Latex-Schriftart

Hallo!

Heute habe ich ein Antestat bekommen, welches Studenten mit Latex erstellt haben. Ich finde das Layout toll, werde aber nicht die Zeit finden, mich in dieses Programm einzuarbeiten. Trotzdem würde ich gern mit dieser Schriftart arbeiten, ist diese auch für MS-Word erhältlich? Oder frevle ich gerade?
Gruss und Dank,
Alex

Hallo!

Heute habe ich ein Antestat bekommen, welches Studenten mit
Latex erstellt haben. Ich finde das Layout toll, werde aber
nicht die Zeit finden, mich in dieses Programm einzuarbeiten.

Es kostet nicht viel Zeit, aber wenn Du meinst …

Trotzdem würde ich gern mit dieser Schriftart arbeiten, ist
diese auch für MS-Word erhältlich? Oder frevle ich gerade?

Und wie du frevelst! Aber vielleicht hilft Dir der Link hier weiter:

http://www.appliedsymbols.com/cm/

Gruß

Fritze

Hallo,

Trotzdem würde ich gern mit dieser Schriftart arbeiten, ist
diese auch für MS-Word erhältlich? Oder frevle ich gerade?

Und wie du frevelst! Aber vielleicht hilft Dir der Link hier
weiter:

Da Word aber bestimmte Dinge nicht kann, die LeTeX macht, sollte man selbst mit der gleichen installierten Schrift nicht darauf bauen, unter Word ein annähernd ähnlich gutes Aussehen des Textes zu erreichen.

Gruß,

Sebastian

Moin!

Da Word aber bestimmte Dinge nicht kann, die LeTeX macht,
sollte man selbst mit der gleichen installierten Schrift nicht
darauf bauen, unter Word ein annähernd ähnlich gutes Aussehen
des Textes zu erreichen.

Oder umgekehrt: da TeX, LaTeX & Co sich aus historischen Gründen nicht an die derzeitigen Konventionen für Schriften halten, ist mit den frei erhältlichen ttf-Dateien nicht viel anzufangen. Umlaute gibt es nicht, weil die in TeX einfach mit dem normalen Zeichen plus einem Diaeresis drüber gesetzt werden (was den großen Vorteil hat, daß man in TeX alle Zeichen mit einem Diaeresis versehen kann). Die Sonderzeichen sind nicht per Standard über die gewohnten Tasten zu erreichen etc. Man muß also tatsächlich auf die komerziellen Angebote (wie z.B. der Link weiter oben) zurückgreifen.
Wenn man aber eh Geld für eine Schrift auszugeben gewillt ist, dann sollte man auf deutlich bessere Varianten als die CM zurückgreifen, die man dann annähernd für den gleichen Preis erwerben kann. Aber das ist nur meine persönliche typografische Meinung.

Grüße,

Christian

Gruß,

Sebastian

Ganz davon abgesehen, daß zumindest der OpenType Test-Font, welchen man frei herunterladen kann, keine verwertbaren Kerning-Informationen enthält, auch wenn dies extra von den »Applied Symbols«-Machern angepriesen wurde. Allein diese Tatsache läßt mich doch schwer daran zweifeln, ob z.B. das leidige Thema »Kapitälchen« bezüglich der OT-Schnitte endlich zufriedenstellend gelöst worden ist. Ist auch dies nicht der Fall, ist das Geld in jedem Fall bei anderen Schriften günstiger angelegt.

Grüße,

Christian

@alle: Vielen Dank für die Infos! (owt)

Hallo,

Da Word aber bestimmte Dinge nicht kann, die LeTeX macht,
sollte man selbst mit der gleichen installierten Schrift nicht
darauf bauen, unter Word ein annähernd ähnlich gutes Aussehen
des Textes zu erreichen.

Oder umgekehrt: da TeX, LaTeX & Co sich aus historischen
Gründen nicht an die derzeitigen Konventionen für Schriften
halten, ist mit den frei erhältlichen ttf-Dateien nicht viel
anzufangen.

Ja. Obwohl ich es lustig finde, LaTeX vorzuwerfen, es würde ein meines Wissens nach später entstandene „Konvention“ (äh – ist es vielleicht garnicht so konventionell?) nicht unterstützen.

Gruß,

Sebastian

Hallo,

Oder umgekehrt: da TeX, LaTeX & Co sich aus historischen
Gründen nicht an die derzeitigen Konventionen für Schriften
halten,

Hä? Das hatten wir doch schon weiter unten geklärt, oder?

ist mit den frei erhältlichen ttf-Dateien nicht viel
anzufangen.

Abgesehen davon, dass die Qualität wirklich frei erhältlicher TrueType Fonts nicht unbedingt die beste ist, kann man (wie ich ebenfalls weiter unten schon ausgeführt habe), wenn man unbedingt will, True Type Schriften recht wohl auch in LaTeX benutzen. Siehe dazu auch FAQ 9.3.1: Wie kann ich TrueType-Schriften in LaTeX verwenden (http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/html/fonts1.html#26)…

Umlaute gibt es nicht, weil die in TeX einfach mit
dem normalen Zeichen plus einem Diaeresis drüber gesetzt
werden (was den großen Vorteil hat, daß man in TeX alle
Zeichen mit einem Diaeresis versehen kann).

… Ferner gibt es selbstverständlich Umlaute. Das ist sogar die Voraussetzung für einen korrekt funktionierenden Trenn-Algorithmus. Daher wird man auch nicht die CM, sondern die EC Schriften verwenden. Wenn man die Umlaute direkt über die Tastatur eingeben will (und damit z.B. die 100% Sprach/Landesunabhängigkeit aufgeben möchte), ist das ebenso problemlos möglich. Dazu gibt es das „inputenc“ Paket, was im Übrigen für alle abstrusen Codierungen (Windows-ISO, Echtes ISO, MAC, EBDIC, etc.) funktioniert.

[…]

Wenn man aber eh Geld für eine Schrift auszugeben gewillt ist,
dann sollte man auf deutlich bessere Varianten als die CM
zurückgreifen, die man dann annähernd für den gleichen Preis
erwerben kann. Aber das ist nur meine persönliche
typografische Meinung.

CM ist eine sehr gut designte Schrift. Für ihren Zweck (Setzen der „The Art of Computer Programming“ Bücher) ideal. Wer auf Kapitälchen steht, sollte sich z.B. bei Linotype bedienen. Dort zahlt man dann aber >20,- EUR pro Schriftsatz und Schnitt(!)

Word liefert aber ebenfalls keine Zeichensätze mit korrekten Kapitälchen, für solche Dinge muss man eben Geld bezahlen oder selbst aktiv werden.

Gruß

Fritze

Hä? Das hatten wir doch schon weiter unten geklärt, oder?

Ja, genau! :o)

Abgesehen davon, dass die Qualität wirklich frei erhältlicher
TrueType Fonts nicht unbedingt die beste ist, kann man (wie
ich ebenfalls weiter unten schon ausgeführt habe), wenn man
unbedingt will, True Type Schriften recht wohl auch in LaTeX
benutzen.

Halt, halt, Fritze, da hast Du mich jetzt einfach falsch verstanden. In diesem Fall ging es mir eindeutig nicht um die Benutzung von LaTeX, irgendwelche Kritiken o.ä. Es ging mir um folgendes:
Immer wieder findet man im Netz fragen, ob es die CM auch für Word frei erhältlich gäbe. Immer wieder findet man Verweise auf ttf-Schnitte, welche sich problemlos unter Windoof einbinden und in Word nutzen lassen. Es mag sein, daß ich bisher immer an die falschen Seiten geraten bin (habe nie selber gesucht), aber: alle ttf-Schnitte, die mir in die Finger gekommen sind, ließen sich im Grunde in Word (!) nicht anständig nutzen. Wenn es irgendwo andere gibt und Du weißt wo, lasse ich mich gerne belehren. Aber z.B. die Palette der Sonderzeichen ist nicht über die die gewohnten Tastenkombinationen ansteuerbar. Das mag man ändern können, aber die Kenntnis hierzu haben doch insbesondere viel Word-Anwender garnicht. Verstehst Du, was ich meine? Und in den Schnitten, die ich ausprobiert habe, waren z.B. die Umlaute nicht über die regulären Tasten der Tastatur ansteuerbar. Und das liegt m.E. schlicht daran, daß unter TeX & Co Fonts generell anders gehandhabt werden als unter Windoof, Mac etc. Deshalb muß man ja gerade ttf- oder PS-Fonts extra für TeX konvertieren, um sie nutzen zu können (das dies geht, steht außer Frage). Klarer, was ich meine?

Und noch in einem Nebensatz: ich stimme Dir zu, daß rund 99,9 % der frei im Netz erhältlichen Schriften keine Qualitätsprodukte sind. Aber es gibt selbst bei freien Produkten Ausnahmen, welche m.E. mindestens ebenbürtig zur CM sind. Die Gentium ist nur ein Beispiel, bei der alle Welt sehnsüchtig auf die noch notwendigen Erweiterungen wartet. Ob einem der Charakter gefällt, ist noch mal wieder etwas anderes.

Wenn man aber eh Geld für eine Schrift auszugeben gewillt ist,
dann sollte man auf deutlich bessere Varianten als die CM
zurückgreifen, die man dann annähernd für den gleichen Preis
erwerben kann. Aber das ist nur meine persönliche
typografische Meinung.

CM ist eine sehr gut designte Schrift. Für ihren Zweck (Setzen
der „The Art of Computer Programming“ Bücher) ideal. Wer auf
Kapitälchen steht, sollte sich z.B. bei Linotype bedienen.
Dort zahlt man dann aber >20,- EUR pro Schriftsatz und
Schnitt(!).

Oder mehr. Keine Frage. Aber die Qualität der meisten wirklich professionellen Schriften ist dafür eben auch deutlich höher als die der frei erhältlichen, unter welchen die CM durchaus für ihren Zweck einen vergleichsweise hohen Rang einnimmt. Aber ich lasse es mir gerne etwas kosten, daß ich wirklich gute Kerning-Informationen, einen umfangreichen Satz an Ligaturen (bei weitem umfangreicher als bei der CM, wenn man Glück hat), einen wirklich abgestimmten Satz an Sonderzeichen etc. mit dabei habe. Und das die CM keine echten Kapitälchen hat, auch wenn Du offenbar nicht »darauf stehst«, ist nach wie vor eine typografische Todsünde. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Ganz davon abgesehen, daß die Leute ja Kapitälchen benutzen, auch in LaTeX, nur eben falsche.

Word liefert aber ebenfalls keine Zeichensätze mit korrekten
Kapitälchen, für solche Dinge muss man eben Geld bezahlen oder
selbst aktiv werden.

Völlig d’acor; das hatten wir oben schon.

Grüße,

Christian

Hallo Sebastian.

Ja. Obwohl ich es lustig finde, LaTeX vorzuwerfen, es würde
ein meines Wissens nach später entstandene „Konvention“ (äh –
ist es vielleicht garnicht so konventionell?) nicht
unterstützen.

Ich möchte TeX einiges vorwerfen, aber nicht, daß es sich an spätere Entwicklungen nicht gehalten hat. Tatsache ist allerdings, daß die Verwendung von LaTeX zumindest bei den professionellen Grafik-Designern, bei welchen ich mich bisher persönlich erkundigen konnte, keine Rolle spielt. Nun wirst Du vielleicht milde lächeln und sagen: ist doch klar, der Zweck von TeX & Co ist ja auch anderer, nämlich gerade die Publikation vorzugsweise wissenschaftlicher Arbeiten. Dem würde ich zustimmen. Die Schriftenentwicklung findet aber insbesondere für Grafik-Designer statt und orientiert sich an der Software, die hier genutzt wird. Und so war das gängige Format für Fonts lange PostScript 1 & 3 und wird nun langsam durch OpenType ersetzt. Diese Formate machen rund 99 % der kommerziell erhältlichen Schriften aus. Und das soll keine Konvention sein? Ob es gut ist bzw. Du oder ich es gut finden, ist ja wieder was anderes. Aber man kriegt nun mal eben bei Adobe die MyriadPro nicht in einer Form zu kaufen, in der diese Schrift sich direkt in TeX oder LaTeX nutzen läßt. Man muß sie konvertieren (erneut: daß dies möglich ist, steht außer Frage). Das wollte ich betonen.

Grüße,

Christian