Antwort von
nach 18 Tagen
hilfreich
Re: 'Was wollte der Dichter uns damit sagen' ...
... war eine Frage, die mich im Literaturunterricht (lang,
lang ists her) immer angestunken hat, weil ich nicht verstand,
warum der Dichter sich nicht klar und deutlich ausdrücken
konnte.
>>>nun, dann wäre es wohl eine Erörterung geworden...:~)
Yin und Yang haben mit Krankheiten einen alten Eimer zu tun.
Ich bin 36 Jahre alt und weiß, daß ich noch Jahrzehnte leben
werde, denn es gibt eine moderne Medizin, dank der schon heute
jeder Zweite in Deutschland über 80 Jahre alt wird. Seit 1900
hat sich die Lebenserwartung verdoppelt. Der Preis dafür sind
10% des Bruttosozialprodukts.
Ich habe weiter unten die Faseleien über Ärzte als wirres
Gerede bezeichnet. Sollte tatsächlich Nietzsche so etwas von
sich gegeben haben, dann beweist das nur, daß Nietzsche nicht
mitbekommen hat, wie um ihn herum die Medizin gerade zu ihren
ganz großen Leistungen ansetzte (Bakteriologie; Chirurgie
...). Johann Nepomuk Ringseis, Leibarzt des bayrischen
Königshauses, dozierte in den 1840er Jahren wochenlang über
die Bedeutung der Erbsünde für die Medizin und leitete die
Krankheiten aus einem gestörten Verhältnis zu Gott ab. Wenn es
dabei geblieben wäre und die besseren Ärzte sich in Yin und
Yang vertieft hätten, dann lägen die heute am Blinddarm
Operierten schon lange unter der Erde und hätten einen elenden
Tod gehabt.
- Django -
Na, diese wundervolle moderne Medizin zwingt aber auch einen Menschen (93 Jahre), der längst mit seinem Leben abgeschlossen hat, dazu, "auf Teufel komm raus" weiterzuleben, obschon sein Körper und sein Geist längst aufgehört haben, am realen Dasein teilzunehmen. Anhand eines konkreten Beispieles kann ich sagen, dass dies nun wirklich nicht zu den ruhmreichen Errungenschaften zu gehören hat. (Ausser vielleicht für die Wissenschaft - fernab vom "Menschsein"...)
Ausserdem beeinflusst das zwangshafte "am Leben erhalten" das Leben einer - für mich - sehr wichtigen Person - wegen der Pflege - durchaus negativ...
MfG
Michael Zettler(der sicherlich nicht ablehnend den medizinischen Fortschritte gegenübersteht, der aber eben auch sieht...)