Worddokumente als Druckvorlage

Hallo zusammen,

folgendes Problem: Eine Kundin möchte unbedingt aus Word über DruckPDFs drucken. Sie liefert die Dokumente an, d.h. wir haben keinen Einfluß auf die Bilder und in welcher Auflösung / Qualität / Farbraum und vor allem wie sie eingefügt wurden.

Nun wollten wir uns vergewissern, wie die Grafiken vorliegen:

1.VERGLEICH
Die Grafiken sehen im Word am MAC Monitor zum Teil wirklich schlimm aus während sie am PC Monitor einwandfrei erscheinen.

2.VERGLEICH
Die Grafiken ausgedruckt vom MAC sind Schrott,vom PC ok.

3.VERGLEICH
Dokument als Website am MAC gespeichert:
.gif Dateien 72 dpi werden extrahiert

Dokument als Website am PC gespeichert
.gif Dateien 72 dpi und .emz und .pcz Dateien werden extrahiert
Beide Male sehen die .gif Dateien rotzig aus.

Handelt es sich bei den .emz und .pcz Dateien möglicherweise um zusätzliche Dateien, die der MAC nicht auslesen kann und ist damit eine einwandfreie Darstellung am MAC und auch im Druck ausgeschlossen? Und wie also lassen sich derartige andersartige Darstellungs- und Druckergebnisse erklären?

Ich habe ja schon viel gesehen, aber das ist mir mehr als unerklärlich.
Bin für jeden noch so kleinen Tipp dankbar!

Beste Grüße,
mala

hallo

ich weiss, ich bin jetzt nicht wirklich hilfreich, aber ein worddokument als druckvorlage? word ist ganz gut geeignet, irgendwelche kleinen dokumente am heimdrucker auszudrucken. mit etwas aufwand, sorgfalt und vor allem viel erfahrung kann man auch ganz ansprechende dokumente mit grafiken ausdrucken. aber für wirklich professionellen druck braucht man entsprechende software und nicht einen „ich kann doch eh alles“-texteditor.

zusätzlich ein trugschluss deinerseits: word für windows und word für mac stammen zwar beide von microsoft, haben aber relativ wenig miteinander zu tun. die grundlegenden denkansätze über den aufbau eines dokuments sind zwar gleich, es arbeiten aber getrennte entwicklerteams an den beiden produkten. auch die verwendeten dateiformate sind prinzipiell nicht kompatibel: unter windows wird ein generischer ole-container verwendet. am mac kenne ich mich nicht so gut aus aber mangels ole wird dort vermutlich ein etwas anders format angewendet werden.

word für mac hat aber intern filter eingebaut, damit es auch die pc-dateien lesen kann. das bedeutet aber, dass am mac beim öffnen der dokumente eine konvertierung stattfindet. und konvertierungsprogramme bringen oft mit sich, dass nicht alle features des originaldokuments zu 100% richtig umgesetzt werden. eine unterschiedliche darstellung der dokumente am pc und am mac ist damit zwar überaus ärgerlich (v.a. da beide produkte vom selben hersteller stammen) aber keinesfalls unerklärlich.

das dritte problem: in der edv gibt es den grundsatz „garbage in, garbage out“. soll heissen: wenn der anwender schrottige grafiken in mieser qualität ins dokument eingefügt hat, wird das beste programm der welt keine ansehnlichen ausdrucke produzieren können. gif mit 72 dpi klingt nach lustig aus dem internet zusammenkopierten grafiken. schaut am bildschirm noch recht gut aus, am drucker hingegen nicht mehr. professionelle grafiken brauchen allerdings auch ordentlich platz, wesshalb man sie auf homepages selten findet.

halbwegs eine lösung: das word-dokument noch am pc mit einem pdf-converter in pdf konvertieren und nur mit dem pdf weiterarbeiten. der pdf-converter muss dabei so eingestellt sein, dass er grafiken fü den druck optimiert (meist sind sie defaultmässig für den monitor optimiert). pdf stellt wenigstens halbwegs eine layouttreue auf verschiedenen systemen sicher. allerdings ist man dann stark davon abhängig, wie der pdf-viewer eingestellt ist. ist der viewer z.b. auf den monitor optimiert, skaliert er grafiken weniger sorgfälltig und man bekommt erst wieder schrott. zusätzlich muss man bei den schriftarten aufpassen: die standardschriften werden oft nicht ins pdf eingebettet. der mac hab aber ev. die schriften vom pc nicht und ersetzt die schriften durch eine möglichst ähnliche - mit wechselndem erfolgt, von geht so bis grausam. beim drucken kann es nochmal passieren, dass die schriften nicht an den drucker übertragen werden und statt dessen die eingebauten schriften verwendet werden. es kann daher auch bei pdf passieren, dass es am pc anders aussieht wie am mac und wieder anders als am drucker.

um die probleme in den griff zu bekommen, braucht es etwas an erfahrung. am wichtigsten ist, bereits beim erstellen des pdf sicherzustellen, dass die schriften eingebettet werden. auch muss man alle im druckprozess beteiligten programme sauber für den druck optimieren. wie bei einer kette reicht ein einziges schwaches glied um das gesammtergebnis unbrauchbar zu machen.

das einzige was ich dir daher wirklich anbieten kann ist ein schwacher trost: diese probleme haben alle, die glauben, mit billiger software professionelle ergebnisse zu erhalten.

lg
erwin

prof. Druck braucht entsprechende Software

aber für wirklich professionellen druck braucht man
entsprechende software und nicht einen „ich kann doch eh
alles“-texteditor.

Hallo Erwin,

das ist natürlich richtig! Es liegt auch in meinem Bestreben, die zum Teil sehr umfangreichen Dokument in einem geeigneten Layoutprogramm wie Quark oder InDesign zu setzen. Allerdings gestaltet sich das in diesem Fall als sehr schwierig, da auf Word bestanden wird. Das nur am Rande.

zusätzlich ein trugschluss deinerseits: word für windows und
word für mac stammen zwar beide von microsoft, haben aber
relativ wenig miteinander zu tun.

Das habe ich tatsächlich nicht gewusst. Wie bei anderer Software bin ich davon ausgegangen, dass sie weitestgehend deckungsgleich im Handling ist.

eine unterschiedliche darstellung der dokumente am pc
und am mac ist damit zwar überaus ärgerlich (v.a. da beide
produkte vom selben hersteller stammen) aber keinesfalls
unerklärlich.

Das kann ich nachvollziehen. Allerdings bleibt für mich folgendes unerklärlich:

  • Druckt man die Grafiken direkt aus dem Word vom PC sehen sie gut aus
  • extrahiert man aber die Grafiken aus der Word Datei sind sie schlecht, sowohl am MAC als auch am PC: / am Monitor / als auch ausgedruckt / über diverse Software getestet.

Was also passiert mit den Grafiken in Word (PC), dass sie besser aussehen lässt?
Ist es möglich, dass diese .emz und .pcz Dateien eine Art Zusatz-Dateien sind, die nur Word auslesen kann und die zusätzliche Infos zur Datei enthalten, die sonst aber kein anderes Programm auslesen kann?

Das vor allem interessiert mich in diesem Fall, da ich mit dir vollkommen übereinstimme, das gif Dateien für den Druck gänzlich unbrauchbar sind.

Dank dir für Deinen sehr umfangreichen Beitrag. Word ist bezüglich des Printbereiches für mich völliges Neuland und nach allem was ich damit bisher erlebt und darüber gelesen habe, werde ich zusehen auch künftig möglichst die Finger davon zu lassen.

Beste Grüße
mala

hallo

Das kann ich nachvollziehen. Allerdings bleibt für mich
folgendes unerklärlich:

  • Druckt man die Grafiken direkt aus dem Word vom PC sehen sie
    gut aus
  • extrahiert man aber die Grafiken aus der Word Datei sind sie
    schlecht, sowohl am MAC als auch am PC: / am Monitor / als
    auch ausgedruckt / über diverse Software getestet.

word versucht, in das dokument eingefügte grafiken in der bestmöglichen auflösung zu halten. dafür verwendet word einen speziellen ole-datentyp, der ausserhalb von ms office eher ungebräuchilch ist. beim export des word-dokuments muss es die grafiken daher in ein gebräuchlicheres format konvertieren - eben gif. gif hat allerdings bei weitem nicht die möglichkeiten des internen formats, bei der konvertierung passieren also verluste. zusätzlich werden die gif-dateien eher auf den bildschirm hin optimiert.

wie schon erwähnt kann die mac-version nichts mit der pc-version der dateien anfangen. sie müssen daher konvertiert werden (auch wenn man als anwender davon nichts mitbekommt). dabei tritt ein ähnliches problem auf wie bei der konvertierung in html: die grafiken leiden dadurch.

Was also passiert mit den Grafiken in Word (PC), dass sie
besser aussehen lässt?

falsche frage: im word für pc sind die grafiken in originalqualität. bei den konvertierungen wird die qualität schlechter.

Ist es möglich, dass diese .emz und .pcz Dateien eine Art
Zusatz-Dateien sind, die nur Word auslesen kann und die
zusätzliche Infos zur Datei enthalten, die sonst aber kein
anderes Programm auslesen kann?

keine ahnung - die beiden datentypen kenne ich nicht.

Das vor allem interessiert mich in diesem Fall, da ich mit dir
vollkommen übereinstimme, das gif Dateien für den Druck
gänzlich unbrauchbar sind.

jein

die schlechte qualität kommt daher, dass die grafik für den druck skaliert werden muss. wird eine gif-grafik genau verdoppelt, so ist das ergebnis durchaus brauchbar. vergrössert man eine grafik um 50%, so werden aus 2 pixeln nun 3. hier sauber zu interpolieren, damit das ergebnis noch ok aussieht, ist eine kunst für sich.

wenn man höllisch aufpasst und die grafiken manuell richtig skaliert, kann man auch mit gif-dateien gute ergebnisse erzielen. ist aber ein grosser aufwand. betrifft übrigens alle bitmap-grafiken (egal ob gif, jpeg oder png).

einzige abhilfe: die grafik in möglichst hoher auflösung ins dokument einfügen, damit die fehler beim skalieren möglichst klein sind. lässt aber die dokumentgrösse hochschnellen.

Dank dir für Deinen sehr umfangreichen Beitrag. Word ist
bezüglich des Printbereiches für mich völliges Neuland und
nach allem was ich damit bisher erlebt und darüber gelesen
habe, werde ich zusehen auch künftig möglichst die Finger
davon zu lassen.

word ist ein ganz gutes werkzeug. wenn man das werkzeug gut anwenden kann und es bestimmungsgemäss einsetzt, wird man gute ergebnisse erzielen.

microsoft suggeriert allerdigns, dass word ein werkzeug für alles sei und v.a. kinderleicht zu bedienen. desshalb bekommt man es immer wieder mit anwendern zu tun, die plötzlich meinen, mit word desktop-publishing betreiben zu müssen, ohne auch nur die grundbegriffe davon zu kennen. das ergebnis sind unbrauchbare word-dokumente, die einfach nur grauslich sind.

leider muss man damit leben - ändern wird sich das nicht mehr.

lg
erwin

Bilder extrahieren = schlechtere Qualität?
Hallo Erwin,

und erstmal vielen Dank für den Nachtrag und weiteren und tiefergehenderen Einblick hinter die Kulissen :wink:

Eine Sache habe ich dann doch noch.

falsche frage: im word für pc sind die grafiken in
originalqualität. bei den konvertierungen wird die qualität
schlechter.

Folgendes bezieht sich ausschließlich auf die PC WORD Version:

Nun, ich bin davon ausgegangen, dass ich bei einem Worddokument die integrierten Bilder über - Website als HTML speichern - in Orginaldateien extrahiert bekomme. Habe das selbst auch schon anhand eigener Dateien in verschiedenster Auflösung und Dateiformaten getestet.
Ergebnis: Hier werden die Daten nicht komprimiert oder schlechter ausgegeben, als die Originaldateien, die ich ursprünglich eingefügt hatte. Bei diesem Vorgang wird stattdessen ein Ordner mit Bildern angelegt in dem sich eine Art Vorschau-Datei befindet (geringe KB und schlechter Auflösung) und eine Original-Datei (hoher KB und maximaler Auflösung).

Was leider in den Dokumenten, die mir vorliegen nicht der Fall ist. In meinem Fall werden die Bilder als .gif und jeweils eine dazugehörige .emz und eine .pcz Datei extrahiert. inzwischen glaube ich zu wissen, dass es sich dabei um mittels VISIO erstellte Grafiken handelt. So komme ich dann auch zu dem Schluss, dass das Zusatz-Dateien sind, die nur Word auslesen kann und die zusätzliche Infos zur Datei enthalten, die sonst aber kein anderes Programm (das mir bisher zur Verfügung steht) interpretieren kann. Könnte es das, würde es wahrscheinlich die drei Dateien (bestehend aus .gif / .emz /.pcz) als eine interpretieren - sprich einwandfrei darstellen.

Beste Grüße
mala