Prozessorlautstärke & Co

Hallo zusammen,

zwecks Kaufentscheidung bräuchte ich mal eine kompetente Zusammenfassung darüber, was die einzelnen Prozessoren jetzt eigentlich unterscheidet - sofern man das so pauschal sagen kann. Ich denke dabei speziell an den Unterschied von Athlon, Sempron und Celeron. Meine bisherigen Informationen sind folgende:

  • Sempron ist langsam und vergleichsweise günstig,
  • Athlon ist schneller und vergleichsweise teurer,
  • AMD ist allgemein günstiger, schneller und leiser,
  • Celeron ist langsamer als Pentium 4 und preiswerter.

Stimmt das überhaupt? Und wie verhält es sich mit der Lautstärke der einzelnen Prozessoren, oder ist das grundsätzlich auch von anderen Dingen abhängig? Ich blick jedenfalls nicht mehr so ganz durch… Hilfe :smile:

Danke und Gruß

  • Sempron ist langsam und vergleichsweise günstig,

meines wissens sind semprons die schmalere variante zum athlon. bei ihrer leistungsangabe wird mit einem celeron verglichen (ein sempron 3000+ entspricht einem 3ghz celeron)

  • Athlon ist schneller und vergleichsweise teurer,

athlons sind die stärkeren cpus von amd und werden mit den pentium 4 verglichen (atlon mit 3000+ entspricht einem p 4 mit 3 ghz)

  • AMD ist allgemein günstiger, schneller und leiser,

sie haben kleinere taktraten aber mehr leistung pro takt. das lässt sich einfacher weiterentwickeln und kostet deshalb weniger. ob die schnellsten amd prozessoren den intel prozessoren immer noch so weit vorraus sind, kann ich nicht genau beantworten. es gibt aber von beiden herstellern cpus die für jedes aktuelle spiel mehr als ausreichend sind.
bei anderen anwendungsgebieten ist das wieder anders verteilt. einiges fordert z.b. wirklich sehr viel taktleistung. anderes kommt wieder mit einem dual-core prozessor besser bei weg.

ich würde aber wegen dem preis- leistungsverhältnis zu amd (athlon) greifen.

die sind außerdem deutlich kühler und können so viel leiser gekühlt werden (abgesehen von den geringeren stromkosten).

  • Celeron ist langsamer als Pentium 4 und preiswerter.

der celeron ist bei gleicher taktrate wohl langsamer aber deutlich günstiger.

Stimmt das überhaupt? Und wie verhält es sich mit der
Lautstärke der einzelnen Prozessoren, oder ist das
grundsätzlich auch von anderen Dingen abhängig?

die lautstärke hängt immer vom verwendeten kühlsystem ab. amd prozessoren sind idR aber deutlich kühler und können so günstiger und auch leiser gekühlt werden.

gruß, Philip

Hallo Philipp,

danke für die Infos! Ich neige momentan auch zu Athlons, daher schön, da noch mal etwas Bestätigung zu kriegen. Aber vielleicht schreibt ja noch mal jemand was dazu, mal gucken :wink:

Danke und Gruß

Moien

  • Sempron ist langsam und vergleichsweise günstig,

Wobei langsam ein realtiver Term ist. Für Office und Internet reicht selbst die kleinste Variante sehr locker.

  • Athlon ist schneller und vergleichsweise teurer,

Im Verhältniss zum sempron: ja. Allerdings muss man die unterschiedlichen Athlon nochmal einzeln durchnehmen. Da gibt es Athlon 64 in mehreren Versionen, von seh schnellen X2 bis zum „langsamen“ Athlon 64 Sockel 764.

  • AMD ist allgemein günstiger, schneller und leiser,

Im verleich zu Intel bei normalen PCs: Ja. Wo bei ich jetzt mal leiser mit weniger Verbrauch gleichsetze. Weniger Verbrauch => weniger Wärme => einfacher leise zu kühlen. Aber es gibt durchaus sehr laute AMDs und sehr leise Intels.

  • Celeron ist langsamer als Pentium 4 und preiswerter.

Celeron ist der Sempron von Intel. Von dem würde ich abraten.

Stimmt das überhaupt? Und wie verhält es sich mit der
Lautstärke der einzelnen Prozessoren, oder ist das
grundsätzlich auch von anderen Dingen abhängig?

Es hängt nur von der Kühlung ab. Wenn du auf die mitgelieferten Kühler setzt ist der Athlon64, Socket 939 die beste Wahl. Aber die meisten Leute kaufen entwedr komplett Rechner (da weiss man nicht von wemm der Kühler stammt) oder bauen selbst (und kaufen für 30 Euro einen ordentlichen Kühler nach).

Ich blick
jedenfalls nicht mehr so ganz durch… Hilfe :smile:

Sag mal was du mit dem Teil vor hast, dann kann man dir bestimmt besser helfen. Spielerechner und Bürorechner sind nunmal 2 paar Schuhe. In den Spielerechner sind mittlerweile die Grafikkarten das lauteste Element.

cu

Hallo,

Sag mal was du mit dem Teil vor hast, dann kann man dir
bestimmt besser helfen.

da hast du natürlich recht. Es sollen also Bürorechner werden, die neben den normalen Office-Anwendungen auch Bildbearbeitung und Designprogramme verkraften. Leise sollen sie sein, weil nebenher der Server röhrt, der Drucker pfeift und das Notebook rödelt :wink:

Danke für die bisherigen Tipps und Gruß!

  • Sempron ist langsam und vergleichsweise günstig,

Es gibt noch ein paar alte Semprons für den aussterbenden Sockel A auf dem Markt, auf die trifft das etwa zu. Aber sie sind immer noch mindestens so schnell wie der aktuelle Celeron D. Die neueren Sempron und Sempron 64 - CPUs für Sockel 754 und Sockel 939 sind (abhängig von der Anwendung) nur etwa 10%-15% langsamer, als ein gleich getakteter Athlon 64 oder über AMD’s Quantispeed-Rating vergleichbarer, aktueller Pentium 4.

  • Athlon ist schneller und vergleichsweise teurer,

Kommt drauf an, von welchem Athlon-Prozessor du redest. Die aktuellen Athlon 64- und Athlon 64 X2 - Modelle haben momentan die Performancekrone inne. Einem Athlon 64 4000+, Athlon 64 X2 4800+ oder Athlon FX 59/60 hat Intel derzeit leistungsmäßig auf keinem Segment (Single- und Dualcore, HighEnd) etwas entgegenzusetzen.

  • AMD ist allgemein günstiger, schneller und leiser,

Günstiger ist zumindest ein Athlon 64 - Prozessor nicht unbedingt. Die Single Core CPUs der Athlon 64 - Reihe sind schon etwas günstiger als vergleichbare Pentium 4 - Modelle, die Dual Core - CPUs der Athlon 64 X2 - Reihe sind dagegen größtenteils teurer als die Konkurrenz von Intel bzw. werden erst in einer höheren Leistungsklasse (3800+ aufwärts) angeboten. Schneller sind Desktop-CPUs von AMD, wenn man es so ganz allgemein und völlig pauschalisiert sagen will, derzeit schon. Zumindest hält AMD in allen Segmenten die Performancekrone. Lauter oder leiser kann eine CPU nicht sein, denn Prozessoren machen kein Geräusch.

  • Celeron ist langsamer als Pentium 4 und preiswerter.

Ja. Der Celeron D ist mit Abstand die langsamste, aktuelle Desktop-CPU, aber dafür auch der preiswerteste. Da er aber den hohen Stromverbrauch des großen Bruders Pentium 4 Prescott teilt, ist er keine gute Wahl für ein billiges System. Der Sempron 64 hat zum gleichen Preis eine deutlich bessere Performance, ist stromsparender und damit leichter zu kühlen. Lediglich zum Quantispeed-Rating des veralteten Sempron für den Sockel A (= Athlon XP T-Bred) wäre der Celeron D noch halbwegs vergleichbar.

Und wie verhält es sich mit der
Lautstärke der einzelnen Prozessoren, oder ist das
grundsätzlich auch von anderen Dingen abhängig?

Ein Prozessor hat keine Lautstärke. Er hat eine Verlustleistung, denn er wandelt beim rechnen Strom in Wärme um. Je höher die Verlustleistung, desto heißer wird die CPU, desto mehr Wärme muss also abgeführt werden.
Ein Pentium 4 verbrät tatsächlich schon mal 80 - 100 Watt, Spitzenmodelle sogar bis zu 130 Watt. Vergleichbare AMD-Prozessoren verbrauchen deutlich weniger Strom und erzeugen entsprechend weniger Hitze. Ein Athlon 64 3700+ in 90 nm - Fertigung gibt sich z.B. schon mit einem Maximalverbrauch von etwa 40 Watt zufrieden.
Je mehr Wärme von einer CPU abgeführt werden muss, desto schwieriger ist es, diese leise zu kühlen. Man muss größere Kühlkörper, Heatpipetechnologie und größere und reibungsärmer gelagerte Lüfter einsetzen. Deshalb steigt der Preis für eine leise Kühlung mit der abzuführenden Verlustleistung.
Wird, wie das in den Komplett-PCs großer Hersteller wie Dell oder FSC üblich ist, eine möglichst billige Wald und Wiesen - Kühlung eingesetzt, dann ist der Athlon 64 gegenüber den Pentium 4 also klar im Vorteil, zumal er im Gegensatz zu diesem noch über vergleichsweise wirksame Energiesparmechanismen inkl. einer dynamischen Lüftersteuerung verfügt. Allerdings kann man auch einen Pentium 4 schon irgendwie leise kühlen - aber eben nicht mit dem billigen Boxed-Lüfter, wie das beim Athlon 64 möglich ist, sondern hier wird man entsprechend tief in die Tasche greifen müssen.

Wenn du einen Komplett-PC erwerben willst, sind aber all diese Gedankengänge relativ irrelevant, denn hier werden noch genügend andere Komponenten verbaut, die viel Krach machen können. Dazu zählen Netzteil, Festplatten, Grafikkarten- und Gehäuselüfter, CD-Laufwerke und oft das Gehäuse selbst als Resonanzkörper. Wird hier in der Summe billig gebaut, fällt eine leise oder laute Prozessorkühlung im Gesamtergebnis oft nicht mehr ins Gewicht!

LG, Jesse

Hallo Jesse,

klasse Antwort, danke schön :smile:

Gruß

Moien

da hast du natürlich recht. Es sollen also Bürorechner werden,
die neben den normalen Office-Anwendungen auch Bildbearbeitung
und Designprogramme verkraften. Leise sollen sie sein, weil
nebenher der Server röhrt, der Drucker pfeift und das Notebook
rödelt :wink:

Das ist nicht wirklich eine Herrausforderung (ein wenig 3D, leise und schnell). Bei sowas lohnt es sich mal die üblichen Verdächtigen (Dell, Maxdata, IBM/leveno…) abzusurfen und nach dB und Sone-Angaben bei Bürorechner Ausschau zu halten.

Kriterien wären für mich:

  • 1GB RAM (aufrüsten falls erforderlich)
  • Verbindliche Sone/dB-Angabe für Leerlauf („super-mega-cool leise“ zählt nicht)
  • passive gekühlte, nicht Shared-RAM Graka*
  • DVI-D Anschluss.
  • Ethernet (Gigabit ist schön, muss aber nicht)
  • PCI und PCIe-Slots falls mal einer was besonders braucht.

Dann würde ich auf gute, hochwertige TFTs setzen (weil die normalen Standard-TFT’s Farben nie richtig darstellen). Reaktionszeit kann dir egal sein. Helligkeit sollte einstellbar sein (vorallem nicht viel zu hoch wie es bei vielen Gamer-modellen der Fall ist).

cu

*Klassische Formulierung für eine Karte mit Shared-RAM:
Intel® Grafik bis zu 128 MB

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hallo zusammen

Performancekrone. Lauter oder leiser kann eine CPU nicht sein,
denn Prozessoren machen kein Geräusch.

Voll richtig. Es sind stets die Lüfter die röhren. Leise ist nur Passiv - oder Wasserkühlung je nach Leistungsanforderung.

Ein Pentium 4 verbrät tatsächlich schon mal 80 - 100 Watt,
Spitzenmodelle sogar bis zu 130 Watt. Vergleichbare

stimmt

AMD-Prozessoren verbrauchen deutlich weniger Strom und
erzeugen entsprechend weniger Hitze. Ein Athlon 64 3700+ in 90
nm - Fertigung gibt sich z.B. schon mit einem Maximalverbrauch
von etwa 40 Watt zufrieden.

Falsch! Ich habe ein Strommessgerät, mit dem die aktuell verbratenen Watt anzeigt werden. Schon ein Athlon 1200 verbrauchte ca 65 Watt. Mit 90nm könnten die aktuellen Modelle weniger verbrauchen, da sie aber höher getaktet sind und vor allem viel mehr Transistoren haben, gibt AMD eine Thermal Design Power von 89Watt (IDD_Max) für die meisten Modelle an, 69 Watt im Normalbetrieb. Nur der FX55 braucht 104Watt, was heißt, er zieht 67.4 Ampere vom Netzteil. Umgekehrt braucht ein Sempron nur 62Watt maximal, also:
Athlon64= 89 AthlonFX55= 104 und Sempron= 62 Watt.

Relativ zuverlässige Tests finden sich unter:
http://www.tomshardware.de/cpu/charts/index.html

Interessanter sind da schon die Stromsparfunktionen. So braucht ein Intel 530j im Alltagsbetrieb sogar weniger als der alte Athlon1200 dank Intel Speedstep Technologie. Das muss allerdings erst einmal aktiviert werden. Bei AMD heißt das Cool’n’Quiet , was softwarebasiert noch etwas schieriger zu aktivieren ist (32Bit/contra-64Bit-Version). Dafür verzichtet Intel bei dem Celeron auf das Stromsparen (der braucht ja auch nur 62Watt) wärend Cool’n’Quiet auch bei den Semprons geht (ab 3000+ bzw. 1800Mhz).

Wenn man also vor allem Video und Büro macht, ist ein P4 670 durchaus richtig, wenn man ultimativ (strom)sparen möchte der Sempron. Nur wenn es um ultimative Leistung (noch bezahlbar) geht, der P4 830 oder ein Athlon 64 X2 3800+ Manchester.

Falsch! Ich habe ein Strommessgerät, mit dem die aktuell
verbratenen Watt anzeigt werden. Schon ein Athlon 1200
verbrauchte ca 65 Watt. Mit 90nm könnten die aktuellen Modelle
weniger verbrauchen, da sie aber höher getaktet sind und vor
allem viel mehr Transistoren haben, gibt AMD eine Thermal
Design Power
von 89Watt (IDD_Max) für die meisten Modelle
an, 69 Watt im Normalbetrieb. Nur der FX55 braucht 104Watt,
was heißt, er zieht 67.4 Ampere vom Netzteil. Umgekehrt
braucht ein Sempron nur 62Watt maximal, also:
Athlon64= 89 AthlonFX55= 104 und Sempron= 62
Watt.

Nee, da hast du etwas nicht so differenziert mitbekommen. Der Athlon 1200 ist ein Thunderbird, frühe K7-Generation, 180 nm - Prozess, keine Oxidschicht im Silizium. Die verbrauchen wesentlich mehr Strom, als die aktuellen K8-Athlons in SOI-Technologie.

Die TDP bei Athlon-Prozessoren gibt übrigens immer die maximale Leistung an, die alle CPUs derselben Baureihe (einheitliches Stepping) verbrauchen dürfen. Diese Werte dienen Mainboardherstellern dazu, die Stromversorgung ihrer Boards für ein ganzes CPU-Segment richtig auszulegen. TDP ist bei AMD (!!) keinesfalls der Maximalverbrauch einer CPU mit bestimmter Taktrate. So haben Athlon 64 3000+ mit Venice-Core und Athlon 64 3800+ mit Venice-Core dieselbe TDP, obwohl ersterer in keinem Betriebszustand über 30 Watt verbrauchen dürfte, zweiterer dagegen vermutlich schon mal mit dem doppelten zu Buche schlagen dürfte! Vom hochgetakteten Athlon FX gar nicht zu sprechen, ist klar das der Stromverbrauch mit steigender Taktrate und Spannung gewaltig zunimmt.

In diesem Artikel:
http://www.hardtecs4u.com/reviews/2005/amd_90nm/inde…
wurde der Stromverbrauch eines Athlon 64 3500+ Winchester (erstes SOI 90 nm - Modell) gegen andere CPUs getestet. Der absolute Spitzenverbrauch liegt trotz 69 Watt TDP bei ca. 38 Watt. Der neue Venice ist noch sparsamer, der braucht mit 2,2 GHz höchstens 35 Watt. Das gleiche trifft für nahezu alle aktuellen Sempronmodelle (Palermo-Core) zu.

LG, Jesse