Was genau ist Philosophie?

Von: , Frage gestellt am Do, 18. Jan 2001

Ich verfolge die Diskussionen in diesem Forum als absoluter, jedoch sehr interessierter Laie (ich habe zwar schon viele philosophische Texte gelesen und sie auch verstanden, würde mir aber niemals anmaßen zu behaupten, ich hätte Ahnung von der Materie) schon seit einiger Zeit und habe mich bisher noch nicht getraut, hier eine Frage zu stellen, weil ich beobachtet habe, wie einige Fragesteller von "Experten" zerrissen worden sind, weil ihre Frage nicht detailliert genug oder nach Ansicht der Experten viel zu oberflächlich bzw. nicht philosopisch genug waren.
Nun würde ich gerne wissen, wie ihr für Euch Philosophie definiert. Ist es nicht die Suche nach den Antworten für die großen Lebensfragen (woher kommen wir, wo gehen wir hin und wie gestalten wir den Weg zum Ziel),also die Suche nach der Weisheit? Kann es in der Philosophie überhaupt dumme Fragen geben, wenn der Fragende ein Suchender ist? Wer darf sich als "Philosoph" betrachten? Der, der die richtigen Fragen stellt, oder der, der die Fragen beantworten kann? Und gibt es überhaupt richtige Antworten in der Philosophie? Oder kann jede Antwort nur ein Versuch sein?
Danke schon jetzt für Eure Antworten.
Morgan

17 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 57 Minuten hilfreich
    Re: Was genau ist Philosophie?

    die Suche nach den Antworten für die
    großen Lebensfragen (woher kommen wir, wo gehen wir hin und
    wie gestalten wir den Weg zum Ziel)
    Damit sind Sie schon mittendrin!
    Bei Kant heißt die dritte Frage: Was können wir tun?
    Bei Kant würde ich auch noch mehr nachlesen, und zwar den Anfang der Aufsatzes: Was ist Aufklärung? Natürlich ist der ganze Aufsatz lesenswert!

    "Philosophie ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wie dir Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Philosophie."

    Bei Kant steht statt "Philosophie" "Aufklärung". Aber das ist es!
    Denke ich!
    Gruß Fritz Ruppricht

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: Was genau ist Philosophie?

      Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

      Lieber Herr Ruppricht,

      danke erst einmal für Ihre schnelle und sehr interessante Antwort, die bei mir jedoch eine Gegenfrage hervorruft:
      Wenn einer der Grundsätze der Philophie ist, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen, darf ich dann überhaupt die großen Philosophen zur Beantwortung meiner Fragen heranziehen? Besteht dann nicht die Gefahr, dass ich mich unbewußt ihrer Leitung unterstelle und ihre Gedanken als meine eigenen annehme? Wie kann ich herausfinden, was meine eigenen Werte und Antworten sind, meine Wahrheiten und mein Weg, also meine eigenen Gedanken, und wie kann ich sie von den gesellschaftlichen Normen und Moralvorstellungen - und auch von den Gedanken anderer - abgrenzen?

      Gruß,
      Morgan

      • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
        Re^3: Was genau ist Philosophie?

        Wenn einer der Grundsätze der Philophie ist, sich seines
        Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen, darf ich
        dann überhaupt die großen Philosophen zur Beantwortung meiner
        Fragen heranziehen?
        Freilich dürfen Sie das! Auch wenn Sie Mathematik, Physik, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und was auch immer lernen oder studieren, brauchen Sie zuerst Informationen und Fakten, ehe Sie anfangen, das Gelernte zu überprüfen und kritisch zu würdigen. Besteht dann nicht die Gefahr, dass ich
        mich unbewußt ihrer Leitung unterstelle und ihre Gedanken als
        meine eigenen annehme?
        Oh ja, diese Gefahr besteht immer! Wie kann ich herausfinden, was meine
        eigenen Werte und Antworten sind, meine Wahrheiten und mein
        Weg, also meine eigenen Gedanken, und wie kann ich sie von den
        gesellschaftlichen Normen und Moralvorstellungen - und auch
        von den Gedanken anderer - abgrenzen?
        Dazu kann Nietzsche, vor allem der mittlere (Menschliches Allzumenschliches, Morgenröte, Die fröhliche Wissenschaft) beitragen. Da habe ich gelernt, alles, was mir an Wissen, Meinungen und Glauben begegnet und mir früher begegnet war, misstrauisch zu betrachten. Auch meine liebsten Vorurteile, meine optimistischen Phantasien. Ist nicht immer erfreulich, aber es schadet nicht. Jedenfalls nicht allzu sehr!

        Beste Grüße
        Fritz Ruppricht

  2. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: Was genau ist Philosophie?

    Lieber Morgan,
    die Antwort von Fritz ist leider falsch. Die 'Aufklärung' im historischen Sinne wollte und will den Menschen lehren seinen Verstand zu gebrauchen, damit er nicht mehr von seinen Machthabern mißbraucht werden kann. Die philosophische Grundeinstellung der Aufklärung war der Rationalismus, d.h. die Erklärung der Welt durch den Verstand. Dieser Meinung setzt Kant in seiner 'Kritik der reinen Vernunft' später enge Grenze. Der Rationalismus war nur eine von vielen philosophischen Methoden.
    Zu deiner Frage: Ich vermute du hast die von mir angezettelte Diskussion vor einigen Tagen verfolgt und bist dir nun unsicher, weil meine Auffassungen kritisiert wurden. Ich bin jedoch völlig sicher, dass ich zumindest weiß, womit die Philosophie sich beschäftigt. Die Antwort ist: Mit allem. Philosophie heißt übersetzt Wahrheitsliebe und da man auf alle Fragen eine wahrheitsgemäße Frage wünscht, sind alle Fragen philosophisch. Philosophie ist die Urwissenschaft, aus der sich alle weiteren Wissenschaften entwickelt haben!
    Beispiele philsophischer Themen: Schönheit, Komik, Tragik, alles was da ist (Ontologie - ein Mephisto hat mal versucht mich dahingeheng zu belehren, dass Philosophie die Lehre vom Daseienden ist. Diese Lehre ist die Ontologie einspezielles Teilgebiet der P. und übrigens erst im 20. Jahrhundert erwachsen).
    Zur Frage, ob du aktiv an diesem Forum teilnimmst, kann ich dir mitteilen, dass ich selber keinerlei Qualifikationen habe, die mich zu einem gesellschaftlich definierten Experten machen könnten. Trotzdem habe ich noch keine Frage in diesem Forum gefunden (außer meiner kürzlich selbst gestellten), auf die ich keine differenzierte Antwort hätte geben können.

    Also bitte keine Scheu

    Dennis

    • Antwort von nach 10 Stunden 5 hilfreich
      sophia

      Hi Dennis

      finde ich prima, daß Du auch andere zum posten animierst.. sollte ja auch mal gesagt werden :-)

      Zu dem, was Du - interessant zusammenfassend - über Aufklärung schreibst, eine kleine philosphiehistorische Korrektur, wenns erlaubt ist? die Antwort von Fritz ist leider falsch.
      Die Antwort von Fritz war insofern richtig, als er ja lediglich Kants Weiterentwicklung des Aufklärungsbegriffs durch eines der zentralen Formulierungen zitierte, und er zurecht daran erinnerte, daß dies auch Kants Begriff von Philosophie sei. Die 'Aufklärung' im
      historischen Sinne wollte und will den Menschen lehren seinen
      Verstand zu gebrauchen, damit er nicht mehr von seinen
      Machthabern mißbraucht werden kann.
      ja... bzw. von jedweglichen Authoritäten überhaupt... und Kant formuliert genau das und macht den Aufklärungsbegriff damit zum philosophischen Terminus, der dann auch auf die Bemühungen der englischen "Freidenker" und die französischen "Enzyklopädisten" angewendet wird. Der Grundgedanke ist, den Begriff der individuellen Freiheit des Menschen darin zu begründen, daß jeder dieselbe Freiheit dem Anderen an- und zuerkennt... Die philosophische
      Grundeinstellung der Aufklärung war der Rationalismus, d.h.
      die Erklärung der Welt durch den Verstand.
      Der von Descartes begründete Rationalismus war eine Position, die die vollständige ErklärBARKEIT der Welt rein aus dem Verstand ("ratio") behauptete und zwar (nach dem Musterbeispiel der Mathematik) ohne Rückgriff und Abhängigkeit von der Erfahrung bzw. der empirischen Wissenschaften. Er stand damit im Gegensatz zum Empirismus, der genau das Gegenteil behauptete: alle Erkenntnis kommt NUR aus der Erfahrung. Dieser Meinung
      setzt Kant in seiner 'Kritik der reinen Vernunft' später enge
      Grenze.
      Ja, weil er beide Positionen anerkannte und zunächst zwischen zwei Stühlen saß. Die Kritik der reinen Vernunft ist aus dem Versuch der Versüönung beider entstanden. Der Rationalismus war nur eine von vielen
      philosophischen Methoden.
      Genau, aber man sollte besser sagen: von vielen möglichen philosophischen Positionen. ... womit die
      Philosophie sich beschäftigt. Die Antwort ist: Mit allem.
      jawohl, aber auch hier vielleicht wieder etwas unmißverständlicher: mit den möglichen Methoden der Reflexion über alles und jedes, und deren Absicherung gegen Täuschung, Irrtum und Betrug. Philosophie heißt übersetzt Wahrheitsliebe
      "sophia" ist Weisheit. Wobei der Begriff des "sophos", des Weisen in der Philosophie immer eine recht unscheinbare Rolle spielte. In der Antike finden wir aber in vielen Kulturen (Indien, China, Persien...) den Begriff des Weisen, womit einerseits die Idee des "idealen" Menschen gemeint war (so z.B. im Alten Testament "der Gerechte"), andererseits einfach die Personen, die die reale, sinnliche Welt hinterfragten, überhaupt in ihrer Letztgültigkeit in Frage stellten und in dieser Relativierung des Bloß-Sinnlichen reproduzierbare und begründbare Erkenntnis zu finden verstanden.... oder eben die Gewißheit, daß überhaupt keine unbezweifelbare Gewißheit möglich sei...

      Ontologie: .... Diese Lehre ist die Ontologie einspezielles
      Teilgebiet der P. und übrigens erst im 20. Jahrhundert
      erwachsen).
      Aristoteles nannte die Frage nach "dem Seienden als Seiendem" (on he on; also Seiendes betrachtet unabhängig von seinen Eiegenschaften) die "erste Philosophie" (ph. prote oder ph. prima), also neben den anderen Fragestellungen, die später Psychologie, Kosmologie, Theologie (als philosophische (!) Teilgebiete) genannt wurden. Diese "erste Phil", die Arist. auch "Denken des Denkens" nannte, wurde später (Goclenius 1613) als "Ontologie" bezeichnet. Sie wurde bei Chr. Wolff 1730 als Teilgebiet (neben den anderen s.o.) der "Metaphysik" eingeordnet.
      Sie steht heute (sofern sie überhaupt akzeptiert wird) neben (und im Kontrast zu) der Erkenntnistheorie und den empirischen Wissenschaften.

      Grüße
      M.G.

  3. Antwort von nach 3 Stunden 5 hilfreich
    Philosophie

    Hi Morgan

    eine interessante Fragestellung, die in diesem Forum längst mal fehlte, derweil aber umso notwendiger ist, weil gerade hier im verschiedenartigen Umgang mit dem Begriff "Philosophie" so manches Mißverständnis und auch manche (eigentlich unnötige) Verärgerung aufgetreten ist.

    Deshalb hier mal kurz etwas zunächst zu den unterschiedlichen Wortgebräuchen:

    1. "Philosophie" als Bezeichnung einer Grundlagenwissenschaft (mit 2500jähriger Geschichte), ähnlich wie auch die Mathematik und die Physik....

    2. "Philosophie" bzw. "philosophieren" im umgangssprachlichen Sinne als Beschäftigung mit Fragen, die über die Alltagsbewältigung hinausgehen und auf Allgemeineres hinzielen, wie es sich zum Beispiel in der Fragestellung "was ist der Sinn des Lebens" oder "was ist der Mensch noch außer seiner rein biologischen Natur" abzeichnet.

    3. "Philosophie" so, wie es im Ausdruck "Die Philosophie unseres Unternehmens" zur Sprache kommt.

    Alle drei hängen zusammen. Ich fange von hinten an:

    Die 3. Version ist für uns hier nicht so wichtig und sie ist schnell erklärt. Sie greift auf einen (übrigens schon im antiken Griechenland üblichen) Wortsinn zurück, der schlicht gleichbedeutend ist mit "unsere Grundsätze" oder "unsere Prinzipien" oder "unsere Leitideen".

    Der Wortgebrauch Nr 2 wird zwar von Philosophen (dazu später) gern etwas verächtlich betrachtet, meiner Ansicht nach allerdings zu Unrecht, denn (auch) hier wird etwas aus der Philosophie in Anspruch genommen, was tatsächlich in deren Geschichte häufig (aber keineswegs immer) eine wichtige Rolle spielte: Das ist die Vermutung oder die Überzeugung, daß unsere rein sinnliche Existenz und Wahrnehmung "nicht alles" sei, und daß es daher ein Bedürfnis sei, nach einem "dahinterliegenden" oder einem "darunterliegenden" bzw. nach einem "dem-zugrunde-liegenden" zu fragen. Dieser letzte Ausdruck verweist dabei tatsächlich bereits auf einen der wichtigsten Grundbegriffe der Philosophiegeschichte überhaupt, den übrigens fast jeder kennt (wenn auch nicht als philosophischen Begriff): die SUBSTANZ.

    Dieser Begriff wird umgangssprachlich meist im Sinne von "Grund-Material" verwendet. Er ist aber tatsächlich der von Cicero ins lateinische übersetzte (substantia = das darunterstehende) Grundbegriff der griechischen Philosophie (seit Platon und Aristoteles): die "ousia", die nicht nur mit dem deutschen Wort "Wesen" sprachlich verwandt ist, sondern auch mit dessen (vielfältiger!!) Bedeutung zusammenfällt.

    Man fragt also nach dem Wesen der Dinge und meint damit das, was dem sinnlich Wahrnehmbaren an ihnen zugrunde liegen mag (Wesen des Lebens, Wesen des Menschen, Wesen von Freiheit, Wesen von Gerechtigkeit, Wesen eines ethischen Grundsatzes usw.). Und SOLCHE Arten der Fragestellung (gleichbedeutend mit Fragen der Form: "Was ist....?") stellen tatsächlich ja viele Menschen, eben auch selbstverständlich solche, die nicht den Beruf des Philosophen (dazu gleich) ausüben. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: es gehört (u.a.!) zum Wesen des Menschen, nach dem Wesen der Dinge zu fragen.

    Insofern sehe ich es als völlig gerechtfertigt an, daß jemand seine Fragen dieses Typs als "philosophische" Fragen bezeichnet.
    Es wurde hier vor kurzem mal gesagt, ALLE Fragen seien "philosophisch". Dem kann ich nicht zustimmen, denn die Fragen "Wo ist das nächste Klo?", "Wann ist die nächste Mondfinsternis?" fragen nach den Dingen INNERHALB der sinnlichen Wahrnehmung, nicht nach dem Wesen der Dinge. Es wären sozusagen einzelwissenschaftliche Fragen.

    Philosophie im eigentlichen Sinne:
    Zunächst handelt es sich dabei um eine Wissenschaft (übrigens um eine der schwierigsten, weil umfangreichsten und kompliziertesten). Ihre Gegenstände sind NICHT die Gegenstände von Einzelfragen, sondern vielmehr die Reflexion der METHODEN, mit denen man eine Einzelfrage angehen kann. Am historischen Anfang der Philosophie im antiken Griechenland (es gab auch vorher andere Denkformen, die man heute gern auch "Philosophien" nennt, aber die hatten andere Zielsetzungen als die Griechen!) steht die Frage, wie man sich bei Aussagen (allgemein) und (spezielleren) Behauptungen gegen Täuschung (auch Selbsttäuschung!) schützen kann, wie man Mißverständnisse (!!)entdeckt und wie man sie vermeiden kann, allgemein: wie man Ausagen begründen und wie und ob man sie beweisen oder widerlegen kann (siehe hierzu meinen Artikel "Vorsokratiker" im Brett "Geisteswiss.").

    Der Anfang philosophischer Bemühungen bestand (und besteht nach wie vor!) also nicht in der Beantwortung von Fragen, sondern vielmehr in der Bemühung, METHODEN zu finden, mit denen man sinnvoll an Fragen herangehen kann.

    Die erste (wissenschaftlich)-philosophische Arbeit an einer gegebenen Fragestellung ist daher nicht, welche Antwortvorschläge man hat, oder welcher "Meinung" man sei (Hegel: "Mit bloßen Meinungen hat es die Philosophie ganz und gar nicht zu tun"), sondern vielmehr, abzusichern, daß man den Fragenden in der rechten Weise verstanden hat, oder - als Fragesteller - auf welche Weise man sicher sein kann, daß man vom Anderen verstanden worden ist.

    Daß man durch geeignete Kunst des Rückfragens im Falle einer Behauptung ("hab ich dich recht verstanden? du meinst also folgendes....?") manchmal entdecken (oder gemeinsam erarbeiten) kann, daß sich die Behauptung in sich selbst widerspricht (wodurch die Behauptung widerlegt ist), daß ist das interessante Resultat der Philosophie des Sokrates gewesen.

    Zum Beweisen und zum Widerlegen war ebenfalls nicht immer in der Geistesgeschichte bereits ein eindeutiges Verfahren zur Hand (so daß also vorher alle Diskussionen im bloßen Meinungsaustausch bestanden). Den ersten methodischen Ansatz zum Entlarven eines Widerspruchs hat dann Aristoteles geleistet in der strikten Formulierung (später "logisch" genannter) Prinzipien des Denkens:

    1. Der Satz vom (ausgeschlossenen) Widerspruch:
    "Etwas kann nicht zugleich (so) sein UND NICHT (so) sein"

    2. Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten:
    "Etwas kann nur (so) sein ODER NICHT (so) sein"
    (mit der Ergänzung: eine dritte Möglichkeit gibt es nicht)

    ... mit dem nun genauer faßbaren Resultat: wer das doch behauptet in einem gegebenen Sachverhalt, der redet willkürliche oder zumindest unverständliche Rede.

    Außerdem hat Aristoteles entdeckt (und bewiesen!!), daß Schlußfolgerungen aus gegebenen Voraussetzungen ("Prämissen") bereits an ihrer bloßen Form als richtig oder falsch erkannt werden können, ohne daß man die Aussagen im einzelnen bewerten muß. So ist aus

    1. einige A sind x (Beispiel "einige tische sind vierbeinig")
    2. alle B sind x (Beispiel "alle hunde sind vierbeinig")
    die Schlußfolgerung:
    3. alle B sind A ("alle hunde sind tische")

    IMMER beweisbar falsch, OHNE (!) daß man über tische und hunde erst zu diskutieren müßte...

    umgekehrt:

    Die ist die Schlußfolgerung

    1. alle A sind x ("alle menschen sind sterblich")
    2. B ist ein A ("Sokrates ist eine mensch")
    Schluss:
    3. B ist x ("Sokrates ist sterblich")

    IMMER richtig, man bruacht das jeweilige Beispiel gar nicht zu diskutieren...

    Nun sind dies nur Beispiele von Errungenschaften der Philosophie, es gibt ZAHLLOSE davon, von denen sehr viele heute in das Alltagsleben eingegangen sind, ohne daß man weiß, daß es diese Selbstverständlichkeiten nicht immer gegeben hatte und das es Resultate der PhilosophieGESCHICHTE sind.

    Zu erwähnen noch wichtig: Die Philosophie hatte zu jeder Zeit (auch heute!) immer ihre gesamte Geschichte zum Gegenstand. Jede Epoche, jede Schule, jede einzelne Philosophie (ja, es gab auch in der Antike bereits Philosophinnen!!) ist immer zugleich Auch Forschungsgebiet. So daß Philosophie immer auch SICH SELBST zum Gegenstand hat. Das unterscheidet sie von anderen Grundlagenwissenschaften, insbesondere die Einzelwissenschaften, in denen ja immer der jeweils gegenwärtige Entwicklungsstand relevant ist.

    Außerdem hat die Philosophie sehr viele Teilgebiete: Beispiele:
    Theoretische Philosophie:
    Logik, Metaphysik, Naturphilosophie (bis Hegel), Ästhetik, Wissenschaftstheorie etc....
    Praktische Philosophie: Ethik, Rechtsphilosophie, Politische Philosophie etc...

    In der Überzeugung, daß es noch viel zu diskutieren gibt über diese Frage:

    Gruß
    M.G.

    • Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
      Re: Philosophie


      Hi Metapher,

      genial wie immer *schmeichel*, kann ich dich nachträglich zu einem Statement zu meinem Posting "freier Wille - eine Illusion" überreden? Vor allem in Hinblick auf die Quantentheorie, ich bin nur ein interessierter Laie, und habe mal aufgeschnappt, das es angeblich nicht mathematische Aspekte in der QT gibt. Eine Chance für die Existenz des freien Willens?

      Gruß, Herbert

      • Antwort von nach 8 Stunden 1 hilfreich
        Re^2: Philosophie

        Hi Herbert

        naja.. ähm.. leicht übertrieben *ggg* ... jedenfalls thnx!

        ist nur halt, daß ich meinen Beruf mag und außerdem viel dafür übrig hab, mit wissbegierigen Menschen zu diskutieren. Daß ich nicht zu allen postings was schreiben kann, hat einen rein physikalischen Grund: die empirische Raumzeit auf der Erdoberfläche ist euklidisch - es gibt keine wormholes und leider vergeht bei mir auch bei erhöhter Geschwindigkeit die Zeit nicht langsamer *ggg*... es liegt also nicht an einer subjektiven Bevorzugung von irgendwas... müssen eh schon manchmal die Nachtstunden herhalten - und dann sind da noch die anderen Foren :-(

        Insbesondere find ich es schade, daß manchmal Mißverständnisse entstehen mit der Folge, daß sich der eine oder andere (unnötiger- aber nachvollziehbarerweise) vor den Kopf gestoßen fühlt. Da möchte man schon gern... aber wie gesagt...

        ...und viele Themen hängen einfach zusammen.. wie das mit der Ethik und Deins mit dem freien Willen... wo also anfangen?

        bis dann
        Gruß
        M.G.

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      Re: Philosophie

      Wow!

      ich habe nie jemanden erlebt der so weit weg von der Wirklichkeit und so tief in der Realität ist! wow!

      Ich meine das jetzt nicht böse! ehrlich!

      ich möchte dir gerne ein paar fragen stellen!
      Nicht böse werden ich will ehrlich ne antwort!


      hast du starke kopfschmerzen?
      oder fühlst du kopf und körper gar nicht mehr?
      Gibt es viele Krebskranke in deine Umgebung( bekannte, verwandte)
      ?
      Schreib mal! das sind fragen die mich ernsthaft interessieren!

      Bugleba



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