Aufrüsten mit AMD 64 'Winchester'? (viel Text)

Hallo Wissende.

Wer nicht alles lesen will, am Schluss gibts die komprimierte Fassung.


Nachdem einer meiner Rechner nun seit 2 Monaten mit einem AMD XP 2600+ läuft und ich sowohl von der Leistung (Geschwindigkeit/Wärmeentwicklung) als auch von der Geräuschkulisse (PC ist komplett Eigenbau) positives berichten kann, möchte ich meinen anderen PC auch aufrüsten. Momentan werkelt darin noch ein P3-S mit 1,266 GHz, der bei den „wichtigen“ Anwendungen (Spiele/Videobearbeitung) nur etwa 50% der Leistung des XP2600+ bringt (aufs Gesamtsystem gerechnet).

Nun hab ich vor ein paar Wochen vom neuen Athlon64 „Winchester“ gelesen. Er soll bei gleichem Takt deutlich weniger Strom brauchen als sein Vorgänger (20% wenn ich mich nicht irre) und dadurch einfacher zu kühlen sein. Ich würde mir gerne so einen zulegen, habe mich aber noch nicht richtig über den Athlon64 und seine „Arbeitsumgebung“ informiert und wollte fragen, ob mir jemand (wieder) ein wenig bei der Kaufentscheidung helfen kann.

Ich brauche als CPU+Lüfter, MB und Speicher. Bitte aber nur „guten Durchschnitt“ bei den Komponenten, ich brauche keinen Applikationskiller mit unnötigen Features (FireWire, 4 GB RAM, RAID etc.). Sound und LAN OnBoard wären gut, aber nicht erforderlich.

Als CPU hätte ich den 3200+ (2 GHz) im Auge, die anderen Modelle sind mir momentan zu teuer. Beim Board hab ich kein Plan, RAM hätte ich an 2x512MB gedacht und eine neue HDD wäre auch nicht schlecht (habe noch eine etwas ältere 40 GB mit 5400rpm). 80-120 GB (nein, ich brauche wirklich nicht mehr!) reichen mir vollkommen, evtl. auch SATA, je nach dem, ob das Board das unterstützt.

---------------> ab hier Kompakt :wink:
Zusammenfassend also meine „Fragen“.

  • Wer hat schon einen AMD 64 Winchester und kann darüber berichten (gutes wie schlechtes)?
  • Wer kann mir ein gutes und einigermaßen preiswertes Board für diesen Prozessor empfehlen?
  • Welche Vorteile bringt SATA und kosten Platten dafür deutlich mehr?
  • Worauf muss ich sonst achten (Kühlung, Netzteil, Bauform, Sockel, etc. )?

Danke schonmal für eure Hilfe!
Bernd

Hmmm, eigentlich sollte es ziemlich egal sein, welches Board du verwendest. Alle aktuellen Boards der großen Markenhersteller sollten den Winchester unterstützen (von Abit, Asus, Epox und MSI weiß ich ganz sicher, dass sie’s tun), da das Dieshrink des Athlon 64 auf 90 nm Strukturbreite ja von langer Hand geplant war und die Mainboardhersteller sich langfristig darauf einstellen konnten.
Das größte Problem, was dir passieren kann ist, dass du ein Baord mit einer älteren BIOS-Version erwischst (lange beim Händler rumgelegen), die den Winchester - Kern noch nicht unterstützt. Ein BIOS-Update hilft dann zwar, aber es kann sein, dass der Rechner ohne BIOS-Update nicht mit dem Winchester starten mag, so dass du erst einen älteren Athlon 64 in 0.13 µm (Clawhammer, Newcastle) einbauen musst, um den PC zu starten und das BIOS upzudaten und das System erst danach mit dem Winchester betreiben kannst.

Boards, welche den Winchester definitiv unterstützen (denn ich kenne Leute, die ihn drauf laufen haben), sind z.B.: MSI K8T Neo2, MSI K8N Neo2 Platinum, ABIT AV8 (ab Bios-Rev. 1.5)/ ABIT AV8-3rd Eye, ASUS A8V Deluxe Rev.2

Aber wie gesagt, nahezu alle Markenboards sollten mit einem BIOS-Update den Winchester unterstützen. Am besten, du informierst dich beim Händler über die Kompatibilität. Dann muss er auch dafür gerade stehen, falls die CPU nicht läuft.

Im übrigen dürfte der Winchester gegenüber den älteren Athlon 64 - Modellen nicht unbedingt den Vorteil der geringeren Strombedarfes haben (dieser ist ja schon beim „alten“ Athlon 64 in 130 nm dank Cool&Quiet sehr gering) und die höheren Leckströme fressen die Stromersparnis durch die Strukturverkleinerung teilweise sogar wieder auf (trotzdem hat AMD den 90 nm - Prozess dank SOI wesentlich besser im Griff, als Intel mit dem neuen Pentium 4 Prescott, der einen extrem hohen Strombedarf wegen der immensen Leckströme hat).
Die Vorteile des Winchester - Kerns gegenüber dem Athlon 64 Newcastle liegen eher in der ca. 7% höheren Leistung bei gleichem Takt (das ist schon ziemlich krass) und der sehr guten Übertaktbarkeit. Fast jeder Athlon 64 3000+ mit Winchester-Kern lässt sich angeblich auf 2,6 GHz übertakten (> Athlon 64 4000+).

Bei den restlichen Komponentem kommt es sehr darauf an, was du mit dem System vorhast.
Als erstes musst du dich für eine Plattform entscheiden - entweder Sockel 754 (Athlon 64 bis 3700+, unteres Preissegment, ohne Dualchannel) oder Sockel 939 (Athlon 64 und Athlon FX, oberes Preissegment, mit Dualchannel) - denn es gibt, wie bei den älteren Modellen, auch den Athlon 64 mit Winchester - Kern in diesen beiden Varianten. Danach richtet sich logischerweise auch die Mainboard-Auswahl, denn jeder Prozessor passt nur auf ein pinkompatibles Board.

Die meisten Boards sind übrigens sowieso schon sehr umfangreich ausgestattet, Features wie LAN, FireWire, 6 Kanal - Sound, USB 2.0, S-ATA, RAID u.v.m. sind eigentlich bei allen Athlon 64 - Boards Standard. Besser ausgestattete Boards verfügen über 1GB-LAN, bis zu 8 S-ATA - Anschlüssen und (Boards mit nForce3 250) sogar über eine Hardwarefirewall und teilweise W-LAN (z.B. MSI K8N Neo Platinum 54G).

Als Festplatten empfehle ich für den Dauerbetrieb in Büro-PC’s die Samsung V80 - Serie (sehr leise, sehr kühl, stromsparend, hohe Lebensdauer), für anspruchsvollere Arbeiten und Spiele die Hitachi 7K250 - Serie (leise, kühl, insgesamt beste Performance in allen Bereichen) und/oder (speziell für Videobearbeitung) die Samsung P80 - Serie (relativ leise, kühl, sehr gute Lese-/Schreib-Performance, hoher Datendurchsatz).
Wenn du dir die moderneren S-ATA - Festplatten anschaffen willst (gibt es von allen Modellreihen), solltest du darauf achten, ein Board zu kaufen, welches über einen im Mainboardchipsatz integrierten S-ATA - Controller verfügt und nicht über eine externe Lösung. S-ATA bringt nur einen leistungsvorteil, wenn es mit hoher Datenbandbreite direkt ans Chipset angebunden ist und nicht extern über den PCI-Bus. Dasselbe gilt für GB-LAN.

Die Grafikkarte musst du erstens nach dem Anschlusstyp des von dir gekauften Mainboards auswählen (also AGP oder PCIe) und zweitens natürlich nach der benötigten Ausstattung und Performance. Dem Prozessor ist es herzlich wurscht, welche Karte du kaufst. Du solltest wegen der Karte deshalb mit deinen konkreten Vorstellung diesbezüglich (Multi-Monitor-Support, benötigte 3D-Leistung, Bildqualität, Anschlüsse etc. pp.) noch mal separat nachfragen.

Als billigen und stabilen Speicher für den Athlon 64 empfehle ich Original Infineon PC3200 (DDR400) CL2.5. Das ist zwar nicht der schnellste RAM, aber zu den meisten Boards gut kompatibel. Auch zu empfehlen sind der sehr günstige PC3200 - DDR-RAM von MDT oder der recht hochwertige Kingston Value RAM KVR400X64C25 aus der Budget-Linie von Kingston (meine Lieblingsmarke im Low Budget - Bereich).
Allerdings solltest du IMMER vor dem Speicherkauf auf der Homepage des Boardherstellers nachschauen, welche Speichertypen dieser für das entsprechende Board validiert hat. Nicht alle Athlon 64 - Boards mögen jeden Speicher besonders gern.

Zur Prozessorkühlung: Wenn du nicht übertakten willst, kauf den Prozessor „boxed“, also als Paket mit einem von AMD beigelegten Kühler. Die Boxed-Kühler für den Athlon 64 sind nicht schlechter, als günstige Produkte anderer Hersteller und mit aktiviertem Cool&Quiet auch sehr leise.

Wenn du weitere/ konkretere Fragen zum Winchester hast, stell sie am besten in diesem Forum oder stöbere dort einfach mal ein bischen zu dem Thema herum (Suchfunktion):
http://www.planet3dnow.de/vbulletin/index.php3
Da wirst du am ehesten fündig, wenn du in deutscher Sprache etwas über AMD-Produkte herausfinden willst.

Hier ist noch ein englischsprachiger Artikel zum neuen Athlon 64 im Winchester-Design:
http://www.anandtech.com/cpuchipsets/showdoc.aspx?i=…

CU, Jesse

Hallo Jesse.

Danke für deine ausführliche Antwort. Auch wenn sie stark allgemein gehalten ist, hat sie mir ein wenig geholfen. Ich wusste z.B. nicht, dass es den Athlon 64 für verschiedene Sockel gibt.

Hmmm, eigentlich sollte es ziemlich egal sein, welches Board
du verwendest. Alle aktuellen Boards der großen
Markenhersteller sollten den Winchester unterstützen

Ich hab mich ein wenig umgesehen. Wirklich billige Boards für den 64er gibts nicht, bzw. die Auswahl insgesamt ist nicht so riesig.
Dazu fällt mir aber grade der Chipsatz ein. Welche gibt es denn für den Athlon 64 überhaupt und welcher ist der „bessere“?

Im übrigen dürfte der Winchester gegenüber den älteren Athlon
64 - Modellen nicht unbedingt den Vorteil der geringeren
Strombedarfes haben

Doch hat er auf jeden Fall. Das Gesamtsystem hat einen niedrigeren Maximalverbrauch, d.h. ich kann ein „schwächeres“ Netzteil verwenden, das nicht so viel Strom zieht, was dem Stromverbrauch insgesamt entgegenwirkt.

Die Vorteile des Winchester - Kerns gegenüber dem Athlon 64
Newcastle liegen eher in der ca. 7% höheren Leistung bei
gleichem Takt (das ist schon ziemlich krass) und der sehr
guten Übertaktbarkeit.

Übertakten möchte ich ihn nicht, aber trotzdem gut zu wissen. :wink:

Bei den restlichen Komponentem kommt es sehr darauf an, was du
mit dem System vorhast.

Hauptsächlich Videobearbeitung und Spiele, wobei ich selten gleich die neuesten Titel kaufe, ich hinke da immer ein Jahr hinterher (kaufe nur „günstige“ Titel

Hallo Bernd,

ich bin bei der gleichen Überlegung wie du :wink:

Ich hab mich ein wenig umgesehen. Wirklich billige Boards für
den 64er gibts nicht, bzw. die Auswahl insgesamt ist nicht so
riesig.

Für mich gab es zwei in etwa gleichschnelle Alternativen
jeweils mit nForce3-Chipsatz:

Sockel 754:
MSI K8N Neo-FSR ~ 80 Euro
AMD Semprom 3100+, boxed ~ 120 Euro
1024MB Corsair Cl2.5 PC400 ValueSelect Kit400 ~ 180 Euro

Sockel 939:
MSI K8N Neo2 Platinum ~ 130 Euro
AMD Athlon 64 3000+ ‚Winchester‘, boxed ~ 150 Euro
1024MB Corsair Cl2.5 PC400 ValueSelect Kit400 ~ 180 Euro

Wenn ich hätte Geld sparen wollen, so hätte ich mir die Kombi
mit Sockel 754 und 512 MB RAM für zusammen ca 280 Euro gekauft
oder die Aufrüstung noch mal vorschoben.

Jetzt hab ich mir bei K&M den RAM gekauft und warte noch auf
Mainboard und CPU - aber andere haben wohl die gleichen Lie-
ferengpässe :frowning:

Dazu fällt mir aber grade der Chipsatz ein. Welche gibt es
denn für den Athlon 64 überhaupt und welcher ist der
„bessere“?

Wenn du hier gezielt die Postings von Jesse absuchst, wirst du
alles dazu finden.

Im übrigen dürfte der Winchester gegenüber den älteren Athlon
64 - Modellen nicht unbedingt den Vorteil der geringeren
Strombedarfes haben

Doch hat er auf jeden Fall. Das Gesamtsystem hat einen
niedrigeren Maximalverbrauch, …

Der Unterschied zwischen den ‚älteren‘ Athlon 64 und dem neuen
Athlon 64 ist so gering, das er (z.B. gegenüber der Grafikkarte)
nur messtechnisch interessant ist.

Die Vorteile des Winchester - Kerns gegenüber dem Athlon 64
Newcastle liegen eher in der ca. 7% höheren Leistung bei
gleichem Takt (das ist schon ziemlich krass) und der sehr
guten Übertaktbarkeit.

Übertakten möchte ich ihn nicht, aber trotzdem gut zu wissen.

*zustimm* Wie genau übertaktet man ihn den? Über den FSB im Bios
oder über Dip-Schalter wie bei meinem alten System (Athlon 1.333)?
Welche Einstellungen sind bei diesem Board und diesem RAM machbar?

Als erstes musst du dich für eine Plattform entscheiden -
entweder Sockel 754 (Athlon 64 bis 3700+, unteres
Preissegment, ohne Dualchannel) oder Sockel 939 (Athlon 64 und
Athlon FX, oberes Preissegment, mit Dualchannel)

… ich denke ein Sockel 939 wird es schon werden.

Ich habe mich auch für ihn entschieden. Ich muss nicht soo genau
auf den Preis achten und der Dualchannel, die Firewall und die
Aufrüstbarkeit haben mich überzeugt.

Auf Aufrüstbarkeit muss man ja auch nicht mehr so achten, denn
jede Prozessorgeneration bringt wieder ein neues Board mit sich
und damit neue Features etc.

Gerade dies ist aber ein wichtiges Argument für den Sockel 939.

Viele Grüße

Jake

Ich hab mich ein wenig umgesehen. Wirklich billige Boards für
den 64er gibts nicht, bzw. die Auswahl insgesamt ist nicht so
riesig.

Hmmm, stimmt schon, von dem Elitegroup-Board mit SiS-Chipset (was auch ned schlecht ist) abgesehen sind Athlon 64 - Boards insgesamt ziemlich teuer (so ab 80 - 120 EUR, je nach Ausstattung). Pentium 4 - Boards sind deutlich billiger, aber incl. CPU kommt’s wieder auf’s Gleiche raus.

Dazu fällt mir aber grade der Chipsatz ein. Welche gibt es
denn für den Athlon 64 überhaupt und welcher ist der
„bessere“?

Der beste Chipsatz ist meiner Ansicht nach der nVidia nForce3 250. Er verfügt zumindest über den größten Funktionsumfang. Der VIA K8T800 Pro ist aber quasi ebenbürtig, ihm fehlt nur das Feature der Hardwarefirewall. Wenn du nicht extrem übertakten willst, ist der „normale“ VIA K8T800 eine ebensogute Wahl. Alle 3 Chipsätze sind hinsichtlich Performance und Stabilität sehr gut. Der SiS 755 ist auch gut, leider kommt er nicht auf hochwertigen Boards zum Einsatz.
Nur vom alten nForce3 150 würde ich prinzipiell abraten, da er noch ein paar Kinderkrankheiten hatte.

Im übrigen dürfte der Winchester gegenüber den älteren Athlon
64 - Modellen nicht unbedingt den Vorteil der geringeren
Strombedarfes haben

Doch hat er auf jeden Fall. Das Gesamtsystem hat einen
niedrigeren Maximalverbrauch, d.h. ich kann ein „schwächeres“
Netzteil verwenden, das nicht so viel Strom zieht, was dem
Stromverbrauch insgesamt entgegenwirkt.

Nee, kannst du ziemlich vergessen. Der Winchester zieht nur bei maximaler Auslastung etwa 10% weniger Strom, als der Newcastle. Bei mäßiger Auslastung (was fast immer der Fall sein dürfte) ist der Stromverbrauch beider Cores nahezu identisch.
Davon abgesehen macht der Strombedarf des Prozessors eh. nur ~ 30% des gesamten PCs aus. Du senkst den Stromverbrauch also insgesamt vielleicht um 3%. Das reicht nicht, um gleich ein kleineres Netzteil zu nehmen (die Frage nach dem Stromverbrauch, der realen Leistung und dem Wirkungsgrad der Netzteile ist ohnehin nochmal eine komplizierte Problematik für sich…).

Ich will übrigens die im vorherigen Beitrag angesprochenen 7% Leistungssteigerung des neuen Winchester gegenüber dem Newcastle mal etwas unter Vorbehalt stellen. Habe gestern nochmal einen anderen Vergleichstest gelesen, da lag der Leistungsvorsprung des Winchester nur bei 1 oder 2%. Vermutlich haben in den Test bei Anandtech noch andere Einflüsse reingespielt (neue BIOS-Version für Winchester?) und den Test verfälscht. Bleibt also als Vorteil für den Kunden im Wesentlichen erstmal die bessere Übertaktbarkeit (und als Vorteil für AMD der niedrigere Herstellungspreis *g*).

Hm, das wird nicht einfach, aber ich denke ein Sockel 939 wird
es schon werden. Ich halte wenig von den Billiglösungen, da
wird meist am falschen Ende gespart. Auf Aufrüstbarkeit muss
man ja auch nicht mehr so achten, denn jede
Prozessorgeneration bringt wieder ein neues Board mit sich und
damit neue Features etc.

So stark unterscheiden sich Sockel 754 und Sockel 939 hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit nicht. Da ist viel Werberetorik und heiße Luft dabei. Der einzige Unterschied ist, dass auf dem Sockel 939 zwei Speichermodule gleichzeitig im Dual Channel Mode, also mit 128 bit angesprochen werden können und auf dem Sockel 754 nicht. Das bringt aber nur in Programmen mehr Leistung, die stark „bandbreitenlastig“ sind (Spiele und Videobearbeitung gehören da definitiv dazu) und auch da beträgt der Unterschied bei einem gleichgetakteten Prozessor max. ~3 - 5%, die entsprechenden CPU’s für Sockel 939 sind aber gleich 30 - 50% teurer und die Boards kosten auch ~10 - 20% mehr. Da stehen also Mehrpreis und Mehrleistung nicht so recht in Relation.
Qualitative Unterschiede zwischen Sockel 754 und Sockel 939 - Boards gibt es nicht, der Sockel 754 ist qualitativ keine Billigplattform. Das größte Problem ist der bisher eingeschränkte CPU-Support (max. bis Athlon 64 3700+), aber das dürfte dich ja bei deiner angestrebten Leistungsklasse eh nicht stören.

Ich würde halt schauen, ob sich Sockel 939 finanziell ausgeht und wenn es dir nicht weh tut, würde ich’s kaufen. Ein phantastisches Board wäre z.B. das MSI K8N Neo2 Platinum mit nForce3 250 - Chipsatz (gibts als „54G - Version“ auch mit W-LAN). Das ABIT AV8 mit VIA-Chipsatz ist aber auch ein gutes Board mit etwas geringerer Ausstattung zum günstigeren Preis.
Aber performancetechnisch stark überlegen oder qualitativ besser ist der Sockel 939 eben nicht. Das MSI K8N Neo Platinum für Sockel 754 ist qualitativ zu o.g. MSI - Board ebenbürtig (fehlt nur der zweite GB-LAN-Anschluss) und die MSI K8T - Boards und das ABIT KV8 Pro mit VIA - Chipsätzen sind auch prima Alternativen zum günstigeren Preis, wenn dir die Ausstattung reicht. Übertakten willst ja eh ned.

Ich denke bei der Platte entscheidet vor allem der Preis.

Dann greif zur Samsung P80 - Serie. Die hat derzeit mit Abstand das beste PLV und die Platten haben in keinem Bereich eine wirkliche Schwäche.

Der beste Chipsatz ist meiner Ansicht nach der nVidia nForce3
250. Er verfügt zumindest über den größten Funktionsumfang.
Der VIA K8T800 Pro ist aber quasi ebenbürtig, ihm fehlt nur
das Feature der Hardwarefirewall. Wenn du nicht extrem
übertakten willst, ist der „normale“ VIA K8T800 eine
ebensogute Wahl. Alle 3 Chipsätze sind hinsichtlich
Performance und Stabilität sehr gut.

Dann entscheidet hier wohl auch der Preis … und auch die Ausstattung (ich halte nicht so viel von den All-in-One Boards).

Ich würde halt schauen, ob sich Sockel 939 finanziell ausgeht
und wenn es dir nicht weh tut, würde ich’s kaufen.

Ich hab grad mal nach den Preisen gesucht und mir ist aufgefallen, dass keiner der „großen“ Online-Shops den Winchester für den Sockel 754 anbietet. Bist du sicher, dass der nicht nur für den Sockel 939 produziert wird? Vom Preis her schenken die sich aber auch nichts. Ein vergleichbares Vorgängermodell kostet etwa 20 euro weniger, das sind ca. 10%.

Dann greif zur Samsung P80 - Serie. Die hat derzeit mit
Abstand das beste PLV und die Platten haben in keinem Bereich
eine wirkliche Schwäche.

Ich war wohl lang nicht mehr bei den Festplatten… 80 GB scheint inzwischen die kleinste verfügbare Größe zu sein und kostet weniger als ich für meine 40er bezahlt habe. Da werd ich dann wohl doch zu einer 120er greifen.

Bernd

Ich hab grad mal nach den Preisen gesucht und mir ist
aufgefallen, dass keiner der „großen“ Online-Shops den
Winchester für den Sockel 754 anbietet. Bist du sicher, dass
der nicht nur für den Sockel 939 produziert wird? Vom Preis
her schenken die sich aber auch nichts. Ein vergleichbares
Vorgängermodell kostet etwa 20 euro weniger, das sind ca. 10%.

Hast Recht, den scheint es bisher wirklich nur als S939-Modell zu geben. Habe gerade mal geschaut und auch nix gefunden. Angekündigt ist der Winchester auch für den Sockel 754, über kurz oder lang wird eh die gesamte Produktion auf 90 nm umgestellt. Aber vorerst wirst du wohl tatsächlich auf Sockel 939 setzen müssen, wenn du unbedingt eine CPU mit Winchester-Kern haben willst. *tja*

Dann greif zur Samsung P80 - Serie. Die hat derzeit mit
Abstand das beste PLV und die Platten haben in keinem Bereich
eine wirkliche Schwäche.

Ich war wohl lang nicht mehr bei den Festplatten… 80 GB
scheint inzwischen die kleinste verfügbare Größe zu sein und
kostet weniger als ich für meine 40er bezahlt habe. Da werd
ich dann wohl doch zu einer 120er greifen.

Die „Samsung Spinpoint P80“ ist die Bezeichnung für die gesamte aktuelle Festplattenserie mit Fluidlager und 7200 U/min von Samsung. Das hat nix mit der Plattengröße zu tun, die P80 gibt es von 80 - 160 GB, mit P-ATA und S-ATA-Anschluss und sowohl 2 MB als auch 8 MB Cache. Hast also die volle Auswahl. *g*

Hallo,

Ich denke bei der Platte entscheidet vor allem der Preis.

naja, bei mir entscheidet vor allem die Zuverlässigkeit.
Zum Preisunterschied zwischen U-ATA und S-ATA: das sind ein paar Prozent. bei einer 120 GB Samsung vielleicht so 5 Euro. Ich würde S-ATA nehmen. Allein schon um dieses elendige Kabelgewurschtel im Rechner los zu sein.

Gruss, Niels

Aber vorerst wirst du wohl tatsächlich auf Sockel
939 setzen müssen, wenn du unbedingt eine CPU mit
Winchester-Kern haben willst. *tja*

Da ich sowieso vorhatte auf den S939 zu setzen, ist das nicht wirklich tragisch. :wink:

Die „Samsung Spinpoint P80“ ist die Bezeichnung für die
gesamte aktuelle Festplattenserie

Ich bin zwar nur Anwendungsentwickler, aber soweit kenn ich mich dann doch aus. Die Aussage meinerseits bezog sich eher auf Festplatten allgemein, weniger auf die Bezeichnung des Samsungmodells (was ich übrigens auf die schnelle - Alternate - garnicht gefunden habe… oder ich habs übersehen).

Allerdings habe ich gestern mal ein wenig durchgerechnet. Für einen AthlonXP (3000+) incl. Board und 1GB RAM zahl ich nur etwa 350 Euro, ein Athlon 64 (3000+ incl. Board/RAM) würde etwa 500 Euro kosten. Ich bin mir noch nicht sicher, ob sich die Mehrausgaben wirklich lohnen.

Wieviel mehr Leistung bringt denn der 64er im gegensatz zum XP bei gleicher Taktfrequenz? Ich finde leider keine Vergleiche diesbezüglich…

Bernd

Ich bin zwar nur Anwendungsentwickler, aber soweit kenn ich
mich dann doch aus.

Sorry *g*

Die Aussage meinerseits bezog sich eher
auf Festplatten allgemein, weniger auf die Bezeichnung des
Samsungmodells (was ich übrigens auf die schnelle - Alternate

  • garnicht gefunden habe… oder ich habs übersehen).

Nee, die haben schon alle Spinpoint P80-Modelle von Samsung da, die 120er heißen SP1203N (P-ATA, 2 MB Cache), SP1213N (P-ATA, 8 MB Cache) und SP1213C (S-ATA, 8 MB Cache). Die 160er Platten der P80-Serie heißen SP1604N, SP1614N und SP1614C.

Wieviel mehr Leistung bringt denn der 64er im gegensatz zum XP
bei gleicher Taktfrequenz? Ich finde leider keine Vergleiche
diesbezüglich…

In einer 32bit - Umgebung bringt der Athlon 64 durchschnittlich etwa 15% mehr Leistung, als ein Athlon XP - Prozessor mit derselben Taktrate und Cachegröße. Mit 64bit - Software kann er im Extremfall (stark anwendungsspezifisch) nochmal um bis zu 70% an Leistung zulegen, aber das dürfte derzeit wohl noch kein Kaufkriterium sein.
IMHO wiegen die anderen Vorteile des Athlon 64 schwerer, z.B. die Energiesparfunktion Cool&Quiet, welche den Stromverbrauch und die Lüfterdrehzahl dynamisch an die benötigte Rechenleistung anpasst (ähnlich wie bei Notebooks) und so bis zu 75% Strom einspart, die Systemtemperatur reduziert und die Ohren entlastet oder der integrierte Virenschutz per NX-Bit. Auch die Platformen für den Athlon 64 sind moderner, die Boards sind wesentlich besser ausgestattet und die integrierten Komponenten haben eine bessere Peformance. GB-LAN und S-ATA-Controller sind meist nativ im Chipsatz integriert und können ihre volle Leistung ausspielen, wogegen diese Schnittstellen bei Sockel A - Boards (falls überhaupt vorhanden) über externe Chips gelöst werden müssen, welche mit sehr geringer Bandbreite an das System angebunden sind und ihr Potential nicht entfalten können. Andere Features, wie die im nForce3 250 integrierte Hardarefirewall oder W-LAN sind auf Sockel A - Boards gar nicht zu haben.

Nee, die haben schon alle Spinpoint P80-Modelle von Samsung
da, die 120er heißen SP1203N (P-ATA, 2 MB Cache), SP1213N
(P-ATA, 8 MB Cache) und SP1213C (S-ATA, 8 MB Cache). Die 160er
Platten der P80-Serie heißen SP1604N, SP1614N und SP1614C.

Stimmt, ich hab nach der Bezeichnung P80 gesucht… danke für die Aufklärung. :wink:

In einer 32bit - Umgebung bringt der Athlon 64
durchschnittlich etwa 15% mehr Leistung, als ein Athlon XP -
Prozessor mit derselben Taktrate und Cachegröße.

… kostet aber etwa das doppelte. Hm…

Mit 64bit -
Software kann er im Extremfall (stark anwendungsspezifisch)
nochmal um bis zu 70% an Leistung zulegen, aber das dürfte
derzeit wohl noch kein Kaufkriterium sein.

Sag sowas nicht, meinen jetzigen Rechner habe ich (weitestgehend unverändert) 2,5 Jahre genutzt, der von meiner Frau hat sogar über 4 Jahre „durchhalten müssen“ (P3-750). Wenn ich PC-Teile kaufe, dann sollen die auch mindestens 2 Jahre im Einsatz bleiben.

IMHO wiegen die anderen Vorteile des Athlon 64 schwerer, z.B.
die Energiesparfunktion Cool&Quiet, [… etc.pp. …]

Das ist doch eigentlich ein guter Kaufgrund, wogegen…

Andere Features, wie die im
nForce3 250 integrierte Hardarefirewall oder W-LAN sind auf
Sockel A - Boards gar nicht zu haben.

… das eher schnickschnack ist. Da ich hinter nem Router sitze, brauch ich keine separate FW und WLAN kommt mir nicht ins Haus. :smile:

Bernd

*zustimm* Wie genau übertaktet man ihn den? Über den FSB im
Bios
oder über Dip-Schalter wie bei meinem alten System (Athlon
1.333)?

Im BIOS über eine Erhöhung des Systemtaktes. Einen wirklichen FSB gibt es beim A64 eigentlich gar nicht mehr, da der Speichercontroller ja direkt im Prozessor sitzt und nicht mehr im Mainboardchipsatz. Trotzdem heißt die entsprechende BIOS-Option bei den meisten Boards noch „Adjust CPU FSB Frequency“ (bei Award/ Phoenix - BIOS). Jumper gibt es schon lange nicht mehr.
Der Multiplikator lässt sich beim Athlon 64 leider nicht erhöhen, das geht nur beim teuren Athlon FX.
Übrigens sind Boards mit nForce-Chipsatz oder VIA K8T800 Pro zum Übertakten besser geeignet, weil AGP/PCI-Takt nicht an den Systemtakt gekoppelt sind und Steckkarten so nicht automatisch und ungewollt mit der CPU übertaktet werden, wie das beim VIA K8T800 der Fall ist.

Welche Einstellungen sind bei diesem Board und diesem RAM
machbar?

Mit welchem Board und welchem RAM?

Ich habe mich auch für ihn entschieden. Ich muss nicht soo
genau auf den Preis achten und der Dualchannel, die Firewall und die
Aufrüstbarkeit haben mich überzeugt.

Die integrierte Firewall hast du nur bei Mainboards mit dem nVidia nForce3 250/ 250 GB - Chipsatz, also für den S939 - Winchester z.B. beim MSI K8N Neo2 Platinum. Das MSI K8N Neo2 Platinum 54G hat ausserdem W-LAN.

Hier ist ein Testbericht zu dem Board:
http://www.planet3dnow.de/artikel/hardware/msi_k8n_n…

Auf Aufrüstbarkeit muss man ja auch nicht mehr so achten, denn
jede Prozessorgeneration bringt wieder ein neues Board mit sich
und damit neue Features etc.

Gerade dies ist aber ein wichtiges Argument für den Sockel
939.

Wenn du wirklich stark auf Zukunftssicherheit und spätere Aufrüstoptionen setzen willst, solltest du evtl. auf das MSI K8N Neo4 Platinum warten, das verfügt schon über einen PCI Express 16x - Anschluss für die Grafikkarte (ein Standard, der sich sicher schnell durchsetzen wird, s. Geforce 6600er Reihe) und 2 weitere PCIe 1x - Anschlüsse für kommende Erweiterungskarten. Das Board ist bei einigen Händlern schon gelistet, wird also sicher noch vor Weihnachten kommen. Aber erstmal sauteuer (~165 EUR).

Hallo Jesse,

Erst mal Danke für die Auskünfte.

Ich habe heute morgen meine Teile abgeholt und kann es kaum
erwarten nach Hause zu kommen und den Schrauber zu schwingen :wink:

Im BIOS über eine Erhöhung des Systemtaktes.
Trotzdem heißt die entsprechende BIOS-Option bei den meisten
Boards noch „Adjust CPU FSB Frequency“ (bei Award/ Phoenix - BIOS).

Mal sehen wie ich damit zurechtkomme.

Welche Einstellungen sind bei diesem Board und diesem RAM
machbar?

Mit welchem Board und welchem RAM?

In meinem Kofferraum liegen:
MSI K8N Neo2 Platinum
AMD Athlon 64 3000+ ‚Winchester‘, boxed
2 x 512MB Corsair Cl2.5 PC400 ValueSelect Kit400

Leider weiss ich noch nicht welche Bios Revision ich habe :frowning:

Hier ist ein Testbericht zu dem Board:
http://www.planet3dnow.de/artikel/hardware/msi_k8n_n…

Den werd ich mir durchlesen wenn der Chef weg ist :wink:

Wenn du wirklich stark auf Zukunftssicherheit und spätere
Aufrüstoptionen setzen willst, solltest du evtl. auf das MSI
K8N Neo4 Platinum warten, das verfügt schon über einen PCI
Express 16x - Anschluss für die Grafikkarte (ein Standard, der
sich sicher schnell durchsetzen wird, s. Geforce 6600er Reihe)
und 2 weitere PCIe 1x - Anschlüsse für kommende
Erweiterungskarten.

Darüber hatte ich auch nachgedacht und war sehr unsicher.
Da ich davon ausgehe, dass es noch mindestens 2 Jahre auch
für den AGP noch aktuelle Grafikkarten gibt und ich gerade
bei Diesen nicht viel Wert auf Spitzenleistung lege, und
komme jetzt mit einer GeForce 5600 auch gut aus. Diese werde
ich so in einem Jahr austauschen …

Das Board ist bei einigen Händlern schon gelistet, wird also
sicher noch vor Weihnachten kommen. Aber erstmal sauteuer.

Bevor ich es mir kaufen würde, würde ich erst mal einen
Preissturz und die Behebung der Kinderkrankheiten abwarten.
Also nicht vor Ostern :wink:

Viele Grüße

Jake