Deutsch Grammatik Satzteile

Von: , Frage gestellt am Fr, 14. Sep 2007

Hallo,

ich habe ein kleines Problem die Satzteile im folgenden Satz zu bestimmen

"Es konnte ihm nichts nachgewiesen werden !"

Ich stehe echt auf dem Schlauch. Über jede Hilfe freue ich mich.


Gruß
Jens

24 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 30 Minuten 0 hilfreich
    es = Platzhalter für das Subjekt

    Guten Tag, Jens

    Ich würde die Satzglieder so benennen: "Es konnte ihm nichts nachgewiesen werden."
    es = Platzhalter für das Subjekt

    konnte ... nachgewiesen werden = Prädikat

    ihm = Dativobjekt

    nichts = Subjekt


    Es grüsst

    Rolfus

  2. Antwort von nach 36 Minuten 2 hilfreich
    Re: Deutsch Grammatik Satzteile

    Hallo, Jens! "Es konnte ihm nichts nachgewiesen werden !"
    Lass uns sehen.
    Es ist ein Satz im Passiv, in dem "Es" als grammatisches Subjet auftritt.

    "Es" ist also das eine Subjekt.

    Das Verb ist "konnte", und weil es ein Modalverb ist, wird es von einem Infinitiv ergänzt; "nachgewiesen werden" ist also eine Verbergänzung.

    "ihm" steht im Dativ und ist also das Dativobjekt.

    "nichts" gibt hier Antwort auf die Frage "Was konnte ihm nicht nachgewiesen werden?" ist also das eigentliche Subjekt des Satzes.

    Du siehst das besser, wenn du den Satz umstellst.

    => Nichts konnte ihm nachgewiesen werden.

    Ist meiner Ansicht nach schöner, aber es glauben viele Leute, (viele Leute glauben sic!) die Verwendung des "es" bekräftige den Inhalt eines solchen Satzes.

    Gruß Fritz

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Deutsch Grammatik Satzteile

      Hallo Fritz! "Es konnte ihm nichts nachgewiesen werden !"
      Es ist ein Satz im Passiv, in dem "Es" als grammatisches
      Subjet auftritt.
      "Es" ist also das eine Subjekt.
      Du siehst das besser, wenn du den Satz umstellst.
      => Nichts konnte ihm nachgewiesen werden.
      Nach der Valenzgrammatik hat ein unpersönliches "es" keinerlei Aktantenstatus:

      "Schneien" und "Regnen" werden dort als nullwertige Verben ohne Subjekt analysiert.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Valenz_%28Linguistik%29

      "Es" dient auch oft lediglich dem stilistischen Zweck der Topikalisierung:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Topikalisierung

      So heißt es z.B. auch bei Pressemeldungen über nur mit Sach-, aber ohne Personenschaden verlaufene Unglücksfälle immer:

      "Verletzt wurde niemand"
      und nie
      "Niemand wurde verletzt"
      oder
      "Es wurde niemand verletzt".

      Das mag an der semantischen Leere von "es" und "niemand" liegen, die die topikalisierte Position in diesem Satz als stilistisch unangemessen erscheinen lassen.

      Auch die semantische Rolle von "nichts" ist im Beispielsatz schwer zu fassen. Das liegt zum einen daran, dass es eben auch "nichts" ist, zum anderen daran, dass in Verbindung mit dem Verb "nachweisen" selbst bei einer semantisch gefüllten Sache, die "ihm hätte nachgewiesen werden können" (etwa eine Tatabsicht) die folgende Liste wohl unvollständig ist:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Semantische_Rolle#Liste...

      Gruß Gernot

      • Antwort von nach 14 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Deutsch Grammatik und ihre Folgen

        Hallo, Gernot,

        es sieht so aus, als ob ich mich zur Ruhe setzen könnte.

        Aber was du für Wörter kennst und benutzt!!! Valenzgrammatik
        Aktantenstatus:
        nullwertige Verben ohne Subjekt
        Topikaliseierung
        Klingt ja fast unanständig. ;-) "Verletzt wurde niemand"
        und nie
        "Niemand wurde verletzt"
        oder
        "Es wurde niemand verletzt".
        Das ist mir noch nicht aufgefallen. Ich werde mal drauf achten.

        Was würde Nietzsche dazu sagen, der meinte,
        - wegen der Grammatik werden wir Gott nicht los.
        - wir werden Gott wegen der Grammatik nicht los.
        - Gott werden wir wegen der Grammatik nicht los.
        - nicht los werden wir Gott wegen der Grammatik.

        Will sagen: Weil die deutsche Grammatik keine Satz ohne ein funktionales Subjekt bilden kann und stets zu "es" oder "man" greifen muss, setzt man (sic!) überall einen Täter voraus - und wenn man ihn erfinden muss, wie etwa Gott als Schöpfer.

        Das ist ein spannendes Kapitel der Sprachforschung.

        Gruß Fritz

        • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Deutsch Grammatik und ihre Folgen

          Hallo Fritz, Aber was du für Wörter kennst und benutzt!!! Valenzgrammatik
          Aktantenstatus:
          nullwertige Verben ohne Subjekt
          Topikaliseierung
          Klingt ja fast unanständig. ;-)
          Insbesondere beim letzten Begriff gebe ich dir Recht!
          http://forum.de.selfhtml.org/archiv/2005/5/t108034/#... Was würde Nietzsche dazu sagen, der meinte,
          - wegen der Grammatik werden wir Gott nicht los.
          - wir werden Gott wegen der Grammatik nicht los.
          - Gott werden wir wegen der Grammatik nicht los.
          - nicht los werden wir Gott wegen der Grammatik.
          http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Spaemann#Ethik.2...

          Gruß Gernot

    • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
      wenn da nicht ein 'nicht' zuviel wäre

      "Es konnte ihm nichts nachgewiesen werden !"
      "nichts" gibt hier Antwort auf die Frage "Was konnte ihm nicht
      nachgewiesen werden?"
      Nein.
      Die Frage muß lauten: "Was konnte ihm nachgewiesen werden?"
      Dann klappts auch mit der Antwort: "nichts."

      Wer so mit Nachnamen heißt wie Jens, kann mit der südlichen Doppel-Ver"nichtung" garantiert nix anfangen.
      (Rein vorsorglicher Hinweis, falls Du die Absicht hast, Dich darauf hinauszureden.)

      • Antwort von nach 3 Stunden 1 hilfreich
        Re: wenn da nicht ein 'nicht' zuviel wäre

        Ich hoffe, du fühlst dich befriedigt, wenn dir solche Nachweise meine Nachlässigkeit gelingen!

        F.

        • Antwort von nach 15 Stunden 3 hilfreich
          Re^2: wenn da nicht ein 'nicht' zuviel wäre

          Ich hoffe, du fühlst dich befriedigt, wenn dir solche
          Nachweise meine Nachlässigkeit gelingen!
          1. Nicht wirklich (sic!).
          2. Mich um die Nachlässigkeiten zu kümmern, ist mir zu aufwendig. Ich beschränke mich auf die "Klopper" (*).

          * Mmmhhh? Wie schreibt sich das? Der online-Duden schweigt sich mal wieder aus.

          • Antwort von nach 15 Stunden 1 hilfreich
            Kloppe/r

            1. Nicht wirklich (sic!).
            Schade! Ich hätt's dir gegönnt! 2. Mich um die Nachlässigkeiten zu kümmern, ist mir zu aufwendig. Ich beschränke mich auf die "Klopper" (*).
            Dann ist es ja gut, dass du so feine Unterscheidungskriterien hast. Ein Beispiel davon täte mich interessieren. Ab wann ist's ein Klopper? * Mmmhhh? Wie schreibt sich das? Der online-Duden schweigt sich mal wieder aus.
            Annehmend, dass das mit den norddeutschen "kloppen, Kloppe, Klopstocke" = "klopfen, Klopfe, Klopfstock" zusammenhängt, stimmt deine Schreibung.
            Ich weiß nicht, ob man irgendwo das "p" so weich spricht, dass die Schreibung "Klobber" nötig wäre.

            Ein Beleg findet sich in Küppers Handbuch der deutschen Umgangssprache, !955, S. 188:

            Kloppe pl Prügel. Nordd. zu "klopfen". 18. Jh.

            Ebenso bei Mackensen, 1983.

            Der Universalduden von 2001 führt "Kloppe" als Singular.

            Ich hoffe, dir damit geholfen zu haben.

            F.



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