Texte, die immer echt sind und bleiben

ich schreibe seit Jahrzehnten, anfänglich mit Handschrift, dann mit Schreibmaschine und Karbonband, dann mit einer der ersten Schreibmaschinen, die auf Diskette speicherte, und man in einem schmalen Display den geschriebenen Text erkennen konnte.

Damals kamen die Computer mit DOS, dann mit WinDOWS und mit Textverarbeitungsprogrammen, wo man schreiben konnte, was das Zeug hält.

Heute aber versagen die neuen Textprogramme, wenn alte Texte aus der damaligen Zeit weiter bearbeitet und gespeichert werden sollen. Die Umwandlung der verschiedenen Formate ist zum Desaster geworden.

Ich schrieb viel mit Word 2 für Windows.

Ältere Texte hatte ich von den realen Papierseiten eingescannt und mit Textverarbeitungsprogramm übertragen lassen. Nun aber bemerke ich, daß ich Probleme bekomme, wenn ich ältere Texte und überhaupt Texte wahrheitsgetreu aus der damaligen Zeit wiedergeben und bearbeiten möchte.

Es ist nicht so wie einmal handgeschriebener Text. Der Text in den Computern ist nicht mehr abbildungsgenau und nicht wahrheitsgetreu wie mit einem Füllfederhalter auf Papier geschrieben. Der Computer mit seiner Software ist wie eine Hure, zu allem bereit: zur Fälschung der Wahrheit des einmal geschriebenen Textes.

Klingt vielleicht komisch in heutiger Zeit in diesem Zusammenhang. Aber ist es nicht so, daß die Spur der Tinte auf einem Blatt Papier echter und unvergänglicher und unverfälschbarer ist als der Datenstrom auf der Festplatte eines Computers?

Aber ist es nicht so, daß die Spur der Tinte auf
einem Blatt Papier echter und unvergänglicher und
unverfälschbarer ist als der Datenstrom auf der Festplatte
eines Computers?

Ja. Formate und Datenspeicher sind vergänglich. Manchmal schneller als man denkt.

Hallo,

Heute aber versagen die neuen Textprogramme, wenn alte Texte
aus der damaligen Zeit weiter bearbeitet und gespeichert
werden sollen. Die Umwandlung der verschiedenen Formate ist
zum Desaster geworden.

Dann solltest Du Dir mal (La)TeX anschauen. Das Format ist erstens seit den 70er Jahren nicht geändert worden und zweitens sind die Texte auch ohne entsprechende Software zumindest im Inhalt lesbar, da das „Datenformat“ ASCII Text mit Markup-Befehlen ist.

http://www.dante.de/

Microsoft Word selbst ist natürlich ein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte.

Ältere Texte hatte ich von den realen Papierseiten eingescannt
und mit Textverarbeitungsprogramm übertragen lassen. Nun aber
bemerke ich, daß ich Probleme bekomme, wenn ich ältere Texte
und überhaupt Texte wahrheitsgetreu aus der damaligen Zeit
wiedergeben und bearbeiten möchte.

Was meinst Du mit „wahrheitsgetreu“?

Es ist nicht so wie einmal handgeschriebener Text. Der Text in
den Computern ist nicht mehr abbildungsgenau und nicht
wahrheitsgetreu wie mit einem Füllfederhalter auf Papier
geschrieben. Der Computer mit seiner Software ist wie eine
Hure, zu allem bereit: zur Fälschung der Wahrheit des einmal
geschriebenen Textes.

Wenn Du Daten gegen Fälschung sichern willst, dann nutze eine Signatur-Software wie z.B. GnuPG. http://gnupg.org/index.de.html. Und nein, man nutzt das nicht nur zur Verschlüsselung von Email.

Klingt vielleicht komisch in heutiger Zeit in diesem
Zusammenhang. Aber ist es nicht so, daß die Spur der Tinte auf
einem Blatt Papier echter und unvergänglicher und
unverfälschbarer ist als der Datenstrom auf der Festplatte
eines Computers?

Das kommt auf das Papier und die Tinte an. Prinzipiell hält aber weder das eine noch das andere ewig. Wichtige Dokumente/Daten werden daher immer wieder „umkopiert“, um sie frisch zu halten.

Gruß

Fritze

Moin, Schorsch,

Der Text in den Computern ist nicht mehr abbildungsgenau
und nicht wahrheitsgetreu wie mit einem Füllfederhalter
auf Papier geschrieben.

Du verkennst den Sinn der Textverarbeitung: Da wird ganz bewusst Form und Inhalt getrennt.

Der Computer mit seiner Software ist wie eine
Hure, zu allem bereit: zur Fälschung der Wahrheit des einmal
geschriebenen Textes.

Das macht nicht der Computer, sondern der Fälscher.

ist es nicht so, daß die Spur der Tinte auf
einem Blatt Papier echter und unvergänglicher und
unverfälschbarer ist als der Datenstrom auf der Festplatte
eines Computers?

Das kommt auf das Papier, die Tinte und die Verhältnisse an. Lass einen Brief offen liegen und schau ihn Dir nach 4 Wochen an. Oder schütte ein Glas Wasser drüber.

Nebenbei gesagt: Heute arbeitet man mit digitalen Geländemodellen anstelle von handgezeichneten Karten. Von mehr Betrug beim Handel mit Grundstücken ist dennoch nichts zu hören.

Gruß Ralf

Hallo,

Es ist nicht so wie einmal handgeschriebener Text. Der Text in
den Computern ist nicht mehr abbildungsgenau und nicht
wahrheitsgetreu wie mit einem Füllfederhalter auf Papier
geschrieben. Der Computer mit seiner Software ist wie eine
Hure, zu allem bereit: zur Fälschung der Wahrheit des einmal
geschriebenen Textes.

Was ist Wahrheit? Du kannst eine Lüge auch mit einem Füllfederhalter aufschreiben.
Der Computer macht nur das, was sein Benutzer ihm „sagt“.
Wie schon immer ist der Mensch derjenige welcher, nur das Werkzeug ist ein anderes geworden.

Beatrix

Was ist Wahrheit? Du kannst eine Lüge auch mit einem
Füllfederhalter aufschreiben.
Der Computer macht nur das, was sein Benutzer ihm „sagt“.
Wie schon immer ist der Mensch derjenige welcher, nur das
Werkzeug ist ein anderes geworden.

Hallo Beatrix,

ich meine mit Wahrheit in diesem Falle die Richtigkeit. Ein Beispiel: wenn ich mit dem Stift ein Datum auf ein Papier schreibe, dann bleibt die Schreibspur erhalten und als Datum weiter lesbar (außer in solchen Fällen, wo physikalische Einwirkungen das Geschriebene zerstören). Wenn ich dagegen ein Datum mit Winword und ähnlichen Textprogrammen schreibe, so ist es vorgekommen, daß dieses Datum sich täglich aktualisiert hat, wo es doch das Ursprüngliche bleiben sollte. Auch Schriftzeichen im Textprogramm unterliegen mitunter einer Veränderung, wenn z,B. ein Textformat in ein anderes gewandelt wird. Das ist das, was mich stört: daß hinter jedem Buchstaben in der elektronischen Textverarbeitung quasi eine Rechneranweisung steht, die unterschiedliche Resultate erzeugen kann, so daß der ursprünglich geschriebene und gesehene Text eben nicht mehr richtig oder wahr ist.

Dann solltest Du Dir mal (La)TeX anschauen. Das Format ist
erstens seit den 70er Jahren nicht geändert worden und
zweitens sind die Texte auch ohne entsprechende Software
zumindest im Inhalt lesbar, da das „Datenformat“ ASCII Text
mit Markup-Befehlen ist.

Hallo Fritze,

das ist interessant, da haben sich Fachleute seit Jahrzehnten mit diesem Problem beschäftigt, ganze Lebenswerke geschaffen. Das Resultat ist höchst aufwendig. Ich möchte eigentlich nur eine Software mit einer exe-Datei, die problemlos zu installieren und auszuführen ist, ohne gleich, überspitzt formuliert, an Kongressen teilnehmen zu müssen, um mit dem Programm arbeiten zu können. Dieses (La)TeX scheint mir sehr kompliziert bei Installation und Anwendung.

Hallo Schorsch

ich meine mit Wahrheit in diesem Falle die Richtigkeit. Ein
Beispiel: wenn ich mit dem Stift ein Datum auf ein Papier
schreibe, dann bleibt die Schreibspur erhalten und als Datum
weiter lesbar (außer in solchen Fällen, wo physikalische
Einwirkungen das Geschriebene zerstören). Wenn ich dagegen ein
Datum mit Winword und ähnlichen Textprogrammen schreibe, so
ist es vorgekommen, daß dieses Datum sich täglich aktualisiert
hat, wo es doch das Ursprüngliche bleiben sollte.

Its not a bug, its a feature…
Das Ganze hat auch seinen Sinn. Stell dir vor du erstellst eine Vorlage für irgendwas (z.B. „Bescheinigung“ in einer Arztpraxis), dann willst du da ja oben immer das aktuelle Datum stehen haben, wenn du das Dokument in verschiedenen Variationen ausdruckst. Abspeichern geht dann eben nichtmehr, ohne dass sich das Datum bei jedem laden anpasst. Außer du speicherst es als PDF ab (dann dürfte sich auch sonst nichts mehr verändern), aber dann kannst du den Text im nachhinein auch nicht mehr verändern.
Das ist eben der Sinn der „Einfügen->Datum“ Funktion. Wenn du willst das das Datum sich nicht verändert, dann musst du es eben jedesmal selbst eintippen und auf irgendwelche Automatisierungen komplett verzichten. Du kannst z.B. die Autokorrektur abschalten, dann werden Buchstaben nach Punkten auch nicht mehr groß geschrieben, was bei Abkürzungen sehr störend ist.

Auch
Schriftzeichen im Textprogramm unterliegen mitunter einer
Veränderung, wenn z,B. ein Textformat in ein anderes gewandelt
wird. Das ist das, was mich stört: daß hinter jedem Buchstaben
in der elektronischen Textverarbeitung quasi eine
Rechneranweisung steht, die unterschiedliche Resultate
erzeugen kann, so daß der ursprünglich geschriebene und
gesehene Text eben nicht mehr richtig oder wahr ist.

Word ist eben kein Textsatz-Programm. Da kommt es eigentlich nur auf den Inhalt an, der sollte sich meines Wissens aber nicht verändern (außer du hast es irgendwo angewiesen [siehe Datum]). Wenn du Text „professionell“ setzen willst, dann kommst du eigentlich um sowas wie LaTeX nicht herum, und ja, das ist am Anfang recht viel Arbeit sich da reinzudenken, besonders wenn man bisher nur Word und so gewohnt ist.
Ansonsten musst du mit dem Windows Editor .txt-Dateien schreiben, diese haben zwar keine Formatierung, lassen sich dafür aber nach deinen Vorlieben setzen. Fürs Setzen mit Formatierungen landest du wieder bei LaTeX (du merkst vielleicht, ich bin Fan davon).

Du musst dir eben klar darüber werden, was du willst. Inhalt, Formatierung, Fälschungssicherheit, Editierbarkeit, zeitliche Beständigkeit, einsteigerfreundliche Verarbeitung? Alles zusammen ist schwer zu realisieren.
Ansonsten empfehle ich bei einer ultimativ Bewährten Textverarbeitung zu bleiben:
http://www.faber-castell.de/docs/index-news.asp?id=1…
:wink:
CU
Xabbu

ps.: Texte die echt sind und bleiben. Gibts sowas überhaupt?

Hallo,

das ist interessant, da haben sich Fachleute seit Jahrzehnten
mit diesem Problem beschäftigt, ganze Lebenswerke geschaffen.
Das Resultat ist höchst aufwendig.

Welches Resultat meinst Du? Und was genau ist für Dich aufwendig?

Ich möchte eigentlich nur eine Software mit einer exe-Datei,

Urghs. Da geht es doch schon los. Eine „exe“ Datei lässt sich auf einer riesigen (wachsenden) Zahl von Systemen gar nicht ausführen. Das ist eine ganz schlechte Idee, weil diese Software an ein bestimmtes Binärformat auf einer bestimmten Systemplattform einer bestimmten CPU-Architektur gebunden ist. Im Sinne der Langlebigkeit die denkbar schlechteste Lösung.

die problemlos zuinstallieren und auszuführen ist, ohne gleich, :überspitzt formuliert, an Kongressen teilnehmen zu müssen,
um mit dem Programm arbeiten zu können.

Installieren müsstest Du natürlich gar nichts, Du könntest die Datei einfach ausführen, solange Du über ein kompatibles Betriebssystem verfügst. Dann nimm doch einfach den Microsoft Editor (edit.exe oder edit.com) das läuft genau so, wie Du es möchtest. Eine Textverarbeitung als einzelne, ausführbare Datei hat es meines Wissens aber noch nie gegeben. Selbst das gute alte WordStar brauchte eine eher aufwendige Installationsroutine.

Dieses (La)TeX scheint mir sehr kompliziert bei Installation und :Anwendung.

Weder noch. Es fängt schonmal damit an, dass TeX quelloffen und damit prinzipiell für alle, auch bisher noch unbekannte(!), Systeme portabel ist. Die aufsetzenden Makros „LaTeX“ und Co. sind ohnehin in TeX geschrieben und daher ebenso portabel.

Die essentiellen TeX-Schriften (Computer Modern Familie) sind ebenfalls frei in der Beschreibungssprache Metafont verfügbar, so dass auch dort keine Probleme zu befürchten sind.

Was die Anwendung betrifft, so sind die meisten Markup-Kommandos für den gemeinen Word Anwender trivial und leicht zu merken. Darüber hinaus gehende Spezialitäten wie z.B. der ausgeklügelte Formelsatz und auch das setzen von Tabellen benötigen etwas mehr Einarbeitungszeit, die aber erfahrungsgemäß in den meisten Fällen noch immer um Größenordnungen unter der „Fehlersuchzeit“ eines Word-Anwenders bei gleichem Nutzungsprofil liegt.

Da Du aber offenbar ohnehin kein Interesse an einer Lösung Deines Problems, sondern eher an einer „früher war alles Besser“ Debatte hast, lassen wir’s mal gut sein.

Nimm halt weiter Word oder Deinen Füllfederhalter und gut ist’s. Aber immer schön auf alterungsbeständigem Papier nach DIN 6738!

Gruß

Fritze.

Hallo,

ich meine mit Wahrheit in diesem Falle die Richtigkeit. Ein
Beispiel: wenn ich mit dem Stift ein Datum auf ein Papier
schreibe, dann bleibt die Schreibspur erhalten und als Datum
weiter lesbar (außer in solchen Fällen, wo physikalische
Einwirkungen das Geschriebene zerstören). Wenn ich dagegen ein
Datum mit Winword und ähnlichen Textprogrammen schreibe, so
ist es vorgekommen, daß dieses Datum sich täglich aktualisiert
hat, wo es doch das Ursprüngliche bleiben sollte.

Dann meinst du auch nicht Richtigkeit, sondern eher „Unveränderbarkeit“.
Das ist wohl wahr, das Medium PC ist flexibler und wandelbarer als ein Stück Papier.
Am Besten, du nimmst einen Stein und einen Keil oder Nagel, mit dem du die Schrift in den Stein meißelst oder ritzt. Das Ergebnis ist dann wirklich sehr schwer „fälschbar“ oder änderbar und trotzt sogar Feuer und Wasser und der Zeit (im Gegensatz zu Papier), was zahlreiche archäologische Funde beweisen.

Beatrix

Am Besten, du nimmst einen Stein und einen Keil oder Nagel,
mit dem du die Schrift in den Stein meißelst oder ritzt. Das
Ergebnis ist dann wirklich sehr schwer „fälschbar“ oder
änderbar und trotzt sogar Feuer und Wasser und der Zeit (im
Gegensatz zu Papier), was zahlreiche archäologische Funde
beweisen.

Hallo Beatrix,

Du mußt doch nicht gleich zynisch werden. Das ist mir hier und anderswo in Foren immer wieder aufgefallen, daß Fachleute, oder solche, die glauben, Fachleute zu sein, sich über Laienartikel geringschätzend erheben.

Eher philosophisch
Hallo Schorsch,

mir gefällt das Thema. Ich mag z.B. auch den Geruch von Bleistift und Papier. Und über eine ungewollte Autokorrektur am PC ärgere ich mich viel mehr als über einen Verschreiber mit Kuli oder Schreibmaschine. Das Gefühl beim Schreiben ist einfach mit jedem Medium ein völlig anderes. Ich bin sogar sicher, wenn du etwa eine Kurzgeschichte oder Glosse oder auch ein Gedicht schreiben willst, wird am Computer etwas anderes herauskommen als aus der Feder oder durch das Farbband.

Aber richtig spannend wird das Ganze erst durch die Antworten, die du - ich finde: verdientermaßen - auf deine Bemerkungen hin bekommen hast. Auch von Beatrix zum Beispiel. Deine Erwartungen an den Computer entsprechen nicht dem, was er für normale User leisten soll. Aber dennoch bin ich ein entschiedener Verfechter davon, dass nicht wir uns der Technik anpassen müssen, sondern umgekehrt.

Nun weiß ich natürlich nicht, was du so schreibst. Aber das hier, das wäre vielleicht doch mal ein ergiebiges Thema. Schreib doch mal was über das Schreiben mit, ohne und gegen den Computer!

Gruß, Martin

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