Hallo Eddie,
Worin soll genau der Unterschied liegen zwischen erstens eine
Maschine sein und zweitens einem Automaten entsprechen?
Der Automat ist der Algorithmus, die Verarbeitungsvorschrift. Die Sprache ist der Input für den Automaten.
Oder liegt Deine Betonung eher auf dem Akzeptieren des
syntaktisch richtigem?
Ja.
Dann beträfe es aber nicht mehr
natürliche Sprachen, weil deren Besonderheit grob gesagt m.E.
in der semantischen Unschärfe bzw. Nicht-Eindeutigkeit liegt.
Es ist eine alte Diskussion, wie weit sich die Syntax von der Semantik abstrahieren lässt.
Immerhin kann man es ja für bestimmte Zwecke als ausreichend erachten, dass sich die syntaktische Wohlgeformtheit von natürlichsprachlichen Aussagen unabhängig von deren Sinnhaftigkeit überprüfen lässt, vgl. Chomskys berühmtes Nonsense-Beispiel "Colorless green ideas sleep furiously".
Andererseits könnte man darüber philosophieren, ob sich ein derartiger Spracherkennungsautomat nicht so erweitern ließe, dass er auch semantische Informationen mitverarbeitet.
Mich interessiert eher die Frage, wie
man eine natürliche Sprache mit ihren semantischen und z.T.
auch syntaktischen Mehrdeutigkeiten als Maschine auffassen
kann.
Dann lies dich mal unter dem Stichwort Turing-Maschine ein. Die Literatur dazu beschäftigt sich genau mit dieser Frage.
Oder handelt es sich bei einer solchen These (Sprache
als Maschine) einfach um das Ideal von (angelsächsischen)
Sprachphilosophen, die hoffen, durch die Formalisierung der
Sprache den Weg zur Wahrheit zu finden?
Ich glaube schon, dass das der Ausgangspunkt der These war, aber derart vereinfachte Modelle vertritt heute in der Sprachwissenschaft bzw. -philosphie niemand mehr ernsthaft.
Grüße
Wolfgang