"Da wird ein Schuh daraus" oder "den Schuh zieh ich
mir nicht an"
Lieber Herr Fröhlich,
die zweite Redewendung erklärt sich von selbst: Wem der Schuh passt, der zieht ihn sich an. Wem nicht, der nicht. So ähnlich wie: Getroffene Hunde bellen. Wem es etwas angeht, der reagiert entsprechend.
Die zweite wird meist in der Form: Umgekehrt wird ein Schuh daraus! gebraucht. Das meint: Man muss eine Sache genau umgekehrt betrachten, dann ergibt sie einen Sinn.
Die Redewendung rührt daher, dass bei manchem Schuhwerk, bei dem die Naht nicht sichtbar sein sollte, das Leder zuerst auf der späteren Innenseite zusammengenäht wurde - und vielleicht noch heute wird. Das Produkt sah in diesem Stadium oft noch keinen Schuh ähnlich. Wenn man es aber wendete und dann im umgekehrten Zustand sah, wurde ein Schuh daraus.
Es gibt erstaunlich viele Redewendungen aus der Schuhmacherei im Deutschen.
Schuster, bleib´ bei deinem Leisten.
Alle/alles über einen Leisten schlagen.
Wo drückt dich der Schuh?
Jemandem die Schuld in die Schuhe schieben.
Das soll übrigens daher kommen, dass in den früheren Übernachtungsstuben in den Herbergen, in denen oft mehr als ein Dutzend Gäste nächtigten, ein Dieb, der die Entdeckung fürchtete, seinem Nachbarn das Diebesgut in die Schuhe steckte, um den Verdacht auf ihn zu lenken.
Alles im Redewendungen-Duden nachzulesen.
Beste Grüße Fritz Ruppricht