Lizenz und Lizensierung?

Von: , Frage gestellt am Do, 2. Mär 2006

Hallo liebe www user

Meine Frage:
Wie schreibt man "Lizensierung"?

Dank eines freundlichen Hinweises fand ich bereits heraus, das man nicht "Lizens" schreibt, sondern es soll "Lizenz" heißen.
Bei "Lizensierung" soll ich auch mit z schreiben, ist das richtig?
Im Internet finde ich sowohl "Lizensierung" wie auch "Lizenzierung".

Vielen Dank für Hinweise.
Matthias

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 54 Minuten 0 hilfreich
    Re: Lizenz und Lizenzierung!

    Hallo, Matthias! Wie schreibt man "Lizensierung"?
    So nicht! Bei "Lizen s zierung" soll ich auch mit z schreiben, ist das richtig?
    Genau so!

    Das Nomen, das übrigens noch gar nicht so lange in Gebrauch zu sein scheint, da es der kleinen Duden gar nicht nennt, ist durch Suffigierung mit "-ung" abgeleitet vom Verb "lizenzieren".

    Und das geht so:

    Man streicht vom Verb die Infinitivendung "-en": lizenzieren
    und hängt da das Suffix "-ung" an.

    => Lizenzierung! Woala! Im Internet finde ich sowohl "Lizensierung" wie auch "Lizenzierung".
    Was man im Internetz finden kann, ist doch bekannt: Viel Unsinn! ;-)

    Gruß Fritz

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Lizenz und Lizenzierung!

      Bongschur Fritz,
      hatte gerade mal so aus der Lamäng geantwortet, ohne den (gerade nicht greifbaren) Duden zu Rate zu ziehen. Steht da tatsächlich 'lizenzieren'? Logisch wär's ja ...

      Greuß,
      Ralf

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re^3: Lizenz und Lizenzierung!

        Bongschur, Ralf,

        so im Rechtschreibduden:

        li|zen|zie|ren (Lizenz erteilen);

        (c) Dudenverlag.


        so im Fremdwörterduden:

        li|zen|zie|ren álat.-nlat.ñ: Lizenz erteilen.

        (c) Dudenverlag.


        Und wie gesagt, fehlt da die "Lizenzierung".

        Im Universalwörterbuch dagegen findet sich:

        Li|zen|zie|rung

        Orewoa, Fritz

    • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Lizenz und Lizenzierung!

      Hallo Fritz!
      Das Nomen, das übrigens noch gar nicht so lange in Gebrauch zu
      sein scheint, da es der kleinen Duden gar nicht nennt, ist
      durch Suffigierung mit "-ung" abgeleitet vom Verb
      "lizenzieren".

      Das scheint so zu sein. In meinen beiden alten Fremdwörterbüchern erscheinen eine Unmenge von Ableitungen des lateinischen 'licet'. Aber es ist kein Nomen für die 'Erteilung der Erlaubnis' dabei.
      Der Genius (1913) schreibt: Liceat, Licentia o. Lizenz (17.Jh.) = Erlaubnis, Genehmigung, Befugnis. licentiieren [ii!] = Erlaubnis erteilen.
      Der Engel (1918) schreibt: Lizenz (17.Jh.), lizentieren [i!].
      Auch der Kienle (1972) kennt nur das Verb lizenzieren, aber kein zugehöriges Nomen.
      Gruß Alexander

  2. Antwort von nach einer Stunde 4 hilfreich
    Re: Lizenz und Lizensierung?

    Hallo Mathias,
    die Verwirrung ist wohl darin begründet, dass 'Lizenz' und 'lizensieren' Lehnwörter unterschiedlicher Herkunft bzw. unterschiedlichen Alters sind.

    'Lizenz' stammt vom lateinischen licentia (Freiheit, Erlaubnis) und ist mit dem 'z' am Ende phonetisch ganz gut wiedergegeben.

    'Lizensieren' bzw. 'Lizensierung' (in der Tat die übliche Schreibweise) wiederum ist ein relativ junger Anglizismus, dem englischen 'to license' / 'licensing' (von der englischen Lehnwort-Variante license abgeleitet) nachgebildet. Nicht-anglizistischer deutscher Sprachgebrauch wäre 'Lizenz erteilen' entsprechend dem lateinischen 'licentiam dare' (bevollmächtigen).

    Freundliche Grüße,
    Ralf

  3. Antwort von nach 2 Stunden 3 hilfreich
    Re: Lizenz und Lizensierung?

    Hallo Matthias,
    wie sprichst du denn das Wort?
    Danach sollte sich auch deine Schreibung richten.
    Grüße
    Michael

    • Antwort von nach 6 Stunden 2 hilfreich
      Re^2: Schlechter Tipp

      Nein, Michael, das wäre höchst unklug, diese Vorgehensweise zu empfehlen – außer du bist Fan von Ausspracheschreibweisen wie „tollerant“, „assozial“ oder „Stehgreif“. Das Problem ist, dass „Lizenz“ häufig [-ns] – statt [-nts] – gesprochen wird, wodurch die Illusion entsteht, es handele sich nur um ein entstimmtes „s“, das im Silbenanlaut (li|zen|zie|ren) stimmhaft werden muss.

      Der erste Schritt wäre, zu fordern „Schreib es richtig und sprich es aus, wie du es schreibst“, denn „tolerant“ kann man durchaus mit einem geschlossenen „o“ und [e] statt Schwa sprechen, „asozial“ mit einem stimmhaften „s“ und „Stegreif“ mit einem auslautverhärteten [g] am Silbenende. Davon wird die Welt nicht gut, aber ein bisschen DUDEN-Treue schmerzt schließlich nicht.

      Gruß
      Christopher

      • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
        Njein

        Nein, Michael, das wäre höchst unklug, diese Vorgehensweise zu
        empfehlen – außer du bist Fan von Ausspracheschreibweisen wie
        „tollerant“, „assozial“ oder „Stehgreif“. Das Problem ist,
        dass „Lizenz“ häufig [-ns] – statt [-nts] – gesprochen wird,
        wodurch die Illusion entsteht, es handele sich nur um ein
        entstimmtes „s“, das im Silbenanlaut (li|zen|zie|ren)
        stimmhaft werden muss.
        Gut, Christopher, da das [t] in -nz eher schwach artikuliert wird und andererseits in einer Endung -ns sehr leicht ein schwacher Sproßkonsonant [t] entstehen kann, liegen in diesem Fall beiden Varianten sehr nahe. Aber darum ging es ja nicht, sondern um "lizenzieren" oder "lizensieren". Und da sollte ein Unterschied in der Aussprache deutlich zu hören sein, zumindest, wenn man die hochdeutsche Unterscheidung zwischen simmhaftem und stimmlosem /s/ beachtet.

        Und nur darauf habe ich abgehoben, da ich prinzipiell ein Problem darin sehe, daß
        a) häufig "Sprache" und "Schrift" verwechselt werden (Beispiel "Lautsprache") und
        b) die Schrift einen Vorrang vor der gesprochenen Sprache bekommt, der ihr meiner Meinung nach nicht zusteht. Zumindest nicht in phonetisch relevanten Fällen (also keine Sorge, nichts gegen eine etymologisierende Orthographie).

        Wie du allerdings „Stegreif“ mit einem auslautverhärteten [g] am Silbenende
        von einem "Stegreif" mit entsonorisiertem [g] zu Beginn einer Silbe unterscheiden willst, ist mir allerdings schleierhaft. ;-) (Das Fehlen von voll stimmhaften Explosiven am Silbenanfang ist ja ein typisches Merkmal des Deutschen.)

        Gruß
        Michael

        Ich weiß, daß es im Deutschen generell problematisch ist, so
        eine Empfehlung auszusprechen. Nur in diesem konkreten
        Fall geht es eben gar nicht um eine Rechtschreibfrage, sondern
        darum, wie das Wort klingt! Und auf diesen (für mich
        wesentlichen) analytischen Unterschied, der in der
        Fragestellung nicht erkennbar war, wollte ich -
        zugegebenermaßen stark verkürzt - das Augenmerk lenken.

        • Antwort von nach 10 Stunden 0 hilfreich
          Re: Njein

          Hallo, Aber darum ging es ja nicht, sondern um "lizenzieren" oder "lizensieren".
          noch einmal klarer, was ich meinte: Das Wort „Lizenz“ wird laut DUDEN /liːˈtsɛnts/ ausgesprochen. Wenn das Wort nun die Wortart wechselt, rutscht der Akzent eine Silbe weiter und man erhält /liːtsɛnˈtsiːrɛn/. Wenn man allerdings „Lizenz“ als /liːˈtsɛnz/ ausspricht, das aufgrund der Auslautverhärtung phonetisch [liˈtsɛns] ist, die ja im Silbenanlaut nicht mehr greift (siehe unten), kommt beim Wortartwechsel [litsɛnˈziːrɛn] zustande. Da es im Deutschen eher unproblematisch ist, aus einem „z“ geschriebenen [ts] im Auslaut [s] zu machen, kommen solche „Konsonantenelisionen“ eben zustande. Wie du allerdings „Stegreif“ mit einem auslautverhärteten [g] am
          Silbenende von einem "Stegreif" mit entsonorisiertem [g] zu Beginn
          einer Silbe unterscheiden willst, ist mir allerdings schleierhaft.
          Ich sehe durchaus einen Unterschied zwischen [ˈʃteːk.raɪf] mit einem in jedem Fall völlig stimmlosen „g“, einem infolgedessen stimmlosen „r“ sowie einer möglichen, minimalen Pause dazwischen und [ˈʃteː.graɪf] mit einem potenziell stimmhaften „gr“ und einer Silbenpause davor. Während die Auslautverhärtung in den weitesten Teilen des deutschen Sprachraums obligatorisch ist, unter anderem in der bundesdeutschen Standardsprache, handelt es sich bei der „Anlautverhärtung“ um ein Phänomen einzelner Varietäten kleinerer Zahl. Dass du gerade in einer Ecke wohnst, in der die Auslautverhärtung weniger Stellenwert hat und entstimmte Konsonanten im Anlaut nichts Ungewöhnliches sind, ist mir schon klar ;-)

          Gruß
          Christopher



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