LaTeX - die Entscheidung - Help?!?

Hallo!
Vor ca. 1 Jahr bin ich hier über einen sehr engagierten Latex-Fan auf eben dieses Progamm aufmerksam geworden… Ich werde in den nächsten Wochen beginnen, meine Diss „runterzuschreiben“ :wink: Naja, nun überlege ich, tatsächlich mit dem Latex zu arbeiten … nicht zuletzt, da ich in kleinen Teiltexten nun schon genug Word-Ärger hatte mit Formatierungen, Verzeichnissen,… (obwohl ich mich da für recht fit befinde) Tatsächlich muss ich viele Abbildungen in meine Arbeit einbinden, also erscheint mir word wirklich unsinnig.
Nun hatte ich mir damals das Programm installiert und auch noch eine Oberfläche dazu (sah dann quasi aus wie Word) … aber ich habe es nicht ganz ausprobieren können (Festplatte adé, gehört wohl zur Promotion dazu).
Naja, nun frage ich mich, ob es hier noch immer so hoch motivierte Latex-Leute gibt, die mir eine neue Starthilfe geben/ empfehlen können?
Irgendwie schrecken mich auch die Fragen zum Thema hier etwas ab - verstehe nur Bahnhof… Hilfe, bin ratlos!!!

Konkret die Fragen:
LaTeX - Ja oder Nein?
Installation - Was von wo?
Wie viel Einarbeitungszeit vor sinnvoller Nutzung ist notwendig?

Dankeschön!
Gruß
Kessin

Hallo!

Hi,

Vor ca. 1 Jahr bin ich hier über einen sehr engagierten
Latex-Fan auf eben dieses Progamm aufmerksam geworden…

Schlimm, diese Leute.

[snip] genug Word-Ärger hatte mit Formatierungen,
Verzeichnissen,… (obwohl ich mich da für recht fit befinde)
Tatsächlich muss ich viele Abbildungen in meine Arbeit
einbinden, also erscheint mir word wirklich unsinnig.

Das uebliche also.

Nun hatte ich mir damals das Programm installiert und auch
noch eine Oberfläche dazu (sah dann quasi aus wie Word) …

Tja… vielleicht Lyx?[1] Davon hab ich keine Ahnung.

LaTeX - Ja oder Nein?

Meine Meinung: Ja.

Installation - Was von wo?

Das kommt natuerlich auf das Betriebssystem an. Ich verwende ueblicherweise die TeTeX-Distribution.[2] Dir gefaellt vielleicht MikTeX[3] besser.

Wie viel Einarbeitungszeit vor sinnvoller Nutzung ist
notwendig?

Ich schaetze etwa eine Woche, waehrend Du anfaengst, Deinen Text zu tippen. Einen Schnelleinstieg hab ich mal hier gegeben: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv… Ansonsten ist es hilfreich, sich bestehende Dokumente zu geben und sich daraus was abzugucken.

HTH,
Gruss vom Frank.
===footnotes===
[1] http://www.lyx.org/
[2] http://tug.org/teTeX/
[3] http://www.miktex.org/

Hallo,

Schlimm, diese Leute.

nene, ich glaube eher so ADAC-PC-Engel :wink:

Tja… vielleicht Lyx?[1] Davon hab ich keine Ahnung.
Das kommt natuerlich auf das Betriebssystem an. Ich verwende
ueblicherweise die TeTeX-Distribution.[2] Dir gefaellt
vielleicht MikTeX[3] besser.

danke für die Linkung, schaue ich mir gleich mal an!

Ich schaetze etwa eine Woche, waehrend Du anfaengst, Deinen
Text zu tippen. Einen Schnelleinstieg hab ich mal hier
gegeben:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

auch dies wird sofort angeschaut !!!

Ansonsten ist es hilfreich, sich bestehende Dokumente zu geben
und sich daraus was abzugucken.

hüstel … wo bekommt man die :wink: ?

HTH,

HTH?

Gruß
Kessin

[1] http://www.lyx.org/
[2] http://tug.org/teTeX/
[3] http://www.miktex.org/

Hallo,

Tja… vielleicht Lyx?[1] Davon hab ich keine Ahnung.

Ich würde um Lyx eher einen Bogen machen. Meiner Meinung nach vereint das Programm die Nachteile von Word und LaTeX.

Das kommt natuerlich auf das Betriebssystem an. Ich verwende
ueblicherweise die TeTeX-Distribution.[2] Dir gefaellt
vielleicht MikTeX[3] besser.

Verrate uns doch mal, welches Betriebssystem Du nutzt. Je nachdem sind dann unterschiedliche LaTeX-Pakete und zusätzliche Tools empfehlenswert. Im gegensatz zu Word läuft LaTeX auf so gut wie allem.

[…]

Ansonsten ist es hilfreich, sich bestehende Dokumente zu geben
und sich daraus was abzugucken.

Ich halte das für wenig Zielführend, da es sehr viele verdammt umständlich dahingefummelte LaTeX-Dokumente gibt von Leuten, die das Layout partout nicht ihrem Experten überlassen wollen. Dokumentation zu LaTeX gibt es wie Sand am Meer, aber zwei Dokumente möchte ich hervorheben:

Eine allgemeine Einführung für blutige Anfänger findest Du auf den DANTE seiten: http://dante.ctan.org/CTAN/info/german/LaTeX2e-Kurzb…

Wer deutsche Dokumente schreiben möchte, ist sehr gut beraten, anstelle der Standardklassen die Koma-Klassen zu verwenden. Die sehr lesenswerte Anleitung dazu findet sich unter
ftp://ftp.ctan.org/tex-archive/macros/latex/contrib/…

So, dann ist da noch die FAQ: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/

Damit solltest Du zuächst einmal auskommen. Wenn noch Fragen aufkommen (werden sie mit Sicherheit :smile:, dann melde Dich ruhig hier. Dafür ist das Forum ja da.

Gruß

Fritze

Hei,
danke für die Linkauswahl etc!

Verrate uns doch mal, welches Betriebssystem Du nutzt. Je
nachdem sind dann unterschiedliche LaTeX-Pakete und
zusätzliche Tools empfehlenswert.

Ich habe Win2000 installiert und den Nachmittag (oh … und den Abend) damit verbracht, MikTeX und TeXnic-Center zu installieren, kurzzeitig zu verzweifeln … und nun aber ein erstes Dokument zu erstellen. Also mein Inhaltsverzeichnis mit einigen Textteilen der Diss, eine Grafik, Aufzählungen,… PUH!
Meine Frage für heute, die sich mir aus einem Überfliegen des Textes für Fortgeschrittene über die Klassen nicht erschließen konnte:
Wo gibt es eine Übersicht über die Klassen, bzw. was ist für Dissertationen „Standard“ — bei report etc. gibt es mir zu wenig Unterpunkte für die Gliederung (z.B.). … Die Entscheidung steht und fällt mit der Suche nach einem „stimmigen“ Layout (also Klasse, oder?!?) … Bin sonst echt begeistert!
Dankeschön soweit!
Gruß
Kessin

Hallo,

Ich habe Win2000 installiert und den Nachmittag (oh … und
den Abend) damit verbracht, MikTeX und TeXnic-Center zu
installieren, kurzzeitig zu verzweifeln …

Gute Wahl für Win2000. Wieso verzweifelt? Ich würde übrigens darüber hinaus noch Ghostview/Ghostscript installieren, um ggf. mit Postscript-Dateien umgehen zu können. Welches MikTeX hast Du denn installiert? Die Minimalversion oder was größeres?

http://www.cs.wisc.edu/~ghost/

und nun aber ein
erstes Dokument zu erstellen. Also mein Inhaltsverzeichnis mit
einigen Textteilen der Diss, eine Grafik, Aufzählungen,…
PUH!

Wieso PUH? Hast Du die Kurzanleitung gelesen?

Meine Frage für heute, die sich mir aus einem Überfliegen des
Textes für Fortgeschrittene über die Klassen nicht erschließen
konnte:
Wo gibt es eine Übersicht über die Klassen, bzw. was ist für

Das steht in der Kurzdoku drin, die ich Dir verlinkt hatte. Ebenso in der Koma-Anleitung, die Du ruhig auch mal anschauen solltest.

Dissertationen „Standard“ — bei report etc. gibt es mir zu
wenig Unterpunkte für die Gliederung (z.B.).

Ich halte Report aber für genau richtig. Wieviele Gliederungsebenen hättest Du denn gerne? Vier finde ich schon reichlich genug. Die vierte Gliederungsebene wäre bei den mir bekannten Arbeiten bereits nahezu „unteilbar“ und würe auch nicht im Inhaltsverzeichnis auftauchen.

… Die
Entscheidung steht und fällt mit der Suche nach einem
„stimmigen“ Layout (also Klasse, oder?!?) … Bin sonst echt
begeistert!

Ich würde die Koma-Report Klasse wählen. Siehe Anleitung Koma-Script.

Gruß

Fritze

Hallo,

Konkret die Fragen:
LaTeX - Ja oder Nein?

Wenn Du mich fragst: ja.

Installation - Was von wo?

Mit Windows kenne ich mirch wirklich nicht aus, auch nicht mit LaTeX unter Windows. Ich selbst nutzte LaTeX unter Linux, als Editor XEmacs. Die Installation ist wirklich kinderleicht (soll heißen: vollautomatisch). XEmacs bedarf etwas Einarbeitungszeit, ist dann aber IMHO der beste Editor für LaTeX gerade wenn man noch Literaturdatebanken nutzen will (BibTex, RefTeX).

Wie viel Einarbeitungszeit vor sinnvoller Nutzung ist
notwendig?

Schwer zu sagen. Wenn man das Prinzip von HTML kennt, hat man schon viel verstanden. Die genannte Woche halte ich für realistisch. Ich habe erstmal mit etwas Text geübt, später dann verfeinert.

Ich arbeite meist mit den KOMA-Script-Klassen und erstelle mit „pdflatex“ PDF-Dateien, für die die meisten User ein entsprechendes Programm zum Lesen auf ihrem Rechner haben.

Ich habe mit http://www.uni-giessen.de/hrz/tex/cookbook/cookbook… und http://ftp.dante.de/tex-archive/info/lshort/german/l… angefangen, dazu die Dokumentation von den KOMA-Script-Klassen: http://www.tug.org/tex-archive/macros/latex/contrib/…

Lesenswert erscheinen mir noch
http://www.grundstudium.info/latex/
http://lefti.amigager.de/latex/index.html

HTH,

Sebastian

Hallo Kessin,

keines der üblichen Programme für Textverarbeitung/Textsatz ist frei von Mängeln, deshalb ist es wohl am sinnvollsten, sich anzusehen, welche Bedingungen die Software erfüllen soll. Man fährt nicht zu schlecht damit, wenn man sich umsieht, in welchen Bereichen welche Software eingesetzt wird.

– Verbreitung. Word ist mit am weitesten verbreitet und in den richtigen Foren findet man auf viele Probleme innerhalb kürzester Zeit eine Antwort – einfach aufgrund der Masse. Dies kann bei den weniger verbreiteten Programmen zu einem Problem werden, wenn ein Problem drückt, gerade, wenn der Abgabetermin näher rückt und man in Streß ist. Den Faktor sollte man nicht außer Acht lassen.

– Mathematische Ausdrücke und Formeln. Sofern Du Formeln setzen mußt, kommst Du im Grunde um TeX/LaTeX nicht drum herum. Es gibt einfach keine wirklich bessere Alternative. Für eine oder zwei Formeln mag die Word-Klick-Orgie vielleicht ausreichen, aber alles, was darüber hinausgeht, wird Dir nur graue Haare bescheren. Nicht umsonst ist LaTeX unter Mathematikern und Physikern unangefochten auf Platz 1.

– Länge. Da es sich um Deine Diss handelt, setze ich ein längeres Pamphlet voraus. Das ist laut vieler Benutzer eine schlimme Hürde für M$ Word. Dazu kann ich wenig sagen, da ich schon viele lange Dokumente in Word gesetzt habe und noch nie Probleme hatte. Aber da Du Dich selber mit Word auskennst und davon weg möchtest, wirst Du um die Probleme wissen.

– Viele Bilder. Auch bei vielen Bildern kann Dich Word zur Weißglut treiben, wenn man sie in bestimmter Weise einbinden will (wenn man sich an bestimmte Spielregeln hält, gibt es wenig Probleme). Hier ist allerdings auch LaTeX/MikTeX nicht ganz pflegeleicht, weil nicht einfach alle Formate eingebunden werden können. Du bist auf ps/eps/jpg (angeblich auch tiff, das hat bei mir aber nie funktioniert) festgelegt. Hast Du viele Bilder in anderen Formaten, müssen die alle konvertiert werden. Ich persönlich hasse das wie die Pest. Auch Importe aus anderen Anwendungen wie Sigmaplot oder Excel werden auf diesem Wege eingebunden, sofern man diese Programme nutzt. Ist für viele Anwender kein Problem, man muß es aber wissen.

– Tabellen. Hast Du große/lange Tabellen? Dann kann Dich LaTeX zur Weißglut treiben. Tabellensatz ist in LaTeX schlicht nicht bequem gelöst. Es geht, das ist nicht die Frage. Deshalb muß es trotzdem nicht schön sein. Ich kenne einige Bekannte, der sich genau aus diesem Grund von LaTeX verabschiedet haben – Seitenweise Tabellen mit unterschiedlichsten Inhalten und Formaten. Sicher ein Extremfall, aber auch hier gilt: man muß es wissen.

– Typo und Layout. Willst Du Deinen Text selber gestalten? LaTeX liefert ein schönes und solides Grundlayout, was insbesondere bei wissenschaftlichen Publikationen sehr gut paßt. Das Layout ist besser als das übliche 08/15-Layout von Word, aber beileibe nicht perfekt. Das fängt schon mit den unschönen Trennungen an, die von LaTeX-Usern immer wieder gerne toleriert werden, weil dafür der Blocksatz sooooo toll ist in LaTeX.
Für andere Zwecke können, so wird man von LaTeX-Usern immer wieder belehrt, diverse Vorlagen von allen möglichen Stellen (eine ist der Springer-Verlag) heruntergeladen werden. Hierbei wird aber eines übersehen: Es gibt Leute, die den Text aktiv gestalten wollen. Wenn Du diesen Anspruch hast, dann solltest Du die Finger von LaTeX lassen. Nicht umsonst gibt es im Bereich Grafikdesign nur sehr wenige, die sich mit LaTeX herumschlagen. In Word ist manches schon einfacher, aber Feinheiten sind ebensowenig umsetzbar. Auf diesem Gebiet ist Adobe InDesign mittlerweile Marktführer und wäre eigentlich ein generell empfehlenswertes Programm, wenn es nicht so teuer wäre. Als billige Alternative kann man mal einen Blick auf Ragtime werfen, welches für Privatanwender kostenlos ist. Nur für den kommerziellen Einsatz muß man eine Lizenz erwerben. Ich halte es nicht für ideal, aber es gibt einen guten Einblick in die Arbeitsweise layout-orientierter Satzprogramme.

Schließlich kannst Du noch mal einen Blick auf folgendes Liste werfen:
http://mypage.bluewin.ch/reprobst/WordFAQ/LangDok.htm
Immer einen Blick wert!

Und egal ob Du Dich nun für LaTeX entscheidest oder nicht, folgendes Dokumente sind in jedem Fall einen Blick Wert, auch wenn sie für LaTeX-Anwender von erhöhtem Interessen sind:
http://www.dante.de/dante/DTK/dtk96_4/Text/dtk96_4_n…
http://www.dante.de/dante/DTK/dtk97_1/Text/dtk97_1_n…

Viel Spaß,

Christian

Hallo Alle,

keines der üblichen Programme für Textverarbeitung/Textsatz
ist frei von Mängeln, deshalb ist es wohl am sinnvollsten,
sich anzusehen, welche Bedingungen die Software erfüllen soll.
Man fährt nicht zu schlecht damit, wenn man sich umsieht, in
welchen Bereichen welche Software eingesetzt wird.

Diese Einstellung wäre sinnvoll, wenn es einen freien Markt für Textverarbeitungen gäbe. Das ist nicht der Fall. In der Tat ist Word die mit Abstand am meisten verbreitete Textverarbeitung. Das hat aber rein gar nichts mit deren Qualität oder Brauchbarkeit für bestimmte Zwecke zu tun, sondern schlicht mit der Monopolmacht des Herstellers.

Im übrigen dürfte die weit überwiegende Zahl der Word-Nutzer in den selstensten Fällen mehr als zwei Seiten am Stück zu bearbeiten haben und nutzen es mehr oder weniger wie eine elektrische Schreibmaschine mit größerem Korrekturpuffer. Da macht es in der Tat wenig Probleme.
In allen mir bekannten Vergleichstests für das bearbeiten längerer Dokumente (> 100 Seiten) schneidet es stets und seit etlichen Versionen am schlechtesten ab! Mit anderen Worten: Es ist egal, welche Alternative man wählt. Man hat auf alle Fälle weniger Probleme, als mit Word.

Man bedenke bitte, dass „weniger Probleme“ nicht „gar keine Probleme“ bedeutet!

Nun verhält es sich aber so, dass bei dem LaTeX zugrunde liegenden TeX eine exponentiell wachsende Belohnung auf das Finden von Bugs ausgesetzt ist: „I believe that the final bug in TeX was discovered and removed on November 27, 1985. But if, somehow, an error still lurks in the code, I shall gladly pay a finder’s fee of $20.48 to the first person who discovers it. (This is twice the previous amount, and I plan to double it again in a year; you see, I really am confident!)“

Er hat das natürlich nicht ganz durchgehalten (siehe http://truetex.com/knuthchk.htm), aber im großen und ganzen ist TeX im Vergleich zu jeglicher sonstig erhältlicher Software extrem stabil! Im Vergleich zu Word ist das Programm ein Fels in der Brandung!

– Verbreitung. Word ist mit am weitesten verbreitet und in den
richtigen Foren findet man auf viele Probleme innerhalb
kürzester Zeit eine Antwort – einfach aufgrund der Masse.

Ob es tatsächlich mehr Menschen gibt, die sich mit Word wirklich auskennen, als mit LaTeX, wage ich zu bezweifeln. Masse ist nicht gleich Klasse.

Dies
kann bei den weniger verbreiteten Programmen zu einem Problem
werden, wenn ein Problem drückt, gerade, wenn der Abgabetermin
näher rückt und man in Streß ist. Den Faktor sollte man nicht
außer Acht lassen.

In der Tat. Daher sollte man auf eine Alternative ausweichen, bei der erfahrungsgemäß die geringste Zahl von Problemen zu erwarten ist. Außerdem sollte man auch bedenken, dass die Qualität der Probleme recht unterschiedlich ist. Während bei Word-Nutzern noch gestritten wird, wie man die Seitenzahlen wieder auf den Ausdruck bringt, warum Kapitel 3 plötzlich inklusive aller Backups verschwunden ist, warum alle Abbildungen nurnoch rote Kreuze sind, warum die Nummerierung von Abbildungen, Gleichungen, etc. nicht funktioniert und dergleichen, wird bei LaTeX um die Optimierung der Trennungsalgorithmen und das Problem beim platzieren von „Floats“ (Abbildungen und Tabellen) diskutiert. Während das eine K.O.-Kriterien für die Abgabe der Arbeit darstellt, ist das Problem bei LaTeX lediglich eine ausgefeilte optische Optimierung, zur Not kann die Abbildung auch bitteschön auf einer Extraseite zu sehen sein, zumal die Referenzierung (siehe Abb. auf seite 100% zuverlässig und kinderleicht funktioniert).

– Mathematische Ausdrücke und Formeln. Sofern Du Formeln
setzen mußt, kommst Du im Grunde um TeX/LaTeX nicht drum
herum. Es gibt einfach keine wirklich bessere Alternative. Für
eine oder zwei Formeln mag die Word-Klick-Orgie vielleicht
ausreichen, aber alles, was darüber hinausgeht, wird Dir nur
graue Haare bescheren. Nicht umsonst ist LaTeX unter
Mathematikern und Physikern unangefochten auf Platz 1.

In der Tat. Warum Microsoft da nicht mal Abhilfe schafft, ist mir unbegreiflich. Es gibt allerdings Produkte von Drittanbietern, die man (natürlich gegen ein Bündel Bargeld) vernünftig nutzen kann – mit der Syntax von LaTeX :smile:

– Länge. Da es sich um Deine Diss handelt, setze ich ein
längeres Pamphlet voraus. Das ist laut vieler Benutzer eine
schlimme Hürde für M$ Word. Dazu kann ich wenig sagen, da ich
schon viele lange Dokumente in Word gesetzt habe und noch nie
Probleme hatte. Aber da Du Dich selber mit Word auskennst und
davon weg möchtest, wirst Du um die Probleme wissen.

Jo. Ich hatte auch noch nie Probleme mit LaTeX (Mir gefällt z.B. die Trennung so, wie sie ist). Da sind wir wohl die extremen Ausnahmen für beide Programme. Google doch mal …

– Viele Bilder. Auch bei vielen Bildern kann Dich Word zur
Weißglut treiben, wenn man sie in bestimmter Weise einbinden
will (wenn man sich an bestimmte Spielregeln hält, gibt es
wenig Probleme). Hier ist allerdings auch LaTeX/MikTeX nicht
ganz pflegeleicht, weil nicht einfach alle Formate eingebunden
werden können. Du bist auf ps/eps/jpg (angeblich auch tiff,
das hat bei mir aber nie funktioniert) festgelegt. Hast Du
viele Bilder in anderen Formaten, müssen die alle konvertiert
werden.

mach mal aus PS EPS. Sonst wird die Sache leicht zum Krampf. Mich stört die Festlegung auf ein Format nicht, da man sie sehr gut ineinander umwandeln kann. Und zwar entweder aus LaTeX heraus, indem man das „graphicx“ Paket und eine „\declaregraphicsrule“ in Verbindung mit ImageMagick nutzt, oder aber durch das Anwenden von „ImageMagick“ vor dem LaTeX-Run, welches vollkommen problemlos auch riesige Mengen von Bildern in ganzen Legionen von Unterverzeichnissen innerhalb kürzester Zeit in das gewünschte Format umwandelt. http://www.imagemagick.org/script/index.php

Ich persönlich hasse das wie die Pest.

Tja, wenn man die falschen Tools nutzt, kann das in der Tat ätzned sein. Da zeigt sich einmal mehr, dass Anwendungen per shell erheblich besser geeignet sein können, als „Klickibunti“ Grafikmonster. Im übrigen ist der Import von Bitmap-Grafiken stets mit Vorsicht zu genießen, weil die Auflösung erheblich höher gewählt werden muss, als auf dem Bildschirm. Sonst wundert man sich über die „Legosteine“ in der Doktorarbeit.

Auch Importe
aus anderen Anwendungen wie Sigmaplot oder Excel werden auf
diesem Wege eingebunden, sofern man diese Programme nutzt. Ist
für viele Anwender kein Problem, man muß es aber wissen.

Zumal man nun wirklich problemlos aus *allen* Anwendungen heraus LaTeX-Kompatible Abbildungen exportieren kann. Wenn die Anwendung selbst kein EPS (Encapsulated Postscript) unterstützt (was bei uns sogar die Speicheroszilloskope und Spektrum-Analyzer tun), kann man es über einen Ausdruck und Verwendung des original Adobe-Treibers kinderleich erstellen. http://www.adobe.com/support/downloads/detail.jsp?ft…

– Tabellen. Hast Du große/lange Tabellen? Dann kann Dich LaTeX
zur Weißglut treiben. Tabellensatz ist in LaTeX schlicht nicht
bequem gelöst. Es geht, das ist nicht die Frage. Deshalb muß
es trotzdem nicht schön sein. Ich kenne einige Bekannte, der
sich genau aus diesem Grund von LaTeX verabschiedet haben –
Seitenweise Tabellen mit unterschiedlichsten Inhalten und
Formaten. Sicher ein Extremfall, aber auch hier gilt: man muß
es wissen.

Dazu ist zu sagen, dass Inhalt von Arbeiten bitteschön im Text zu stehen hat, nicht in Tabellen. Tabellen dienen lediglich der Erläuterung des Sachverhaltes und sind dementsprechend sparsam und auf die sinnvollen Daten reduziert zu verwenden. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass sich irgendein Professor oder sonstwer die Mühe macht, 20 Seiten DIN A4 Quelldaten zu lesen? Sowas gehört allenfalls in den Anhang. Ich kenne es mittlerweile so, dass eine CD mit den entsprechenden Daten beigefügt wird. Zur Not lässt sich Excel auch in LaTeX umwandeln, was für Tabellen im Anhang reichen sollte: http://www.jam-software.com/freeware/index.shtml

Für andere Zwecke können, so wird man von LaTeX-Usern immer
wieder belehrt, diverse Vorlagen von allen möglichen Stellen
(eine ist der Springer-Verlag) heruntergeladen werden. Hierbei
wird aber eines übersehen: Es gibt Leute, die den Text aktiv
gestalten wollen. Wenn Du diesen Anspruch hast, dann solltest
Du die Finger von LaTeX lassen.

Du hast das Konzept von LaTeX noch immer nicht verstanden. Es geht gerade darum, NICHT AM LAYOUT RUMZUFUMMELN. Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: LaTeX ist ein Setzer! Du bist als Autor für den Inhalt zuständig. Und das ist gut so! Von wenigen Ausnahmen abgesehen haben Autoren weder das Wissen noch die Zeit, sich um Layout zu kümmern. Insbesondere wollen Verlage nicht, dass Autoren die Bücher gestalten, sie wollen ihr Layout umsetzen! Daher ist LaTeX eine logische Konsequenz. Es ist überhaupt nicht das Ziel von LaTeX, mit Programmen wie Quark Express & Co. zu konkurrieren. Das ist doch überhaupt nicht die Frage.

Nicht umsonst gibt es im
Bereich Grafikdesign nur sehr wenige, die sich mit LaTeX
herumschlagen.

Ich behaupte sogar, es gibt genau niemanden der das macht.

In Word ist manches schon einfacher, aber
Feinheiten sind ebensowenig umsetzbar.

Es ist mindestens so unbrauchbar, wie LaTeX. Wenn man wirkliche Kontrolle über das Layout haben möchte, dann braucht man sehr gute Kenntnisse und TeX (ohne La). Aber auch TeX selbst will da gar keine ernst zu nehmende Konkurrenz sein!

Auf diesem Gebiet ist
Adobe InDesign mittlerweile Marktführer und wäre eigentlich
ein generell empfehlenswertes Programm, wenn es nicht so teuer
wäre.

Lustisch. Es ist teuer und erfordert nun wirklich eine ganz andere Einarbeitung in die Materie! Kann doch nicht Dein Ernst sein, dass jeder Autor auch Setzer sein soll.

Als billige Alternative kann man mal einen Blick auf
Ragtime werfen, welches für Privatanwender kostenlos ist. Nur
für den kommerziellen Einsatz muß man eine Lizenz erwerben.
Ich halte es nicht für ideal, aber es gibt einen guten
Einblick in die Arbeitsweise layout-orientierter
Satzprogramme.

Es ist für Layouter gedacht, nicht für Autoren. Das ist der große Unterschied. Das Problem mit Word ist, dass es ebenfalls jeden Autor zum Setzer machen will, aber obendrein jämmerlich versagt, die dafür notwendigen Werkzeuge zuverlässig zur Verfügung zu stellen. Word ist einfach großer Mist und wird mit jeder Version schlimmer.

Schließlich kannst Du noch mal einen Blick auf folgendes Liste
werfen:
http://mypage.bluewin.ch/reprobst/WordFAQ/LangDok.htm
Immer einen Blick wert!

Ja, und ein wunderbares Beispiel dafür, wie unübersichlich man eine FAQ gestalten kann. Vergleiche bitte mal http://mypage.bluewin.ch/reprobst/WordFAQ/ mit http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/html/de-tex-faq.html und urteile selbst.

Und egal ob Du Dich nun für LaTeX entscheidest oder nicht,
folgendes Dokumente sind in jedem Fall einen Blick Wert, auch
wenn sie für LaTeX-Anwender von erhöhtem Interessen sind:
http://www.dante.de/dante/DTK/dtk96_4/Text/dtk96_4_n…
http://www.dante.de/dante/DTK/dtk97_1/Text/dtk97_1_n…

Die beiden Dokumente sind nett zu lesen und insbesondere für Word-Nutzer von Interesse. Für Anwender von LaTeX hingegen in weiten Teilen obsolet, da die Pakete SIunits, die Koma-Klassen mit den richtigen Optionen und die Verwendung der T1-Kodierung bei den Zeichensätzen viele der Probleme gar nicht erst entstehen lassen.

Ich würde mir, müsste ich eine längere Abhandlung oder gar ein Buch verfassen, von einem LaTeX-Experten die Dokumenten-Präambel (also alles vor dem \begin{document}) schreiben und erläutern lassen und dann loslegen. Ich müsste dann niemals Angst haben, dass von meinem Text irgendetwas verloren geht und könnte mir ab und zu bei Problemen im Detail helfen lassen. Word ist dagegen ein Textadventure für das man sehr starke Nerven und einen gewissen Fatalismus gegenüber verschobenen Abgabeterminen braucht.

Gruß

Fritze

Hallo Fritze,

zu schön, LaTeX-Nutzer erheitern mich immer wieder ganz ungemein. Ein Grund, warum ich mich gerne mit ihnen herumschlage! ;o)
Eher wird Microsoft ein solides Programm herstellen als daß ein LaTeX-Anhänger auch nur einen Meter Boden der Insel preisgibt, die sowieso kaum einer haben will!
Die persönlichen Positionen sind schnell geklärt: Deine Meinung ist, daß MS Word so ziemlich das Ende der abendländischen Kultur ist, während TeX/LaTeX das Maß aller Dinge ist. Das ist Dein gutes Recht und ich werde Dich bestimmt nicht versuchen, umzustimmen. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen und Vorlieben.
Meine Meinung ist hingegen, um das auch mal deutlich zu formulieren, daß TeX/LaTeX das beste Textsatzprogramm der Welt sein könnte, wenn es nicht absolut unbenutzbar wäre. Das ist meine Meinung und die vieler anderer Leute in meinem Bekanntenkreis auch und Du wirst entweder schreiend untergehen oder es ebenfalls einfach akzeptieren.

So, nachdem das hoffentlich geklärt ist, können wir uns wieder der Diskussion zuwenden. Ich habe versucht, einen Überblick über Stärken und Schwächen von Programmen zu geben, die i.A. genannt werden, wenn die Frage aufkommt, womit man denn nun am besten arbeiten soll. Wer auch nur mit etwas Hirn mein Posting liest, wird feststellen, daß MS Word keineswegs sonderlich gut abschneidet. Aber sei’s drum.

Monopolstellung? Das ist Unsinn. Wir haben derzeit mit Ragtime, OpenOffice und TeX/LaTeX drei Produkte, welche zumindest für Privatanwender frei zugänglich sind und die Bereiche von Layout bis satzorientiert abdecken. Die meisten Studenten, die ich kennengelernt habe und kenne sind sich dessen bewußt und wählen halt eines aus. Und welche große Überraschung: Diejenigen, die Layout machen wollen und können greifen zu Ragtime, sofern sie sich nicht InDesign leisten können und diejenigen, die viel mit Formeln zu tun haben greifen zu TeX/LaTeX. Wie das jetzt mit einer Monopostellung zusammenhängen soll, darfst Du mir gerne erklären. Umgekehrt sperren sich alle Anwender, die ich kenne (ich erhebe nicht den Anspruch, eine statistisch signifikante Zahl von Leuten zu kennen!), die Layout machen wollen und können mit Händen und Füßen gegen TeX/LaTeX. Alle mit der gleichen Begründung: Dafür ist es nicht gemacht. Das gleiche Argument kommt insbesondere von Mathematikern und Physikern, wenn es um Formelsatz geht. Monopolstellung?

In allen mir bekannten Vergleichstests für das bearbeiten
längerer Dokumente (> 100 Seiten) schneidet es stets und
seit etlichen Versionen am schlechtesten ab!

Oh, wie schön, hast Du da Quellen? Die würde ich gerne erfahren, damit ich nicht immer nur »von meinen Bekannten« oder Forumseinträgen reden muß. Denn da sieht das Bild etwas anders aus. Bis auf wenige Ausnahmen haben die LaTeX-Benutzer die »Bekehrung« zähneknirschend vollzogen, weil die entsprechenden Fakultäten eine Abgabe von Haus- und Diplomarbeiten in einem anderen Format als LaTeX nicht angekommen hätten. Aber wie gesagt, dies ist nicht statistisch signifikant.

Mit anderen
Worten: Es ist egal, welche Alternative man wählt. Man hat auf
alle Fälle weniger Probleme, als mit Word.

Noch viel insignifikanter (kann man das steigern?): Ich habe noch nie so viele und scheinbar unlösbare Probleme gehabt wie mit MikTeX. Meine persönliche Erfahrung!

… warum alle
Abbildungen nurnoch rote Kreuze sind, …

Viele der von Dir angesprochenen Probleme sind meiner Erfahrung nach (persönlich bekannte Anwender und Office-Foren; wiederum statistisch nicht signifikant) sind etwa 5 Jahre alt und lange nicht mehr aktuell, wie z.B. die roten Kreuze. Das geisterte mit Word97 lange durch die Foren und ist eines der Probleme, die von Microsoft tatsächlich irgendwie umgangen wurden. Du solltest Deine gespeicherten Word-Probleme mal auf den neusten Stand bringen, wenn Du sie schon immer wieder zitierst.

In der Tat. Warum Microsoft da nicht mal Abhilfe schafft, ist
mir unbegreiflich.

Wie? Du fängst an über Monopole zu reden und begreifst das nicht? Also, da kann ich Deiner Unwissenheit Abhilfe schaffen: Der Markt ist nicht da. Warum sollte sich MS denn die Mühe machen? Hardcore-Formelsatz machen eh alle mit TeX/LaTeX (wie gesagt, viele der mathematischen Fakultäten schreiben den Gebrauch von LaTeX vor). Der Rest muß hier und da mal eine Formel setzen und ärgert sich damit herum, daß es alles nicht ordentlich funktioniert, aber am Ende kommt etwas heraus, was zumindest den Zweck erfüllt (wenn es vielleicht auch nicht ganz so elegant ist) und damit hat es sich. Drittanbieter gibt es auch, wenn man also mehr Formelsatz benötigt und so verrückt ist, nicht LaTeX zu benutzen, der kann auch glücklich werden. Wozu der Aufwand? Schon gar, wo Du selber geschrieben hast, daß Word eh nur als bessere Schreibmaschine eingesetzt wird.

mach mal aus PS EPS. Sonst wird die Sache leicht zum Krampf.
Mich stört die Festlegung auf ein Format nicht …

Schön für Dich! Ich halte es schlicht für inakzeptabel. Aber das ist wieder meine persönliche Meinung. »Man kann sie problemlos umwandeln …« – ist ja bestens. Will ich aber garnicht. Fertig. Vielleicht wollen das andere Benutzer ja auch garnicht. Könnte vielleicht sein? Es soll nämlich Programm geben, die einfach alle heutzutage üblichen Grafikformate einfach einbinden können. Und die heißen noch nicht mal Word mit Vornamen! Vielleicht wollen manche Leute das?

Dazu ist zu sagen, dass Inhalt von Arbeiten bitteschön im Text
zu stehen hat, nicht in Tabellen …

Oh oh, man soll nicht von sich auf Andere schließen. Es soll Arbeiten geben, in denen die Darstellung vieler Tabellen notwendig ist. Kenne mehrere davon. Es es wirklich über mehrere Seiten geht ist zugegebenermaßen selten, aber sogar ich habe eine ganze Reihe von Tabellen in meiner Doktorarbeit und die sind da auch nicht wegzudenken. Es ist auch schwachsinn, ein inhaltsleeres Argument gegen eine Empfehlung zu stellen. Ich habe ganz bestimmt nicht selber Tabellen in LaTeX gesetzt. Ich habe einen Blick auf eine 10seitige Kurzanleitung geworfen und sofort die Waffen gestreckt – ein Luxus, den ich mir leisten kann. Nein, ich habe das von mehrere hardcore-LaTeX-Anwendern als Argument gehört, daß man, wenn man viel mit Tabellen arbeitet, mit LaTeX keine Freude hat. Oder vielleicht sollte ich sagen: Nicht soviel Freude hat. Damit Du nicht gleich wieder Gift und Galle spucken mußt gegen mich armen, kleinen Klicki-Bunti-Benutzer.

Du hast das Konzept von LaTeX noch immer nicht verstanden. Es
geht gerade darum, NICHT AM LAYOUT RUMZUFUMMELN. Man
kann es gar nicht oft genug wiederholen: LaTeX ist ein
Setzer! Du bist als Autor für den Inhalt
zuständig. Und das ist gut so! Von wenigen Ausnahmen abgesehen
haben Autoren weder das Wissen noch die Zeit, sich um Layout
zu kümmern.

Oh, dear, jetzt wird sogar typografisch herumgeschrien! Ob ich das auch kann? Nein, ich lasse es lieber sein. Deine Auführungen gehen leider völlig am Argument vorbei, da kannst Du noch so sehr den fetten Satz bemühen. Ich haber mir erlaubt anzumerken, daß LaTeX für Leute, die aktiv ihren Text gestalten wollen, ungeeignet ist, weil man bereits bei der Umsetzung einfachster typografischer Feinheiten schlicht und ergreifend scheitert. Gut, ja, Du hast recht, LaTeX ist ein Setzer und der Autor soll sich um den Inhalt kümmern bla bla – das war leider nicht die Frage. Die Frage ist: Kann ich TeX/LaTeX empfehlen, wenn ich selber den Text gestalten möchte. Und die Antwort ist eindeutig: Nein. Man kann vieles umsetzen, aber es ist ein Schmerz im Gesäß – und das im Fettsatz. Und wo Du Dich so schön versteifst kann ich das auch: Das fängt bereits mit falsch gesetzten Ligaturen und unschönen Trennmustern an. Wenn Du LaTeX schon so dermaßen als Setzer hervorhebst, dann kann ich nur sagen: er ist ein schlechter Setzer. Besser als der Satz eines 08/15-Word-Dokuments, aber trotzdem immer noch mangelhaft.

Kann doch nicht Dein Ernst
sein, dass jeder Autor auch Setzer sein soll.

Nein, darum ging es nie! Verzeihung, wenn ich mich da so unklar ausgedrückt habe. Also, um das noch mal klar zu stellen: Es soll Leute geben, die längere Dokumente verfassen wie z.B. Diplom- oder Doktorarbeiten und die diese gerne selber typografisch (i.w.S.) gestalten möchten. Grafikdesign-Studenten gehören gerne dazu und der eine oder andere Bekloppte (wie ich) aus anderen Fachrichtungen. Für diesen kleinen, illustren Kreis von Leuten habe ich die Empfehlung abgegeben, lieber nicht auf LaTeX zu setzen. Ist das so klar genug?

Es ist für Layouter gedacht, nicht für Autoren.

Wenn Du aber am Computer einen Text entwirfst und druckst, dann bist Du nun mal selber Setzer, ob Du nun willst oder nicht. Der Computer kann Dir elementare Schritte dabei abnehmen und das entweder mehr oder weniger gut (LaTeX) oder schlecht (z.B. unverändertes Word) machen. Aber sich einfach auf den Standpunkt zu stellen: »Ich kann doch nichts darüf, daß mein LaTeX-Dokument falsch gesetzte Ligaturen enthält, damit habe ich nichts zu tun, ich bin doch nur der Autor, gesetzt hat das doch der blöde Computer!« – mit Verlaub: Das ist zu billig.

Ja, und ein wunderbares Beispiel dafür, wie unübersichlich man
eine FAQ gestalten kann. Vergleiche bitte mal
http://mypage.bluewin.ch/reprobst/WordFAQ/ mit
http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/html/de-tex-faq.html und
urteile selbst.

Tut mir leid, da kann ich nicht urteilen; ich habe mir mein Urteil über die Dante-FAQ schon gebildet. Ich kann Dir nur zustimmen, daß diese spezielle Word-FAQ nicht sehr übersichtlich ist, aber ich wollte eigentlich garnicht auf die FAQ als Ganzes hinweisen sondern auf die Ausfürungen über bestimmte Programme. Aber schön, daß wir mal drüber gesprochen haben.

Grüße,

Christian

P.S.:

Die beiden Dokumente sind nett zu lesen und insbesondere für
Word-Nutzer von Interesse. Für Anwender von LaTeX hingegen in
weiten Teilen obsolet, da die Pakete SIunits, die Koma-Klassen
mit den richtigen Optionen und die Verwendung der T1-Kodierung
bei den Zeichensätzen viele der Probleme gar nicht erst
entstehen lassen.

Tut es eigentlich weh, wenn man sich mit Argumenten selber ins Bein schießt?

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Hallo Fritze,

Hi,

ich bin nicht Fritze.

Meine Meinung ist hingegen, um das auch mal deutlich zu
formulieren, daß TeX/LaTeX das beste Textsatzprogramm der Welt
sein könnte, wenn es nicht absolut unbenutzbar wäre.

LaTeX mag auf den ersten Blick nicht besonders intuitiv sein, aber benutzen konnte ich es letztens noch. Hm, hab ich damit nicht irgendwie Deine Behauptung wiederlegt? Oder wolltest Du sie vielleicht noch einschraenken? Ich kann mit Word uebrigens auch nicht strukturiert umgehen, moechte also behaupten, dass es fuer mich nahezu unbenutzbar ist. Man kann damit aber gut Text malen.

Bis auf wenige Ausnahmen haben die LaTeX-Benutzer die
»Bekehrung« zähneknirschend vollzogen, weil die
entsprechenden Fakultäten eine Abgabe von Haus- und
Diplomarbeiten in einem anderen Format als LaTeX nicht
angekommen hätten.

Hm, das find ich aber auch nicht in Ordnung.

Der Rest muß hier und da mal eine Formel setzen und ärgert
sich damit herum, daß es alles nicht ordentlich funktioniert,
aber am Ende kommt etwas heraus, was zumindest den Zweck
erfüllt (wenn es vielleicht auch nicht ganz so elegant ist)
und damit hat es sich.

Der MS Word Formeleditor ist bezeichnend fuer das gesamte Produktpaket: der halbherzige Versuch, dem Nutzer ein Werkzeug in die Hand zu geben.

Dazu ist zu sagen, dass Inhalt von Arbeiten bitteschön im Text
zu stehen hat, nicht in Tabellen …

Ich finde das Setzen von Tabellen in LaTeX auch nicht gerade sehr bequem. Es geht halt.

Ich haber mir erlaubt anzumerken, daß LaTeX für Leute, die
aktiv ihren Text gestalten wollen, ungeeignet ist, […]

Kunst kommt von koennen, nicht von wollen. Ich wage zu behaupten, dass ein Grossteil der Word-Anwender schlicht unfaehig ist, in positiver Weise auf die Gestaltung eine Textes einzuwirken.

Das fängt bereits mit falsch gesetzten Ligaturen

Ich hab mir zwar ueber Ligaturen noch nie Gedanken gemacht, aber ich weiss, wie ich sie verhindern kann. Machen musste ich das noch nie. Kannst Du mir mal ein konkretes Beispiel nennen? Und wo dort die Ligaturen hingehoeren? Setzt Word eigentlich Ligaturen?

und unschönen Trennmustern an.

Auch das hast Du LaTeX schon mehrfach vorgeworfen und, voellig wertfrei, wuerde mich auch hier mal ein konkretes Beispiel mit Erlaeuterungen interessieren: wie war der Text, was hat LaTeX draus gemacht, was hast Du erwartet.

Es soll Leute geben, die längere Dokumente verfassen
wie z.B. Diplom- oder Doktorarbeiten und die diese gerne
selber typografisch (i.w.S.) gestalten möchten.

Kunst kommt auch nicht von moechten.

Grafikdesign-Studenten gehören gerne dazu und der eine oder
andere Bekloppte (wie ich) aus anderen Fachrichtungen. Für
diesen kleinen, illustren Kreis von Leuten habe ich die
Empfehlung abgegeben, lieber nicht auf LaTeX zu setzen. Ist
das so klar genug?

Ja. LaTeX ist nicht zum layouten. Glasklar.

»Ich kann doch nichts darüf, daß mein LaTeX-Dokument
falsch gesetzte Ligaturen enthält, damit habe ich nichts
zu tun, ich bin doch nur der Autor, gesetzt hat das doch
der blöde Computer!«

Hm, ich kann mich spontan nicht erinnern, dass sich da mal jemand drueber beschwert hat, aber sei’s drum.

Gruss vom Frank.

Hallo liebe Bis-hierhin-mitleser,

zu schön, LaTeX-Nutzer erheitern mich immer wieder ganz
ungemein. Ein Grund, warum ich mich gerne mit ihnen
herumschlage! ;o)

Freut mich, wenn ich zu Heiterkeit Anlass geben kann. Ich wüsste übrigens nicht, warum diese Diskussion hier „off topic“ sein sollte.

Eher wird Microsoft ein solides Programm herstellen als daß
ein LaTeX-Anhänger auch nur einen Meter Boden der Insel
preisgibt, die sowieso kaum einer haben will!

Offenbar wollte die ursprüngliche Fragestellerin recht wohl LaTeX. Sie hat es zumindest recht ernsthaft in Erwägung gezogen und wenn mich nicht alles täuscht es sogar auf ihrem Rechner installiert.

Die persönlichen Positionen sind schnell geklärt: Deine
Meinung ist, daß MS Word so ziemlich das Ende der
abendländischen Kultur ist, während TeX/LaTeX das Maß aller
Dinge ist.

Offenbar hast Du die üblichen Pisa-Probleme mit dem Textverständnis. Aber das kann schonmal passieren, im Eifer des Gefechtes.

Das ist Dein gutes Recht und ich werde Dich
bestimmt nicht versuchen, umzustimmen. Jeder hat seine eigenen
Erfahrungen und Vorlieben.

Es ist vollkommen klar, dass Du mich nicht umstimmen kanst. Aber dummes Zeug über Alternativen von Word zu verbreiten und mit dem üblichen „FUD“ ala Microsoft zu kommen, das ist unterste Schublade. Ich meine Aussagen wie diese hier:

Verbreitung. Word ist mit am weitesten verbreitet und in den richtigen Foren findet man auf viele Probleme innerhalb kürzester Zeit eine Antwort – einfach aufgrund der Masse. Dies kann bei den weniger verbreiteten Programmen zu einem Problem werden, wenn ein Problem drückt, gerade, wenn der Abgabetermin näher rückt und man in Streß ist. Den Faktor sollte man nicht außer Acht lassen.

Ich stehe bei weitem nicht alleine mit der Aussage, dass man genau wegen der sich bei nahendem Abgabetermin häufenden fatalen Fehler mit Word auf Alternativen ohne eben diese Fehler zurückgreifen sollte. Wenn Du mir nicht glaubst, dass Word für lange Dokumente die schlechteste Wahl ist, dann gibt es dafür zum Glück auch andere Stellen, die das sogar ausführlich und fundiert begründen. Erst demletzt ist mir wieder ein Vergleich – leider nur zwischen OpenOffice 2.0 und MicrosoftOffice 2003 – begegnet, der genau diese Aussage abermals bestätigt. c’t 22/2005, Seite 170. Schau bei Gelegenheit mal rein.

Meine Meinung ist hingegen, um das auch mal deutlich zu
formulieren, daß TeX/LaTeX das beste Textsatzprogramm der Welt
sein könnte, wenn es nicht absolut unbenutzbar wäre.

Tja. Weil Du damit nicht umgehen kannst, ist es nicht unbenutzbar. Schon gar nicht „absolut unbenutzbar“.

Das ist
meine Meinung und die vieler anderer Leute in meinem
Bekanntenkreis auch und Du wirst entweder schreiend untergehen
oder es ebenfalls einfach akzeptieren.

Als „Deine Meinung“ kann ich es selbstverständlich akzeptieren. Als richtige Aussage selbstverständlich nicht. Es ist Deine Meinung genauso wie es Blödsinn ist.

So, nachdem das hoffentlich geklärt ist, können wir uns wieder
der Diskussion zuwenden. Ich habe versucht, einen Überblick
über Stärken und Schwächen von Programmen zu geben, die i.A.
genannt werden, wenn die Frage aufkommt, womit man denn nun am
besten arbeiten soll. Wer auch nur mit etwas Hirn mein Posting
liest, wird feststellen, daß MS Word keineswegs sonderlich gut
abschneidet. Aber sei’s drum.

Ja, habe gelesen: Du empfiehlst Adobe Indesign für Leute mit dicker Brieftasche oder Ragtime für Leute mit eher bescheidenen finanziellen Mittlen. Mit der intuitiven Bedienung insbesondere von letzerem (Lustige Bezeichnungen wie „Container“ und „Vorratskammer“ sind genauso selbsterklärend wie die Menüstrucktur der Klickibunti-Oberfläche) wünsche ich der Autorin dann viel Spaß. Natürlich sollte sie nicht vergessen, vorher zumindest einen Kurs in Typografie und Layout zu belegen, denn da muss sich eine ernstzunehmende Autorin selbstverständlich selbst drum kümmern. Das ist Fortschritt! Ach ja, und den Professoren muss sie die Software auch installieren, denn eine gescheite PDF Ausgabe bekommt sie nur, wenn sie Adobe Acrobat (teuer!) installiert hat.

Ansonsten stimmen wir ja wenigstens in soweit überein, dass Word von allen denkbaren Alternativen die schlechteste ist :smile:

Monopolstellung? Das ist Unsinn. Wir haben derzeit mit
Ragtime, OpenOffice und TeX/LaTeX drei Produkte, welche
zumindest für Privatanwender frei zugänglich sind und die
Bereiche von Layout bis satzorientiert abdecken.

Ja, wir haben auch mit Firefox, Opera und Safari mindestens drei Browser, welche für jedermann frei zugänglich sind. Dennoch nutzen mehr als 70% den grottigen IE. Warum? Weil Microsoft eben doch Monopolstrukturen auf dem Desktop hat.

Die meisten
Studenten, die ich kennengelernt habe und kenne sind sich
dessen bewußt und wählen halt eines aus.

Die Studenten die ich kenne, sind sich dessen nicht bewusst und reagieren sehr erstaunt, wenn man eine Alternative vorschlägt (Wie? Da gibts noch was anderes? Ich dachte alle nehmen Word.)

Und welche große
Überraschung: Diejenigen, die Layout machen wollen und können
greifen zu Ragtime, sofern sie sich nicht InDesign leisten
können und diejenigen, die viel mit Formeln zu tun haben
greifen zu TeX/LaTeX. Wie das jetzt mit einer Monopostellung
zusammenhängen soll, darfst Du mir gerne erklären.

Immerhin ist Microsoft mehrfach wegen genau dieser rechtskräftig verurteilt. Aber die haben sicher alle keine Ahnung. Hätten einfach mal Dich fragen sollen. Ich weiß ja nicht, ob Du Dich noch an WordPerfect erinnern kannst? Damals unter DOS hat Word keinen Stich bekommen gegen die Konkurrenz. Dann kam Windows. Und wundersamerweise kam keine Software mit dem neuen Microsoft-Betriebssystem nicht so richtig klar. Außer Microsoft Word. Ist aber sicher nur ein dummer Zufall. Die anderen Programmierer waren eben alle doof. Qualität hat sich durchgesetzt. Und an der Uni verwenden alle Ragtime oder LaTeX.

Umgekehrt
sperren sich alle Anwender, die ich kenne (ich erhebe nicht
den Anspruch, eine statistisch signifikante Zahl von Leuten zu
kennen!), die Layout machen wollen und können mit Händen und
Füßen gegen TeX/LaTeX.

Ich verstehe das nicht. Ich kenne *keinen* Autor, der auf meine Frage, ob er gerne das Layout macht, mit einem begeisterten „JAAA“ geantwortet hat. Ganz im Gegenteil. Stets wurde das eher als Belastung empfunden und die Möglichkeit, sich komplett auf den Inhalt, nicht das Aussehen ihres Textes konzentrieren zu können, war eine große Erleichterung.

Alle mit der gleichen Begründung: Dafür ist es [TeX/LaTeX] nicht gemacht.

Das zeigt, dass sie keine Ahnung haben. TeX ist explizit genau dafür gemacht. LaTeX hingegen sicher nicht. Die Leute, die solches von sich geben, wissen offenbar nicht, wovon sie reden und haben allenfalls mit LaTeX Erfahrungen gemacht.

Das gleiche Argument kommt insbesondere von Mathematikern und Physikern,
wenn es um Formelsatz geht.

Verstehe ich das richtig: Du kennst eine größere Anzahl Mathematiker und Physiker, die behaupten, mit LaTeX könne man nicht vernünftig Formeln setzen?

In allen mir bekannten Vergleichstests für das bearbeiten
längerer Dokumente (> 100 Seiten) schneidet es stets und
seit etlichen Versionen am schlechtesten ab!

Oh, wie schön, hast Du da Quellen? Die würde ich gerne
erfahren, damit ich nicht immer nur »von meinen Bekannten«
oder Forumseinträgen reden muß.

der oben erwähnte C’t Artikel (neueste Ausgabe), ferner „Schreiben ohne Frust
Sieben Textverarbeitungen im Praxistest“ in c’t 7/2004, Seite 170 oder „Experte für Textsatz“, c’t 7/2005, Seite 71 oder „Flotter Oldie (La)TeX - 25 Jahre und keine Ende“, c’t 9/2005, Seite 172. Wenn Dir die c’t als Quelle nicht seriös genug ist, empfehle ich Dir google. Es gibt dutzendweise Links zu Vergleichstests unterschiedlicher Qualität und Ausprägung.

Denn da sieht das Bild etwas
anders aus. Bis auf wenige Ausnahmen haben die LaTeX-Benutzer
die »Bekehrung« zähneknirschend vollzogen, weil die
entsprechenden Fakultäten eine Abgabe von Haus- und
Diplomarbeiten in einem anderen Format als LaTeX nicht
angekommen hätten. Aber wie gesagt, dies ist nicht statistisch
signifikant.

Ich habe es zwar noch nie erlebt, dass eine Fakultät LaTeX vorgeschrieben hätte, aber dass eine Arbeit auch noch als „Datei im Microsoft DOC Format“ abgegeben werden muss, kommt schonmal vor. Da hilft aber meist ein klärendes Gespräch mit dem Professor oder aber das Ausweichen auf .DOC von Word 2.0. Meist wird von den „Experten“ der entsprechenden Fakultät nämlich die Version nicht genannt und es gibt (wie könnte es bei dem Laden auch anders sein) nichts inkompatibleres als aufeinanderfolgende DOC-Formate.

Noch viel insignifikanter (kann man das steigern?): Ich habe
noch nie so viele und scheinbar unlösbare Probleme gehabt wie
mit MikTeX. Meine persönliche Erfahrung!

Während meine Aussage auf den Ergebnissen von Vergleichstests beruht, ist Deine in der Tat nichtssagend, da Du offenbar persönlich starke Probleme mit der „Benutzbarkeit“ von LaTeX hast. Wir hatten wegen Deiner Probleme mit MikTeX glaube ich an anderer Stelle schonmal das Vergnügen.

Du solltest Deine gespeicherten Word-Probleme mal auf
den neusten Stand bringen, wenn Du sie schon immer wieder
zitierst.

Gerade hatte ich wieder mal das „Nicht genügend Speicherplatz auf Datenträger , automatisches Speichern daher verzögert!“ Problem bei einer Word-Datei im Umfang von ca. 20 Seiten mit lediglich einer Tabelle und Null Abbildungen. Version Office 2003. Das Problem ist also nicht behoben. Es ist ein besonders spaßiges Problem, weil man dann auf keinem Datenträger mehr speichern kann (selbst frische ZIP Datenträger sind voll) und die Arbeit seit dem letzten Speichern unwiederruflich verloren ist. Da kommt Freude auf. Keine Ahnung, ob die roten Kreuze noch aktuell sind, oder nicht. Es gibt Bugs (Fußnotenprobleme z.B.) die sich seit Version 2.0 halten. Wieso ausgerechnet Abbildungen jetzt keine Probleme mehr machen sollten, entzieht sich (zum Glück) meiner Kenntnis.

viele der mathematischen Fakultäten schreiben den
Gebrauch von LaTeX vor).

Das würde mich stark wundern. Nenne mir bitte mal konkret eine mathematisch/naturwissenschafltiche Fakultät, die LaTeX explizit verlangt. Ich habe selbst an einer solchen studiert und dort war die Textverarbeitung in keiner Weise vorgeschrieben. Sogar handschriftlich hätte man die Arbeit einreichen können. Es gab allerdings das Gerücht, dass ohne LaTeX keine Eins drin wäre. Aber das war eben nur ein Gerücht, keine Vorschrift.

Wozu der Aufwand? Schon gar, wo Du selber geschrieben
hast, daß Word eh nur als bessere Schreibmaschine eingesetzt
wird.

Ja. Wird es auch von den meisten Anwendern von Word. Hast recht. Microsoft kann gar kein Interesse an einer Verbesserung des Produktes haben. Da stellt sich natürlich die Frage, mit welcher Berechtigung ständig neue Versionen rauskommen, die zu den Vorgängern inkompatible Dokumente erzeugen? Obwohl das seit der Einführung von dem, was Microsoft unter XML versteht, besser geworden sein soll.

Schön für Dich! Ich halte es schlicht für inakzeptabel. Aber
das ist wieder meine persönliche Meinung. »Man kann sie
problemlos umwandeln …« – ist ja bestens. Will ich aber
garnicht. Fertig.

Musst Du aber doch, wenn Du Word nutzt und z.B. ein EPS einbinden willst. Schonmal probiert?

Aber sei’s drum. Wie glaubst Du denn binden andere Programme mal eben alle überhaupt weltweit jemals vorgekommenen Bildformate ein? Richtig. Mit Eingabefiltern. D.h. sie werden umgewandelt. Ob Du es nun willst, oder nicht. Eine Software, die ein bestimmtes Format (wie z.B. EPS im Falle von MS Word) nicht kennt, kann es auch nicht einbinden. LaTeX ist mit dem graphicx Paket extrem flexibel. Es lassen sich *beliebige* Grafikfilter vom Anwender definieren. Dazu dient \declaregraphicsrule, wie ich schon in meinem früheren Posting versucht habe auszudrücken. Beispiel:

\DeclareGraphicsRule{.jpg}{eps}{.jpg.bb}{`convert #1 'eps2:-'} 

und schwups kannst Du JPEG Grafiken genauso bequem einbinden, wie EPS. Es ist fürderhin wurscht, in welchem Format die Originaldatei vorliegt. Convert versteht die folgenden Formate:

 Name Mode Description
 o 8BIM \*rw- Photoshop resource format
 o AFM \*r-- TrueType font
 o APP1 \*rw- Photoshop resource format
 o ART \*r-- PF1: 1st Publisher
 o AVI \*r-- Audio/Visual Interleaved
 o AVS \*rw+ AVS X image
 o BIE \*rw- Joint Bi-level Image experts Group
 interchange format
 o BMP \*rw+ Microsoft Windows bitmap image
 o CAPTION \*r+ Caption (requires separate size info)
 o CMYK \*rw- Raw cyan, magenta, yellow, and black
 samples (8 or 16 bits, depending on
 the image depth)
 o CMYKA \*rw- Raw cyan, magenta, yellow, black, and
 matte samples (8 or 16 bits, depending
 on the image depth)
 o CUT \*r-- DR Halo
 o DCM \*r-- Digital Imaging and Communications in
 Medicine image
 o DCX \*rw+ ZSoft IBM PC multi-page Paintbrush
 o DIB \*rw+ Microsoft Windows bitmap image
 o DPS \*r-- Display PostScript
 o DPX \*r-- Digital Moving Picture Exchange
 o EPDF \*rw- Encapsulated Portable Document Format
 o EPI \*rw- Adobe Encapsulated PostScript
 Interchange format
 o EPS \*rw- Adobe Encapsulated PostScript
 o EPS2 \*-w- Adobe Level II Encapsulated PostScript
 o EPS3 \*-w- Adobe Level III Encapsulated PostScript
 o EPSF \*rw- Adobe Encapsulated PostScript
 o EPSI \*rw- Adobe Encapsulated PostScript
 Interchange format
 o EPT \*rw- Adobe Encapsulated PostScript with TIFF
 preview
 o FAX \*rw+ Group 3 FAX
 o FILE \*r-- Uniform Resource Locator
 o FITS \*rw- Flexible Image Transport System
 o FPX \*rw- FlashPix Format
 o FTP \*r-- Uniform Resource Locator
 o G3 \*rw- Group 3 FAX
 o GIF \*rw+ CompuServe graphics interchange format
 o GIF87 \*rw- CompuServe graphics interchange format
 (version 87a)
 o GRADIENT \*r-- Gradual passing from one shade to
 another
 o GRANITE \*r-- Granite texture
 o GRAY \*rw+ Raw gray samples (8 or 16 bits,
 depending on the image depth)
 o H \*rw- Internal format
 o HDF -rw+ Hierarchical Data Format
 o HISTOGRAM \*-w- Histogram of the image
 o HTM \*-w- Hypertext Markup Language and a
 client-side image map
 o HTML \*-w- Hypertext Markup Language and a
 client-side image map
 o HTTP \*r-- Uniform Resource Locator
 o ICB \*rw+ Truevision Targa image
 o ICM \*rw- ICC Color Profile
 o ICO \*r-- Microsoft icon
 o ICON \*r-- Microsoft icon
 o IPTC \*rw- IPTC Newsphoto
 o JBG \*rw+ Joint Bi-level Image experts Group
 interchange format
 o JBIG \*rw+ Joint Bi-level Image experts Group
 interchange format
 o JP2 \*rw- JPEG-2000 JP2 File Format Syntax
 o JPC \*rw- JPEG-2000 Code Stream Syntax
 o JPEG \*rw- Joint Photographic Experts Group
 JFIF format
 o JPG \*rw- Joint Photographic Experts Group
 JFIF format
 o LABEL \*r-- Text image format
 o LOGO \*rw- ImageMagick Logo
 o M2V \*rw+ MPEG-2 Video Stream
 o MAP \*rw- Colormap intensities (8 or 16 bits,
 depending on the image depth) and
 indices (8 or 16 bits, depending
 on whether colors exceeds 256).
 o MAT \*-w+ MATLAB image format
 o MATTE \*-w+ MATTE format
 o MIFF \*rw+ Magick image format
 o MNG \*rw+ Multiple-image Network Graphics
 o MONO \*rw- Bi-level bitmap in least-significant-
 -byte-first order
 o MPC -rw- Magick Persistent Cache image format
 o MPEG \*rw+ MPEG-1 Video Stream
 o MPG \*rw+ MPEG-1 Video Stream
 o MPR \*r-- Magick Persistent Registry
 o MSL \*r-- Magick Scripting Language
 o MTV \*rw+ MTV Raytracing image format
 o MVG \*rw- Magick Vector Graphics
 o NETSCAPE \*r-- Netscape 216 color cube
 o NULL \*r-- Constant image of uniform color
 o OTB \*rw- On-the-air bitmap
 o P7 \*rw+ Xv thumbnail format
 o PAL \*rw- 16bit/pixel interleaved YUV
 o PALM \*rw- Palm Pixmap format
 o PBM \*rw+ Portable bitmap format (black and white)
 o PCD \*rw- Photo CD
 o PCDS \*rw- Photo CD
 o PCL \*-w- Page Control Language
 o PCT \*rw- Apple Macintosh QuickDraw/PICT
 o PCX \*rw- ZSoft IBM PC Paintbrush
 o PDB \*r-- Pilot Image Format
 o PDF \*rw+ Portable Document Format
 o PFA \*r-- TrueType font
 o PFB \*r-- TrueType font
 o PFM \*r-- TrueType font
 o PGM \*rw+ Portable graymap format (gray scale)
 o PICON \*rw- Personal Icon
 o PICT \*rw- Apple Macintosh QuickDraw/PICT
 o PIX \*r-- Alias/Wavefront RLE image format
 o PLASMA \*r-- Plasma fractal image
 o PM \*rw- X Windows system pixmap (color)
 o PNG \*rw- Portable Network Graphics
 o PNM \*rw+ Portable anymap
 o PPM \*rw+ Portable pixmap format (color)
 o PREVIEW \*-w- Show a preview an image enhancement,
 effect, or f/x
 o PS \*rw+ Adobe PostScript
 o PS2 \*-w+ Adobe Level II PostScript
 o PS3 \*-w+ Adobe Level III PostScript
 o PSD \*rw- Adobe Photoshop bitmap
 o PTIF \*rw- Pyramid encoded TIFF
 o PWP \*r-- Seattle Film Works
 o RAS \*rw+ SUN Rasterfile
 o RGB \*rw+ Raw red, green, and blue samples (8 or
 16 bits, depending on the image depth)
 o RGBA \*rw+ Raw red, green, blue, and matte samples
 (8 or 16 bits, depending on the image
 depth)
 o RLA \*r-- Alias/Wavefront image
 o RLE \*r-- Utah Run length encoded image
 o ROSE \*rw- 70x46 Truecolor test image
 o SCT \*r-- Scitex HandShake
 o SFW \*r-- Seattle Film Works
 o SGI \*rw+ Irix RGB image
 o SHTML \*-w- Hypertext Markup Language and a
 client-side image map
 o STEGANO \*r-- Steganographic image
 o SUN \*rw+ SUN Rasterfile
 o SVG \*rw+ Scalable Vector Gaphics
 o TEXT \*rw+ Raw text
 o TGA \*rw+ Truevision Targa image
 o TIF \*rw+ Tagged Image File Format
 o TIFF \*rw+ Tagged Image File Format
 o TILE \*r-- Tile image with a texture
 o TIM \*r-- PSX TIM
 o TTF \*r-- TrueType font
 o TXT \*rw+ Raw text
 o UIL \*-w- X-Motif UIL table
 o UYVY \*rw- 16bit/pixel interleaved YUV
 o VDA \*rw+ Truevision Targa image
 o VICAR \*rw- VICAR rasterfile format
 o VID \*rw+ Visual Image Directory
 o VIFF \*rw+ Khoros Visualization image
 o VST \*rw+ Truevision Targa image
 o WBMP \*rw- Wireless Bitmap (level 0) image
 o WMF \*r-- Windows Metafile
 o WPG \*r-- Word Perfect Graphics
 o X \*rw- X Image
 o XBM \*rw- X Windows system bitmap (black
 and white)
 o XC \*r-- Constant image uniform color
 o XCF \*r-- GIMP image
 o XML \*r-- Scalable Vector Gaphics
 o XPM \*rw- X Windows system pixmap (color)
 o XV \*rw+ Khoros Visualization image
 o XWD \*rw- X Windows system window dump (color)
 o YUV \*rw- CCIR 601 4:1:1

Welches fehlt Dir denn zu Deinem Glück?

Dazu ist zu sagen, dass Inhalt von Arbeiten bitteschön im Text
zu stehen hat, nicht in Tabellen …

Oh oh, man soll nicht von sich auf Andere schließen. Es soll
Arbeiten geben, in denen die Darstellung vieler Tabellen
notwendig ist. Kenne mehrere davon. Es es wirklich über
mehrere Seiten geht ist zugegebenermaßen selten, aber sogar
ich habe eine ganze Reihe von Tabellen in meiner Doktorarbeit
und die sind da auch nicht wegzudenken. Es ist auch
schwachsinn, ein inhaltsleeres Argument gegen eine Empfehlung
zu stellen.

Ich schließe nicht von mir auf andere, sondern sage nur, was ohnehin selbstverständlich ist und im übrigen auch so empfohlen wird. Tabellen sind Beiwerk, nicht Inhalt. Sie dienen der Illustration des Inhaltes. Wer 40 Tabellen und fünf Seiten Text schreibt, wird bei der Bewertung entsprechend Probleme bekommen. Bitte nimm zur Kenntnis dass ich nicht sage, diese Tabellen seien gänzlich überflüssig. Enthalten sie doch häufig erhebliche Mengen an Daten und die Ergebnisse jahrelanger Forschungsarbeit. Dafür gibt es aber gerade die Erfindung des Anhangs und seit neuestem sogar die CD-ROM!

Ich habe ganz bestimmt nicht selber Tabellen in
LaTeX gesetzt. Ich habe einen Blick auf eine 10seitige
Kurzanleitung geworfen und sofort die Waffen gestreckt – ein
Luxus, den ich mir leisten kann. Nein, ich habe das von
mehrere hardcore-LaTeX-Anwendern als Argument gehört, daß man,
wenn man viel mit Tabellen arbeitet, mit LaTeX keine Freude
hat. Oder vielleicht sollte ich sagen: Nicht soviel Freude
hat. Damit Du nicht gleich wieder Gift und Galle spucken mußt
gegen mich armen, kleinen Klicki-Bunti-Benutzer.

Ich selbst habe hier mehrfach darauf hingewiesen, dass LaTeX kein Ersatz für eine Tabellenkalkulation ist. Wer meint, ellenlange Tabellen mit Word zu schreiben sei einfacher, ist aber auf dem Holzweg. Er/sie wird mit Sicherheit schlicht aus Excel per cut&paste vorgehen. Dafür hinwiederum gibt es Excel2latex Konverter. Also auch kein Problem.

Kürzere Tabellen, die man im Text für die Klarstellung bestimmter Fakten braucht, sind nicht so problematisch, dass das ein „Luxus“ wäre.

Und auch wenn Du es nicht hören willst: Ich habe lieber einen etwas komplexeren Tabellensatz, als undefiniertes Verhalten bei längeren Texten. Insbesondere, wenn es um eine Diplom- oder Doktorarbeit geht und Termine drücken.

Gut, ja, Du hast recht, LaTeX ist ein
Setzer und der Autor soll sich um den Inhalt kümmern bla bla –
das war leider nicht die Frage.

Doch, genau das war die Frage.

Die Frage ist: Kann ich
TeX/LaTeX empfehlen, wenn ich selber den Text gestalten
möchte.

Das wiederum war nicht die Frage.

Und die Antwort ist eindeutig: Nein. Man kann
vieles umsetzen, aber es ist ein Schmerz im Gesäß – und das im
Fettsatz.

Wenn Du das Layout selbst gestalten willst, dann ist LaTeX (wie ich Dir bei anderer Gelegenheit bereits mehrfach mitgeteilt habe) nicht das richtige. Das will es aber explizit auch nicht sein. Was Du willst, wirst Du eher bei plain TeX finden. Dort hast Du die gewünschte komplette Freiheit. Da TeX aber schon etliche Jahre auf dem Buckel hat, gibt es für Setzer/Layouter mittlerweile angenehmere Produkte. Unter anderem die von Dir genannten. Aber warum das für einen Autor erstrebenswert sein soll, Layout zu machen, dass will mir beim besten Willen nicht einleuchten. Zumal dafür mehr als nur ein „des passt scho’“ an Wissen erforderlich ist. Sich in die Thematik einzuarbeiten ist wirklich ein Luxus, den sich die durchschnittlichen Doktoranden mit Sicherheit nicht leisten können.

Und wo Du Dich so schön versteifst kann ich das
auch: Das fängt bereits mit falsch gesetzten Ligaturen und
unschönen Trennmustern an. Wenn Du LaTeX schon so dermaßen als
Setzer hervorhebst, dann kann ich nur sagen: er ist ein
schlechter Setzer. Besser als der Satz eines
08/15-Word-Dokuments, aber trotzdem immer noch mangelhaft.

Jaja, das erzählst Du hier schon seit längerem. Ragtime trennt ohne Benutzereingriff übrigens auch nicht besser. Das en details Trennungen verbessert werden können, ist keine Frage. Auch die eine oder andere „zu viel“ angebrachte Ligatur lässt sich – wenn man’s denn will – simpel per „|“ beheben. Das Wörtchen „Auf|lage“ käme mir da in den Sinn. Aber es ist offensichtlich, wenn man sich mal zwei entsprechende Werke anschaut, dass LaTeX im Ergebnis mehrere Ligen oberhalb von Word angesiedelt ist. So ungefähr wie die Firmenmannschaft von Klempner Hempel zur Champions League. Wenn dieses Ergebnis (wie viele Anwender behaupten, die beide Programme kennen) obendrein mit weniger Aufwand erreicht werden kann, dann sollte die Wahl nicht schwer fallen.

Kann doch nicht Dein Ernst
sein, dass jeder Autor auch Setzer sein soll.

Nein, darum ging es nie! Verzeihung, wenn ich mich da so
unklar ausgedrückt habe. Also, um das noch mal klar zu
stellen: Es soll Leute geben, die längere Dokumente verfassen
wie z.B. Diplom- oder Doktorarbeiten und die diese gerne
selber typografisch (i.w.S.) gestalten möchten.
Grafikdesign-Studenten gehören gerne dazu und der eine oder
andere Bekloppte (wie ich) aus anderen Fachrichtungen. Für
diesen kleinen, illustren Kreis von Leuten habe ich die
Empfehlung abgegeben, lieber nicht auf LaTeX zu setzen. Ist
das so klar genug?

Ja, das war doch mal herzerfirschend klar. Bisher ist nämlich nur diffuses LaTeX-Bashing mit gleichzeitigem „nimm lieber Word oder gleich Ragtime“ hier angekommen.

Es ist für Layouter gedacht, nicht für Autoren.

Wenn Du aber am Computer einen Text entwirfst und druckst,
dann bist Du nun mal selber Setzer, ob Du nun willst oder
nicht.

Nein, ich bin Autor. Ich verlange von einer Software, dass sie mir Arbeit abnimmt, nicht noch welche obendrauf packt.

Und schauen wir mal, was bei der Abgabe einer Doktorarbeit übler aufstößt bei den Prüfern. Nicht eingehaltene Abgabetermine (Ich kann doch nichts dafür, dass mein Word mir eine Woche vorher jede zweite Seite gelöscht und mein Layout komplett verhunzt hat) mit „Druckkunst“ auf unterstem Niveau (Ich finde, 10 verschiedene Schriftarten chic. Grauwert? Wasn das? etc. pp.) oder ein paar weniger elegante Trennungen und „falsche“ Ligaturen in sonst sehr konsistentem Layout pünktlich abgegeben ohne schlaflose Nächte.

Die beiden Dokumente sind nett zu lesen und insbesondere für
Word-Nutzer von Interesse. Für Anwender von LaTeX hingegen in
weiten Teilen obsolet, da die Pakete SIunits, die Koma-Klassen
mit den richtigen Optionen und die Verwendung der T1-Kodierung
bei den Zeichensätzen viele der Probleme gar nicht erst
entstehen lassen.

Tut es eigentlich weh, wenn man sich mit Argumenten selber ins
Bein schießt?

Gute Frage. Verrats mir.

Gruß

Fritze

PS: Du wirst große Schwierigkeiten haben, LaTeX ohne Komascript, T1-Kodierung und das SIunits Paket zu finden. Mich würde mal interessieren, was Word aber auch Ragtime – insbesondere eim Vergleich zu SIunits – da zu bieten haben. Gibts da ne entsprechende Erweiterung?

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PUH! So viel Text … Auch wenn Ihr es vielleicht nicht glaubt, aber Euer „Streitgespräch“ ist in meiner Entscheidungsfindung SEHR hilfreich!

Meine Meinung ist hingegen, um das auch mal deutlich zu
formulieren, daß TeX/LaTeX das beste Textsatzprogramm der Welt
sein könnte, wenn es nicht absolut unbenutzbar wäre.

ich finde es inzwischen (2 Nächte) nicht mehr unnutzbar. Natürlich, eine steile Lernkurve… aber ich habe inzwischen ne Menge rausgefunden. Tabs, Seitenränder ändern, Schrift ändern …

Dazu ist zu sagen, dass Inhalt von Arbeiten bitteschön im Text
zu stehen hat, nicht in Tabellen …

Ich finde das Setzen von Tabellen in LaTeX auch nicht gerade
sehr bequem. Es geht halt.

könnte man fertige Tabellen nicht auch als Grafik in ein LaTeX Dokument einfügen (das habe ich für heute Abend vor) … geht das?
Ihr macht mir schon auch etwas Angst, auch wenn ich froh bin, eine Menge zu verstehen, von dem, was Ihr so schreibt…
Vielen Dank!
Kessin

Hallo

Gute Wahl für Win2000. Wieso verzweifelt? Ich würde übrigens
darüber hinaus noch Ghostview/Ghostscript installieren, um
ggf. mit Postscript-Dateien umgehen zu können. Welches MikTeX
hast Du denn installiert? Die Minimalversion oder was
größeres?

Ich habe (DSL sei Dank) das ganze Paket installiert, hat sehr lange gedauert zu laden.
Ist dies ein Programm, mit dem man Abbildungen/ Tab. aus z.B. Excell in LaTeX-fähige Grafikformate bringen kann?

Ich würde die Koma-Report Klasse wählen. Siehe Anleitung
Koma-Script.

habe ansonsten alle Links und Hinweise gelesen, kann inzwischen Formate beeinflussen, Tabs setzen, fühle mich sehr wohl in dem Programm.
Einzig die Frage, wie/ ob man Excell-Tabellen (in denen ich dann nicht mehr arbeiten möchte) als Grafiken so speichern kann, dass man sie „einfach“ einfügen kann…

Ich bin wirklich sehr begeistert, es macht richtig „Spass“, mit dem Programm zu arbeiten…

Danke für die Links und Informationen und Beiträge bisher!
Gruß
kessin

Moin!

ich bin nicht Fritze.

Weiß ich! ;o)

LaTeX mag auf den ersten Blick nicht besonders intuitiv sein …

Nein, Du hast mich nicht widerlegt, denn ich habe keine Behauptung aufgestellt sondern explizit vorweg gestellt, daß es sich um meine Meinung handelt. Und die ist nach wie vor ungebrochen, denn ich lege Wert auf Details, die mir auch Fritze nicht beantworten konnte und auf die ich auch in anderen Foren keine Antwort bekommen habe.

Hm, das find ich aber auch nicht in Ordnung.

Nee, ist blöd, ist aber so. Genau so wie es z.B. an manchen juristischen Fakultäten die Auflage gibt, Word zu benutzen und Dokumente in TNR 12 pt mit 1,5fachem Zeilenabstand zu setzen. Kein Wunder, wenn die gute Typografie da den Bach runter geht.

Der MS Word Formeleditor ist bezeichnend fuer das gesamte
Produktpaket: der halbherzige Versuch, dem Nutzer ein Werkzeug
in die Hand zu geben.

Nein, Word hat seine Stärken definitiv im Office-Bereich; das wird z.B. auch von den normalerweise ewig klagenden Setzern und Publishern immer wieder betont. Dafür ist es ja auch ursprünglich entworfen worden. Nur leider hat es sich davon auch nicht wirklich wegbewegt. Man hat halbherzig versucht, es einer großen Anwenderschaft zugänglich zu machen und dabei große konzeptionelle Mängel eingebaut, die übrigens z.T. von den Machern von OpenOffice gleich schön mit übernommen wurden (ungenügende Trennung von Dokument und Applikation, um nur ein übles Beispiel zu nennen).

Ich finde das Setzen von Tabellen in LaTeX auch nicht gerade
sehr bequem. Es geht halt.

Genau diese Einstellung wurde mir von der Mehrheit der Benutzer reflektiert. Daß mit TeX/LaTeX (fast) alles geht, habe ich nie bestritten. Nur ob es komfortabel ist und ob man die Befehle findet, steht auf einem anderen Blatt.

Kunst kommt von koennen, nicht von wollen. Ich wage zu
behaupten, dass ein Grossteil der Word-Anwender schlicht
unfaehig ist, in positiver Weise auf die Gestaltung eine
Textes einzuwirken.

Ja, da stimme ich Dir vorbehaltlos zu. Nur leider gilt das auch für die LaTeX-Anwender, die nämlich meist genau so wenig Ahnung haben. Das wird dadurch kompensiert, daß der Satz in LaTeX unbestreitbar besser ist als der eines 08/15-Word-Dokuments. Wer sich jetzt aber zurücklehnt und meint: »Jetzt ist alles gut!«, der hat sich gehörig geschnitten. Schönes Beispiel: Ich bin zufällig über den Aschenputtel-Wettbewerb vor einiger Zeit hier gestolpert.
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Auf der Seite, auf welcher die Versionen stehen, heißt es doch glatt:
»Weil es immernoch Leute gibt, die serifenlose Schriften für eine gute Idee halten, habe ich ein abschreckendes Beispiel erstellt. LeTeX mit Helvetica.« Das ist einfach nur Unsinn. Zuallererst handelt es sich nicht um die Helvetica. Und dann ist der Satz für die gewählte Schrift schlicht gräuslich! Aber da TeX/LaTeX ja unfehlbar ist, zeigt er eindeutig den ausgeführten Sachverhalt! Das ist, als würde ich mich über einen Dirigenten beschweren, daß er ein Stück zu schnell spielt, obwohl mein Plattenspieler einfach nur auf 45 satt 33 steht. Man kann nicht einfach irgendeine Schrift nehmen und unter »Standard«-Bedingungen setzen. Auch LaTeX kann das nicht. Jede Schriftart erfordert ein Mindestmaß an Wissen und auch wenn Fritze sich auf den Kopf stellt heißt das, daß der Autor, sofern er auch selber druckt, auch Setzer ist. Jede Schriftart kann man inadäquat setzen aber manche sind anfälliger als andere (und von denen sollte man dann die Finger lassen, wenn man keine Ahnung hat). Aber irgendeine Schriftart per LaTeX zu vergewaltigen und sich dann hinzustellen und sagen: »Seht her, das ist der Beweis, da LaTeX unfehlbar ist, sind alle serifenlosen Schriften schlecht!« ist schon ein Hammer. Man muß ja nur mal einen Blick in die Fachliteratur werfen: Es wird nach wie vor unter den Schriftgestaltern heftig gekämpft, ob Serifenlose wirklich schlechter lesbar sind.

Ich hab mir zwar ueber Ligaturen noch nie Gedanken gemacht …

Eben, genau da geht es doch schon los! Es gibt Regeln, wie man Ligaturen zu setzen hat und die haben ihre Gründe. Und das ist auch nicht einfach so, weil eine Herde wildgewordener Typografen beschlossen haben, alle Welt mit ihrer Klugheit zu nerven. Wer sich mal die Mühe macht, Texte mit richtigen, falschen und ganz ohne Ligaturen zu setzen, vielleicht in etwas vergrößerten Schriftgeraden, und dann mal Leute befragt, die den Begriff »Ligatur« noch nie gehört haben, welcher Text ihnen am besten lesbar erscheint, wird eine Überraschung erleben. Ich selber habe nämlich nicht geglaubt, daß es einen Unterschied macht sondern habe immer gedacht, es ist ein Relikt aus Bleisatzzeiten, welches eher einen ästhtischen Sinn hat. Und ich bin gewaltig davon überrascht worden, daß insbesondere die Texte mit falschen Ligaturen nicht immer aber immer wieder aussortiert wurden. Und warum? Die Antwort war immer: »Ich weiß auch nicht, aber das ist irgendwie komisch!« Das ist eben das Vertrackte an Typografie: Oftmals fällt die Begründung schwer, wenn man die Details nicht kennt.
LaTeX fragt mich jetzt einfach garnicht, ob ich Ligaturen haben möchte oder nicht sondern setzt sie einfach. Überall. Im Englischen ist das ok, im Deutschen aber nicht. Und meine Meinung ist da sehr strikt: Keine Ligaturen sind besser als falsch gesetzte Ligaturen. Word setzt einfach keine Ligaturen und ich muß sie per Makro ersetzen, wenn ich welche möchte. Da habe ich dann aber wenigstens die Kontrolle.

Kannst Du mir mal ein konkretes Beispiel
nennen? Und wo dort die Ligaturen hingehoeren?

Schau Dir den einfachen LaTeX-Aschenputtel-Text an. Auf Seite 3 findest Du »aufforderten« im letzten Absatz mit ff-Ligatur. Ich muß zugeben, daß ich da sensibilisiert bin und ein geschultes Auge habe, aber sie hat mich regelrecht angesprungen, weil man beim lesen in das »for« fällt anstatt eine minimale Pause nach dem »auf« zu machen. Ligaturen stehen deshalb nicht über Wortfugen. Das geht soweit, daß sich Profi-Setzer wie H.-P. Willberg die Mühe machen, solche Wortfugen leicht zu spationieren. Macht auf den ersten Blick einen etwas merkwürdigen Eindruck, weil man es nicht gewöhnt ist. Nach kurzer Eingewöhung liest sich ein solcher Text aber sehr flüssig.

Auch das hast Du LaTeX schon mehrfach vorgeworfen und, voellig
wertfrei, wuerde mich auch hier mal ein konkretes Beispiel mit
Erlaeuterungen interessieren: wie war der Text, was hat LaTeX
draus gemacht, was hast Du erwartet.

Trennroutinen sind immer fehlerbehaftet; das liegt in der Natur der Sache. Guter Satz erfordert ein Minimum an Löchern und keine sinnentstellenden Trennungen. Letztere haben höhere Priorität, werden also durch das Auftreiben von Zeilen vermieden und der leicht löchrige Satz in Kauf genommen. Parade-Trennstellen waren schon immer Dinge wie

Mama köpft Papa-
yas mit dem Messer

oder

Urin-
sektenfresser

Sie sind allerdings heikel, weil sie leicht den Eindruck erwecken, in normalen Texten keine Relevanz zu haben. Schau mal in den Aschenputtel-Text. Auf Seite 2 im letzten Absatz bin ich beim lesen gestolpert:

»… nickten mit den Köpfchen und fin-
gen an pick pick pick …«

Du kannst auch in die Anleitung für’s KOMA-Skript schauen. Dort finden sich u.a. so gelungene Trennungen wie

»Opti-
on«

und andere. Hier kann man jetzt argumentieren: »Aber ein paar sinnentstellende Trennungen sind doch besser als der löchrige Satz in Word ohne Trennungen!« Korrekt! Dem stimme ich zu. Aber der Weisheit letzter Schluß ist es dennoch nicht. Und es ist furchtbar, in LaTeX solche Feinheiten korrigieren zu müssen, weil man nach jedem erzwungenen Umbruch den Text neu compilieren muß um zu sehen, ob sich weiter Unten im Absatz dafür eine unschöne Trennung ergeben hat.

Es soll Leute geben, die längere Dokumente verfassen
wie z.B. Diplom- oder Doktorarbeiten und die diese gerne
selber typografisch (i.w.S.) gestalten möchten.

Kunst kommt auch nicht von moechten.

Nein, da hast Du recht. Aber es soll Leute geben, die das möchten und auch gleich noch dazu können. Auch wenn ein ignoranter Teil der LaTeX-Fraktion dies offenbar partout nicht wahr haben möchte. Jeder, der sich in Typografie auskennt, ist in der Lage, puren LaTeX-Satz deutlich zu verbessern. Man muß sich ja nur mal die pure Aschenputtel-Version ansehen. Schöner als Word, ja, aber wirklich schöner und gut lesbarer Satz ist was anderes.

Grüße,

Christian

Hallo,

PUH! So viel Text … Auch wenn Ihr es vielleicht nicht
glaubt, aber Euer „Streitgespräch“ ist in meiner
Entscheidungsfindung SEHR hilfreich!

Fein. Dann muss sich der Moderator nicht mehr fragen, ob er das nicht besser löschen sollte :smile:

Meine Meinung ist hingegen, um das auch mal deutlich zu
formulieren, daß TeX/LaTeX das beste Textsatzprogramm der Welt
sein könnte, wenn es nicht absolut unbenutzbar wäre.

ich finde es inzwischen (2 Nächte) nicht mehr unnutzbar.
Natürlich, eine steile Lernkurve… aber ich habe inzwischen
ne Menge rausgefunden. Tabs, Seitenränder ändern, Schrift
ändern …

Ich will ja nicht meckern, aber gerade sowas wie Seitenränder und Schrift ändern sollte man – wenn überhaupt – dann ala LaTeX machen. Wenn Du also mit Schrift ändern meinst, „\emph{bla}“ um Text aus dem Fließtext hervorzuheben und „Seitenränder ändern“ als „\documentclass[a4paper]{scrreprt}“ verstehst, dann ist das wunderbar.

Wenn Du allerdings mit irgendwelchen low-level Befehlen an den Parametern rumschraubst, machst Du Dir unter Umständen etliche Vorteile zunichte. Auch Tabulatoren sind in der Regel überflüssig. Wozu meinst Du denn, sie verwenden zu müssen? Es gibt für so ziemlich alle Anwendungen spezielle Umgebungen in LaTeX. Eingrückte Listen per \begin{itemize} … \item \item \end{itemize} etc.

Ich kann mich nur wiederholen: lies am besten mal die Einführung, die ich Dir verlinkt hatte.

könnte man fertige Tabellen nicht auch als Grafik in ein LaTeX
Dokument einfügen (das habe ich für heute Abend vor) … geht
das?

Geht schon, ist aber Kokolores. Mach Dir mal wegen der Tabellen keinen Kopf. Wenn Du mit den Tabulatoren klar kommst wie Du sagst, dann sind Tabellen kein Problem. Viele scheuen sich anscheinend, das „&“ Zeichen als Trennung zwischen den Spalten zu akzeptieren :smile:

\documentclass[12pt,a4paper]{scrreprt}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[german]{babel}

\begin{document}
\chapter{Keine Angst vor Tabellen}
Hier eine Tabelle:

\begin{table}[htbp]
 \centering
 \begin{tabular}{rcl}
 \hline
 \textit{Spalte 1} & \textit{Spalte 2} & \textit{Spalte 3} \\
 \hline
 Wert 1.1 & Wert 2.1 & Wert 3.1 \\
 Wert 1.2 & Wert 2.2 & Wert 3.2 \\
 Wert 1.3 & Wert 2.3 & Wert 3.3 \\
 \hline 
 \end{tabular}
 \caption{So sieht eine Tabelle aus}
 \label{tab:tabellenbeispiel}
\end{table}
Und im Text kann man dann per "`siehe Tabelle
\ref{tab:tabellenbeispiel} auf Seite \pageref{tab:tabellenbeispiel}"'
darauf verweisen. Ist wirklich nicht sooo schlimm, oder? Schau mal in
die Doku. Ach, und \TeX nicCenter hat eine recht gute Onlinehilfe!
\end{document}

Ihr macht mir schon auch etwas Angst, auch wenn ich froh bin,
eine Menge zu verstehen, von dem, was Ihr so schreibt…

Keine Bange. Wie gesagt, LaTeX sollte die Arbeit leichter machen, nicht schwieriger.

Gruß

Fritze

Hallo,

Ich habe (DSL sei Dank) das ganze Paket installiert, hat sehr
lange gedauert zu laden.

Ja, das ist eine Menge Zeug :smile:

Ist dies ein Programm, mit dem man Abbildungen/ Tab. aus z.B.
Excell in LaTeX-fähige Grafikformate bringen kann?

Nein. Man kann aus Excel Tabellen LaTeX-Tabellen machen und diese dann per cut&paste einfügen bzw. extern per \input{meine_tabelle.tex} einbauen.

Ich würde die Koma-Report Klasse wählen. Siehe Anleitung
Koma-Script.

habe ansonsten alle Links und Hinweise gelesen, kann
inzwischen Formate beeinflussen, Tabs setzen, fühle mich sehr
wohl in dem Programm.

Na, das ist doch schon was!

Einzig die Frage, wie/ ob man Excell-Tabellen (in denen ich
dann nicht mehr arbeiten möchte) als Grafiken so speichern
kann, dass man sie „einfach“ einfügen kann…

Siehe oben. Nicht als Grafiken, das wäre alles andere als „optimal“.

Ich bin wirklich sehr begeistert, es macht richtig „Spass“,
mit dem Programm zu arbeiten…

Ja, warte mal ab, bis von den Word-nutzenden Kommilitonen die ersten Berichte ala „Gestern war plötzlich dasunddas weg“ und dergleichen kommen :smile:

Gruß

Fritze

Hi Kessin!

PUH! So viel Text … Auch wenn Ihr es vielleicht nicht
glaubt, aber Euer „Streitgespräch“ ist in meiner
Entscheidungsfindung SEHR hilfreich!

Na, das ist doch schon mal was!
Ich wollte Dich übrigens weder verunsichern noch Dir LaTeX ausreden. Ich habe mich nur bemüht, darauf Aufmerksam zu machen, daß nicht jedes Programm für jedes Problem gleich gut geeignet ist. Da Du nicht explizit geschrieben hast, was für eine Diss Du schreibst, habe ich einfach diejenigen Punkte, welche mir am wichtigsten erscheinen, herausgegriffen.

Wenn Du keine Probleme mit LaTeX hast, dann ist doch alles bestens! Und Du hast mit Fritze und den anderen Vertretern der LaTeX-Fraktion sehr kompetente und i.A. auch sehr schnelle Ansprechpartner, wenn Du mal einen Befehl nicht findest oder es sonst irgendwo hakt.

Liebe Grüße und viel Spaß beim zusammenschreiben (gut, daß ich das schon hinter mir habe! ;o),

Christian

Moin!

[…]

Nein, Word hat seine Stärken definitiv im Office-Bereich; das
wird z.B. auch von den normalerweise ewig klagenden Setzern
und Publishern immer wieder betont. Dafür ist es ja auch
ursprünglich entworfen worden. Nur leider hat es sich davon
auch nicht wirklich wegbewegt. Man hat halbherzig versucht, es
einer großen Anwenderschaft zugänglich zu machen und dabei
große konzeptionelle Mängel eingebaut, die übrigens z.T. von
den Machern von OpenOffice gleich schön mit übernommen wurden

Aber eben nur zum Teil. Wie jetzt bereits mindestens zweimal überprüft ist OpenOffice Word bei langen Dokumenten überlegen, insbesondere wenn es um die Stabilität des Dokuments geht. Die Links auf die Quellen habe ich ja weiter oben bereits rausgesucht. Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Für längere Texte ist *jede* Alternative besser, als Word! Meinetwegen Ragtime oder Abiword oder sonstwas.

(ungenügende Trennung von Dokument und Applikation, um nur ein
übles Beispiel zu nennen).

Na, da kannst Du LaTeX kaum einen Vorwurf machen :smile:

Genau diese Einstellung wurde mir von der Mehrheit der
Benutzer reflektiert. Daß mit TeX/LaTeX (fast) alles geht,
habe ich nie bestritten. Nur ob es komfortabel ist und ob man
die Befehle findet, steht auf einem anderen Blatt.

Ich wünsche mir gerade von Dir, den riesigen Unterschied zwischen TeX (ein Computersatzprogramm für Experten, die sich mit Schriftsatz auskennen) und LaTeX (ein Makropaket für TeX, das dem Anwender/Autor eben das Expertenwissen zur Typografie und Satz möglichst gut zur Verfügung stellt, um dem Autor wieder die Freiheit zu geben, sich alleine um den Inhalt zu kümmern.) endlich zur Kenntnis zu nehmen.

Mit TeX ist alles möglich, aber unbequem. Das ist der Preis für 100% Kontrolle. Mit LaTeX ist Text schreiben ohne Stress möglich, der anschließend hervorragend (nicht perfekt!) gesetzt wird. Und zwar ohne Usereingriff. Das macht mir sonst keine Software, obwohl es schon 25 Jahre auf dem Buckel hat.

Ja, da stimme ich Dir vorbehaltlos zu. Nur leider gilt das
auch für die LaTeX-Anwender, die nämlich meist genau so wenig
Ahnung haben.

Die sollen sie ja auch nicht haben.

Das wird dadurch kompensiert, daß der Satz in
LaTeX unbestreitbar besser ist als der eines
08/15-Word-Dokuments. Wer sich jetzt aber zurücklehnt und
meint: »Jetzt ist alles gut!«, der hat sich gehörig
geschnitten.

Naja, sagen wir mal, er hat sich mit dem Obstmesser den Daumen geritzt.

Schönes Beispiel: Ich bin zufällig über den
Aschenputtel-Wettbewerb vor einiger Zeit hier gestolpert.

Ach, wo Du den schon ausgegraben hast, kannst Du auch ruhig auf meinen Beitrag verweisen. Ich habe mich doch auch mal daran probiert.

http://www.mindcrime.net/~niehaus/aschenputtel.pdf

Tatsächlich ist mir noch mindestens eine falsche Ligatur durchgerutscht beim Wort „Königssohn“. Das ließe sich aber sehr leicht korrigieren. Viel Spaß beim nachbauen mit Word.

Jede Schriftart erfordert ein Mindestmaß an Wissen und
auch wenn Fritze sich auf den Kopf stellt heißt das, daß der
Autor, sofern er auch selber druckt, auch Setzer ist.

Brauche ich keinen Kopfstand machen. Ich habe ja LaTeX. Und das setzt ohne meinen Eingriff eben signifikant besser, als alle anderen Programme. Wenn man das „gekonnte rumspielen“ anfängt, wird LaTeX auch nicht schlechter, im Gegenteil. Da muss man mit Word schon verdammt lange fummeln, bis man da herankommt. Nicht mehr und nicht weniger sage ich hier immer wieder.

Man muß ja nur mal einen
Blick in die Fachliteratur werfen: Es wird nach wie vor unter
den Schriftgestaltern heftig gekämpft, ob Serifenlose wirklich
schlechter lesbar sind.

Also, einerseits bei den Ligaturen rumpingeln und einen erheblichen Unterschied feststellen andererseits Serifenlose als potentiell genauso lesbar wie Schriftarten ohne darstellen. Da wisch ich mir doch gleich mal eine Lachträne aus dem Auge.

LaTeX fragt mich jetzt einfach garnicht, ob ich Ligaturen
haben möchte oder nicht sondern setzt sie einfach. Überall. Im
Englischen ist das ok, im Deutschen aber nicht.

Im Deutschen ist es „fast immer“ ok. Die Fälle, die man dann heraussuchen muss, kann man durch einen einfachen senkrechten Strich (so einer -> |) aus der Welt bzw. dem Dokument schaffen. Man macht das intelligenterweise nicht per Hand sondern per suchen und ersetzen, wenn man schonmal dabei ist. Schwups, erledigt. Wir können ja mal stoppen, wie lange Du bei Word brauchst, Ligaturen hinzuzufügen, während ich bei einem LaTeX-Dokument die falschen Ligaturen wieder rausnehme.

Und meine
Meinung ist da sehr strikt: Keine Ligaturen sind besser als
falsch gesetzte Ligaturen.

Tja, meine Meinung ist der Deinen konträr. Und ausnahmslos wirklich jeder, der eine LaTeX-gesetzte Arbeit bei seinen Profs eingereicht hat und nicht aus der Mathe/Physik Ecke kam, hat bisher extrem positives Feedback ob der Qualität des Schriftbildes bekommen. Von Meckerei wegen ein paar Ligaturen oder Trennungen keine Rede.

Ich habe mir den Aschenputtel Text nochmal angesehen. Folgende Ligaturen auf die Schnelle:

ch: 218 mal (0 mal falsch)
ck: 37/2
ff: 0
fi: 5/0
fl: 4/0
ft: 10/2
ll: 54/1 (Öllämpchen :smile:
sch: 133/0
si: 78/0
sl: 2/2 (auslesen)
ss: 36/16 (wobei alleine 13 mal Königssohn)
st: 102/0
tt: 76/0
tz: 15/0

Summe: 770/23 … eine Fehlerquote von knapp 3%. Damit kann ich erheblich besser leben, als mit den 97% von Word. Zumal man die restlichen 3% von Hand ändern kann, wenn man will.

Word setzt einfach keine Ligaturen
und ich muß sie per Makro ersetzen, wenn ich welche möchte. Da
habe ich dann aber wenigstens die Kontrolle.

Kontrolle hast Du so oder so. Du willst es nur mal wieder nicht sehen.

[Trennungen]

»… nickten mit den Köpfchen und fin-
gen an pick pick pick …«

Du kannst auch in die Anleitung für’s KOMA-Skript schauen.
Dort finden sich u.a. so gelungene Trennungen wie

»Opti-
on«

Abgesehen davon, dass „Option“ genau so „legal“ getrennt werden kann (schau mal in den Duden: Op|ti|on) kann man das durch ein einfaches Op-tion verhindern. Man kann auch von vornherein für die pathologischen Fälle ein paar Ausnahmen an den Anfang des Dokumentes stellen:

\hyphenation{Pa-payas}
\hyphenation{Ur-instinkt}

[…]

Und es ist furchtbar, in LaTeX solche Feinheiten korrigieren zu
müssen, weil man nach jedem erzwungenen Umbruch den Text neu
compilieren muß um zu sehen, ob sich weiter Unten im Absatz
dafür eine unschöne Trennung ergeben hat.

Ist in der Regel nicht der Fall. Bei Word hingegen muss man nicht nur weiter unten auch noch gucken (zumindest, wenn man automatische Silbentrennung verwendet) man muss obendrein nach fast jeder Korrektur, die Text entfernt, verschiebt oder hinzufügt den Umbruch des kompletten Dokumentes, in jedem Falle aber allen folgenden Seiten abwarten. Das kann schonmal ne Weile dauern, wenn man 200 Seiten hat.

Alternativ kann man natürlich in die „Normalansicht“ wechseln, hat dann aber kein WYSIWYG mehr, was doch dem Prinzip von Word & Co. so sehr widerspricht. Dumme Sache das.

Nein, da hast Du recht. Aber es soll Leute geben, die das
möchten und auch gleich noch dazu können. Auch wenn ein
ignoranter Teil der LaTeX-Fraktion dies offenbar partout nicht
wahr haben möchte. Jeder, der sich in Typografie auskennt, ist
in der Lage, puren LaTeX-Satz deutlich zu verbessern.

Mag sein. Die können sich dann aber bei TeX kräftig austoben. Ich habe es ja schonmal vorgeschlagen: Wo bleibt Dein ChrisTeX um uns LaTeX-Nutzer endlich von diesem schrundigen grob falschen Schriftsatz zu erlösen?

Man muß
sich ja nur mal die pure Aschenputtel-Version ansehen. Schöner
als Word, ja, aber wirklich schöner und gut lesbarer Satz ist
was anderes.

Welche Version meinst Du jetzt mit „pur“? Ich finde die Breitkopf-Version immer noch sehr gut gelungen.

Gruß

Fritze

Einen wunderschönen guten Abend, Fritze.

Ich
wüsste übrigens nicht, warum diese Diskussion hier „off topic“
sein sollte.

Nein? Weil der tatsächliche Nutzen für andere Anwender relativ klein sein dürfte. Zusätzlich führt die Diskussion schlicht nirgendwohin.

… und wenn mich nicht alles täuscht es sogar auf ihrem
Rechner installiert.

Das habe ich auch. Sogar schon dreimal in meinem kurzen Leben! Habe es sogar dreimal installiert und damit herumexperimentiert!
Hat meine Meinung nie geändert. *gg*

Ich meine Aussagen wie diese hier:

Verbreitung. Word ist mit am weitesten verbreitet und in
den richtigen Foren findet man auf viele Probleme innerhalb
kürzester Zeit eine Antwort – einfach aufgrund der Masse. Dies
kann bei den weniger verbreiteten Programmen zu einem Problem
werden, wenn ein Problem drückt, gerade, wenn der Abgabetermin
näher rückt und man in Streß ist. Den Faktor sollte man nicht
außer Acht lassen.

Ich stehe bei weitem nicht alleine mit der Aussage, dass man
genau wegen der sich bei nahendem Abgabetermin häufenden
fatalen Fehler mit Word auf Alternativen ohne eben diese
Fehler zurückgreifen sollte.

Lesen kannst Du aber auch nicht, gell? Ich habe nix von fatalen Fehlern geschrieben sondern einzig und allein betont, daß Word sich einer hohen Verbreitung beliebt. Dementsprechend gibt es auch viele Foren und in denen rennen auch immer mal wieder ein paar kompetente Leute rum, die einem Fragen beantworten. Zum Beispiel damals nach den roten Kreuzen. War überhaupt kein Problem. Aber warum sich bei mir über das Gespann MikTeX/TeXniCenter kein Bild anständig so einfügen läßt, wie ich es gerne hätte, darüber schweigen die Gelehrten. Da heißt es dann immer: »Hm, tja, komisch, also, daß muß ein spezielles Problem von Deinem Computer sein.« So werden sie geholfen!

Wenn Du mir nicht glaubst, dass
Word für lange Dokumente die schlechteste Wahl ist, dann gibt
es dafür zum Glück auch andere Stellen, die das sogar
ausführlich und fundiert begründen. Erst demletzt ist mir
wieder ein Vergleich – leider nur zwischen OpenOffice 2.0 und
MicrosoftOffice 2003 – begegnet, der genau diese Aussage
abermals bestätigt. c’t 22/2005, Seite 170. Schau bei
Gelegenheit mal rein.

Werde ich bei Gelegenheit; komme hier nur leider schlecht an die c’t heran. Macht aber nix.

Tja. Weil Du damit nicht umgehen kannst, ist es nicht
unbenutzbar. Schon gar nicht „absolut unbenutzbar“.

Solange mir niemand halbwegs verständlich und in weniger als 100 Seiten erklären kann, wie ich meine (zugegebenerweise nicht ganz trivialen) Probleme gelöst kriege, ist es für mich unbenutzbar. Da helfen auch 1000 Seiten Dante-FAQ nicht. Außerdem habe ich nach wie vor von meiner Meinung gesprochen.

Ja, habe gelesen: Du empfiehlst Adobe Indesign für Leute mit
dicker Brieftasche oder Ragtime für Leute mit eher
bescheidenen finanziellen Mittlen.

Auch hier gilt erneut: Wenn Du lesen könntest, hättest Du einen Vorteil. Ich habe klar und deutlich geschrieben, daß man z.B. wenn man auf Formelsatz angewiesen ist, um LaTeX nicht herum kommt. Wenn man hingegen zu der von Dir so massiv verleugneten Gruppe von Menschen gehört, die sich mit Textsatz, Typo und Layout auskennen und den Text selber setzen wollen, auch wenn sie dazu auch noch Autor sind, dann wird man erfahrungsgemäß mit LaTeX keine Freude haben sondern sollte sich eher mit InDesign anfreunden. Ist das so schwer zu verstehen? Ich kann hier auch gerne noch anfügen, nur um Dich zu beruhigen: Wen gute Typo und Layout einen Dreck interessiert, der sollte sich lieber an LaTeX halten, weil einem da vieles einfach ungefragt abgenommen wird, wohingegen man in Word, OO etc. vor sich hin stümpert.

Natürlich sollte sie nicht
vergessen, vorher zumindest einen Kurs in Typografie und
Layout zu belegen, denn da muss sich eine ernstzunehmende
Autorin selbstverständlich selbst drum kümmern.

Ja, ja, das hatten wir schon. Aber auch der LaTeX-Anhängerschaft könnten ein paar Grundkenntnisse in Typo und Layout nicht schaden, die haben nämlich genausowenig Ahnung wie die Word-Benutzer auch, tun aber so, als sei das LaTeX-Layout die Krönung der Setzerkunst. Leider ist das nicht der Fall. Du kannst jedes beliebige Typo-Lehrbuch zur Hand nehmen, welches für absolute Anfänger geschrieben ist, und wirst hinterher Dinge in LaTeX-Dokumenten finden, die man besser machen könnte, wenn man sich a) die Mühe machen möchte und b) das notwendige Wissen dazu hat.

Die Studenten die ich kenne, sind sich dessen nicht bewusst
und reagieren sehr erstaunt, wenn man eine Alternative
vorschlägt (Wie? Da gibts noch was anderes? Ich dachte alle
nehmen Word.)

Du bekommst mein ehrliches Mitgefühl, Dich mit solchen Leuten herumschlagen zu müssen.

Ich verstehe das nicht. Ich kenne *keinen* Autor, der auf
meine Frage, ob er gerne das Layout macht, mit einem
begeisterten „JAAA“ geantwortet hat.

Ich kann nur bekräftigen: Ich bedaure Dich zutiefst. Ich kenne genug davon. Ich selber bin z.B. einer. Ich schreie ganz laut »Jaaa«. Ich kenne auch noch ein paar mehr, die auch ganz laut »Jaaa« schreien. Sicher nicht die Mehrheit der Benutzer, aber davon war auch nie die Rede. Das habe ich nie behauptet sondern das hast Du mir in den Mund gelegt.

Das zeigt, dass sie keine Ahnung haben. TeX ist explizit genau
dafür gemacht.

Gut, dann sage mir bitte den TeX-Befehl, um beliebige Wörter um 0,5 pt zu verkleinern und um – na, sagen wir 0,4 pt zu sperren. Damit kämen wir meiner Befriedigung bereits einen guten Schritt näher.

Verstehe ich das richtig: Du kennst eine größere Anzahl
Mathematiker und Physiker, die behaupten, mit LaTeX könne man
nicht vernünftig Formeln setzen?

Lesen! Auch wenn’s schwerfällt zu so später Stunde.

Das würde mich stark wundern. Nenne mir bitte mal konkret eine
mathematisch/naturwissenschafltiche Fakultät, die LaTeX
explizit verlangt.

Nun ja, ich selber habe nie Mathe studiert. Aber die Quelle meiner LaTeX-Haßliebe und der Beginn meines Auszugs als typografischer Don Quixote beruht auf meiner Ex-Kollegin Ina, welche Mathe und Statistik an der Uni Göttingen studiert hat. Nach ihrer eigenen Aussage sowie der Aussage einer Kollegin ist sie dort gezwungen worden, auf LaTeX umzusteigen, weil Hausarbeiten in anderen Formaten nicht akzeptiert würden, von Diplomarbeiten ganz zu schweigen. Ich sehe keinen Grund, ihr diese Aussage nicht zu glauben.

Da stellt sich natürlich die Frage, mit
welcher Berechtigung ständig neue Versionen rauskommen, die zu
den Vorgängern inkompatible Dokumente erzeugen?

Um Geld zu verdienen. Jede neue Version hat ungefähr 25 »neue« features, die kein Mensch braucht oder wenn dann einmal in 10 Jahren. Aber weil man den Leuten erzählt, daß es so toll ist, kaufen es trotzdem viele.

Musst Du aber doch, wenn Du Word nutzt und z.B. ein EPS
einbinden willst. Schonmal probiert?

Yep, gerade eben. Sieht gut aus! Was soll ich jetzt damit machen? Dir zuschicken? Hingegen hat MikTeX mal wieder auf ganzer Linie versagt. Es taucht garnicht erst auf sondern produziert die üblichen, wirren Fehlermeldungen. Ach halt, Verzeihung, es ist schon etwas spät, ich vergaß, daß es sich ja um Photoshop-EPS handelt. Damit können die TeX-Derivate ja nicht umgehen. Ich vergaß! Kann sich ja nicht jedes dahergelaufene eps einfach einbinden lassen. Muß schon das richtige eps-Format sein. Redliches eps, sozusagen. Werde noch mal nach der tollen Extra-Software suchen, die mir die Dateien konvertiert. Irgendwo ist es noch.

Aber sei’s drum. Wie glaubst Du denn binden andere Programme
mal eben alle überhaupt weltweit jemals vorgekommenen
Bildformate ein? Richtig. Mit Eingabefiltern.

Genau, MikTeX einfach garnicht oder nicht so, wie die Anleitung es mir sagt. Aber Du hast recht, das hatten wir an anderer Stelle schon. Das ist mein böser Einfluß, der sich auf den Computer übertragen hat. Der kann einfach kein MikTeX.

Kürzere Tabellen, die man im Text für die Klarstellung
bestimmter Fakten braucht, sind nicht so problematisch, dass
das ein „Luxus“ wäre.

Es sein denn, man will vielleicht so Spielereien wie farbige Hintergründe und so. Geht alles, keine Frage. Aber schön ist das nicht.

Doch, genau das war die Frage.

Nein, das war absolut nicht die Frage. Wie war das da oben mit PISA? Ich bezog mich auf mein Ausgangsposting, in welchem ich versucht habe, Vor- und Nachteile zu beleuchten. Und in diesem habe ich die Frage gestellt, ob man vielleicht selber den Wunsch verspürt und das Wissen hat, den Text selber gestalten zu wollen. Ich kann mich auch gerne selber zitieren: »– Typo und Layout. Willst Du Deinen Text selber gestalten? …«
Ähem, mit Verlaub, habe ich jetzt diese Frage gestellt oder habe ich sie gestellt? Richtig!

Das wiederum war nicht die Frage.

Doch, ja, genau das war sie. Schau vielleicht einfach noch mal nach.

Wenn Du das Layout selbst gestalten willst, dann ist LaTeX
(wie ich Dir bei anderer Gelegenheit bereits mehrfach
mitgeteilt habe) nicht das richtige.

Na bestens! Was regen wir uns eigentlich alle hier so auf? Genau das wollte ich in meinem ursprünglichen Posting darstellen. Wenn man selber Layout machen möchte, ist LaTeX nicht das richtige. So einfach kann die Welt sein.

Das will es aber explizit auch nicht sein.

Eben! Genau darum!

Was Du willst, wirst Du eher bei plain TeX
finden. Dort hast Du die gewünschte komplette Freiheit.

Nein, das will ich nicht! Denn:

Da TeX
aber schon etliche Jahre auf dem Buckel hat, gibt es für
Setzer/Layouter
mittlerweile angenehmere Produkte. Unter
anderem die von Dir genannten.

Ja! Genau das habe ich sagen wollen! Meine Güte, es hat auch nur 36 Stunden gebraucht, um das herauszukriegen. Ich muß mich wirklich entschuldigen, daß ich mich in meinem ursprünglichen posting so unklar ausgedrückt habe. Wir meinen ja eigentlich ein und dasselbe!

Aber warum das für einen Autor
erstrebenswert sein soll, Layout zu machen, dass will mir beim
besten Willen nicht einleuchten.

Das spricht für Deinen in dieser Hinsicht eingeschränkten Horizont. Ich will das zum Beispiel, und ich bin noch nichtmal Design-Student. Die wollen das nämlich auch ganz gerne. Mußt Dich nur mal in den Typo-Foren etwas herumschlagen. Erstens macht es einfach Spaß und zweitens ist z.B. die Standard-LaTeX-Typo wirklich nicht schlecht, aber trotzdem noch verbesserungsfähig. Sogar für wissenschaftliche Texte, obwohl gerade da LaTeX wirklich keine schlechten Ergebnisse liefert. Aber Ästhetik ist ja auch immer Geschmackssache.

Jaja, das erzählst Du hier schon seit längerem. Ragtime trennt
ohne Benutzereingriff übrigens auch nicht besser.

Nein, tut es nicht. Habe ich auch nie behauptet. Ich wehre mich nur dagegen, daß alle LaTeX-Benutzer immer dummdreist von dem ach so tollen Blocksatz reden und dabei die Regeln guter Trennungen völlig vernachlässigen. Wie hast Du oben geschrieben? Ein bißchen Wissen ist schon vonnöten. Und das sollte eigentlich nocht nichtmal typografisches Spezialwissen sein.
Zu Ligaturen lasse ich mich jetzt nicht aus; das habe ich unten schon getan.

Ja, das war doch mal herzerfirschend klar. Bisher ist nämlich
nur diffuses LaTeX-Bashing mit gleichzeitigem „nimm lieber
Word oder gleich Ragtime“ hier angekommen.

Da muß ich mich doch gleich wieder selber zitieren. Wenn Du mein Ausgangsposting aufmerksam gelesen hättest, dann wären Dir vielleicht folgendes Sätze aufgefallen:
»– Mathematische Ausdrücke und Formeln. Sofern Du Formeln setzen mußt, kommst Du […] um TeX/LaTeX nicht drum herum. Es gibt einfach keine wirklich bessere Alternative.« Oder:
»LaTeX liefert ein schönes und solides Grundlayout, was insbesondere bei wissenschaftlichen Publikationen sehr gut paßt. Das Layout ist besser als das übliche 08/15-Layout von Word …«
Was ist daran jetzt »LaTeX-Bashin«? Und wieso »nimm lieber Word …« wenn wir uns oben schon einig waren, daß Word vermutlich das Schlechteste der aufgezählten Programme ist?

Nein, ich bin Autor. Ich verlange von einer Software, dass sie
mir Arbeit abnimmt, nicht noch welche obendrauf packt.

Das macht aber nun mal jedes Programm, auch LaTeX. Man kann es nicht einfach unbesehen übernehmen. Wenn Du das ignorieren möchtest – Bitte, das ist Dein Privatvergnügen. Dann darfst Du Dich aber auch nicht über den Untergang typografischer Kultur aufregen.

Und schauen wir mal, was bei der Abgabe einer Doktorarbeit
übler aufstößt bei den Prüfern. Nicht eingehaltene
Abgabetermine (Ich kann doch nichts dafür, dass mein Word mir
eine Woche vorher jede zweite Seite gelöscht und mein Layout
komplett verhunzt hat) mit „Druckkunst“ auf unterstem Niveau
(Ich finde, 10 verschiedene Schriftarten chic. Grauwert? Wasn
das? etc. pp.) oder ein paar weniger elegante Trennungen und
„falsche“ Ligaturen in sonst sehr konsistentem Layout
pünktlich abgegeben ohne schlaflose Nächte.

Da scheinen die grauen Haare auf unserem Kopf unterschiedliche Farben zu haben. Ich habe höchst selten erlebt, daß das Programm wirklich der ausschlaggebende Faktor für verschobene Abgabetermine war (für erheblichen Streß schon und da steht Word auch auf der Liste ziemlich weit oben neben anderen ganz schlimmen Computerproblemen). Das ist eigentlich nur vorgekommen, wenn das Zeit-Management generell nicht sitmmt. Und diese Leute hätten dann nämlich mit LaTeX genau solchen Druck bekommen. Aber das ist nur meine persönliche Erfahrung – Du wirst dazu bestimmt deutlich mehr wissen.

Liebe Grüße,

Christian