Hilfe aus dem Desaster oder Resignation?
Hallo,
schau, es war doch ganz einfach: benutzer stellt ganz
spezifische frage zu einen problem. ich gebe ganz spezifische
antwort auf dieses problem. benutzer ist zufrieden. PUNKT.
Das schöne an Fragen ist, daß man Antworten oft neue Apekte bieten. Wenn keine neuen Aspekte erwünscht sind, muß man am Ende gar nichteinmal fragen?
Also, wenn meine Oma zum Arzt ginge, um sich ein Schmerzmittel gegen die Schmerzen im Brustbereich verschreiben zu lassen und er drückt ihr eine Packung Paracetamol in die Hand („Sie wollte nur was gegen Schmerzen, eine Untersuchung auf Herzinfarkt hätte ihren geplanten EInkaufsbummel ja nur unnötig verzögert“), wäre ich etwas verstimmt.
aber einfach auf jede x-beliebige frage mit schulmeisterhaften
antworten wie „latex ist super und jeder der was anderes sagt
ist ein idiot“ zu kommen ist einfach nicht angebracht.
Ich kann den Text so nicht lesen. Dennoch muß ich mich wirklich wundern, wieviel Leiden so ertragen werden.
bedenke doch:
- über word wird am meisten publiziert.
Über Daniel Kübelblök auch.
neulinge kennen damit
praktisch nichts anderes und fangen mal damit an. diese
neulinge haben weder zeit noch gedult, ständig umzulernen.
Sie haben keine Zeit, ständig umzulernen? Ich auch nicht. Darum nutze ich TeX/LaTeX. Das Programm existiert schon seit mehreren Jahrzehnten mit gleichem Interface.
Word dahingegen bringt nicht nur in regelmäßiger Folge ein neues User-Interface mit neuen Fallen mit sondern hat ein stänfig vo sich hinmutierendes Dateiformat, welches sebst unter optimalen Bedingungen meilenweit von WYSIWYG entfernt ist.
d.h. wenn ein produkt so halbwegs ihre erwartungen erfüllt,
wollen sie nicht mehr umsteigen.
Das erstaunliche an Computern ist, daß sie vermenschlicht werden. („Word hat aber heute wieder einen schlechten Tag“ oder "Windows mag mich heute aber nicht.) Das führt dann dazu, daß Probleme mit einer Geduld ertragen werden, die kaum eine Ehefrau erwarten dürfte.
Ist die Erwartungshaltung nur niedrig genug, wird auch eine Wahl wie Word einfach nicht hinterfragt.
Wann man aber etwas besseres kennt, weiß man oft erst, wie blöd das ist, was gemeinhin eingesetzt wird.
- mitarbeiter grosser firmen haben gar nicht die möglichkeit,
sich frei zu entscheiden. die strategische entscheidung über
die software wird ganz woanders getroffen.
Das ist richtig. Ich könnte jetzt Goodwins Law erfüllen und erzählen, wer sich noch alles darauf berufen hat, daß er nur Entscheidungen ausgeführt hat.
Ja, ich arbeite auf Arbeit auch oft (zwangsweise mit Word). Es ist mir aber oft genug so gegangen, daß mit LaTeX gesetzte Texte völlig unbedarften Leuten spontan als schön auffielen. Einfach so. Achso: Das war zum beispiel bei meinem ersten(!) in LaTeX gehackten Text so…
reine
funktionalität ist nicht das thema. und wenn ich aus
firmenpolitischer sicht mit word arbeiten muss und dabei ein
kleines problem habe, so hilft es mir ja ganz besonders,
antworten wie „nimm latex, du depp!“ zu bekommen.
Wenn einer eine Diplomarbeit schreibt, klingt es ersteinmal nicht so nach firmenpolitischen Zwängen. Ansonsten kann ich bei kommerziellem Einsatz (_firmen_politisch) gut auf die freundlichen Mitarbeiter des Hersteller-Supports verweisen. Oder?
fakt ist: ich arbeite an einem umfangreichen handbuch zu einer
anwendung, die ständig weiterentwickelt wird. es sind damit
ständig anpassungen im handbuch zu machen. vorläufig hat das
handbuch ca. 220 seiten mit vielen grafiken.
inhaltsverzeichnis und querverweise werden ständig benutzt.
das ganze doppelseitig. probleme mit dem dokument habe ich
nur, wenn leute daran arbeiten, die von der software nicht
soviel ahnung haben.
Du sagst mit anderen Worten: „Umgang mit der eingesetzten Software will gelernt sein“.
Das sehe ich übrigens auch so. Ich mußte mir auch erst die Anleitung zu LaTeX durchlesen. Und ja, das hat ersteinmal mehr Arbeit gemacht, anstatt stumpf weiter das bekannte Programm einzusetzen.
und da möchte ich mal ein latex-dokument
sehen, wenn da leute drann herumfummeln, die nix von den
befehlen und deren syntax wissen.
Keine Ahnung, was ihr so für eine Fummel-Firma habt (bei uns ist „herumfummeln“ an irgendwas eher nicht offizielle Firmenphilosophie), aber man könnte ja erwägen, ob man die Mitabreiter nicht einfach mal schult.
ansonsten habe ich keine
abstürze und die grafiken sind dort, wo ich sie haben will.
soviel zum thema, word und dokumente mit mehr als 5 seiten.
Gut, Du scheinst Glück oder so zu haben. Wir können ja mal eine Wette machen, wer mehr Bugs findet: Du in TeX oder ich in Word. Und damit die Sache etwas unterhaltsamer wird, sagen wir, daß jeder Bug in TeX soviel wie 20 Word-Bugs zählt…
und ja, latex ist besser - aber nur, in speziellen bereichen.
was hilft mir der perfekte textsatz, wenn ich keine
… Groß- und Kleinschreiung benutze? Nein:
dokumentklasse finde, die meinen anforderungen entspricht.
Gerade im komerziellen Einsatz sollte man mit relativ wenigen Dokumentenklassen zurecht kommen. Frag doch mal Leute wie David Kastrup, wieviel Dokumentklassen sie Dir für die Word-Lizenzkosten eines mittleren Unternehmens bauen.
Apropos: im Brett „Netzwerke“ wolle gerade jemand wissen, wie man in vielen Dateien eine URL ändert. Hast Du eine Lösung für Word? Für LaTeX könnte ich Dir weiterhelfen…
Gruß,
Sebastian