Geschwindigkeitstest / shapen nachweisen?

Hallo Leute

Ich habe einen Breitbandanschluss, der laut Anbieter bis zu 16 MBit/s hergibt. Dahinter hängt ein WLAN-Router und an dem dann mein PC (Windows XP SP3 und Kubuntu 8.7). Ich habe nun zwei Probleme. Das erste kann ich eher noch verschmerzen: die beste Downloadrate, die ich je erhalten habe, war ca. 1 MBit/s. Mir ist klar, dass die theoretisch mögliche Geschwindigkeit des Anbieters nichts hilft, wenn der Server, von dem ich runterlade, völlig überlastet ist. Trotzdem hätte ich erwartet, wenigstens Durchschnittlich eine Rate von über 1 MBit/s zu erhalten. Da ich jetzt nicht so ein Geschwindigkeitsfanatiker bin, habe ich kein allzu grosses Problem damit - allerdings zahle ich ja auch nicht zu knapp für den schnellen Anschluss.

Das andere Problem ist schon schwerwiegender: Hin und wieder lade ich über Vuze/Torrents Daten runter (probiere gerne verschiedene Linux-Distributionen aus, da kommen etliche GB an Images zusammen). Abgesehen davon, dass ich im Vuze selten über 100 KBit/s an Downloadrate komme, habe ich zusätzlich das Problem, dass die Internetverbindung komplett abreisst, wenn ich Torrents habe, die viele Seeder haben. Vuze ist auf Default eingestellt und nicht etwa auf aggressiven Verbindungsaufbau. Der Effekt ist folgener: zuerst werden „normale“ Downloads parallel zu Vuze recht langsam - erkenntbar, dass Internetseiten im Firefox dramatisch langsamer geladen werden. Dann geht nebenbei gar nichts mehr - bis auf Vuze hat kein Programm mehr eine Internetverbindung. Bis dann auch im Vuze nichts mehr geht. Ich helfe mir dann, in dem ich Kabelmodem und WLAN-Router abschalte (vom Stromnetz trenne) und wieder einschalte. Dann bekomme ich wieder eine Verbindung zustande. Es sieht so aus, als ob ab einem gewissen Zeitpunkt keine neuen Verbindungen mehr nach aussen aufgebaut werden können. Die noch offenen Verbindungen im Vuze laufen noch eine Zeit weiter.

Damit zu meinen eigentlichen Fragen:

  • Wie kann ich halbwegs zuverlässig testen, wie schnell mein Anschluss tatsächlich ist? Mir ist dabei durchaus klar, dass ich mein theoretisches Maximum niemals erreichen kann, hätte aber zumindest mit 50% der Leistung gerechnet.
  • Ich habe mal von einem Testprogramm gehört, mit dem man herausfinden kann, ob der Anbieter den Internetverkehr „shaped“, also v.a. die P2P-Verbindungen bremmst bis blockiert. Kann ich allerdings beim besten Willen nicht mehr erinnern, wie das Programm heisst. Der Eintrag in einem anderen Forum, wo das Programm diskutiert wurde, wurde nach wenigen Tagen gelöscht - warum wohl?

Kann mir da mal wer helfen? Danke im Voraus.

lg
Erwin

Hi!

Teste doch mal hier deine Download-Rate:
http://www.speedreport.de/dsl-geschwindigkeit/
http://www.speedmeter.de/
http://www.wieistmeineip.de/speedtest/

Wenn die alle mehr als 1 MBit anzeigen, dann hast du auch mehr. Ansonsten verarscht dich dein Provider und du musst mal dort anrufen.

Frag doch einfach mal bei deinem Provider nach, ob die P2P unterbinden. Ansonsten nutze „Azureus“, dort gibt es eine Funktion, die diese „Sperren“ umgehen können.

Viele Grüße
André

Zu Problem eins: Bist Du Dir sicher, daß Du gerade nicht mbit/sek und mbyte/sek verwechselst? Falls nicht ist die Übertragunsrate in der Tat, sehr, sehr niedrig.

Zu Problem zwei: Windows hat eine maximalzahl an Verbindungen, die es über TCP / IP aufnehmen kann. Setze Deine Maximalzahl an Connections herunter, dann fällt dein TCP-Stack nicht mehr um. Wenn Du Dein Fileshareingtool in seinem Upstream nicht begrenzt und es diesen komplett aufbraucht, ist auch klar, warum Du keinerlei Verbindung mehr im Webbrowser aufbauen kannst.

Hallo Erwin,

zunächst mall sollte ein Drosseln von Filesharing-Software seitens deines Providers nichts an der „normalen“ Download-Geschwindigkeit deines Browsers ändern.

Allerdings kann bei einem System, wie du es benutzt, mächtig viel schiefgehen, was den Durchsatz dramatisch drücken kann.

Zuallererst: Hast du die MTU optimiert? Eine falsche MTU kann dich bis zu 50% deiner Leistung kosten. Wenn du nicht weisst, was das ist, dann googel mal nach „tcp optimizer“ nebst passenden Anleitungen (Freeware, klein und auch gar nicht so schwer). Wenn di nicht klar kommst, dann melde dich hier nochmal.

Dann schreibst du, du hättest einen Router.
1.) Was für einen? Mach dich mal schlau, was die Kiste wirklich kann. Viele, insbesondere ältere Geräte, können nicht allzuviele Verbindungen offenhalten. P2P mit hunderten oder gar tausenden von Verbindungen gleichzeitig zwingen solche Kisten problemlos in die Knie. In diesem Falle wird dir nichts anderes übrigbleiben, als in ein vernünftiges Gerät zu investieren, wenn du deine Leitung wirklich auslasten willst.
2.) Hast du ein ordentliches Portforwarding für den Torrent-Client auf deinen Rechner eingerichtet? Wenn nicht, fährt dein Torrent-Client im NAT-Modus, bei dem du eh nur einen Bruchteil der Leistungsfähigkeit ausnutzt. Wenn dir das jetzt nichts sagt: Googel mit „Routername +torrent“, da sollten sich reichlich Anleitungen finden.

Wenn du den Verdacht hast, das es von deinem Provider gedrosselt werden könnte, dann geh einfach auf einen anderen Port. Ist bei vielen Trackern mittlerweile sogar Vorraussetzung, damit sie dich überhaupt bedienen. Das kannst du im Programm selber einstellen, musst aber natürlich auch das Portforwarding im Router entsprechend ändern.

Dann möchte ich dir noch nahelegen, dir eine Traffic-Shaping-Software zu besorgen, besser (wenn du eh einen Router kaufen musst, weil der alte für P2P nicht geeignete ist): einen Router mit TrafficShaping.
TrafficShaping sorgt für eine intelligente Umsortierung der ausgehenden Datenpakete (insbesondere der ACK-Pakete, mit denen dein Rechner dem Server bestätigt, das er die letzten Daten korrekt empfangen hat - ohne wird der Server die nächsten Daten nicht auf die Reise schicken) für bessere Antwortzeiten, was den Durchsatz teilweise dramatisch erhöhen kann, wenn eine P2P-Anwendung im Hintergrund die Upload-leitung auslastet.

Und zu guter Letzt: Überleg dir, einen anderen Torrent-Client zu benutzen. Vuze/Azureus ist ein ziemlich fetter und langsamer Klops. Ich hab den selber jahrelang benutzt, weil er Funktionen mitbrachte, die kein anderer Client hatte. Aber das hat sich mittlerweile stark geändert, und je nachdem, wie dein Rechner ausgestattet ist, kannst du mit einem sparsameren Client durchaus noch einiges an Leistung herausholen. Ich bin auf µtorrent umgestiegen.

Eine 16000er Leitung bis zum Anschlag auszunutzen dürfte nicht ganz so einfach sein, aber was bei dir netto ankommt, ist schlicht und ergreifend indiskutabel, da mach ich ja auf meiner jämmerlichen 2000er Leistung ja mehr „Nettobeute“. Irgendwo steckt bei dir der Wurm drin, gefühlsmäßig würde ich auf den Router tippen, aber versuch zuerst mal das mit der MTU, das kostet kein Geld.

Viel Glück!
mabuse