„…Sender und Empfänger (Organon-Modell von BÜHLER):
BÜHLER unterscheidet zwischen Sender und Empfänger; er betrachtet also Sprache von vorneherein als Kommunikationsmittel und sieht sie so in einem sozialen Bezugsrahmen.
Das Zeichen ist Symbol für Gegenstände und Sachverhalte (Darstellungsfunktion; Beziehung zwischen Zeichen und Objekt).
Das Zeichen sagt auch etwas über den Sender aus (Ausdrucksfunktion; Beziehung zwischen Zeichen und Sender); es ist ein Symptom für den Sender, ob er z.B. laut oder leise spricht.
Das Zeichen richtet sich aber auch an den Empfänger (Appellfunktion); es wirkt als Signal.
Bei jeder Kommunikation spielen alle drei Sprachfunktionen gleichzeitig eine Rolle; es kann aber dabei eine der Funktionen im Vordergrund stehen: Bei Einstellungsänderungen steht die Apellfunktion im Mittelpunt; bei der Personenwahrnehmung die Ausdrucksfunktion.
Wenn ein konkretes Ding oder ein konkreter Vorgang (z.B. ein Lautgebilde) als Zeichen fungiert, dann sind es stets bestimmte abstrakte Momente an diesem Ding oder Vorgang (und nur sie), an die die Zeichenfunktion geknüpft ist. BÜHLER nennt dies das Prinzip der abstrakten Relevanz; ein Teil des Lautgebildes fungiert als Zeichen, alles andere ist irrelevant.
BÜHLER untersucht vor allem das Zeichen. Das Zeichen ist zweifelos das Kernstück der Sprache, aber die Sprache ist mehr als das Zeichen. Nach RÉVÉSZ sind Ausdruck und Ausgedrücktes koexistente Pole einer psychischen Einheit. Der Ausdruck, der zu einem Zweck eingesetzt wird, wird zum Signal oder Sprachsymbol…“
aus: http://www.google.de/search?q=cache:www.psychologie…