'Correct pronouncing' in Radio/TV

Von: , Frage gestellt am Sa, 18. Nov 2000

In diesem unseren Lande ist viel von "Deutscher Leitkultur" die Rede. Ich will hier nicht näher auf diesen Begriff und mögliche Inhalte eingehen - das wurde in anderen Brettern ausführlich diskutiert, oder besser: daran vorbeigeredet. Ich will nur eine Besonderheit des eher Nicht-Vorhandenseins deutscher (Leit-) Sprachkultur heraus greifen: Aussprache. Dass Wörter wie Kids, Teens, Events, Highlights, Features, Freecall, Facility Manager (Hausmeister) usw. in unsere Sprache Eingang gefunden haben, weiss jeder, stört die Meisten offensichtlich nicht (mehr). Was ich allerdings merkwürdig finde, ist ein in letzter Zeit besonderer Hang zur "sehr korrekten Aussprache" englischer Wörter/Sätze im Fernsehen und Radio.
Da wird nicht nur besonderer Wert auf ein "correct pronouncing" des berühmt-berüchtigten "th" gelegt, auch das "double-u" wird besonders korrekt ausgesprochen - also nicht etwa wie unser "w". Denkt nur an Wörter wie z.B. "Software". Die Beispiele ließen sich fortführen. Manchmal gerät das schon ins ausgesprochen (Dumm-) Komische.
Da hätte ich doch gern mal einige Meinungen dazu.
Stucki

19 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    Re: 'Correct pronouncing' in Radio/TV

    Holla

    Nicht nur englisch! Wer erinnert sich noch an die Wochenlange Diskussion um die korrekte Aussprache von Lech Walesa oder Peking
    Ist mir aber ehrlich gesagt egal :)

    Gruss, Lutz

  2. Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
    Re: 'Correct pronouncing' in Radio/TV

    Hallo, Stucki!

    Ich freue mich immer wieder, wenn Radio- und Fernsehprogramme aller Couleur unser Ländle zu "Rheinland-Falz" machen. Klingt wirklich klasse ;-)!

    Außerdem kann ich mich sehr daran ergötzen, wenn der ARD-Vorsitzende Peter Voß seinen eigenen Laden immer Ei-RD nennt, ausgesprochen Eierdee. Echt prima, müsst ihr mal drauf achten. Allerdings hört man den natürlich nur als Redner, aber immerhin hat er ja mal das Heute-Journal moderiert.

    Ansonsten kann ich die "tagesschau" nur sehr loben, die weitgehend Anglizismen vermeidet und wenn denn unbedingt Lech Walesa oder Jolo in die Schlagzeilen geraten, auch weitestgehend korrekt aussprechen.

    Was mir auch immer wieder ein schwieriges Thema zu sein scheint ist die Frage, ob man die britische Hauptstadt "London" oder "Londen" (mit leicht englischem Akzent) aussprechen sollte bzw. ob der portugiesische Präsident in "Lissabon" oder "Lisboa" residiert. Hier erkennt man oft eine gewisse Inkonsequenz, denn ich meine, dass man entweder alle Städte/Plätze/Berge in Landes-(Aus)sprache oder (wenn vorhanden) in deutscher "Version" wiedergeben sollte. Solch ein Mischmasch wie er manchmal entsteht, gefällt mir gar nicht.

    Gruß!
    Chris

    P.S.: Achtet beim nächsten Mal Fassenacht bitte auf die Nachrichtensprecher und -moderatoren, die sich bewusst Mühe geben, "Rio de Janeiro" korrekt auszusprechen. Köstlich!

  3. Antwort von nach 22 Stunden hilfreich
    Ergänzung und Antwort

    Hallo,
    ich will hier auf keinen Fall als "Deutschtümler" oder Oberlehrer auftreten - liegt mir wirklich fern. Wie Lutz könnte ich auch fast sagen: "Ist mir egal". Nur da gibt's häufig das "Dumm-Komische", wie ich schon sagte. Einige Beispiele:
    - "Software" wird nicht mit "w", sondern mit einem "correctly pronounced double-u" gesprochen, also etwa "ssoftuuär". Man hört richtig, wie sich die/der SprecherIn den Mund verbiegt. Ich halte nix davon, "Software" ganz deutsch auszusprechen, aber den englischen "double-u"-Laut gibt's nun mal nicht im Deutschen. Gleiches gilt für "Hauuaii" (Hawai) und viele andere Wörter.
    - Eine Radio-Sprecherin sagte: " ... Königin Elisab... (1/2 sek Pause) ... Queen Elisabeth ... " - correctly pronounced !
    - Ein anderes Mal: " ... IWF-Präsident ... (2 sek Pause) ... Camdessus ... ", deutsch gesprochen! Ich habe mich gefreut, dass nicht "Cämdähssiss" kam, der Mann ist bekanntlich Franzose.
    - Da gab's mal ein "Excerpt from a Teenage Opera", ein seinerzeit sehr populärer Schlager nach der Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck, geboren in Siegburg, gelebt und gelehrt meist in Berlin. Im Radio hieß er immer nur "Engelböörd Hampedink"
    - Die berühmte Pianistin Martha Argerich, die Frau ist meines Wissens Deutsche, wird meist aber "Martha Aargeritsch" ausgesprochen.
    - Im ZDF wird die Homepage-Adresse als "zätt-dee-äff ämm-äss-änn-bii-ssii de-ee", also halb deutsch, halb englisch gesprochen, nicht etwa korrekterweise "sätt-dii-äff ämm-äss-änn-bii-ssii dii-ii".
    Usw. usw.
    Bleiben wir auf dem Boden und sagen "San Franzisko" und nicht "Sän Fränssisco", "Nu York" und nicht "New York" (deutsch gesprochen), schreiben wir "Flair" und nicht "Flär" (mit letzterem "wird dem Wörtchen Flair jeder Flair genommen" sagte mal einer). Keinem Amerikaner würde einfallen "München" zu sagen, er sagt natürlich "Mjunik" (Munich).
    Gruss, Stucki

    • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
      'Süschaa' *lachanfall*

      Hi, ihr „Sprachpuristen“ *lol* Hallo,
      ich will hier auf keinen Fall als "Deutschtümler" oder
      Oberlehrer auftreten - liegt mir wirklich fern. Wie Lutz
      könnte ich auch fast sagen: "Ist mir egal". Nur da gibt's
      häufig das "Dumm-Komische", wie ich schon sagte. Einige
      Beispiele:
      - "Software" wird nicht mit "w", sondern mit einem "correctly
      pronounced double-u" gesprochen, also etwa "ssoftuuär". Man
      hört richtig, wie sich die/der SprecherIn den Mund verbiegt.
      Nur wenn sie kein ordentliches Englisch gelernt haben! Ich halte nix davon, "Software" ganz deutsch auszusprechen,
      aber den englischen "double-u"-Laut gibt's nun mal nicht im
      Deutschen. Gleiches gilt für "Hauuaii" (Hawai) und viele
      andere Wörter.
      - Eine Radio-Sprecherin sagte: " ... Königin Elisab... (1/2
      sek Pause) ... Queen Elisabeth ... " - correctly pronounced !
      - Ein anderes Mal: " ... IWF-Präsident ... (2 sek Pause) ...
      Camdessus ... ", deutsch gesprochen! Ich habe mich gefreut,
      dass nicht "Cämdähssiss" kam, der Mann ist bekanntlich
      Franzose.
      Eigennamen sollten immer so gesprochen werden wie dort, wo sie herstammen. Sie werden z.B. auf Wegweisern ja auch so geschrieben. - Da gab's mal ein "Excerpt from a Teenage Opera", ein
      seinerzeit sehr populärer Schlager nach der Oper "Hänsel und
      Gretel" von Engelbert Humperdinck, geboren in Siegburg, gelebt
      und gelehrt meist in Berlin. Im Radio hieß er immer nur
      "Engelböörd Hampedink"
      Ja, schrecklich. Aber das beweist nur die Unkenntnis der Radiosprecher. - Die berühmte Pianistin Martha Argerich, die Frau ist meines
      Wissens Deutsche, wird meist aber "Martha Aargeritsch"
      ausgesprochen.
      Tut mir leid (nein, eigentlich nicht), aber sie ist Argentinierin. Richtig ausgesprochen „Archeritsch“ Bleiben wir auf dem Boden und sagen "San Franzisko" und nicht
      "Sän Fränssisco", "Nu York" und nicht "New York" (deutsch
      gesprochen), schreiben wir "Flair" und nicht "Flär" (mit
      letzterem "wird dem Wörtchen Flair jeder Flair genommen" sagte
      mal einer).
      Also hier bist Du nicht konsequent ... Keinem Amerikaner würde einfallen "München" zu
      sagen, er sagt natürlich "Mjunik" (Munich).
      Wer Austria mit Australia verwechselt, darf auch Mjunik sagen. Das spricht aber nicht für Deine Theorie, sondern gegen die Amerikaner.

      Kannst Du mir erklären, warum die Deutschen „Kohlgatte“ zur Zahnpasta sagen und „Tuperwahre“ zum Plastikglump, und „Michelin“ wie einen kleinen Michel aussprechen (mich schmerzen die Ohren, wenn ich das nur schreibe!), aber „Süschaa“ zur Schokolade, die aus Vorarlberg (Österreich!) kommt ???

      Greetinx
      mic

      • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
        'Sprachpuristen', 'Spaßvögel'

        Hi, ihr „Sprachpuristen" *lol*
        Nein, nicht "Sprachpuristen", "Spaßvögel" wäre besser. Mich ärgert's nicht, mich belustigt die Sache. Mir rutschen oft genug Anglizismen raus, da ich lange in USA gearbeitet habe ... Eigennamen sollten immer so gesprochen werden
        wie dort, wo sie herstammen. Sie werden z.B.
        auf Wegweisern ja auch so geschrieben.
        Bedingt, ich nannte das Beispiel "San Francisco", kein Mensch würde hier "Sän Fränssisco" sagen, ich auch nicht. Die Amerikaner sagen "Lowenbrau", weil es ein richtiges "ö" und "äu" da nicht gibt.
        Wegweiser? War mal in Antwerpen/Belgien, wollte auf der Autobahn nach Aachen. Hat 'ne Weile gedauert, bis ich begriffen hatte, dass ich nach Aken fahren muss, liegt aber wohl an meiner Begriffsstutzigkeit ... ;-)) Tut mir leid (nein, eigentlich nicht),
        aber sie ist Argentinierin. Richtig
        ausgesprochen „Archeritsch"
        Danke, hätte vorher mal im Brett Klassik nachfragen sollen.

        Also, nicht so ernst nehmen, was ich sagte, nur mal hinhören, vielleicht findet Ihr's dann auch einfach komisch-lustig.
        Gruss, stucki

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re: Noch ne Ergänzung

      - Die berühmte Pianistin Martha Argerich, die Frau ist meines
      Wissens Deutsche, wird meist aber "Martha Aargeritsch"
      ausgesprochen.
      Da irrst Du Dich, die gute Frau ist Argentinierin (zugegeben mit deutschen Vorfahren), dort ist der Name gar nicht so ungebräuchlich, es gibt sogar ein Krankenhaus (Hospital Argerich). Der Name wird in Buenos Aires "Archeritsch" gesprochen, mit der Betonung auf der letzten Silbe.
      Ich habe aber auch meine Mühe mit meinem Namen: in Argentinien häufig Arbéi gesprochen, hier schon mal Hafay, Harfey, Harway genannt - was solls.

      Gruß

      J.

      • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
        Re^2: Martha Argerich

        Tut mir leid José, dass ich Martha Argerich "eingedeutscht" habe. Jedenfalls aber keine englische Aussprache wie bei "Engelbörd Hampedink".
        Gruss, Stucki

  4. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: 'Correct pronouncing' in Radio/TV

    Da hätte ich doch gern mal einige Meinungen dazu.
    Stucki
    Das ist doch alles MEHR laecherlich eher alles peinlich: Wer Wortanreihungen (Wortschoepfungen) nutzt, wovon er kaum weiß, was sie eigentlich beinhalten, geschweige denn diese alten Taetigkeiten zuzuordnen weiß.
    Schaut euch mal die "Wortanreihungen" in Stellenanzeigen an, da hilft nicht mal ein Woerterbuch zum Entraetseln der Titelzeile...

    Aber vielleicht "hebt" das einen Menschen empor, wenn er mal NICHT als Hausmesta betitelt wird.... wohl eher ist es dem selben zuwider.

    Der wahre Spezialist weiß sich kaum darin zu erkennen!

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Häää???

      Und welcher Sorte muß ich Dich zurechnen? [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]



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