Hallo Peter,
es tut mir leid, wenn ich Dir jetzt ein wenig auf den schmerzenden Zahn fühlen muss, aber ich ich halte es für sinnvoll Dir ein paar Punkte, die mir als „Personaler“ sauer aufstoßen würden aufzuzeigen.
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Schulische Laufbahn:
Nach 13/1 vom Gymnasium mit mittlerer Reife abzugehen und das mit einem Schnitt von 3,0 klingt - jedenfalls wenn man es isoliert betrachtet - nicht nach verdienter Leistung, sondern nach durchgemogelt und am Ende keine Lust mehr gehabt. Soweit ich weiß gibt es durchaus die Möglichkeit auch die zwölfte oder dreizehnte Klasse zu wiederholen. Deshalb ist die Frage, wieso man Du von dieser Möglichkeit nicht gebraucht gemacht hast zum einen berechtigt und zum anderen ein Thema, dass jedenfalls Inhalt eines Bewerbungsgesprächs mit mir wäre, wobei ich wenigstens einen Satz dazu schon im Bewerbungsschreiben erwarten würde.
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Praktische Erfahrung / Qualifikation
Du verlierst in deiner Beschreibung kein Wort zu praktischen Erfahrungen oder Qualifikationen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man als Gymnasiast eher wenig mit Praktika zu tun hat, aber ein paar Kenntnisse eignet man sich z.B. auch bei Freizeitaktivitäten, Ferienjobs, ehrenamtlichen Tätigkeiten usw. an. Ebenfalls ein Punkt, auf den es sich in Anbetracht des Schulabschlusses einzugehen lohnen würde. Ebenso wäre interessant zu erfahren, ob du über besondere Qualifikationen z.B. aufgrund eines Hobbies oder z.B. Sprachkenntnisse aufgrund eines Auslandsaufenthalts, zweisprachiger Erziehung oder ähnliches verfügst. Denn wie du an der Bewerbung bei der Bundeswehr gesehen hast, brauchst du etwas um deinen Schulabschluss und insbesondere die nun „verlorenen“ Jahre zwischen mittlerer Reife und Abitur zu kompensieren.
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Bundeswehr
Wenn du sagst dir hat es bei der Bundeswehr gefallen und du hattest hervorragende truppendienstliche Leistungen, dann solltest du hierauf in jedem Fall genauer eingehen. Was waren deine Aufgabengebiete, was hat dir daran gefallen und warum. Was ist mit „truppendienstlichen Leistungen“ gemeint. Gibt es eine Bewertung deiner Leistungen bei der Bundeswehr, vielleicht ein Empfehlungsschreiben.
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Fähigkeiten
Der von Dir verfasste Text trifft keinerlei positive Aussagen über Dich noch über deine Fertigkeiten. Alles was man zu lesen bekommt ist in der ein oder anderen Weise negativ belastet oder formuliert. Als Personaler möchte ich aber erfahren: Was kann der Bewerber für mich und mein Unternehmen leisten. Dabei kommte es nicht nur auf Noten und Qualifikation an. Wenn sich bei mir jemand mit miesen Noten und keinerlei beruflicher Erfahrung vorstellt bin ich selbstverständlich voreingenommen. Stellt sich aber heraus, dass es sich bei diese Person sehr engagiert ist, sich einbringen will, extrem gut im Team arbeiten kann, sprich über wichtige Soft Skills verfügt sehen die Chancen schon wieder ganz anders aus. Allerdings kann ich diese Fähigkeiten nicht riechen, die muss man mir entweder mit dem Bewerbungsschreiben aufs Butterbrot schmieren oder z.B. bei einem Praktikum oder einer Projektarbeiten beweisen.
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Zukunftswünsche / Motivation
Darüber hinaus klingt dein Text leider so, als wolltest du nur irgendeinen Job, bei dem du acht Stunden absitzen, dann nach Hause gehen und am Monatsende deinen Lohn bekommen kannst. So gemein das klingt, aber wenn ich solche Arbeitskräfte suche, dann finde ich die in Osteuropa und Südostasien weitaus billiger als in Deutschland.
Auch erfährt man nichts über deine Zukunftswünsche. Abgesehen davon, dass du dein Abi/Fachabi nachholen willst erfährt man nichts. Keinen Grund warum du das Abi/Fachabi nachholen willst, ob und welches Studium du anschließen möchtest, warum du dies tun möchtest oder gar, worauf das Ganze später hinauslaufen soll.
Ich persönlich würde jedoch von einem potentiellen Mitarbeiter gerne erfahren, was seine Ziele sind, schon alleine deshalb um zu beurteilen, ob sich diese Ziele mit der jeweiligen Stelle vereinbaren lassen, oder auch, um zu klären, ob ich diesen Mitarbeiter längerfristig qualifizieren und in eine wichtige Position setzen kann. Denn Unternehmen wollen nicht nur qualifizierte Mitarbeiter, sondern solche, die auf ihre spezifischen Anforderungen passen. Daher legen nicht wenige Unternehmen wert auf eine gewisse Grundbildung übernehmen aber die Qualifizierung gerne selbst, vorausgesetzt die Mindestanforderungen werden erfüllt und der Bewerber lässt erwarten, dass der die Qualifizierung erfolgreich abschließt und dann auch eine entsprechende Leistung bringt um die Investition die man mit der Qualifizierung eingeht zu rechtfertigen.
Auch möchte ich von einem potentiellen Mitarbeiter erfahren aus welchem Grund er sich für ein bestimmtes Berufsbild interessiert. Nur wer Interesse an dem hat was er tut wird sich auch bemühen sich zu verbessern, weiterzuentwickeln, oder auch auf Fehler aufmerksam zu machen, die vielleicht dem gesamten Unternehmen schaden anstatt tagein tagaus unreflektiert vor sich hinzuackern.
Über all das solltest du dir selbst Gedanken machen und dann auch mit dem ein oder anderen Wort in deiner Bewerbung darauf eingehen. Denn wenn 248 Bewerbungen ohne eine Einladung zum Gespräch zurückkommen, dann spricht nach meiner Erfahrung die Wahrscheinlichkeit dafür, dass du es nicht geschafft hast dich interessant genug zu machen.
Ich hoffe ich tue dir damit kein Unrecht, aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass deine Bewerbung mit den Worten: Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit bewerbe ich mich… beginnt und im Betreff groß und Fett Bewerbung steht, der Lebenslauf von einem Passfoto anstatt einem Bewerbungsfoto geziert wird und das Schreiben mit dem Satz: Über ein persönliches Gespräch bzw. über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch würde ich mich freuen endet.
DAMIT gewinnt man keinen Blumentopf, denn davon hab ich schon jede Woche 10 auf dem Tisch und ein großes Unternehmen, welches Stellenanzeigen in Zeitungen oder beim Arbeitsamt schaltet locker das 10fache jeden Tag.
Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiter helfen und wünsche dir viel Erfolg.
Viele Grüße
Bernhard
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