Hmmm, eigentlich sollte es ziemlich egal sein, welches Board du verwendest. Alle aktuellen Boards der großen Markenhersteller sollten den Winchester unterstützen (von Abit, Asus, Epox und MSI weiß ich ganz sicher, dass sie’s tun), da das Dieshrink des Athlon 64 auf 90 nm Strukturbreite ja von langer Hand geplant war und die Mainboardhersteller sich langfristig darauf einstellen konnten.
Das größte Problem, was dir passieren kann ist, dass du ein Baord mit einer älteren BIOS-Version erwischst (lange beim Händler rumgelegen), die den Winchester - Kern noch nicht unterstützt. Ein BIOS-Update hilft dann zwar, aber es kann sein, dass der Rechner ohne BIOS-Update nicht mit dem Winchester starten mag, so dass du erst einen älteren Athlon 64 in 0.13 µm (Clawhammer, Newcastle) einbauen musst, um den PC zu starten und das BIOS upzudaten und das System erst danach mit dem Winchester betreiben kannst.
Boards, welche den Winchester definitiv unterstützen (denn ich kenne Leute, die ihn drauf laufen haben), sind z.B.: MSI K8T Neo2, MSI K8N Neo2 Platinum, ABIT AV8 (ab Bios-Rev. 1.5)/ ABIT AV8-3rd Eye, ASUS A8V Deluxe Rev.2
Aber wie gesagt, nahezu alle Markenboards sollten mit einem BIOS-Update den Winchester unterstützen. Am besten, du informierst dich beim Händler über die Kompatibilität. Dann muss er auch dafür gerade stehen, falls die CPU nicht läuft.
Im übrigen dürfte der Winchester gegenüber den älteren Athlon 64 - Modellen nicht unbedingt den Vorteil der geringeren Strombedarfes haben (dieser ist ja schon beim „alten“ Athlon 64 in 130 nm dank Cool&Quiet sehr gering) und die höheren Leckströme fressen die Stromersparnis durch die Strukturverkleinerung teilweise sogar wieder auf (trotzdem hat AMD den 90 nm - Prozess dank SOI wesentlich besser im Griff, als Intel mit dem neuen Pentium 4 Prescott, der einen extrem hohen Strombedarf wegen der immensen Leckströme hat).
Die Vorteile des Winchester - Kerns gegenüber dem Athlon 64 Newcastle liegen eher in der ca. 7% höheren Leistung bei gleichem Takt (das ist schon ziemlich krass) und der sehr guten Übertaktbarkeit. Fast jeder Athlon 64 3000+ mit Winchester-Kern lässt sich angeblich auf 2,6 GHz übertakten (> Athlon 64 4000+).
Bei den restlichen Komponentem kommt es sehr darauf an, was du mit dem System vorhast.
Als erstes musst du dich für eine Plattform entscheiden - entweder Sockel 754 (Athlon 64 bis 3700+, unteres Preissegment, ohne Dualchannel) oder Sockel 939 (Athlon 64 und Athlon FX, oberes Preissegment, mit Dualchannel) - denn es gibt, wie bei den älteren Modellen, auch den Athlon 64 mit Winchester - Kern in diesen beiden Varianten. Danach richtet sich logischerweise auch die Mainboard-Auswahl, denn jeder Prozessor passt nur auf ein pinkompatibles Board.
Die meisten Boards sind übrigens sowieso schon sehr umfangreich ausgestattet, Features wie LAN, FireWire, 6 Kanal - Sound, USB 2.0, S-ATA, RAID u.v.m. sind eigentlich bei allen Athlon 64 - Boards Standard. Besser ausgestattete Boards verfügen über 1GB-LAN, bis zu 8 S-ATA - Anschlüssen und (Boards mit nForce3 250) sogar über eine Hardwarefirewall und teilweise W-LAN (z.B. MSI K8N Neo Platinum 54G).
Als Festplatten empfehle ich für den Dauerbetrieb in Büro-PC’s die Samsung V80 - Serie (sehr leise, sehr kühl, stromsparend, hohe Lebensdauer), für anspruchsvollere Arbeiten und Spiele die Hitachi 7K250 - Serie (leise, kühl, insgesamt beste Performance in allen Bereichen) und/oder (speziell für Videobearbeitung) die Samsung P80 - Serie (relativ leise, kühl, sehr gute Lese-/Schreib-Performance, hoher Datendurchsatz).
Wenn du dir die moderneren S-ATA - Festplatten anschaffen willst (gibt es von allen Modellreihen), solltest du darauf achten, ein Board zu kaufen, welches über einen im Mainboardchipsatz integrierten S-ATA - Controller verfügt und nicht über eine externe Lösung. S-ATA bringt nur einen leistungsvorteil, wenn es mit hoher Datenbandbreite direkt ans Chipset angebunden ist und nicht extern über den PCI-Bus. Dasselbe gilt für GB-LAN.
Die Grafikkarte musst du erstens nach dem Anschlusstyp des von dir gekauften Mainboards auswählen (also AGP oder PCIe) und zweitens natürlich nach der benötigten Ausstattung und Performance. Dem Prozessor ist es herzlich wurscht, welche Karte du kaufst. Du solltest wegen der Karte deshalb mit deinen konkreten Vorstellung diesbezüglich (Multi-Monitor-Support, benötigte 3D-Leistung, Bildqualität, Anschlüsse etc. pp.) noch mal separat nachfragen.
Als billigen und stabilen Speicher für den Athlon 64 empfehle ich Original Infineon PC3200 (DDR400) CL2.5. Das ist zwar nicht der schnellste RAM, aber zu den meisten Boards gut kompatibel. Auch zu empfehlen sind der sehr günstige PC3200 - DDR-RAM von MDT oder der recht hochwertige Kingston Value RAM KVR400X64C25 aus der Budget-Linie von Kingston (meine Lieblingsmarke im Low Budget - Bereich).
Allerdings solltest du IMMER vor dem Speicherkauf auf der Homepage des Boardherstellers nachschauen, welche Speichertypen dieser für das entsprechende Board validiert hat. Nicht alle Athlon 64 - Boards mögen jeden Speicher besonders gern.
Zur Prozessorkühlung: Wenn du nicht übertakten willst, kauf den Prozessor „boxed“, also als Paket mit einem von AMD beigelegten Kühler. Die Boxed-Kühler für den Athlon 64 sind nicht schlechter, als günstige Produkte anderer Hersteller und mit aktiviertem Cool&Quiet auch sehr leise.
Wenn du weitere/ konkretere Fragen zum Winchester hast, stell sie am besten in diesem Forum oder stöbere dort einfach mal ein bischen zu dem Thema herum (Suchfunktion):
http://www.planet3dnow.de/vbulletin/index.php3
Da wirst du am ehesten fündig, wenn du in deutscher Sprache etwas über AMD-Produkte herausfinden willst.
Hier ist noch ein englischsprachiger Artikel zum neuen Athlon 64 im Winchester-Design:
http://www.anandtech.com/cpuchipsets/showdoc.aspx?i=…
CU, Jesse