„beurteilbar“ ???
Von: , Frage gestellt am Mi, 9. Jul 2008
Liebe Leute,
ich habe eine Frage:
Gibt es das Wort „beurteilbar“ und wenn nicht, gibt’s ein passendes Adjektiv für ein Objekt, das beurteil werden kann?
Vielen Dank im Voraus!
Liebe Leute,
ich habe eine Frage:
Gibt es das Wort „beurteilbar“ und wenn nicht, gibt’s ein passendes Adjektiv für ein Objekt, das beurteil werden kann?
Vielen Dank im Voraus!
Gibt es das Wort „beurteilbar“ und wenn nicht, gibt’s ein
passendes Adjektiv für ein Objekt, das beurteil werden kann?
Moin Vitamalz,
wenn es das Wort noch nicht gibt, so ist es doch eine grammatisch richtige Bildung: -bar ist ein Adjektiv-Suffix, seine Bedeutung ist i.a. passivisch-modal: Unerreichbar = nicht zu erreichen etc.
beurteilbar = einem Urteil unterworfen
Für den Umstand, dass eine Sache beurteilt werden kann, fällt mir jetzt kein Eratz sein.
Justitiabel ist wohl auf den Bereich der Rechtsprechung beschränkt, meint aber genau das, was Du suchst.
Gruß - Rolf
Hallo, Vitamalz
Das Adjektiv 'beurteilbar' wird offenbar seit einigen Jahren verwendet. Man nennt eine Leistung, die beurteilt werden kann, 'beurteilbar'.
Bereits die Verben, welche mit 'be' als Vorsilbe und einer weiteren Vorsilbe gebildet werden, sind sehr holprige Konstruktionen:
beurteilen
beobachten
beinhalten
In unserem Fall wird aus einem solchen Verb ein Adjektiv mit der Endsilbe 'bar' gebildet, was die Sache noch schlimmer macht:
beurteilbar
beobachtbar
unabtrennbar
unentwegbar
unübertreffbar
unvergeltbar
unvertauschbar
unverwechselbar
...
Anstelle von "Diese Leistung ist nicht beurteilbar" würde ich schreiben:
"Diese Leistung kann man nicht beurteilen."
"Diese Leistung kann man nicht benoten."
"Diese Leistung kann man nicht klassifizieren."
"Diese Leistung kann man nicht bewerten."
"Diese Leistung kann man nicht taxieren."
Gruss
Adam
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi!
Eventuell "qualifizieren"?
Grüße
Dusan
Hallo!
Gibt es das Wort „beurteilbar“
Laut Google zumindest im medizinischen Bereich gebräuchlich.
und wenn nicht, gibt’s ein
passendes Adjektiv für ein Objekt, das beurteil werden kann?
"bewertbar" vielleicht?
Gruß M.
Moin, Vitamalz,
Gibt es das Wort „beurteilbar“
hoffentlich nicht.
und wenn nicht, gibt’s ein
passendes Adjektiv für ein Objekt, das beurteil werden kann?
Hoffentlich nicht. Ob ein Objekt beurteilt werden kann, ist doch keine Eigenschaft des Objektes, sondern hängt von den Fähigkeiten des Betrachters ab.
Gruß Ralf
Moin, Vitamalz,
Gibt es das Wort „beurteilbar“
hoffentlich nicht.
'Türlich.
und wenn nicht, gibt’s ein
passendes Adjektiv für ein Objekt, das beurteil werden kann?
Hoffentlich nicht. Ob ein Objekt beurteilt werden kann, ist
doch keine Eigenschaft des Objektes, sondern hängt von den
Fähigkeiten des Betrachters ab.
Gruß Ralf
Das hat doch damit nichts zu tun. Du kannst doch zum Beispiel über eine erbrachte Leistung sagen: "Die Leistung des Studenten ist noch nicht beurteilbar, dazu muss erst die Klausur ausgewertet werden."
Objekte wie Bücher oder Personen haben vielleicht nicht inhärent die Eigenschaft der Beurteilbarkeit, aber abstrakte Sachverhalte können diese schon haben.
Daher sehe ich keinen Grund, warum es das Wort nicht geben dürfen sollte.
- André
Moin, Vitamalz,
ein
passendes Adjektiv für ein Objekt, das beurteil werden kann?
beurteilungsreif könnte passen.
beurteilbar geht nicht, weil damit (wie bei so vielen Neubildungen mit -bar) handstreichartig die handelnden Personen aus dem Stück entfernt werden. André zB schlägt vor: "Die Leistung des Studenten ist noch nicht beurteilbar, dazu muss erst die Klausur ausgewertet werden." und lässt dabei gleich zwei Akteure verschwinden: Ich kann die Leistung des Studenten nicht beurteilen, weil mein Knecht die Klausur noch nicht ausgewertet hat.
Diese Schreibe benutzen Politiker und Bürokraten, die schwätzen wollen, dabei aber Verantwortlichkeiten verstecken müssen. Denen rufe ich zu: "Komm raus, du feige Sau, ich hab dich gesehen!" Der Rest der Welt muss nichts verschleiern, der braucht derartige Missbildungen so nötig wie einen Kropf.
Falsche Attributierungen sind mir vor allem deshalb zuwider, weil ihnen ein Alleinvertretungsanspruch anhaftet: Sauerkraut / Biosprit / Powerfrauen sind unverzichtbar (unausgesprochen: Basta!). Wagt da noch jemand zu zweifeln?!? Ja, von wegen - ich gönne all diese Dinge jedem, der sie nötig hat, kann aber sehr gut darauf verzichten.
Gruß Ralf
beurteilbar geht nicht, weil damit (wie bei
so vielen Neubildungen mit -bar) handstreichartig die
handelnden Personen aus dem Stück entfernt werden.
Hallo,
Ralf!
Könnte es sein, dass du da von einer falschen Etymologie ausgehst:
bar=ohne?
Diese Silbe hat aber mit "tragen" zu tun, wie "Bahre" (und auch "gebären"). Sprachgeschichtlich hat sie die gleiche Bedeutung wie das lateinische Suffix "-fer" von "ferre/tragen" (signifer der Bannerträger, mortifer tödlich, ignifer [vom Äther gesagt] Feuer tragend, und vieleviele andere).
"beurteilbar" bezeichnet entsprechend die Eigenschaft von jemand/etwas, beurteilt werden zu können (also: "Beurteilung mit sich zu tragen").
So würde ich das sehen. Wo wäre da Platz für handelnde Personen oder deren Eliminierung?
Gruß!
Hannes
Moin, Hannes,
Könnte es sein, dass du da von einer falschen Etymologie
ausgehst:
nee nee.
Diese Silbe hat aber mit "tragen" zu tun, wie "Bahre" (und
auch "gebären").
So ist es. Und so sollte es auch bei beurteilbar sein.
"beurteilbar" bezeichnet entsprechend die Eigenschaft von
jemand/etwas, beurteilt werden zu können
Wenn das die Eigenschaft eines Objektes ist, dann müsste ich doch am Objekt erkennen können, ob es diese Eigenschaft trägt. Kannst Du's?
(also: "Beurteilung mit sich zu tragen").
Da wird's langsam dünn: Wer oder was kann denn keine "Beurteilung mit sich tragen"? Bzw. was auf der Welt kann nicht von irgend jemandem beurteilt werden?
Die Möglichkeit, ein Verb durch den Suffix -bar in ein Eigenschaftswort umzubauen, verlangt von dem, der es tut, auch das Abwägen, ob er soll, was er darf. Wenn damit Pseudo-Eigenschaften ins Leben gerufen werden, sollte er eher nicht. Aber dürfen kann er natürlich :-)))
Wo wäre da Platz für handelnde
Personen oder deren Eliminierung?
Bei der Textstelle "ist nicht beurteilbar, weil..." im vorherigen Beitrag. Einer will eine Note vergeben, kann er aber nicht, weil sein Kenntnisstand dazu nicht ausreicht. Dazu leistet die zu beurteilende Leistung keinerlei Beitrag, weder im Guten noch im Schlechten.
Gruß Ralf