- Sempron ist langsam und vergleichsweise günstig,
Es gibt noch ein paar alte Semprons für den aussterbenden Sockel A auf dem Markt, auf die trifft das etwa zu. Aber sie sind immer noch mindestens so schnell wie der aktuelle Celeron D. Die neueren Sempron und Sempron 64 - CPUs für Sockel 754 und Sockel 939 sind (abhängig von der Anwendung) nur etwa 10%-15% langsamer, als ein gleich getakteter Athlon 64 oder über AMD’s Quantispeed-Rating vergleichbarer, aktueller Pentium 4.
- Athlon ist schneller und vergleichsweise teurer,
Kommt drauf an, von welchem Athlon-Prozessor du redest. Die aktuellen Athlon 64- und Athlon 64 X2 - Modelle haben momentan die Performancekrone inne. Einem Athlon 64 4000+, Athlon 64 X2 4800+ oder Athlon FX 59/60 hat Intel derzeit leistungsmäßig auf keinem Segment (Single- und Dualcore, HighEnd) etwas entgegenzusetzen.
- AMD ist allgemein günstiger, schneller und leiser,
Günstiger ist zumindest ein Athlon 64 - Prozessor nicht unbedingt. Die Single Core CPUs der Athlon 64 - Reihe sind schon etwas günstiger als vergleichbare Pentium 4 - Modelle, die Dual Core - CPUs der Athlon 64 X2 - Reihe sind dagegen größtenteils teurer als die Konkurrenz von Intel bzw. werden erst in einer höheren Leistungsklasse (3800+ aufwärts) angeboten. Schneller sind Desktop-CPUs von AMD, wenn man es so ganz allgemein und völlig pauschalisiert sagen will, derzeit schon. Zumindest hält AMD in allen Segmenten die Performancekrone. Lauter oder leiser kann eine CPU nicht sein, denn Prozessoren machen kein Geräusch.
- Celeron ist langsamer als Pentium 4 und preiswerter.
Ja. Der Celeron D ist mit Abstand die langsamste, aktuelle Desktop-CPU, aber dafür auch der preiswerteste. Da er aber den hohen Stromverbrauch des großen Bruders Pentium 4 Prescott teilt, ist er keine gute Wahl für ein billiges System. Der Sempron 64 hat zum gleichen Preis eine deutlich bessere Performance, ist stromsparender und damit leichter zu kühlen. Lediglich zum Quantispeed-Rating des veralteten Sempron für den Sockel A (= Athlon XP T-Bred) wäre der Celeron D noch halbwegs vergleichbar.
Und wie verhält es sich mit der
Lautstärke der einzelnen Prozessoren, oder ist das
grundsätzlich auch von anderen Dingen abhängig?
Ein Prozessor hat keine Lautstärke. Er hat eine Verlustleistung, denn er wandelt beim rechnen Strom in Wärme um. Je höher die Verlustleistung, desto heißer wird die CPU, desto mehr Wärme muss also abgeführt werden.
Ein Pentium 4 verbrät tatsächlich schon mal 80 - 100 Watt, Spitzenmodelle sogar bis zu 130 Watt. Vergleichbare AMD-Prozessoren verbrauchen deutlich weniger Strom und erzeugen entsprechend weniger Hitze. Ein Athlon 64 3700+ in 90 nm - Fertigung gibt sich z.B. schon mit einem Maximalverbrauch von etwa 40 Watt zufrieden.
Je mehr Wärme von einer CPU abgeführt werden muss, desto schwieriger ist es, diese leise zu kühlen. Man muss größere Kühlkörper, Heatpipetechnologie und größere und reibungsärmer gelagerte Lüfter einsetzen. Deshalb steigt der Preis für eine leise Kühlung mit der abzuführenden Verlustleistung.
Wird, wie das in den Komplett-PCs großer Hersteller wie Dell oder FSC üblich ist, eine möglichst billige Wald und Wiesen - Kühlung eingesetzt, dann ist der Athlon 64 gegenüber den Pentium 4 also klar im Vorteil, zumal er im Gegensatz zu diesem noch über vergleichsweise wirksame Energiesparmechanismen inkl. einer dynamischen Lüftersteuerung verfügt. Allerdings kann man auch einen Pentium 4 schon irgendwie leise kühlen - aber eben nicht mit dem billigen Boxed-Lüfter, wie das beim Athlon 64 möglich ist, sondern hier wird man entsprechend tief in die Tasche greifen müssen.
Wenn du einen Komplett-PC erwerben willst, sind aber all diese Gedankengänge relativ irrelevant, denn hier werden noch genügend andere Komponenten verbaut, die viel Krach machen können. Dazu zählen Netzteil, Festplatten, Grafikkarten- und Gehäuselüfter, CD-Laufwerke und oft das Gehäuse selbst als Resonanzkörper. Wird hier in der Summe billig gebaut, fällt eine leise oder laute Prozessorkühlung im Gesamtergebnis oft nicht mehr ins Gewicht!
LG, Jesse