Welche Textverarbeitung für welche Aufgabe?

Hallo zusammen,

da die Diskussion hier in letzter Zeit – sicher auch durch mein Verschulden – häufiger aus dem Ruder läuft, habe ich hier mal einen ausdrücklichen „Meta-Thread“ aufgemacht.

Mir geht es darum, ein paar Ideen zu sammeln, für welchen Zweck und aus welchen Gründen man bestimmte Programme wie z.B. Microsoft Word nutzt. Evtl. kann man ja mal eine art FAQ daraus machen, für welche Aufgabe (am besten im Konsens, das wird aber schwer) man welche Software einsetzen sollte.

Mir kommt es häufig so vor, als würde Word vor allem aus einem Grund genutzt: Man kennt nichts anderes. Daher versuche ich es auch ab und zu mal einzustreuen, dass es durchaus Alternativen gibt.

Auch ich selbst bin mitunter gezwungen, mit Word zu arbeiten. Es ist sicherlich für kürzere Dokumente bzw. Briefe auch annehmbar, wenngleich ich auch für diese Aufgabe keinerlei Vorteil gegenüber dem frei verfügbaren OpenOffice erkennen kann.

Wo Word aber mit großer Wahrscheinlichkeit und hier im Forum mit großer Regelmäßigkeit Probleme bereitet, ist bei der Bearbeitung von komplexen, längeren Dokumenten, vor allem jenseits der 100 Seiten Grenze. Dazu zählen meistens auch Diplom- und Doktorarbeiten sowie größere Dokumentationsprojekte und Bücher.

Hier in diesem Thread sollen Alternativen aufgezeigt werden und gerne eine Diskussion über Pro und Contra von Word & Co. stattfinden. Dabei werde ich selbst darauf achten, sachlich zu bleiben und bitte auch andere Beteiligte, ebenso zu verfahren.

Gruß

Fritze

OpenOffice.org
Eine der verfügbaren Alternativen zu Word bzw. gleich dem ganzen Microsoft Office Paket ist OpenOffice. Man kann sich unter

http://de.openoffice.org/

ein Bild machen und die Software auch gleich komplett herunterladen.

Meiner bescheidenen Meinung nach steht die Software dem Platzhirsch aus Redmond in keiner Weise nach.

Gerade für den studentischen Geldbeutel ist ein Blick auf diese Software vor dem Kauf der MS-Office-Studentenlizenz angeraten.

Gruß

Fritze

Lastenheft
Die wichtige Frage ist doch wie immer WAS will man mit diesem Werkzeug erreichen? Dazu weiter unten mehr

Mir kommt es häufig so vor, als würde Word vor allem aus einem
Grund genutzt: Man kennt nichts anderes. Daher versuche ich es
auch ab und zu mal einzustreuen, dass es durchaus Alternativen
gibt.

Papyrus, Signum, AbiWord, … uvam.

Auch ich selbst bin mitunter gezwungen, mit Word zu arbeiten.
Es ist sicherlich für kürzere Dokumente bzw. Briefe auch
annehmbar,

Viel zu überladen. Works ist da viel angenehmer. Nichtsdestotrotz schreibe ich auch 1-seitige Briefe in Wort mit meinen üblichen Standardvorlagen mit 7 - 10 Formatvorlagen.

Fangen wir doch mal ein Lastenheft an:

  • Absatzvorlagen (Formatvorlagen) nötig (weiß doch sowieso keiner, wofür die gut sind)

  • Verzeichnisse (Index/Inhaltsverzeichnis/Fußnoten,Endnoten) nötig ja/nein

  • Automatikfunktionen nötig? Welche (Seitennr./Datenbankabfragen/Rechenaufgaben)

  • KO-Kriterien: kann nicht mit großen Pixelgraphiken umgehen

  • Versions- und Groupware-Funktionen nötig

Gruß

Stefan

Scribus
Hallo nochmal,

wenn man sich Layout auskennt oder auch wenn man es mal ausprobieren möchte, dann bietet einem die DTP Software Scribus, die ebenfalls frei verfügbar ist, eine solide Möglichkeit, seine Layoutkünste anzuwenden.

Obwohl man auch umfangreiche Dokumente selbst professionell setzen kann, wäre meiner Meinung nach für den „Hausgebrauch“ ein solches Werkzeug ideal für die Gestaltung von Einladungskarten, CD-Hüllen, Flyern, etc. zu gebrauchen. Dafür stehen einem alle notwendigen Werkzeuge zu Verfügung und die Druckerei freut sich über das professionelle Output für die einfache Weiterverarbeitung. Dazu zählen ICC Farbprofile (CYMK und RGB) genauso wie eine direkte PDF Ausgabe.

Gruß

Fritze

Microsoft Word
Hallo,

meine Minung dazu dürfte hier hinreichend bekannt sein. Ich halte es für die schlechteste Alternatvie für irgend welche Aufgaben zur Textverarbeitung. Es mag durchaus brauchbar für die tägliche Korrespondenz sein, aber selbst da gibt es bessere und kostengünstigere Alternativen.

Ich kann nicht aufhören darüber zu staunen, mit welchen Fehlern Anwender (Fans müssen es ja nichtmal sein) dieser Software zu leben bereit sind, nur damit sie nicht wechseln müssen.

Keine der mir bekannten Programme arbeitet in jeder Lage problemlos. Aber mein lieber Scholli, was hat Word doch für grundsätzliche und vor allem sogar dokumentzerstörende Macken. Spätestens nachdem einem ein Dokument komplett flöten gegangen ist, sollte man doch wenigstens den Gedanken an eine Alternative zulassen.

Es ist da wie mit dem Zeitmanagement: Wer der Meinung ist, für eine Planung seiner Tätigkeit keine Zeit zu haben, zahlt mit Überstunden und nicht eingehaltenen Terminen.

Wer der Meinung ist, für die Einarbeitung in eine Alternative zu Word, z.B. für eine Diplomarbeit, sei keine Zeit, hat dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das selbe Problem. Gerade in der Schlussphase muss man sich dann um Probleme mit der Textverarbeitung kümmern, anstatt um die Arbeit und muss am Ende vielleicht sogar den Abgabetermin hinausschieben.

Über den privaten oder studentischen Rahmen hinaus wird oft angeführt, dass diese Software nunmal in der Geschäftswelt überall vorhanden sei und daher das entsprechende Format festgelegt ist.

Mir ist in meiner beruflichen Tätigkeit bisher mit einer Ausnahme – und da war es OpenOffice – noch kein Vertrag untergekommen, in dem das Dokumentenformat festgelegt worden wäre. Es hat sich bisher auch noch nie jemand beschwert, wenn Ergebnisse als PDF geliefert wurden.

Meine negativen Erfahrungen mit Word-Dokumenten von Kollegen, Kunden und Lieferanten hat mir aber durchaus ein buntes Spektrum an unglaublichen Fehlern beschert. Mal werden obskure Sprachpakete für Arabisch oder Polnisch verlangt und Dokumente lassen sich gar nicht öffnen. Wenn sie sich denn öffnen lassen, dann ist meistens das Layout verhunzt. Automatismen wie z.B. das nummerieren der Seitenzahlen funktionieren nicht zuverlässig. Von anderen Nummerierungen, Fußnoten und Querverweisen ganz zu schweigen.

Eine von mir nur als „grotesk hoch“ einzuschätzende Anzahl von Arbeitsstunden wird damit verplempert, dass sich Kollegen mit Rat und Tat den Word-Problemen ihrer Bürogenossen widmen. Nicht selten sieht man Grüppchen von vier bis fünf Mitarbeitern um den PC eines Kollegen stehen und stellt erstaunt fest, dass es um Probleme der Art geht, wieso die Schriftgröße in der Fußzeile sich einfach nicht mehr größer als „3pt“ einstellen lässt.

Es soll auch schonmal vorgekommen sein, dass ein Kollege ein umfangreiches Dokument mit Word ohne Probleme erstellen konnte. Diese Geschichte gehört meiner Meinung nach in den „Friend of a friend tale“ Bereich der „Modernen Sage“.

Gruß

Fritze

etwas relativieren
hi Fritze

naja, ganz so schlimm finde ich word nicht mal. ich arbeite jetzt schon seit word für dos 4.0 mit diesem microsoft produkt. unter windows habe ich mit winword 1.1a begonnen.

beruflich setze ich word in einer selbsterstellten bürolösung ein, die automatisierte textverarbeitung als zentralen anwendungsfall hat. dabei werden individuelle schreiben aus verschiedenen textbausteinen automatisiert zusammengesetzt und über serienbrieffunktion mit daten befüllt. ausserdem gibt es noch massive spielereien wie automatisch den ausdruck auf verschiedene drucker aufteilen. in summe denke ich, dass ich in dieser anwendung in etwa 60 - 70% der möglichkeiten von word 97 ausgeschöpft habe.

meine erfahrung damit: es gibt in der tat einige probleme, in die man immer wieder läuft. vor allem jene features, die nach word 2.0 hinzugekommen sind, scheinen teilweise nicht so recht funktionieren zu wollen. glücklicherweise kann man auf die meistens verzichten.

wenn man aber all die probleme kennt und streng diszipliniert vorgeht, kann man durchaus produktiv mit word arbeiten. inzwischen läuft meine anwendung schon seit über 10 jahren - die anwender sind durchwegs erfahrene durchschnittsanwender. echte probleme mit ständig zerschossenen dokumenten treten eigentlich nur selten auf (vermutlich ca. 4-5 dokumente pro jahr bei ca. 40 benutzern!).

auch erstellen wir unser handbuch für eine andere anwendung mit word. das handbuch hat inzwischen ca. 300 seiten und ist mit grafiken und querverweisen nur so vollgestopft. wirkliche stabilitätsprobleme haben wir damit nicht. wir verzichten aber auch ganz bewusst auf alle problematischen formatierungen und haben auch praktisch alle automatismen von word deaktiviert.

fazit: wenn man sich wirklich gut mit word auskennt und höllisch beim formatieren seines dokuments aufpasst, dann leistet word relativ gute dienste.

wenn man sich nicht auskennt und all die netten automatismen und defaulteinstellungen verwendet kommt man in teufels küche.

lg
erwin

2 „Gefällt mir“

Lieber Fritze,

soll ich ehrlich sein? :smile: Ich „missbrauche“ lieber PowerPoint (im Hochformat) für Berichte oder Excel oder XPress als auf Word zurückzugreifen (höchstens für die Serienbriefe) - ich sehe hierfür weniger Notwenigkeit (außer vielleicht mal eine Formatvorlage anzulegen, damit eben die bekannten Probleme für die Anwender nicht auftreten).

Wenn es um „ordentliche“ Formatierungen geht, sollte man ohnehin eher auf ein Layout-Programm zurückgreifen.

Für umfangreiche wissenschaftliche Arbeiten würde ich einen Horror davor haben, mit Word zu arbeiten. Ich habe damals mit Lotus meine Abschlussarbeit erstellt. Ein Programm, das damals um einiges „weiter und benutzerfreundlicher“ war.

Für den „Schreibmaschinen-Ersatz eines 1-seitigen-Briefes“ ist Word sicherlich zu gebrauchen. Aber Du hast vollkommen Recht: Da reichen unentgeltliche Programme wie OpenOffice lange ran und verursachen wohl weniger Probleme.

Das Hauptproblem ist und bleibt, dass jeder meint, Word bedienen zu können, aber sobald sich eine falsche Formatierung eingeschlichen hat, ist es die Hölle - besonders im Datenaustausch!

Und das betonst Du ja immer: Der Datenaustausch bei unzureichender Anwendung der Formatvorlagen etc. ist…bescheiden! :smile:

Liebe Grüße

Kathleen

Erwin hat es eigentlich schon sehr treffend dargelegt. Eine Problematik ist, daß Word es Anwendern mit fast keinem Vorwissen erlaubt, Dokumente mit einem gewissen Level an Komplexizität zu erstellen. Man fängt eine Nummerierung an und schon führt Word sie alleine weiter. Dies ist eben auch genau eine der Tücken. Die Mehrheit der Word-User hat eben genau kaum Ahnung von so wichtigen Dingen wie Formatvorlagen etc. 90% aller Word-Files, die ich in die Finger bekomme, benutzen genau eine Formatvorlage, und dann wird wild manuell im Text herumgefuhrwerkt. Sowas kann nur schief gehen, sobald z.B. ein Austausch von Dokumenten erfolgt. Es benötigt Wissen und Disziplin, aber dann sind Word-Dokumente in der Tat recht stabil und es tauchen wenig Fehler auf – selbst beim Austausch von Dokumenten. Wobei sich allerdings Micro$oft seit Office 2003 selber ins Bein geschossen hat: Offenbar sind »Formatvorlagen« für Aufzählungen jetzt lokal gespeichert. Damit ist nach Anpassung der Aufzählungsformate ein Austausch von Word-Dokumenten nicht mehr ohne Verlust des Layouts der angepaßten Listen möglich. Ich hoffe doch sehr, daß dies in OpenOffice nicht der Fall ist (weiß jemand mehr?).

Word ist sicherlich für jegliche Art von anspruchsvoller Typografie ungeeignet. Es geht schon damit los, daß es Micro$oft seit Jahren nicht geschafft hat, die vorhandene Funktion für Kerning standardmäßig zu aktivieren. Was soll sowas? Word ist so ziemlich das einzige Programm, welches die Funktion zwar unterstützt, aber nicht automatisch eingeschaltet hat. Weiterhin ist das word-interne Grafik-Format eine Katastrophe in Belichtung und Offsetdruck ist, was Word für die Druckvorstufe nahezu untauglich macht. Allerdings trifft das letzte, wenn ich mich nicht irre, auch auf OpenOffice zu (Korrektur?).

Katastrophal ist auch die unzureichende Trennung von Programmtext und Texteingabe. Word verfügt über die Möglichkeit von ungemein mächtigen Makros. Aber was auf der einen Seite der Pluspunkt ist, wird dadurch wieder ausgeglichen daß durch die ungenügende Trennung Makroviren Tür und Tor geöffnet wird. Leider haben soweit ich weiß auch die Macher von OpenOffice verschlafen, diese massive Sicherheitslücke zu schließen.

Problematisch an Open Office ist, daß es noch nicht so lange auf dem Markt ist. Ich habe bisher noch in keinem Labor gearbeitet, in welchem nicht Endnote für die Literaturverwaltung benutzt wurde. Und das funktioniert nicht mit OO. Und Bibus tut dies zwar, ist aber kaum verbreitet. Hier wird sich natürlich mit zunehmender Entwicklung einiges tun, aber solange jemand eine Reference-Library mit 5000 Einträgen hat und OO noch keine interne Datenbank für Referenzen hat, wird er wohl vorerst bei Word bleiben müssen.

Grüße,

Christian

Hallo,

zunächst einmal danke für den Beitrag.

naja, ganz so schlimm finde ich word nicht mal. ich arbeite
jetzt schon seit word für dos 4.0 mit diesem microsoft
produkt. unter windows habe ich mit winword 1.1a begonnen.

Dann warst Du einer von den Pionieren, denn damals galt „Word
Perfect“ als Nonplusultra. Ich habe mich zur Zeit von Word 2.0 als
Student mal extra auf die CeBit bemüht, nur um eine Textverarbeitung
zu finden, die mir auch mathematische Formeln gescheit verarbeiten
kann. Die Dame, die bei Microsoft für Word 2.0 zuständig war, hat es
geschafft, das Programm abstürzen zu lassen. Aber auch bei
WordPerfect und StarOffice war man offensichtlich nicht auf
Naturwissenschaftler eingestellt. Fazit war: Es gab überhaupt keine
Alternative zu LaTeX. Aber dazu später mehr.

meine erfahrung damit: es gibt in der tat einige probleme, in
die man immer wieder läuft. vor allem jene features, die nach
word 2.0 hinzugekommen sind, scheinen teilweise nicht so recht
funktionieren zu wollen. glücklicherweise kann man auf die
meistens verzichten.

Aha? Man muss also auf die Features verzichten, was behält man denn
dann übrig?

Das handbuch hat inzwischen ca. 300 seiten und ist
mit grafiken und querverweisen nur so vollgestopft. wirkliche
stabilitätsprobleme haben wir damit nicht. wir verzichten aber
auch ganz bewusst auf alle problematischen formatierungen und
haben auch praktisch alle automatismen von word deaktiviert.

Genau da liegt meiner Meinung nach das Problem mit Word. Wenn man es
zu mehr als einer elektrischen Schreibmaschine mit großem
Korrekturpuffer benutzen möchte, dann fliegt es einem um die Ohren.
Von Dingen wie „Serienformularen“ mal abgesehen, die aber auch
weniger die eigentlichen Textverarbeitungsfunktionen als vielmehr die
Makrofunktionen nutzen.

Die Frage die man sich stellen sollte: Möchte ich wirklich alles
selbst machen? Oder habe ich nicht genau dafür einen Computer, dass
ich mir die Gedanken über Nummerierungen, passendes Layout,
funktionierende Querverweise, Import von Grafiken, etc. gerade
nicht machen muss?

Meistens ist man mit der Erstellung des Inhalts der Texte
vollkommen ausgelastet und möchte sich eigentlich um so einen
Firlefanz nicht kümmern. Und genau dann versagt Word ganz jämmerlich.

Gruß

Fritze

Hallo,

Erwin hat es eigentlich schon sehr treffend dargelegt. Eine
Problematik ist, daß Word es Anwendern mit fast keinem
Vorwissen erlaubt, Dokumente mit einem gewissen Level an
Komplexizität zu erstellen.

Man muss also auch bei Word eine nicht unerhebliche Einarbeitung in
die Software vornehmen. Das kostet vordergründig Zeit, die sich
allerdings hinterher mehr als doppelt und dreifach auszahlt. Ach, es
wäre ja schon enorm viel gewonnen, wenn man den Leuten mal konsequent
den Unterschied zwischen Zeilenumbruch und einem neuen Absatz
beibringen könnte (oder einfach die Enter-Taste rausrupfen).

Wenn man diesen ersten Schritt gegangen ist, dann ist es aber nur ein
sehr kleiner Folgeschritt, für bestimmte Projekte komplett
umzusteigen, wenn man damit große Stabilität und verlässliche
Automatismen erhält. Denn selbst im offiziell von MicrosoftPress
veröffentlichten Word Profibuch(!) (allerdings für Word 2002, wer
weiß ob es bei neueren Ausgaben besser ist?) lese ich im
Kapitel „Formatvorlagen für Tabellen“ Tipps wie „Probieren,
probieren, probieren heißt die Devise, bis es klappt.“ Na herzlichen
Glückwunsch.

Wenn man sich ganz nüchtern mit dem Problem auseinandersetzt, dann
kommt gerade im naturwissenschaftlichen Bereich heraus, dass LaTeX
gegenüber Word bevorzugt werden müsste. Im übrigen ist auch Endnote
selbstverständlich weiterhin nutzbar. Die Aussage, man könne aus
diesem Grund auf Word nicht verzichten, ist falsch.

Gruß

Fritze

Latex
Was können wir denn nun zu Latex sagen? Latex ist spezialisiert auf die Erstellung umfangreicher, komplexer Dokumente. Die Verwaltung hunderter Seiten mit nummerierten Überschriften, Fußnoten, Endnoten etc. ist kein Problem. Weiterhin ist Latex bekannt für den nahezu unübertroffenen Formelsatz. Ich kenne keine mathematische bzw. physikalische Fakultät, an welcher der Einsatz von Latex für Diplom- und Doktorarbeiten nicht entweder dringend empfohlen wird oder sogar Pflicht ist. Latex gibt es für nahezu alle Betriebssysteme und ist kostenlos.

Weiterhin hat Latex ein ausgesprochen gutes Konzept für die Herangehensweise an Texte: Man muß sich um das Layout im Grunde nämlich garnicht kümmern. Der Text wird quasi programmiert und liegt in einem Format vor, welches gewisse Ähnlichkeiten mit XML-Dateien hat. Texte können in nahezu jedem beliebigem Texteditor geschrieben werden. Um das Layout kümmern sich die entsprechenden Makro-Pakete. So entstehen Dokumente, welche sich, gemessen am Standard-Layout von Word oder OpenOffice um eine Größenordnung nach oben abheben. Zustäzlich gibt es eine Fülle von Zusatzpaketen, welches den Einsatz für eine Fülle von Aufgabenbereichen ermöglicht. Dazu gehören Präsentationsanwendungen genauso wie ziemlich guter Notensatz.

Um mit Latex zu arbeiten ist ein relativ hoher Lernaufwand erforderlich. Man muß wissen, wie die Befehle sind, da führt kein Weg drum herum, und an Befehlen gibt es Unmengen. Beschreibungen und Anleitungen gibt es allerdings zu Hauf. Man muß also vorallem am Anfang Zeit und Geduld investieren. Und die Probleme sind normlerweise relativ »straight forward«: Man muß für eine bestimmte Aufgabe die Syntax finden. Das ist oftmals einfacher als wenn Word aus den Untiefen einen Fehler auftauchen läßt, der sich auf allen anderen Systemen nicht reproduzieren läßt.

Etwas komplizierter ist das Einbinden von Grafiken in Latex, welches nur bestimmte Formate unterstützt und diese auch nur einer »reinen« Form. eps ist normalerweise das Dateiformat der Wahl, aber eps-Dateien, welche z.B. in Photoshop erstellt wurden, werden nicht unterstützt. jpg wird genommen, aber nur ordentlich eingebunden wenn die Informationen zur bounding box vorhanden sind. Hier sind Konvertierungsschritte oftmals erforderlich (eps2eps etc.), welche die Bilder in das gewünschte Format bringen. Dadurch werden natürlich auch gewisse Automatismen unmöglich gemacht. Die Interaktion der unterschiedlichen Office-Komponenten läuft recht gut und Diagramme aus Excel werden in Word nach Änderung des Original-Files automatisch aktiviert, was Arbeit sparen kann wenn man es denn möchte. Dies ist in Latex von vornherein ausgeschlossen; die eps-Datei muß neu generiert werden.

Die übelsten Probleme treten dann auf, wenn man mit dem vorgegebenen Layout nicht zufrieden ist. »Mal eben« einen anderen Font ausprobieren? Nicht mit Latex. Da die Schriftarten selbst verwaltet werden, hat die einfache Installation im Betriebssystem keinen Effekt. Zwar versteht es offenbar sowohl TrueType als auch PostScript, aber es benötigt eine spezielle Namensgebung sowie zusätzliche files mit Schriftinformationen. Es gibt im Netz jede Menge an Informationen, wie man eine Konvertierung erreichen kann, es ist und bleibt allerdings aufwändig und ist nicht immer von Erfolg gekrönt.

Auch weitere Anpassungen des Layouts sind schwer zu erreichen und man benötigt sehr tiefgreifende Kenntnisse. Auf Nachfrage in diversen Foren stößt man hierbei normalerweise auf Staunen: »Warum willst Du das ändern? Am Layout sollte man nicht drehen, das ist optimiert!« Aber auch wenn das Layout mindestens eine Größenordnung besser ist als ein 08/15-Word-Layout, so sind Standard-Latex-Dokumente sowohl vom Layout als auch von der Mikrotypografie gerade mal befriedigend.

Der Austausch von Dokumenten gestalltet sich von einfach bis nicht möglich. Wenn pdf akzeptiert wird, ist es natürlich kein Problem – eine der Stärken von Latex gegenüber Word. Natürlich können die pdfs auch zur Korrektur freigegeben werden, aber dazu benötigt man die Acrobat-Vollversion. Den Text bearbeiten kann der Gegenüber nur, wenn er den Quelltext modifiziert. Und zumindest in den Biowissenschaften mit Word als vorherrschendem Textverarbeitungsprogramm stößt dies meiner Erfahrung nach fast immer auf Unverständnis. Aber das trifft natürlich auch auf OpenOffice-Dateien zu.

Grüße,

Christian

Hallo Fritze!

Im übrigen ist auch Endnote
selbstverständlich weiterhin nutzbar. Die Aussage, man könne aus
diesem Grund auf Word nicht verzichten, ist falsch.

Gruß

Fritze

Das ist Unsinn. Endnote arbeitet mit Latex nicht zusammen; die für wiss. Publikationen so wichtigen Formatierungen im Fließtext gibts in Latex in dieser Form nicht über Endnote. Diese Aussage ist schlicht Unsinn.

Grüße,

Christian

Hallo Christian,

Das ist Unsinn. Endnote arbeitet mit Latex nicht zusammen; die
für wiss. Publikationen so wichtigen Formatierungen im
Fließtext gibts in Latex in dieser Form nicht über Endnote.
Diese Aussage ist schlicht Unsinn.

Wenn Du damit die „Cite while you write“ Funktion von Endnote meinst,
dann gibt es die in LaTeX selbstverständlich – über BibTeX. Endnote
ist für Word, was BibTeX für LaTeX ist. Und Endnote unterstützt ganz
offiziell BibTeX als Output.

Kurzum: Endnote starten – Select other Style – BibTeX Export –
*click* Wo ist das Problem?

Im übrigen ist EndNote nun wirklich nicht die einzige Software ihrer
Art auf dem Markt. Alternativen wären z.B.

Biblioscape http://www.biblioscape.com/
Reference Manager http://www.risinc.com/

Und für den kleinen Geldbeutel (Studenten z.B.) bietet das frei
erhältliche Pybliographer alles, was man so für Diplom- und
Doktorarbeit braucht. Inkl. Import aus den PubMed, Web of Science und
CrossRef Datenbanken sowie hervoragender BibTeX, Lyx und OpenOffice
Unterstützung (das von Dir als so unabdinger genannte „Cite while you
write“).

http://www.pybliographer.org/

Leider ist es aber meiner Erfahrung nach so, dass die meisten
Studenten zumindest ihre Diplomarbeit ganz ohne bibliographische
Datenbank anfertigen. Eigentlich sollte man konsequent während des
gesamten Studiums die Datenbank füttern und pflegen. Habe ich aber
auch nicht getan … und mich hinterher geärgert.

Gruß

Fritze

Hallo Christian,

danke für die gute Beschreibung von LaTeX. Ich möchte dennoch auf ein
paar Punkte eingehen.

Um mit Latex zu arbeiten ist ein relativ hoher Lernaufwand
erforderlich. Man muß wissen, wie die Befehle sind, da führt
kein Weg drum herum, und an Befehlen gibt es Unmengen.

Das ist richtig. Der Umstieg von anderen Textverarbeitungen,
insbesondere von Word, ist aufgrund der komplett anderen
Vorgehensweise mit Aufwand verbunden.

LaTeX bietet in der Tat eine recht umfangreiche Markupsprache. Man
braucht aber „für den Hausgebrauch“ nur einen geringen Teil und der
ist auch nicht wirklich schwer zu verstehen, wenn man denn Englisch
kann. So kostet einen die Erzeugung eines Inhaltsverzeichnisses keine
weiteren Gedanken, sobald man den Befehl \tableofcontents
eingegeben hat. Auch die anderen Verzeichnisse sind einfach erzeugt:
\listoffigures für das Abbildungsverzeichnis,
\listoftables – na ratet mal, wofür. Und ein neues Kapitel
mit \chapter{Überschrift} anzufangen, dürfte auch nicht sonderlich
schwer fallen. So geht es dann weiter.

Etwas komplizierter ist das Einbinden von Grafiken in Latex,
welches nur bestimmte Formate unterstützt und diese auch nur
einer »reinen« Form. eps ist normalerweise das Dateiformat der
Wahl, aber eps-Dateien, welche z.B. in Photoshop erstellt
wurden, werden nicht unterstützt.

Das ist so auch nicht richtig. EPS (Encapsulated Postscript) ist ein
offen dokumentierter Standard von Adobe. LaTeX erwartet
standardkonformes EPS. Gerade Windows-Anwendungen nehmen es da aber
nicht so genau, das führt zu Schwierigkeiten. Wenn man aber den
Export über den Ausdruck wählt, also in eine Datei druckt, und den
original Adobe Postscript Druckertreiber nimmt, dann kann man sich
darauf verlassen. Wenn das nicht möglich ist, dann kann man mit
eps2eps die Fehler bereinigen lassen. Dieser Befehl lässt sich
wunderbar auf ganze Unterverzeichnisse anwenden, der Aufwand ist also
gering.

jpg wird genommen, aber nur ordentlich eingebunden wenn die
Informationen zur bounding box vorhanden sind.

Das gilt für alle Grafikformate. JPEG als Bitmapformat ist ohnehin
nicht erste Wahl für die Verarbeitung in Texten, da es sich nur
schlecht skalieren lässt. D.h. man muss die Bilder in sehr hoher
Auflösung einbinden (Minimum ist 300 dpi, professionell eher 1200),
was zu geradezu riesigen Dateien führt.

Da sich aber alle Grafikformate ineinander umwandeln lassen, ist die
Einbindung von EPS bzw. PDF/jpg (nutzt man pdflatex) keine harte
Einschränkung. Ich möchte in dem Zusammenhang nochmal auf das auch
für andere Zwecke sehr mächtige frei erhältliche ImageMagick Paket
hinweisen:

http://www.imagemagick.org/script/index.php

Hier sind Konvertierungsschritte oftmals
erforderlich (eps2eps etc.), welche die Bilder in das
gewünschte Format bringen. Dadurch werden natürlich auch
gewisse Automatismen unmöglich gemacht.

Gerade hier sind Automatismen besonders leicht möglich, da der eine
zur Konvertierung benötigte Schritt sich sehr leicht in Skripte
einbinden lässt.

Die übelsten Probleme treten dann auf, wenn man mit dem
vorgegebenen Layout nicht zufrieden ist. »Mal eben« einen
anderen Font ausprobieren? Nicht mit Latex.

Das ist auch nur bedingt richtig. Es gibt eine sehr große Menge an
fertigen Fontpaketen, die man mit einer einzigen Befehlszeile
einbinden kann. Die „mathpazo“ bzw. „mathptmx“ Pakete seien hier
nochmal explizit erwähnt, man kann sich unter

http://dante.ctan.org/CTAN/fonts/

einen ersten Überblick verschaffen.

Das selbstkonvertieren von Vorhandenen (u.U. auch teuer gekauften)
Type1 oder OpenType Fonts ist allerdings in der Tat nicht trivial,
für eine Diplom- oder Doktorarbeit aber auch sicherlich nicht
unbedingt ein KO Kriterium.

Auch weitere Anpassungen des Layouts sind schwer zu erreichen
und man benötigt sehr tiefgreifende Kenntnisse.

Das ist richtig, denn dazu muss man sich mit den Tiefen von TeX
selbst, der zugrunde liegenden Beschreibungssprache,
auseinandersetzen.

Nun ist man aber u.U. nicht der Einzige, der genau dieses Problem
schonmal hatte. Beispielsweise gibt es für Juristische Arbeiten ein
hochgradig beknacktes Layout, an das man sich aber zu halten hat.
LaTeX unterstützt es zwar nicht „von Haus aus“, aber dafür gibt es
die „jura“ Dokumentenklasse (\documentclass{jura}).

So geht es einem eigentlich bei den allermeisten Layoutproblemen. Nur
wenn man besonders ausgefallene Dinge realisieren will, muss man sich
eben mit TeX selbst auseinandersetzen und sich ein eigenes Makropaket
stricken. Was alles geht, kann man unter

http://www.tug.org/texshowcase/

bewundern.

Der Austausch von Dokumenten gestalltet sich von einfach bis
nicht möglich. Wenn pdf akzeptiert wird, ist es natürlich kein
Problem – eine der Stärken von Latex gegenüber Word.

In der Tat sollte pdf für das fertige, abzuliefernde Dokument stets
das Format der Wahl sein. Damit gibt es mit Sicherheit keine Probleme
auf dem Rechner des Adressaten.

Aber gerade bei Zusammenarbeit von Arbeitsgruppen eignet sich LaTeX
dank seiner Eigenschaft, als „Quelltext“ lediglich normalen ASCII
Zeichensatz (bzw. 8 Bit Erweiterungen wie ISO-8859-15, wenn man
Umlaute und Eurozeichen dazuzählt) zu verwenden, ganz besonders gut.
So kann ein Jeder mit seinem Lieblingseditor in und mit den Texten
arbeiten und Revisionssysteme wie Subversion sorgen für ein
reibungsloses Dokumentenmanagement inkl. rollback und Zusammenführung
von „konkurrierenden“ Versionen.

http://subversion.tigris.org/

Gruß

Fritze

Latex - auch hervorragend für Briefe
Lieber Christian, lieber Fritze,

danke für eure sehr ausführliche Vorstellung von Latex und den beeindruckenden Link zum Showcase. Allerdings muss man erst einige Erfahrungen (auch negative… ich hab vor Jahren mal versucht, mich so „nebenbei“ mit einem Buch einzuarbeiten und bin mitunter kläglich gescheitert) machen, bevor solche Glanzleistungen möglich sind.

Als Ergänzung zu eurer Einführung möchte ich noch erwähnen, dass es in Latex ein sehr gutes Formular zur Erstellung eines Geschäftsbriefes gibt.

Das Formular gefällt mir so gut, dass ich alle „halbgeschäftlichen“ Briefe damit abwickle, also solche, die ich als Privatperson an Banken, Behörden o.ä. zu schreiben habe.

Angenehm empfinde ich nicht nur die schöne Gestaltung sondern auch die „Gadgets“ wie Faltmarken, um den Brief perfekt in ein C6-Couvert stecken zu können und die Locher-Markierung, die beim sauberen Abheften hilft.

Ich (als früherer Linuxer) habe extra den VIM-Editor für XP installiert, um damit „Latexte“ komfortabel eingeben zu können.

Jürgen

Hallo Diskutierer (schreckliches Word)
ich möchte auch einige Infos dazugeben.
Ein häufiger Fehler ist, das der Anwender den Aufbau seiner Textverarbeitung nicht kennt: Ich meine : die DIN-Normen!
Es gibt mehrere Gruppen:

  • Briefe
  • Techn. Dokumente
  • Zeitungsartikel
  • Romane
  • u.a.

Deshalb gibt es bei der Formatierung Unterschiede. Bei Word ist es eine Mischung aller Normen (Leider)

Nach DIN gibt es folgende Unterschiede:

Dokumente:
Enthält alles, Inhaltsverzeichnisse, Seiten, u.v.m.

Kapitel:
Ob es nun jemanden passt oder nicht:
Es gibt kein „Punkt“ in der Überschrift.
Also Kapitel 1 oder 1 Kapitel oder nur Text!
Kapitel fangen im Doku mit der 1. Einrückung nach rechts an.
Kapitel haben keine Unterkapitel
Kapitel können enthalten:
Abschnitte:
Diese können auch einzeln im Doku generiert werden.
Sie können aber auch in Kapitel stehen: 2. Einrückung/Gliederung

Abschnitte können Unterabschnitte mit entsprechenden Einrückungen enthalten.
Überschriften dürfen „Punkte“ enthalten.
Z.B.:
1.
2.
2.1
2.1.2
2.2
usw.: Beachte den fehlenden Punkt am Ende. Hinter der letzten Ziffer dürfen Buchstaben folgen.

Absätze:
Diese dürfen enthalten:
Einzelne Buchstaben, Zahlen, Worte und Zeilen.
Sonst nichts!

Abschnitte / Kapitel dürfen zusätzlich enthalten:
Bilder, Listen, Tabellen.

Wenn Text um Bilder/Tabellen „fließt“, auch im Absatz, dann heißt dies noch lange nicht das der Absatz diese Teile enthält! (Sonderform)

Vielfach werden bei Word Kapitel angewählt und Frau/Mann wundert sich das es keine Unterkapitel, sprich Zahlen mit Punkt gibt.

Falls mehr Interesse an diesem Thema besteht, gebe ich gerne weitere Infos. Aber wir sollten sachlich bleiben. Das was in der DIN steht sollten wir akzeptieren auch wenn ich oder andere es nicht gut finden.
Beispiele:
Trennung von Namen: Bei Zeitungen erlaubt, in Briefen verboten, sonst toleriert.
Trennen in Briefen vermeiden, ebenso Blocksatz. Gilt auch für Techn. Dokumente. Bei Spaltensatz erforderlich
Häufigkeit von Trennungen am Zeilenende. 1x hat sich durchgesetzt. 2 - 3x wird toleriert. Mehr nicht.
usw.

Wer sich an die Regeln von Word hält hat kaum etwas zu befürchten. Zugegeben: Dies ist sehr schwer.
Warum gibt es beim Drucken so viele Probleme:
Weil Word seinen Text nicht Formatiert und den Druckertreiber übergibt, sonder dieser den Rest macht.
Z.B.: Word beherrscht den Druck von 2 Seiten je Blatt:
Nehmt einen alten Druckertreiber und schaut nach: Es geht nicht!
Ebenso der Heftdruck. Neu: ja, alt: nein

Damit es nicht so lang wird:
Mit freundlichen Grüßen
Werner

PS
Ich benutze TechWriterPro privat, Word dienstlich.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo zusammen,

Hallo Diskutierer (schreckliches Word)

Das heißt ja auch „Diskutanten“ :smile:

ich möchte auch einige Infos dazugeben.
Ein häufiger Fehler ist, das der Anwender den Aufbau seiner
Textverarbeitung nicht kennt: Ich meine : die DIN-Normen!

Du meinst auch nicht den Aufbau der Textverarbeitung, sondern den der Texte. Ich würde nicht zu viel auf DIN geben, wenn es um Romane oder gar Lyrik geht. Bei technischen Dokumentationen mag es noch angehen.

Zeitungsartikel sollten so geschrieben werden, wie es der Verlag verlangt (Vorlgen für LaTeX und meistens auch Word werden geliefert).

Ich würde eine Norm wie DIN nicht überbewerten (und Abbildungen als „Bilder“ zu bezeichnen gehört dringend überarbeitet). Es wäre aber schon enorm hilfreich, wenn sich generell ein bestimmter Aufbau durch bestimmte Vorgaben reibungslos automatisieren ließe, ohne dass man Angst davor haben müsste, dass einem die Textverarbeitung ganze Kapitel löscht, Seiten nicht richtig nummeriert und generell Automatismen eher nicht funktionieren.

Gruß

Fritze

Hallo zusammen,

Hallo Diskutierer (schreckliches Word)

Das heißt ja auch „Diskutanten“ :smile:

ich möchte auch einige Infos dazugeben.
Ein häufiger Fehler ist, das der Anwender den Aufbau seiner
Textverarbeitung nicht kennt: Ich meine : die DIN-Normen!

Du meinst auch nicht den Aufbau der Textverarbeitung, sondern
den der Texte. Ich würde nicht zu viel auf DIN geben, wenn es
um Romane oder gar Lyrik geht. Bei technischen Dokumentationen
mag es noch angehen.

Ja und Nein,

Zuerst: du hast Recht und ich sehe alle deine Antworten genauso. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus.
Viele Textverarbeitungen sind im Aufbau anders und zwingen einen zu anderem Vorgehen. Die ich benutze hält sich streng an Techn. Dokumentationen und fast alle anderen Normen. Aber ganz sicher nicht an die Gestaltungsmöglichkeiten von DTP-Programmen. Hier muss ich in die Trickkiste greifen oder ein anderes Programm benutzen.
Da -zu mindest früher- Word den Text nicht so zum Drucker übergab wie er auf dem Bildschirm zu sehen war, sondern nur die Befehle mitschickte, gab es Probleme bei der Seitenansicht und den Seitenumbrüchen bis hin zum Absturz.
Dies ist aber alles besser geworden.
Als Beispiel mag der Heftdruck gelten. Dies macht der Druckertreiber, nicht Word! (Ich glaube das ist auch noch Heute so.)
Ich will damit sagen: Wenn 2 verschiedene Programme sich um die Textausgabe kümmern, kann es zu Probleme kommen. Deshalb hört man immer wieder, das es Wordanwender gibt die hier beschriebene Probleme nicht kennen bei dem Ausdruck gleicher Dateien.

Zur DIN oder andere Normen:
Wenn wir uns alle, also ich auch uns konsequent daran halten, dann würden wir immer noch Mittelalterliche Zustände haben. Ich weiche also auch davon ab, wenn ich es für Sinnvoll erachte. Nur dadurch ergeben sich Änderungen.
Wenn ich aber weiß das der Empfänger auf derartige Dinge Wert /sehr viel Wert legt, dann schreibe / gestalte ich den Text so, um max. Erfolg bei ihm zu haben. (Z.B.: Schreiben an Behörden gehen auf Umweltpapier, Blocksatz aus und teilweise auch die Trennung aus)

Zeitungsartikel sollten so geschrieben werden, wie es der
Verlag verlangt (Vorlgen für LaTeX und meistens auch Word
werden geliefert).

Ich würde eine Norm wie DIN nicht überbewerten (und
Abbildungen als „Bilder“ zu bezeichnen gehört dringend
überarbeitet).

Mein Programm unterscheidet Bilder und Figuren, wobei letzteres ein Übersetzungsproblem sein sollte.
Der Unterschied ist folgender:
Bilder haben keinen Titel, der an das Bild angefügt ist, somit steht beim Seitenumbruch der Text häufig woanders.
Abb.: haben Bezeichnungen die an das Bild/Abb. angefügt sind und sich mit der Abb. im gleichen Abstand verschieben.
Bei richtigem Platzhalter gibt es im Ausdruck weniger Probleme.

Hierzu fällt mir grade ein:
Was passiert wenn du deine Papierlänge (A4) um 3 mm kürzer oder schmaler eingibst als du einlegst?
Mein Prg. fragt ob es diese Seite(n) verkleinern soll oder die Originalgröße beibehalten soll und einen neuen Seitenumbruch vornehmen soll, der mir sofort auf dem Monitor angezeigt wird.
Wenn ich verkleinern wähle, so wählt das Programm verschiedene optimale Varianten aus:
Texthöhe, Zeilenhöhe, Abstand davor /dahinter, usw. um zum Ergebnis zu kommen.
Wenn ich die Seitenbreite ändere, werde ich auch gefragt:
verkleinern oder neu gestalten.
Die Änderungen nimmt meine Textverarbeitung vor und nicht der Druckertreiber.

Es wäre aber schon enorm hilfreich, wenn sich

generell ein bestimmter Aufbau durch bestimmte Vorgaben
reibungslos automatisieren ließe, ohne dass man Angst davor
haben müsste, dass einem die Textverarbeitung ganze Kapitel
löscht, Seiten nicht richtig nummeriert und generell
Automatismen eher nicht funktionieren.

Gruß

Fritze

Deshalb wäre es Hilfreich, wenn das Programm alle Druckausgaben beherrscht.
Um mich zu Nerven brachte jemand einen Nadeldrucker (1995) mit, um den Heftdruck bei mir auszudrucken. Ich hatte keinerlei Probleme, auch dann nicht wenn der Grafikdruck ausgeschaltet wurde.
Deshalb sollte nach meinem Kenntnisstand die Normen beachtet werden die meine Textverarbeitung einhält, z.B. Bilder / Abbildungen.
mfg
Werner

Framemaker
Hallo!

In unserer Firma wird für die Handbücher, die zum Teil mehrere hundert Seiten umfassen, Adobe Framemaker verwendet und alle sind zufrieden. Daraus werden alle Dokumente in PDF umgewandelt, um auch Anderen das Lesen zu ermöglichen.

Ansonsten wird Word verwendet.

Ich verwende privat OO auf der Linux Kiste; KOffice ist absolut unbrauchbar, schmiert bei einfachsten Dokumenten oft ab, und habe es nach dem Umstieg von Kanotix auf Kubuntu erst gar nicht mehr installiert. Auf meiner Windows-Kiste ist M$-Office-Pro 2002 drauf.

Nun meine (unmaßgebliche) Meinung:

Adobe Framemaker: Arbeite ich nicht mit, bzw. habe nur mal kurz eine Installation temporär auf der Arbeit gehabt, zum Korrekturlesen mit Bearbeitungsmöglichkeit. Also hier war die Lernkurve vielleicht etwas flacher als bei Latex, aber immer noch hoch genug. Hätte ich die Texte neu erstellen müssen, hätte ich mich sicher erst mal tagelang einarbeiten müssen. Sehr zuverlässig, schnell, aber teuer.

M$-Word: Ich arbeite seit Word 6.0 für DOS mit Word. Im Grunde kann ich nicht klagen, weil ich meistens nur kurze Texte verfasse. Ich halte Word aus Office 97 für das Produktivste, da es nicht mit zu vielen Funktionen überladen war. Sowie das Dokument allerdings größer wird (in Bezug auf eingebundene Bilder), ist es jedoch sehr mit Vorsicht zu genießen (öfter mal speichern!).

OO-Writer: Schlägt Word in Geschwindigkeit manchmal um Längen. Ein Copy und Paste von HTML-Text aus einer Webpage erledigt OO-Writer innerhalb von Sekunden, Word braucht oft Minuten und stellt den Text dann auch noch oftmals falsch dar. Lange Texte verarbeitet OO-Writer zuverlässiger als Word.

Am besten war das Programm, mit dem ich anfing, Texte auf dem PC zu schreiben: Wordstar 3.45 unter DOS (liebe vi/m-Benutzer: bitte nicht steinigen).

Grüße

/Reinhard

Hallo Fritze,

daß Endnote den BibTex-Output unterstützt habe ich auch nie angezweifelt. Zusammenarbeiten kann es mit Latex deshalb trotzdem nicht. Das macht eben genau Bibtex.
Ich meine übrigens natürlich nicht nur »Cite while you write« sondern auch die Formatierung der Referenzen entweder als »Referenz et al., 2007« oder als Endnote – wie es das entsprechende Journal eben gerade gerne möchte. Keine Frage, Bibtex wird das alles für Latex können, Endnote kann es für Latex nicht.

Auch die »Einzigartigkeit« von Endnote habe ich nie betont sondern schon im vorigen Posting auf das Open-Source-Projekt »Bibus« hingewiesen, welches auch OpenOffice-Nutzer mitversorgen kann. Erfahrungsgemäß gibt es allerdings immer wieder Probleme beim Export. Das trifft sowohl auf Endnote–Bibus als auch (so berichtete ein Kollege) auf Endnote–Bibtex zu. Und wenn man erstmal eine Bibliothek von einer Größe von mehreren 1000 Einträgen hat, dann überlegt man es sich zweimal, ob man da zu Fuß durchgehen und eventuell fehlerhafte Einträge korrigieren möchte.

Grüße,

Christian