Abstände zwischen Buchstaben im Blocksatz

Hallo,
kann mir jemand sagen, welche Software folgende Funktion erfüllen kann:
Ein Text im Blocksatz geschrieben, soll nicht nur die Abstände der Wörter anpassen, sondern auch die Abstände der Buchstaben innerhalb der Wörter.
Gibt es so etwas?
Passt eine solche Software zu meiner Ausstattung:
windows xp, word 2000 (Datei liegt vor), acrobat distiller
?
Ziel ist die Veröffentlichung einer Dissertation bei einem online-Buchverlag (also upload einer pdf-Datei).

Vielen Dank für Hinweise!

Gruß
Bernd

Mit Word nur bedingt …
Also da wirst Du schon ein richtiges Textsatz-Programm brauchen. Auf Anhieb fallen mir da QuarkXPress und Adobe InDesign ein, wobei ich gar nicht weiß, ob es ersteres noch gibt. Da es sich um „richtige“ DTP-Programme handelt, sind sie aber auch recht teuer. Für das aktuelle InDesign CS3 bezahlt man beispielsweise über 1300 Steinchen.

Die Laufweite-Funktion in Word wirst Du wohl nicht gebrauchen können, da sie statisch ist und Du wahrscheinlich nicht jede Zeile einzeln anpassen willst. Außerdem hat das mit echtem Kerning wenig zu tun.

Alternativ kann man noch LaTex probieren. Das müsste sowas eigentlich auch hinkriegen und ist im Grunde kostenlos. Allerdings weiß ich nicht, wo sich das inzwischen hinentwickelt hat, sprich, was es zur Zeit für passende Editoren gibt. Früher waren das eher Entwicklungsumgebungen, aber ich denke, dass das inzwischen viel komfortabler geworden ist - möglicherweise mit dem Nachteil, dass entsprechende Tools wieder Geld kosten.

Für die einfachste Lösung halte ich hingegen eine vernünftige Silbentrennung. Dann entsteht das Problem mit großen Lücken gar nicht erst. Ich habe immer Word genommen bsiher und eine „sanfte“ Silbentrennung eingestellt (irgendwas mit 0,6cm odero, glaube ich). Den Löwenanteil habe ich allerdings manuell getrennt, und zwar mit den bedingten Trennstrichen, die ich häufig schon beim Tippen eingefügt habe. Dadurch kann man selbst bestimmen, wo getrennt wird, und die Striche erscheinen nur dann, wenn sie wirklich relevant sind. Das Wort Kernobstplantagen könnte man z.B. so schreiben: Kern-obst-plan-ta-gen. Je nachdem, wo es in der Zeile steht, wird es entweder gar nicht oder an einer der vier Stellen getrennt. Man kann auch Kern-obst-plan-tagen schreiben, wenn man das „tagen“ nicht trennen will. Dann muss man allerdings die Silbentrennung ausschalten, sonst macht die das trotzdem :wink:

Stimmt, wenn ich mich recht entsinne, hatte ich die ohnehin nur beim ersten reintippen eingeschaltet und dann abgeschaltet. Zur „Reinformatierung“ war habe ich den Text dann nochmal durchgelesen und überall dort, wo sie nötig waren, die bedingten Trennstriche eingefügt. Und wenn ich dann doch was geändert habe - egal, denn sie werden ja nur bei Bedarf sichtbar.

Achso, [Strg][-] ist der bedingte Trennstrich. Den sieht man auch, wenn man mit diesem großen PI-Zeichen alle nicht sichtbaren Zeichen einblendet. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, weil sich dann meist der Zeilenumbruch verändert.

HTH,
Kristian

Hallo,

Ein Text im Blocksatz geschrieben, soll nicht nur die Abstände
der Wörter anpassen, sondern auch die Abstände der Buchstaben
innerhalb der Wörter.

Diese Funktion nennt man „Unterschneidung“ bzw. „kerning“. Microsoft
Word ist definitiv die Software, die das am allerschlechtesten kann,
es sei denn, man steht darauf, dass in jeden Einzelfall selbst
manuell anzupassen.

LaTeX wurde ja bereits genannt. Es beherrscht kerning nahezu perfekt
und hat noch ein paar Säcke weitere Vorteile gegenüber Word.

http://nitens.org/taraborelli/latex
http://www.komascript.de/

Gibt es so etwas?

Ja. Einfach LaTeX runterladen. Wie jede gute Software kostet es
nichts.

Passt eine solche Software zu meiner Ausstattung:
windows xp, word 2000 (Datei liegt vor), acrobat distiller

Unter http://www.miktex.org/ solltest Du fündig werden. Die
Acrobat-Software war dann eine Fehlinvestition, weil man dank
pdflatex ohne Umwege pdf-Dokumente in hoher Qualität erzeugen kann.
Pdflatex ist standardmäßig voreingestellt bei MikTeX.

Wenn Deine Dissertation allerdings bereits in irgend einem anderen
Format, z.B. Word, vorliegt, ist die Konvertierung nicht trivial. Du
musst das Markup von Hand einfügen und bei Tabellen reichlich Hand
anlegen.

Sollten mathematische Gleichungen vorkommen, wirst Du allerdings
durch hervorragenden Formelsatz belohnt.

Gruß

Fritze

von word nach latex - Aufwand
Hallo Fritze,
vielen Dank für die Informationen! Ich bin totaler Anfänger in punkto latex-Anwendung. Ich habe es zwar ‚gedownloadet‘ und installiert, jedoch komme ich bis jetzt gar nicht zurecht. Vielleicht ist es auch eine Nummer zu kompliziert für mich.
Einen Versuch würde ich mir noch gönnen: Wie kann ich eine word-Datei in Latex einbinden und dort ‚bearbeiten‘? Du hast gesagt, das markup ist von Hand einzufügen - das kapier ich noch nicht. Kannst Du das noch etwas erläutern? Vielen Dank!
Gruß

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Hallo,

vielen Dank für die Informationen! Ich bin totaler Anfänger in
punkto latex-Anwendung.

Ja, das macht es nicht leichter :smile:

Ich habe es zwar ‚gedownloadet‘ und
installiert, jedoch komme ich bis jetzt gar nicht zurecht.

Hast Du mal eine Anleitung konsultiert? So ganz ohne kommt man mit
LaTeX sicher nicht klar.

Vielleicht ist es auch eine Nummer zu kompliziert für mich.

Sicher nicht. Aber umgewöhnen wirst Du Dich müssen.

Einen Versuch würde ich mir noch gönnen: Wie kann ich eine
word-Datei in Latex einbinden und dort ‚bearbeiten‘? Du hast
gesagt, das markup ist von Hand einzufügen - das kapier ich
noch nicht. Kannst Du das noch etwas erläutern? Vielen Dank!

Der Vorgang ist in der Tat kompliziert. Du musst die Word-Datei als
reine Textdatei exportieren. Dabei gehen natürlich alle
Formatierungen, Abbildungen, etc. erstmal „verloren“.

Dann importierst Du das in einen guten Texteditor oder (für Anfänger
sicher erheblich besser) in eine LaTeX-Umgebung wie z.B.
TeXnicCenter.

http://www.texniccenter.org/

Dann versieht man den Text mit Markup. Kapitel- und
Abschnittsüberschriften werden mit \chapter{…}, \section{…}
markiert, Aufzählungen in \begin{enumerate}…\end{enumerate}
Umgebungen gepackt, Abbildungen mit \includegraphics{}
eingebunden, etc. Vor allem bei Tabellen ist reichlich Handarbeit
gefragt.

Danach wird dieser Text von LaTeX für Dich gesetzt. Als Ausgabe
kannst Du direkt PDF wählen. Fertig.

Eine erste Übersicht über die Nutzung von LaTeX gibt

http://dante.ctan.org/CTAN/info/german/LaTeX2e-Kurzb…

Ähnliche Probleme hättest Du aber mit dem Import in andere DTP
Programme vermutlich ebenfalls. Wenn die Arbeit bereits komplett
fertig ist, dann lohnt sich der Aufwand nicht. Dann solltest Du
einfach das kerning mit Word von Fall zu Fall manuell anpassen.

Gruß

Fritze