4 GHZ canceled

hallo,
Taktgeschwindigkeiten sind für Intel,AMD… nicht mehr so wichtig.
wer weiß welche neuen Attribute den besseren Prozessor ausmachen werden?
64 Bit und Anzahl der Coprozessoren! oder?
danke
Friedrich
PS:http://www.bartclub.de/Seifenkisten1/15.%20Geschwind…

Moin

wer weiß welche neuen Attribute den besseren Prozessor
ausmachen werden?

Das hängt davon ab was man damit machen will. Was hast du im Sinn ?

Mir wär CELL-mässiges am liebsten…

cu

Moin,

der Artikel ist zwar schon älter , aber er geht in CPU Architekturen mit ein.

http://www.computerbase.de/artikel/ha

Es geht um Barton 3000+ gegen Intel 3 GHZ

Und Jesse Bee sagte mit Recht mal dazu:

Der Athlon XP ist momentan nur noch die LowBudget-CPU von AMD und konkurriert (tw. unter dem Namen „Sempron“) mit Intels LowEnd-Prozessor „Celeron“. Aktueller Konkurrent des Pentium 4 „Prescott“ ist der AMD Athlon 64 „Winchester“.

Gruß

Jan

hallo,
Taktgeschwindigkeiten sind für Intel,AMD… nicht mehr so
wichtig.
wer weiß welche neuen Attribute den besseren Prozessor
ausmachen werden?

Das kann man so nicht sehen, Taktgeschwindigkeit war noch nie das einzig bestimmende Attribut für die Prozessorleistung. Die maximal errreichbare Leistung stellt immer einen Kompromiss zwischen der Steigerung der Effizienz und der Steigerung der Taktrate dar. Versucht man, eine hohe Pro-Takt-Leistung aus einer CPU zu holen, wird die Struktur komplexer und die erzielbare Taktrate nimmt ab. Versucht man, möglichst hohe Taktraten zu erzielen (Pentium 4 - Design), muss man die Komplexität der CPU reduzieren und die Rechenleistung pro Takt nimmt ab. Letztlich sucht jede Firma den besten Kompromiss, AMD (und IBM/ Apple) haben seit jeher eher auf höhere Effizienz gesetzt, Intel setzte mit dem Pentium 4 eher auf hohe Taktraten. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Weg von AMD wohl der bessere war, da steigende Taktraten Hand in Hand mit steigendem Energieverbrauch und höherer Verlustleistung gehen. Die enorme Verlustleistung ist leider bei den derzeit von Intel erreichten (fast) 4 GHz kaum mehr kontrollierbar, was man so nicht vorausgesehen hatte. AMD-CPU’s schaffen bei gleicher Rechenleistung maximal 2,6 GHz und haben da noch keine thermischen Probleme - im Gegenteil, man kann sie fast passiv kühlen.

Auf der anderen Seite heißt höherer Takt natürlich immer mehr Leistung, so dass auch heute noch alle Hersteller versuchen, an der Taktschraube zu drehen, so gut es eben geht. Da die existierenden Designs aber ziemlich ausgereizt sind und weitere Taktsteigerungen ohne größere Designänderungen oder ein weiteres Dieshrinking nicht mehr so einfach möglich sind, schaut man eben auf andere Maßnahmen, die schneller zu realisieren sind und mehr Leistung bringen. Bei den PC-Prozessoren läuft das momentan auf Dual-Core-CPU’s raus (zwei komplette CPU-Kerne in einem Stück Silizium). AMD stellt heute auf einer Analystentagung seinen Dual-Core Prozessor Toledo offiziell vor, Intel kommt mit dem Konkurrenzprodukt Smithfield nächste Woche auf dem IDF. Während AMD’s Dual-Core-Athlons in normalen Sockel 939-Boards laufen werden, werden Intel-Fans übrigens leider wieder mal alles neu kaufen, wenn sie auf Dual-Core aufrüsten wollen… *g*

64 Bit und Anzahl der Coprozessoren! oder?

Die 64bit gibt es ja schon sehr lange, AMD stattet seine CPU’s schon seit 18 Monaten mit 64bit-Fähigkeiten aus und auch Intel verkauft seit Anfang dieses Jahres Pentium 4 - Modelle mit 64bit-Erweiterung (Pentium 4-Modelle für S775 mit Suffix „J“). Das Problem von 64bit im Desktop-Markt ist die mangelnde Unterstützung seitens des Quasi-Monopolisten Microsoft, die es seit nunmehr zwei Jahren nicht hinbekommen haben, eine entsprechende Windows-Version marktreif zu bekommen und immer noch an der Beta-Version rumpfriemeln. Unter Linux gibt es schon eine Reihe von Software, die den Athlon 64 dank seiner 64bit-Fähigkeiten kräftig beschleunigt. Das Haupteinsatzgebiet von 64bit ist aber ohnehin nicht der Consumer-Bereich, sondern der professionelle Servermarkt. Unter 64bit kann man vor allem mehr Speicher addressieren und größere Datenbanken verwalten, was im Serverbreich dringend nötig, für Otto Normalverbraucher aber völlig irrelevant ist.

Das grundlegende Prozessordesign wird sich im PC-Bereich in den nächsten 3 Jahren nicht verändern, weder bei AMD noch bei Intel. Die Core-Logik des kommenden K9-Prozessors wird sehr dem Athlon 64 ähneln und der hat sein Grund-Design ja schon vom klassischen Athlon geerbt. Auch Intel ist offenbar wieder von der Idee, die nächste Generation von Desktop-CPU’s auf Basis seiner Mobil-Linie weiterzuentwickeln, abgerückt. Die nächste Prozessorgeneration von Intel wird angeblich unglaublich stark dem derzeitigen Pentium 4 Prescott ähneln, Änderungen gibt es wie bei AMD nur im Detail und in der Reduzierung der Strukturbreite auf 65 nm. Dann werden wir sicher auch Taktraten über 4 GHz sehen.
Es wird also nicht mehr physische Co-Prozessoren geben und somit auch kein Umschwenken auf ein völlig anderes CPU-Design, wie es z.B. im Cell-Prozessor verwendet wird. Das wäre gar nicht möglich, weil damit die Kompatibilität zum herkömmlichen PC-Design (x86) komplett aufgehoben wäre. Sämtliche PC-Software der ganzen Welt könnte in den Müll geschmissen und von Grund auf völlig neu programmiert werden. Intel hat ja so eine gravierende Änderung der CPU-Struktur auf dem Server-Markt schon einmal versucht (Itanium-Prozessor) und ist wegen mangelnder Markakzeptanz kläglich gescheitert. Es ist nicht einfach, den Käufern zu vermitteln, warum das Rad noch einmal völlig neu erfunden werden muss, wenn das Bisherige doch auch ganz ordentlich funktioniert. Das Strom-Auto hat sich auch noch nicht so richtig durchgesetzt. :smile:

Hi,

klasse Beitrag. War mir gern ein Sternchen wert!.

Viele Grüße
WoDi

Lieber Jesse,

respekt! Was du hier immer wieder an fundierten Informationen verständlich rüberbringst finde ich wirklich beachtenswert und sucht seinesgleichen. Ein ganz herzliches „Danke schön“ dafür!

*virtuell Hut-ziehend und tief-verbeugend*

McStone

Hallo,

Mir wär CELL-mässiges am liebsten…

Was möchtest Du denn mit 8 Koprozessoren anstellen?

:wink:

Grüße

CMБ

Moin

Mir wär CELL-mässiges am liebsten…

Was möchtest Du denn mit 8 Koprozessoren anstellen?

Gar nichts. D.h. mir würde schon was einfallen wenn ich erstmal so einen hier stehen hätte, meine Simulationen könnte ich ja auf 8-way-Systeme anpassen.

Mir gefällt aber das Design dieser „Co“-CPUs sehr gut:

  • 0-Latenz und lineare direkte Adressierung machen den lokalen „Cache“ zu einem 256-512KB-Registersatz. Der auch noch DMA-Zugriff auf dem Speicher hat. Davon träumt JEDER Compilerbauer.

  • Die Ausführungseinheiten sind so wie sie sein sollten: blöd und schnell (und nicht so wie beim P4/AMD64 klug und langsam).

  • Die Logik rum um den Kern ist minimal:
    – Cachekontroller fällt ganz weg,
    – die MMU wird nur sehr selten gebraucht,
    – Branch prediction braucht der (fast) gar nicht.
    – Übersetzen un MicroCommands und komplexes Auswerten der Abhängigkeiten beim Command-Issue fällt auch flach (gibt ja nur 2 Pipes und der InstructionSet soll sehr „übersichtlich“ werden).
    – Synchrone IRQ’s fallen hoffentlich auch raus (dann wäre Tomasulo in den Pipes möglich).

  • Wenn man jetzt noch den Power5 durch eine SEHR einfache Prozessverwaltung ersetzt und einen RAM-Controller draufklatscht ist das Ding optimal. So ein Vieh würde mit einem Bruchteil der DIE-fläche auskommen (extrem billige Produktion) und würde trotzdem alle aktuellen x86-CPUs alt aussehen lassen. Wär auch ein guter Zeitpunkt um von windows loszukommen…

Endlich traut sich IBM eine durchdachte neue, den aktellen Gegebenheiten angepasste CPU-Generation zu entwickeln. Das letzte mal haben sie das beim start der Power-Serie gemacht. Einziger sonstiger Vertretter der schnellen, bösen RISC’s wäre der DEC-Alpha. Aber der ist auch schon an mangelndem Interesse gestorben.

Eine CELL-CoCPU mit Prozessverwaltung und RAM-Controller. Klein, schnell, billig, ohne grossen Aufwand Multicore-fähig. Das wär der Hammer. Nur der Power5 muss noch weg oder kleiner werden …

cu

Hallo pumpkin,

Was möchtest Du denn mit 8 Koprozessoren anstellen?

Gar nichts. D.h. mir würde schon was einfallen wenn ich
erstmal so einen hier stehen hätte, meine Simulationen könnte
ich ja auf 8-way-Systeme anpassen.

Warte mal, ich hab meine „Laufbahn“ damals damit
begonnen, auf Intel-i860-Koprozessorkarten, von
denen mehrere (2-4) in einem 486 (ISA!) steckten,
physikalische Simulationen zu versuchen.

Das Hauptproblem war, dass es keinen vernünftigen
und fehlerfrei arbeitenden Compiler gab. Es gab ein
paar gcc-versuche, aber diese hatten unbeschreibliche
Bugs.

Das Netto-Resultat ar, dass unter den gegebenen Umständen
eine Simulation auf einer i860-Karte in etwa genau so
schnell war wie auf einem 486/33 mit Borland-C-Compiler :wink:

In der Rückschau würde ich das ganze als „pain in the ass“
bezeichnen, „theoretisch“ waren die Dinger ach ja so super
schnell und Apfelmännchen konnte man extrem fix berechnen :wink:

Grüße

CMБ

Mir gefällt aber das Design dieser „Co“-CPUs sehr gut:

  • 0-Latenz und lineare direkte Adressierung machen den lokalen
    „Cache“ zu einem 256-512KB-Registersatz. Der auch noch
    DMA-Zugriff auf dem Speicher hat. Davon träumt JEDER
    Compilerbauer.

Wenn sich jemand erbarmt und tatsächlich einen
Compiler baut, mit dem durch Extensions sinnvoll
diese Prozessoren angessrochen werden können,
steige ich auch ein. Aber ich glaube es (noch) nicht,
was „general purpose“-Anwendungen wie Simulationen betrifft.

Wir werden sehen …

Grüße

CMБ