird.
        Oder haben sie dann, obwohl sie von derselben Butter genommen
        haben, nur die gleiche am Brot?

        gleiche...dieselbe koennen sie nicht drauf haben.

        mfg:-)
        rene

      • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
        Re: Zur Verwirrung (Zusatzfrage)

        Hallo alien, dieselbe Butter am Brot
        eine Off-Topic-Anmerkung zu Anfang: Wie schnell man sich als Österreicher „outen“ kann! In weiten Teilen Deutschlands hat man Butter auf dem Brot. Butter am Brot wäre ein Stückchen Butter, das versehentlich an der Brotrinde klebt. Im Familienkreis ist vor längerer Zeit die Frage aufgetaucht,
        ob zwei Leute dieselbe Butter am Brot haben, wenn die Butter
        von EINEM auf dem Tisch stehenden Stück Butter genommen wird.
        Zur Sache: Dasselbe Stück Butter können sie nicht haben, obwohl sie sich von derselben Butter genommen haben. Schließlich kann man ein Stück Butter nur einmal aufs Brot schmieren. Und selbst wenn der eine dem anderen einen Teil dessen Butter vom Brot klaut, haben sie nicht dasselbe Stück, sondern wieder nur vom selben Stück. In diesem Kontext erscheint mir jedoch die Behauptung, sie haben das gleiche Stück, ebenso zweifelhaft.

        Eine derartige Formulierung erwartete ich in einer Situation, in der es eine Rolle spielt, dass zwei Stücke von etwas in ihrer Beschaffenheit sehr ähnlich sind, zum Beispiel zu Vergleichszwecken in Sätzen wie „X isst das gleiche Stück ABC doppelt so schnell wie Y“. In der Realität schneidet, kratzt oder löst jeder auf andere Weise einen beliebig beschaffenen Klecks Butter von der Masse und schmiert ihn aufs Brot. Das heißt, zwei, die von derselben Butter genommen haben, haben weder dasselbe noch das gleiche Stück auf dem – oder am – Brot.

        Gruß
        Christopher

        • Antwort von nach 5 Stunden 1 hilfreich
          am - auf dem

          Hallo Christopher! eine Off-Topic-Anmerkung zu Anfang: Wie schnell man sich als
          Österreicher „outen“ kann! In weiten Teilen Deutschlands hat
          man Butter auf dem Brot. Butter am Brot wäre ein
          Stückchen Butter, das versehentlich an der Brotrinde klebt.
          Leider greift diese Unsitte immer mehr um sich; und wenn ich österr. Journalisten sagen höre, dass der Sportler heute "am Stockerl" (= Siegespodest) steht, dass einer am Sessel sitzt, dass das Buch am Tisch liegt, dann .....krrr! Leider kann man den Unfug auch in den Zeitschriften lesen.
          Ich kann dir versichern, in den Schulen wird das korrekt gelehrt!

          Und eine neue Mode greift um sich, zumindest unter Österreichs Berichterstattern:"zum" anstelle "zu" - er probiert das zum schaffen; fragen, ob etwas zum haben ist; lernen, das Lied zum singen ....
          Leider habe ich keine Palme, um daran hoch zu(m) klettern!

          Helene ;-)

          • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
            Re: am - auf dem

            Hi!

            "Am" für "auf dem" ist NICHT neu und KEINE Unsitte. Es ist schlicht österreichische Umgangssprache.

            Als Österreicher oute ich mich allerdings gerne. ;-)

            alien

            • Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
              Re^2: am - auf dem

              Servus! "Am" für "auf dem" ist NICHT neu und KEINE Unsitte. Es ist
              schlicht österreichische Umgangssprache.
              UmgangsSPRACHE - trotzdem sprachlich (und oft auch sachlich) nicht richtig. Als Österreicher oute ich mich allerdings gerne. ;-)
              abu
              Österreicherin, VS-Lehrerin i.R.

            • Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
              Eigentlich O.T.

              Hi!

              Wenn ein Heimito von Doderer "sie gingen nach rückwärts in den Garten" schreibt, darf ich Butter am Brot haben. ;-)

              Grundsätzlich hast Du natürlich recht, ich benütze bestimmte umgangssprachliche Wendungen halt gerade in Internetforen gerne, um einen "Gesprächston" zu simulieren. Am für "auf DEN" würde ich niemals schreiben, aber auch nicht sagen.

              Als VS-Lehrerin hast/hattest Du natürlich keine Wahl.

              alien



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