Gefühl oder Tat

Von: , Frage gestellt am So, 14. Jan 2001

Da das Forum bereits seit 2 Tagen keinen neuen Beitrag erhalten hat, möchte ich eine philosophisch freie Diskussion anzetteln.
Es geht um die Frage, ob dass Gefühl oder die Tat mehr zählen.
Ist die Frage zu undifferenziert, zu kitschig, zu banal?
Was spricht für die Tat? Was spricht für das Gefühl?

Zwei Alltagsbeispiele:
1) Sie bemängelt sein fehlendes Engagement in die Beziehung und zweifelt an der Aufrichtigkeit seiner Gefühle. Er beginnt daraufhin, sie öfter mit Blumen und kleinen Geschenken zu überraschen, sie zum Essen auszuführen. Nach einigen Tagen behauptet sie, er tue das immer noch nicht aus Liebe, sondern nur aus Pflichtgefühl.
2) Ein deutscher Politiker berät mit einer russischen Delegation über ein bilaterales Handelsabkommen. Der Leiter der russ. Delegation hat eine sehr kaltschnäuzige, undiplomatische Art zu verhandeln, worüber der deutsche Politiker seinerseits in Wut gerät. Das Abkommen scheitert.

Ich bin gespannt auf die Antworten

Dennis

22 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Worte oder Wörter?

    Hi, versuch bitte zunächst dich zu präzisieren:
    was ist für dich das Philosophische an den Fragen? was verstehst du hier unter der Tat? unter dem Gefühl? Wie stellst du es dir vor, dazwischen zu wählen bzw. mehr anzurechnen?
    Deine Beispiele sind nicht kitschig, sie sind alltäglich, die Philosophie beschäftigt sich normalerweise mit den allgemeinen Fragen des Daseins. Sonst Ethik und Psychologie, ursprünglich der Philosophie entwachsen... Es geht um die Frage, ob dass Gefühl oder die Tat mehr zählen.
    Ist die Frage zu undifferenziert, zu kitschig, zu banal?
    Was spricht für die Tat? Was spricht für das Gefühl?

    Zwei Alltagsbeispiele:
    1) Sie bemängelt sein fehlendes Engagement in die Beziehung
    und zweifelt an der Aufrichtigkeit seiner Gefühle. Er beginnt
    daraufhin, sie öfter mit Blumen und kleinen Geschenken zu
    überraschen, sie zum Essen auszuführen. Nach einigen Tagen
    behauptet sie, er tue das immer noch nicht aus Liebe, sondern
    nur aus Pflichtgefühl.
    2) Ein deutscher Politiker berät mit einer russischen
    Delegation über ein bilaterales Handelsabkommen. Der Leiter
    der russ. Delegation hat eine sehr kaltschnäuzige,
    undiplomatische Art zu verhandeln, worüber der deutsche
    Politiker seinerseits in Wut gerät. Das Abkommen scheitert.

    • Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
      Re: Worte oder Wörter?

      Lieber peet,

      wie ich deinem Brief entnehme, ist dir meine Frage zu undifferenziert (was wiederum Teil meiner Frage war. Zunächst möchte ich dir mitteilen, dass jede Frage philosophisch ist, wie auch immer ihr Wortlaut sei. Du verlangst eine präzisere Fragstellung. Das ist in Ordnung. Ich hätte vielleicht erklären sollen, dass ich nicht wußte wie weit sich die Diskussion in diesem Forum vertiefen ließe und deshalb eine bewußt simple Frage gestellt habe, mit der jeder etwas anfangen kann.
      Aber deinetwegen zur Präzision:
      1) Tat: Oder auch das Handeln ist neben Haben und Sein eins der elementaren Grundaspekte der Existenz. Fragen die Tat betreffend, sind wie du richtig sagst ganz und gar ethisch.
      2) Gefühl: Ist ein Aspekt des Seins und zweifellos kann man auch
      durch grobe Alltagserfahrung wissen, dass das Gefühl oder das Irrationale mit dem Handeln zusammen hängen. Das zeigen meine Beispiele: Wäre der Politiker nicht wütend geworden, wäre dann das Handelsabkommen geplatzt.
      Wie ich sagte, habe ich eine bewußt die vage Diskussion von der Gewichtung von Gefühl und Tat angezettelt. Es ging mir um eine Art Brain-Storming, zu erfahren wie die Leute Zusammenhänge, Bedeutungen und Gewichtungen festlegen. Zudem wollte ich keine Frage stellen, die in 3 Zeilen beantwortet werden kann. Das war mir zu langweilig.
      Zum Schluß noch ein banale und wie du meinst alltägliche Frage:
      Wie ist wichtiger der Mord oder der Affekt, der ihn auslöste?
      (Mord im Affekt --> Strafmilderung) Na, dämmert's?

      Wie Spaß beim Nachdenken

      • Antwort von nach 9 Stunden 1 hilfreich
        Re^2: Worte oder Wörter?

        Lieber Dennis,
        zunächst folge ich deinem Text: Lieber peet,

        wie ich deinem Brief entnehme, ist dir meine Frage zu
        undifferenziert (was wiederum Teil meiner Frage war).
        Zunächst
        möchte ich dir mitteilen, dass jede Frage philosophisch ist,
        wie auch immer ihr Wortlaut sei.
        Lust zu diskutieren ist ein Teil der Ausbildung zum Philosophen beginnend mit der Academia, der Weg führt zu Plato, und viel später, auf anderem Wege, in Hyde Park, mit der Schlussstation Irrenhaus oder Polizei :-) Es heißt aber lange noch nicht, wir müssen hier einfach nur plaudern, um unbedingt länger als 3 Zeilen zu erzeugen. Wenn es nach mir ginge, hätte ich lieber lakonisch :-) Kurzum, nicht jede Frage ist philosophisch. Du verlangst eine präzisere
        Fragestellung. Das ist in Ordnung. Ich hätte vielleicht
        erklären sollen, dass ich nicht wußte wie weit sich die
        Diskussion in diesem Forum vertiefen ließe und deshalb eine
        bewußt simple Frage gestellt habe, mit der jeder etwas
        anfangen kann.
        Es liegt an dir als dem Fragesteller, die Tiefe des Gesprächs zu bestimmen, und dazu noch: auch schwere Themen kann man verständlich auslegen, man muß deswegen nicht unbedingt simplifizieren, um jeden zu erreichen. Aber deinetwegen zur Präzision:
        1) Tat: Oder auch das Handeln ist neben Haben und Sein eins
        der elementaren Grundaspekte der Existenz. Fragen die Tat
        betreffend, sind wie du richtig sagst ganz und gar ethisch.
        2) Gefühl: Ist ein Aspekt des Seins und zweifellos kann man
        auch durch grobe Alltagserfahrung wissen, dass das Gefühl oder das Irrationale mit dem Handeln zusammen hängen. Das zeigen meine Beispiele: Wäre der Politiker nicht wütend geworden, wäre dann das Handelsabkommen <nicht> geplatzt.
        Wie ich sagte, habe ich eine bewußt (...) vage Diskussion von
        der Gewichtung von Gefühl und Tat angezettelt. Es ging mir um
        eine Art Brain-Storming, zu erfahren wie die Leute
        Zusammenhänge, Bedeutungen und Gewichtungen festlegen.
        Es tut mir leid, die Tat und das Gefühl kann ich anhand deiner Beispiele immer noch nicht vergleichen in ihrer "Gewichtung". Das Kommunikative an deinen Beispielen hat unser hochgeschätzer Metapher gründlich und erleuchtend in seinem Posting (s.o.) erfasst. Dir bleibt immer noch die ehrenvolle Aufgabe die beiden Begriffe für die "Gewichtung" vorzubereiten. So ist es leider mit der philosophischen Diskussion: man muß sich zunächst dafür vorbereiten, indem man die Begriffe abklärt, sonst leidet die Logik, und die Philosophie geht baden. Zudem wollte ich keine Frage stellen, die in 3 Zeilen beantwortet
        werden kann. Das war mir zu langweilig.
        Was war dir "zu langweilig" - eine klare Definition für deine Frage vorzubereiten oder deine Sicht des Problems anzubieten, die dir vorschwebt? Sollen sich die anderen mit dem brainstorming befassen, weil dir zu langweilig ist? Zum Schluß noch ein banale und wie du meinst alltägliche
        Frage:
        Wie ist wichtiger der Mord oder der Affekt, der ihn auslöste?
        (Mord im Affekt --> Strafmilderung)
        Ist es auch eine philosophische Frage? Hast du noch mehr davon auf dem Lager? Dann lieber gleich alle auf den Tisch - dann könnte man sie besser einordnen :-)
        Was ist für dich die Gewichtung? Wie willst du sie messen? in Kg's oder in Jahren im Gefängnis für eine Tat? Na, dämmert's?
        Noch nicht :-) Wie Spaß beim Nachdenken
        Ausnahmsweise korrigiere ich diesen deinen Satz beim Zitieren nicht, danke: beim Lesen habe ich meinen Spaß gehabt.
        Aber gib so leicht nicht auf, versuch bitte noch einmal, so haben wir eine Diskussion nach den Regeln.

    • Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
      Re: Worte oder Wörter?

      Nanu, wieso sollte den Gefühl nichts mit Philosopie zu tun haben? Nur, weil es sich nicht in einfache Definitionen pressen läßt?
      Ich finde die Frage schon philosophisch interessant, denn im Gefühl, zum Beispiel in der Frage nach der Zufriedenheit mit dem eigenen Dasein, steckt letztlich die Frage nach dem Sinn des Lebens. Gibt es irgend etwas, was noch philosophischer ist?

      Meine Taten sollten normalerweise so aussehen, daß sie meinem eigenen Weltbild und meinen Ansprüchen an mich selbst entsprechen. Ist das nicht der Fall, bin ich unzufrieden. Um aber festzustellen, wie ich zufrieden leben kann, muß ich irgendwie den Sinn meines Daiseins definieren. Sonst weiß ich ja nicht, was ich anstreben soll oder will.

      DAs GAnze ist eine elend komplizierte und vielfältige Kiste,deahalb versuchen wir ja immer, darüber hinweg zu sehen. Es bringt aber nichts, weil das dann zumindest für mich kein sinnvolles Leben mehr ist.


      Gernot Geyer


      • Antwort von nach 10 Stunden 1 hilfreich
        Drei Fragen

        Nanu, wieso sollte den Gefühl nichts mit Philosopie zu tun
        haben? Nur, weil es sich nicht in einfache Definitionen
        pressen läßt?
        ich bin damit einverstanden, habe es auch nicht in Frage gestellt. Unser - inzwischen unzufriedener - Fragesteller hat aber etwas anderes gefragt (es ging da um die Gewichtung zwischen dem Gefühl und der Tat, somit waren es anscheinend insgesamt drei Fragen für dich), worüber ich gerne klarere Definition hätte. Ich finde die Frage schon philosophisch interessant, denn im
        Gefühl, zum Beispiel in der Frage nach der Zufriedenheit mit
        dem eigenen Dasein, steckt letztlich die Frage nach dem Sinn
        des Lebens. Gibt es irgend etwas, was noch philosophischer
        ist?
        Nein, ohne Zweifel hast du Recht! Meine Taten sollten normalerweise so aussehen, daß sie meinem
        eigenen Weltbild und meinen Ansprüchen an mich selbst
        entsprechen. Ist das nicht der Fall, bin ich unzufrieden. Um
        aber festzustellen, wie ich zufrieden leben kann, muß ich
        irgendwie den Sinn meines Daiseins definieren. Sonst weiß ich
        ja nicht, was ich anstreben soll oder will.
        Das sind mehrere miteinander verknüpfte Motive: aber bitte, ein Philosoph beschäftigt sich nur ausnahmsweise mit dem Sinn des eigenen Daseins, die meisten Großen tun es für die Menschheit, sozusagen stellvertretend. Wir die einfachen sterblichen können es einfacher haben, indem wir leben und uns weniger quälen. Das moralische Gesetz in uns können wir gerne haben. und wer stark genug ist, möge ihm auch folgen. Sich aber ständig zu verurteilen, und nach neuer Definition zu suchen, und dann vielleicht wieder verurteilen, das wäre der Weg für einen Sisyphos, und den hat mal schon ein Franzose analysiert :-) DAs GAnze ist eine elend komplizierte und vielfältige
        Kiste,deahalb versuchen wir ja immer, darüber hinweg zu sehen.
        Es bringt aber nichts, weil das dann zumindest für mich kein
        sinnvolles Leben mehr ist.
        nicht hinwegsehen, aber sinnvoll damit umgehen - nicht um sich selbst zu zerstören, sondern um sich zu bestätigen...

  2. Antwort von nach 5 Stunden 2 hilfreich
    Gefühle und Argumente


    Hi Es geht um die Frage, ob dass Gefühl oder die Tat mehr zählen.
    Ist die Frage zu undifferenziert, zu kitschig, zu banal?
    Was spricht für die Tat? Was spricht für das Gefühl?
    Deine Frage und der thread-Titel ist wirklich total kurios formuliert. Man kann nur ahnen, worauf du abzielst. Was soll "mehr zählen" heißen? Wonach fragt die Frage "was spricht für"?

    Was spricht für gelb? was spricht für geradeaus? was spricht für Sonnenschein? :-))))

    Aber deine Situationsbeispiele geben Anlaß, dazu einige Sätze zu sagen: 1) Sie bemängelt sein fehlendes Engagement in die Beziehung
    und zweifelt an der Aufrichtigkeit seiner Gefühle. Er beginnt
    daraufhin, sie öfter mit Blumen und kleinen Geschenken zu
    überraschen, sie zum Essen auszuführen. Nach einigen Tagen
    behauptet sie, er tue das immer noch nicht aus Liebe, sondern
    nur aus Pflichtgefühl.
    2) Ein deutscher Politiker berät mit einer russischen
    Delegation über ein bilaterales Handelsabkommen. Der Leiter
    der russ. Delegation hat eine sehr kaltschnäuzige,
    undiplomatische Art zu verhandeln, worüber der deutsche
    Politiker seinerseits in Wut gerät. Das Abkommen scheitert.
    Beides sond Beispiele, die deutlich machen, daß in der zwischenmenschlichen Interaktion mehrere Komponenten enthalten sind, deren Bedeutung wir in der Regel nicht richtig einschätzen. Das kann man durch folgende Unterscheidung deutlich machen:

    ich unterscheide zwischen einem informatorischen Anteil und einem personalen Anteil an der Kommunikation.

    Zum informatorischen gehört
    1. der Informationsaustausch. Hier liegen alle Fragen, wie Mißverständnisse entstehen, und wie man sie verhiondern kann und wie man sie korrigieren kann... Die Kommunikationspartner fungieren hier als gewissermaßen als Datenträger und sind Sender und Empfänger von Daten. Entscheidend ist hier, daß die Informationen (zu denen gehört z.B. auch "ich bin wütend", "du machst mich glücklich", "ich kann dich nicht verstehen" etc...)
    2. der argumentative Austausch. Hier geht es um Position und Opposition. Die Partner sind in dieser Hinsicht Argumenteträger. Hier geht es um die Folgerichtigkeit bzw. die Nachvollziehbarkeit des Gedankenganges (deinen vorläufigen z.B. kann man nicht nachvollziehen), und darum, wieweit die Äußerung dem tatsächlich Gedachten sprachlich adäquat ausgedrückt ist (in deiner Mail zum Beispiel ist aus der Formulierung auf gar keinen Gedankengang schließbar)

    Nun zu dem wichtigsten Anteil, den ich
    die personale Kommunikation
    nenne (daher auch die Bezeichnung meiner Praxis).

    Hier geht es darum, daß in jeder kommunikatiorischen Situation Personen austauschen, die je ihre eigen Persönlichkeitsstruktur haben. Zur Persönlichkeitstruktur (es ist ein enorm umfangreiches Thema, ich deute es hier lediglich an) gehört z.B. die Erfahrungen, Erlebnisse, die jemand im Hintergrund hat, die Wünsche, Ideale, von denen er geleitet wird, auch die Selbstbilder oder Selbstideale (wie sich jemand selbst einschätzt, wie er über sich denkt, wie er sich selbst bewertet, z.B. im Vergleich mit anderen etc.). Hier her gehört, welche Arten von Ehrgeiz jemand hat, wie er mit Mißerfolgen umgeht... und vieles andere mehr. Man kann sagen: seine gesamte psychische Disposition (zu denen natürlich gegebenenfalls auch Psychopathien gehören, wie z.B. Persönlichkeitsstörungen etc.).
    Noch viel entscheidender für das interaktive und kommunikatorische Verhalten (dafür verwende ich den Terminus "Dialogisches Verhalten"), ist der Umgang einer Person mit dem jeweiligen Anderen (in der Situation und auch generell). Hier kommt zum tragen, wie jemand genrell und im speziellen Fall überhaupt den anderen menschen wertschätzt. Sein gesamtes Menschbild liegt hierin. Ist z.B. ein Anderer generell nur eine Leinwand, um auf sie eigen Ideen, Interessen, Erwartungen zu projizieren (z.B. benutzt jmd den anderen generell nur als Zuhörer für sich?), ist jemand generell interessiert an der eigenen Ideenwelt eines Anderen (unabhängig von einem selbst)? (erkennbar daran, ob er den anderen auch mal fragt - nach was auch immer - und ihm dann zuhört? Es gab mal eine Diskussion (*g*) über das "zuhören" und "zuhören können" im Brett Psychologie...), oder wird der Andere ausschließlich nach seiner Bedeutung bewertet, die er für einen selbst hat...?

    Ich gehe davon aus, daß in JEDEM ziwchenmenschlichen Dialog - im Privaten wie auch im Öffentlichen !! - diese letztere Komponente zu 99% (diese Zahl ist hier nur metaphorisch gemeint !) eine entscheidende Rolle spielt. Es ist von entscheidender Bedeutung, wie "kompatibel" die beiden Persönlichkeiten sind, und wie sie die Person des jeweils Anderen einschätzen. Auch in einem rein sachlichen Dialog ist das so !!!

    Beispiel: di erlebst, daß person A mit Person B sich viel besser "versteht", sich viel lieber unterhält, vielmehr auf sie eingeht, als auf eine person C, OBWOHL A und C in den meisten Sachfragen, oder Meinungen oder denkwegen viel besser übereinstimmen.

    Dein zweites Beispiel zeigt eine typische Situation, in der es vielleicht ganz simpel möglich gewesen wäre, eine Übereinstimmung (z.B. gemeinsamer Beschluss) zu erreichen (mal vorausgesetzt, die Fähigkeit der Argumentation sei bei beiden gleich), aber die Persönlichkeiten waren nicht kompatibel.

    Das erste Beipiel zeigt die katastrophalen Folgen, wenn einer (oder vielleicht sogar beide) glauben, daß man personale Dinge wie Resonanz, Harmonie, Freude am Zusammenspiel, Emotionen überhaupt etc. durch argumentative und informatorische Signale (zu denen auch symbolische handlungen gehören!!!), ersetzen oder beeinflussen kann.

    Beispiel:
    A fragt: "Liebst du mich?"
    B antwortet: "Blöde Frage, das weißt du doch!!"
    oder:
    C sagt: "Ich liebe dich!"
    D sagt: "Wie meinst du das?"

    Kurz: Sprachliche Ausdrücke können Situationen erzeugen, Emotionen "realisieren" und es wird abstrus, wenn der andere statt Resonanz diese Ausdrücke als Informationswerte interpretiert.

    Und: Gefühle (auch "Resonanz"-Gefühle, zwischenmenschliche "Atmosphären") sind real, es sind Tatsachen, sie wirken auch, aber es sind keine Informationen, sie lassen sich nicht argumentieren, und sie lassen sich nicht beobachten (physikalisch ausgedrückt: es sind keine Observable).
    Trotzdem lassen sie sich durch Handlungen erzeugen (z.B. "Charme"), und auch zerstören (z.B. durch "Verletzungen")

    Soweit erstmal

    Grüße
    M.G.

  3. Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
    Tat und Gesinnung

    hi dennis,
    für mich sind gefühl und tat überhaupt nichts gegensätzliches. aufgrund deiner beispiele glaube ich, daß du mit "gefühl" eher die gesinnung meinst.
    das ist dann allerdings ein interessantes thema, wie ich finde.
    ich bin zwar kein jurist, aber der vergleich zwischen bürgerlichem recht und strafrecht zeigt genau dieses spannungsverhältnis.
    so wird z.b. eine versuchte vergewaltigung, die der täter anbahnt, aber dann abbricht (d.h. die gesinnung ist vorhanden, aber keine tat) nach dem strafrecht streng geahndet, nach bgb dagegen nicht unbedingt.
    somit ist die frage nach dem beurteilungsprinzip "tat" vs "gesinnung" alles andere als einfach zu beantworten.
    für mich selbst sehe ich in der beurteilung anderer personen nach dem prinzip "tat" die schlüssigere alternative, d.h. ich betrachte nur die objektiv geleisteten taten.
    falls ich mir immer über die gesinnung meiner partner gedanken machen müsste, bekäme ich nie klarheit, wie mein verhältnis zu diesen partnern zu bewerten ist.
    auch gegenseitige abhängigkeiten sind z.b. denkbar, d.h. ich mache meine gesinnung von der (vermuteten) gesinnung meines partners abhängig. damit kommt man bei der standortbestimmung in der analyse der partnerschaft schnell in den wald.
    gerade bei der beziehung zwischen staaten, firmen, organisationen etc. halte ich eine alleinige bewertung der taten für angebracht. in persönlichen beziehungen kanns da sicher einschränkungen geben (z.b. bei dem beispiel mit den mitgebrachten blumen). wenn hier der verdacht vorliegt, daß die gesinnung nicht mit der tat übereinstimmt, kann man die tat des blumenschenkens auch gleich bleiben lassen...
    ich meine, gesinnung ist die sache eines jeden einzelnen, sie ist nur bedingt teil einer interaktion.
    die tat dagegen ist ein teil der interaktion zwischen beiden partnern und deshalb für die bewertung des partnerschaftsverhältnisses (und als handlungsmaxime für das "richtige" reagieren auf die taten des partners) besser geeignet.

    grüße
    m.

  4. Antwort von nach 9 Stunden 1 hilfreich
    Warum die Diskussion für mich beendet ist!

    Mir war nicht bewußt, dass es in einem Philosophieforum - gerade in einem P-Forum!!! - hauptsächlich darum geht, sich durch sophistische Rechthaberei zu profilieren in den Vordergrund zu spielen bzw. sich intellektuell über den Fragensteller zu erheben. Ich werde in Zukunft keine derartigen Fragen zur Diskussion stellen.
    Metapher, ich vermute du hast die Abhandlungen von Schulz v. Thun evtl. auch Paul Watzlawick über Kommunikationspsychologie gelesen. Die Grundlagen scheinst du begriffen zu haben. Wir danken dir für deinen Einführungslehrgang.
    mastroh, ich danke dir für die einzige nicht sophistische Antwort: Es war nicht meine Absicht Gefühl und Tat als Gegensätze darzustellen. Das sind sie nicht und können sie auch gar nicht sein.
    Ich möchte zum Schluss noch anfügen, dass ich der Meinung bin, dass alle Philosophie mit oft weitgefächerten, vielleicht sogar trivialen Fragen beginnt, deren Klärung zu tieferer Erkenntnis führt.

    So long Dennis

    • Antwort von nach 21 Stunden 1 hilfreich
      Re: Warum die Diskussion für mich beendet ist!

      Mag sein, daß die Diskussion für Dich beendet ist, ich denke wirklich noch...
      Wobei ich der Meinung bin, daß die Frage einfach falsch gestellt ist. Gefühl und Tat sollten eine Einheit bilden. Ich muß so handelm, daß meine Taten mit meinen Gefühlen übereinstimmen. Wenn das nicht der Fall ist, habe ich das Gefühl etwas falsches zu tun und mich innerlich zu verbiegen.
      Die Frage ist nur, ob das was ich fühle (und tue) rational das Richtige ist. Die Taten sind ja letztlich nur die Resultate unserer Gefühle und Überlegungen. Insofern ist die Frage eigentlich die, ob ich eher auf mein Gefühl als auf meinen Verstand hören sollte.

      Ich nehme an Dennis, Du siehst das Problem, wenn ich Dir sage, daß ich Alkoholiker bin. Ich habe gesoffen aus dem Gefühl heraus, obwohl ich um die Schädlichkeit wußte. Das heißt Gefühl und Tat haben übereingestimmt, der Verstand nicht. Zeitweise habe ich versucht aufzuhören. Dann haben Verstand und Tat übereigestimmt, aber das Gefühl war dagegen (und wie!). Rausgekommen bin ich aus dem Dilemma erst, als ich durch die Therapie Verstand und und Gefühl in eine Reihe bekommen habe. Seit dieser Zeit (das sind 6 Jahre) komme ich damit klar. Nun stimmen Verstand und Gefühl und ich handle danach.

      Nach meiner persönlichen Erfahrung muß ich sagen, daß sich letztlich immer das Gefühl durchsetzen wird. Was ich , auch aus meiner Erfahrung heraus, nicht tun werde, ist, eine moralische Wertung abzugeben. Klar erscheint mir, um auf Deine Beispiele zurückzukommen, im 2. Fall das logische Handels besser als das emotionale. Aber ob es auf längere Sicht wirklich immer sinnvoller ist, ist eine andere Frage. Das muß einfach jeder für sich selber entscheiden.


      Gernot Geyer



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