Antwort von
nach 3 Tagen
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Re^5: in den Melben: vielleicht...
Hi, ich habe jetzt doch noch mal kurz bzgl. des Flurnamens nachgesehen. Dabei ergab sich zwar nichts Konkretes, aber:
Alte Literatur weist auf ahd.: malta (Melde = Atriplex) hin, gerade was FN angeht, haben sich die alten Deutungen aber oft als unsicher erwiesen.
Der Ortsname Mülben / Neckar wird auf ahd.: molwen (weich werden, modern) zurückgeführt;
Mehl-, z.B. in Mehlfeld soll sich mitunter über Melep (-awa) auf kelt.:*melinos (="gelb vom Wasser her") zurückführen lassen, was in Gewässernamen noch häufiger nachzuweisen ist (Gewässernamen sind allgemein als besonders alt anzusehen) - so zumindestens nach Heinrich Dittmaier, Rhein. Flurnamen, 1956-.
Die übrigen Autoren bringen Mehl- allerdings entweder mit "Mehl" selbst oder aber mit ahd.: Melch (=Moder) in Verbindung.
Was von diesen Interpretationen zu halten ist, kann ich nicht beurteilen, da wären mal die Sprachwissenschaftler gefragt.
Was den Milbenweg angeht: daß die Leute ihre Straßen nach Ungeziefer benennen, ist wohl eher die Ausnahme, und wenn, dann stehen wohl eher die Flöhe und Läuse als die Milben an erster Stelle. Daher haben beide Namen wohl doch was miteinander zu tun.
Manchmal hilft auch die Topographie des Geländes weiter: handelt es sich um eine (ehemalige?) feuchte Niederung, durfte die Verbindung zu Moder und weich werden eher zutreffen als die Melden, denn die stehen ruderal/segetal, d.h. nährstoffreiche, eher trockene Standorte, beispielsweise Weg- und Ackerränder.
Soviel dazu, viele Grüße,
Stephan