Hallo,
Was mir an den Alternativen immer besonders fehlt sind die
VBA-Möglichkeiten, die ich fast exsessiv nutze.
Ja. Und was ungefähr machst Du damit? Eherlich, ich kenne mich
mit VBA nicht gut aus und wäre daran interessiert zu erfahren,
welche Probleme man damit lösen kann.
Ich mache alles mögliche. Erweitertes Suchen/Ersetzen,
automatisches Einfügen von Objekten und Grafiken,
Objektformatierungen, die mit den Standard-Dialogen nicht
möglich sind, automatisches Formatieren und Aufbereiten von
immer wiederkehrenden Rohdaten, einfache Syntaxhervorhebung
von Quelltexten,
Das klingt so, als wäre das etwas, was ich mit meiner bevorzugten Software mit den Shell-Utilities mache. oder mit Perl. Oder mit Python. Oder mit Ruby. Oder …
Ich finde es nett, wenn solche Möglichkeiten unabhängig vom verwendeten Programm vorliegen, dann kann ich die Möglichkeiten dieser Hilfen auch unter anderen Programmen nutzen und die Investition des Lernens hat sich richtig gelohnt.
Missbrauch von Word als reinen VBA-Container
für formularbasierte Anwendungen, die ohne VB geschrieben
werden sollen und auf Rechnern laufen sollen, auf denen nur
Word installiert ist, Tools zur kompletten
Spezifikations-Generierung aus UML-Daten bzw. zum spezifischen
Versions-Tracking von Projekten in der technischen Entwicklung
und so weiter (letzteres nicht von mir). Das sind nur
Beispiele. Excel-VBA benutze ich allerdings, das muss ich
zugeben, weitaus häufiger. Gute Beispiele sind hier
HTML-Code-Generierung, Urlaubsplaner (siehe
www.excel-kalender.de oderso), Rohdatenaufbereitung für
Datenbanken, diverse Büro-Helfer und vieles mehr. Du brauchst
ja nur ins Excel-Brett zu gucken - vieles ist VBA und vieles
ist sehr projektspezifisch.
Wie gesagt, ich maches sowas üblicherweise nicht, aber ich würde sowas mit dem Lieblings-Tool meiner Wahl machen. Und das wäre nicht in ein großes Monsterprogramm eingebaut, sondern klein und schlank und überall nutzbar.
Übrigens - zur Ehrenrettung von OpenOffice (oder war es
Ragtime?) - da gibt es auch eine Makrosprache, die ein
bisschen an das alte Word-Basic erinnert auf den ersten Blick.
Ich meine, OOo hat sowas, einschließlich eines Converers von VBA. Wie gut sowas funktioniert, weiß ich nicht, da ich sowas nicht nutze. Ich bin da eher skeptisch.
Darueber
hinaus sind die Möglichkeiten mit Grafik- und
Zeichnungselementen zu arbeiten hinreichend gut,
Oh, da wollte ich nicht missverstanden werden.
Grafik-Bearbeitung ist natürlich nichts für Word. Ich
meinte mehr das Handling solcher Objekte.
Also ich bin daran immer gescheitert. Ich bin sicher kein unbedarfter Computernutzer, aber der Assistent und die Hilfefunktion haben mich eher genervt als mir weitergeholfen. Vielleicht mag es ja gehen, aber die Behauptung, daß Word ‚intuitives WYSIWYG‘ ist, kann ich so nicht untermauert finden.
Das Einbetten von Grafiken ist vermutlich bei praktisch
jedem Textprogramm trivial, die korrekte Plazierung hat mich bei
Word und Konsorten an den Rande des Wahnsinns getrieben.
Die Platzierung, ja. Da gibt es schon ein paar Tücken, und die
bekommt man manchmal nur mit Routine in den Griff. Wenn man
die aber hat und auch VBA zur Seite steht
Ein Binär-Editor soll ja auch manchmal helfen 
Open Office habe ich mal angeguckt. Auf den ersten Blick … naja, ging so.
Naja, wenn man ‚nur kurz‘ guckt, ist die Aussicht, die
Qualitäten jenseits der Gewöhnung zu finden IMHO eher gering
Da gebe ich Dir recht. Deshalb habe ich es entsprechend
eingeschränkt. Allerdings glaube ich mir einen gewissen Blick
für Ergonomie erarbeitet zu haben, und mit dem Hintergrund
konnte ich beispielsweise bei Ragtime nur den Kopf schütteln,
als ich beim Ausprobieren die einfachsten Funktionen erst nach
langem Suchen finden konnte - wenn überhaupt. Anders ist nicht
immer besser, und Produkt-Patriotismus hilft da auch nicht
weiter 
Keine Ahnung. Ich sitze oft vor Word und suche irgendeine Funktion. Die Menüs passen sich ja gerne „automatich“ an, was ich für unglaublich unergonomisch halte. StarOffice finde ich da auch nicht optimal. Ich mag rein textbasierte Werkzeuge, die sind möglicherweise nicht „intuitiv“ (weil man nicht blind draufloshämmern kann, um seinen Text einzustümpern) aber für mich ein Musterbeispiel an Ergonomie.
Was ich damit gesagt haben will. Der Begriff „Kompatibilität“
ist im Zusammenhang mit MS-Word vollkommen sinnfrei, weil das
Format weder definiert ist noch unter verschiedenen Bedingungen
vergleichbare Endresultate bringt.
Hm. Also wenn ich mir die Spezifikation des .doc-Formats
flüchtig anschaue,
Interessant. Ich habe es nämlich noch nie spezifiziert gesehen. Magst Du mir zeigen, wo Du die Spezifikation her hast? Ich denke, ich kenne noch einen ganzen Haufen Leute, die daran interessiert wären …
habe ich nicht den Eindruck, dass es nicht
definiert ist. Aber auch hier gilt: Ich kenne keine Details.
Und was die Reproduzierbarkeit angeht: Was auf Word V.x
geschrieben wurde, sah bei mir immer auch so aus, wenn ich es
auf anderen Rechnern betrachtete. Einzige mir bekannte Klippe:
Die Druckertreiber.
Und da damit die Seitenaufteilung zerschossen wird und die nicht gerade effektiven Grafikplazierungsmechanismen voll zum Tragen kommen, ist das meiner Erfahrung oft genug ein KO-Kriterm. Und der Ausdruck der Seitennumerierung scheint auch ein Problem kaum zu bewältigender Komplexität zu sein.
Und warum wird bei solchen Diskussionen immer auf Latex verwiesen???
Weil es für verdammt viele der hier geschilderten Word-Probleme eine Lösung bietet.
Das ist soweit richtig.
Dann kann ich genauso HTML heranziehen oder das kleinere Gewicht von
Motorrädern als Vorteil angeben, wenn es eigentlich um Autos geht.
Es geht daran, von A nach B zu kommen.
Eben nicht. Genau das ist der Fehler! Es ging um das
Gewicht, nicht um A und B bzw. den Weg dazwischen. Da
der Vergleich hinkt, hier ein anderer: Word ist ein schnöder
Apfel. Der hat viele Vitamine, und man bleibt gesund (wenn man
nicht nur Äpfel isst). Er kann aber Maden haben, sauer sein
und was auch immer. Latex ist eine edle Ananas. Was man daraus
alles machen kann! Und gesund ist es auch! Die paar Maden …
egal! Einziges Problem: Man sitzt erstmal ´ne Weile, bevor man
an die eigentliche Frucht herankommt. Und wenn man sich dabei
zu blöde anstellt, kann man sich sogar vergiften und dran
sterben - okay, insofern hinkt der Vergleich auch
.
Ähhm. Ja. 
Was ich
damit sagen will: Word ist ein WYSIWYG-Programm (wie gut auch
immer das umgesetzt ist). Latex hingegen bietet einem die
Möglichkeit, das Layout in ASCII zu codieren. Wer´s kann,
erzielt sehr gute Ergebnisse. Wer´s nicht kann, gar keine. Und
sollte es für Latex inzwischen zu HTML-Editoren analoge Tools
geben, halte ich das auch für Pullo.
Es gibt LyX, das ist nicht wirklich schlecht, ich persönlich mag es aber in der Tat nicht, die Kontrolle abzugeben. Aber IMHO ist LyX für das „einfache“ Schreiben von Texten Word deutlich überlegenn. Ich mag es nicht.
Dann ist man nämlich
sofort wieder fast bei Word, weil man die Kontrolle darüber
verliert, was da passiert.
Naja, ein wenig besteht die gefahr, in der Tat. Ich neige zu XEmacs, RefTeX und AucTeX. Das ist in der Tat gewöhnungsbedürftig, aber es „rockt die Welt“.
Um nocheinmal möglichen Mißverständnissen in der geneigten Leserschaft vorzubeugen (damit wende ich mich nicht an Dich, Kristian): Das editieren von Text-Dateien mag einem in der Tat umständlich erscheinen, wenn man „Editoren“ von Schlage Notepad und Wordpad kennt. JFTR.
Und währenrend in Word-Hausen noch geklickt, feformatiert,
geprobedruckt und rebootet wird, wird in LaTeX-Hausen schon
die Party nach Abschluß des Projektes gefeiert
Das wollte ich eingentlich als Eingangs-Satz schreiben, aber
nun kommt´s hier: Diskussionen zu solchen Themen, speziell in
solchen Foren, kommen nicht ohne Übertreibungen und
Zuspitzungen aus. Dabei kann man eigentlich nur im Detail
diskutieren. Und wenn man am Ende alle Details durch hat, wird
man feststellen, dass im Mittel alles gleich gut ist.
„Im Mittel“? Nutze die richtigen Werkzeuge für die richtige Aufgabe. Manche Dinge kann man in der Tat nicht mit LaTeX lösen, keine Frage.
Mir fällt aber auch garkeine Aufgabe ein, bei der ich Word für das beste Werkzeug zu deren Lösung halte.
Latex ist kein Programm wie Word
oder OpenOffice, auch wenn das gleiche hinten rauskommt.
Sorry. Aber der Output won LaTeX liegt qualitativ weit über dem,
was Word und StarOffice zusammen schaffen.
Wieder so eine Übertreibung,
Das sehe ich nun wirklich nicht so.
Wenn man nämlich mal
von gleichen Zeichensätzen ausgeht (Stichwort Latex-„z“) und
spezielle Typo- und Satz-Techniken wie Spationieren,
definierte Grundlinienraster usw. ausser Acht lässt, geht es
nur noch um Größen und Abstände. Und dann - behaupte ich - ist
der Unterschied gleich Null.
Nun, ich weiß nicht, was Du mit „spezielle Typo- und Satz-Techniken“ im Detail meinst (ein wenig hast Du ja genannt), aber wenn ich einen Text per Default in LaTeX werfe, sieht er deutlich netter und besser lesbar aus als in Word.
Ich mache ja gerne mal wieder das Angebot: einen Text Deiner Wahl werfe ich in LaTeX (KOMA-Script, 12 pt) und stelle das PDF zu Verfügung. Du darfst noch ein wenig am Layout feilen und erstellst ein Ergebnis als PDF. Beides stellen wir zum Vergleich einmal online und die Mitlesenden dürfen sich die Texte herunterladen und sich eine Meinung bilden.
So. Ich habe mal http://gutenberg.spiegel.de/grimm/maerchen/aschen.htm genommen und entsprechend der Ankündigung geTeXt. Das steht unter http://www.mindcrime.net/~niehaus/LaTeX-Demo.pdf zum Download. Ich würde nun bitte die Word-Fraktion aufrufen, den Text einmal in Word zu „setzen“ und mir als PDF zukommen zu lassen. Ich stelle das dann gerne ebenfalls onine. Im zweiten Scheritt würde ich darum bitten, sich beide Texte dann auszudrucken und nebeneinanderzuhalten.
Gruß,
Sebastian