hi Dirk
zunächst einmal: die auswahlliste mit diesen seltsamen optionen ist während der überarbeitung extrem praktisch. der bearbeiter kann damit sich schon mal vorab ansehen, wie das dokument aussehen wird, wenn alle änderungen aktzeptiert sind - bzw. wie das dokument ohne änderungen ausgesehen hat. und zwar ohne dass er die änderungen dafür akzeptieren muss oder nicht. letztendlich ist dass also lediglich eine andere sicht auf das selbe dokument (ähnlich wie normal- und seitenlayoutansicht). du machst also damit keinerlei änderungen am dokument!
zu deinem speziellen problem: dein problem ist, dass die änderungsverfolgung für die dot-datei selbst eingeschaltet ist. logischerweise ist sie damit automatisch für alle neuen dokumente auf basis dieser vorlage aktiv. die änderungsverfolgung nur für das dokument und nicht für die vorlage aufzuheben, bringt also nur was für das aktuelle dokument.
du musst dir also die vorlage aus deinem vorlagen-ordner raussuchen, diese direkt öffnen und dann dort die änderungsverfolgung ausschalten. also nicht datei->neu oder doppelklick auf die dot-datei (in beiden fällen wird ein neues dokument auf basis der vorlage erstellt), sondern mit datei-öffnen die dot-datei aus dem vorlageordner öffnen (normalerweise c:\dokumente und einstellungen\user\anwendungsdaten\microsoft\vorlagen). dann dort die änderungsverfolgung ausschalten und sicherheitshalber noch eine kleine änderung am dokument vornehmen (z.b. ein leerzeichen einfügen und wieder löschen). grund ist, dass word eine datei nur dann speichern, wenn tatsächlich eine änderung vorgenommen wurde. wenn man also ein dokument öffnen und von normal- auf seitenlayoutansicht umstellt und dann auf speichern klickt, passiert gar nix. das dokument wird nicht gespeichert und beim nächsten öffnen hat es wieder normalansicht. ehrlich gesagt weiss ich jetzt nicht, ob das ausschalten der änderungsverfolgung als änderung am dokument gezählt wird oder nicht, daher sicherheitshalber eine änderung machen).
sinn und zweck der änderungsverfolgung: ein team von drei mitarbeitern soll ein gemeinsames dokument erarbeiten (z.b. eine ausschreibungsunterlage). da word kein gleichzeitges bearbeiten zulässt, müssen die mitarbeiter seriell am dokument arbeiten. die unterlage muss aber mit allem mitarbeitern abgestimmt sein. wenn nun einer änderungen am dokument macht und sich einen tag später nicht mehr genau erinnern kann, was er am dokument geändert hat (kommt bei umfangreichen dokumenten häufiger vor, als man sich dass vorstellt), so gibt das massive probleme - schließlich können die anderen desshalb nicht ständig das gesammte dokument neu durcharbeiten.
desshalb aktiviert man die änderungsverfolgung. jeder benutzer trägt seinen namen in der benutzerinfo bei extras-optionen ein. macht man nun änderungen am dokument, so speichert word nicht nur den wert nach der bearbeitung sondern auch die genauen änderungen am dokument inkl. namen des bearbeiters. unterschiedliche bearbeiter werden farblich unterschieden. word zeigt an, was genau geändert wurde und von wem. auf diese weise kann man nun sehr schnell feststellen, wer was wann geändert hat. ein komplettes durcharbeiten des dokuments erübrigt sich daher.
das dokument wird aber mit der zeit so bunt, dass man den eigentlichen sinn des dokuments nicht mehr erkennt. desshalb setzt man sich in regelmässigen abständen zusammen und konsolidiert das dokument. man geht alle änderungen durch und entscheiden pro änderung, ob sie akzeptiert wird (also offiziell ins dokument aufgenommen wird) oder ob die änderung zurückgewiesen wird - der textblock also wieder den ursprünglichen zustand annimmt. die komfortfuktion „alle änderungen akzeptieren“ vereinfacht das etwas.
beim gemeinsamen durchlesen ist es teilweise interessant, das dokument in der geplanten endgültigen fassung zu sehen. akzeptiert man nun die änderungen, sind die änderungsinformationen verloren. desshalb gibt es die verschiedenen ansichten auf das dokument:
grundsätzlich sind es nur zwei ansichten: das originaldokument (also vor der änderung) und das endgültige dokument (inkl. änderungen). zusätzlich kann zu jeder dieser ansichten noch ausgewählt werden, ob die „markups“ angezeigt werden sollen - als die markierungen für die geänderten stellen. damit kommen wir auf vier ansichten.
die bearbeitung des dokument erfolgt zyklisch: jeder macht seine änderungen, dann wird konsolidiert, dann wird wieder weitergeändert, dann wieder konsolidiert usw. irgendwann ist das dokument dann fertig. nach der abschließenen akzeptierung bzw. ablehnung von änderungen wird die änderungsfunktion dann wieder abgeschaltet und das dokument nach aussen weitergegeben.
die änderungsfunktion ist damit in kleinen arbeitsgruppen mit komplexen dokumenten eine extrem praktische sache, die massiv bei der arbeit unterstützt - allerdings nur dann, wenn man auch gut damit umgehen kann. gerade benutzer, die normalerweise alleine an einen dokument arbeiten, sind meist dadurch überfordert.
lg
erwin