Duales System in der IT-Krise?

Von: , Frage gestellt am Fr, 1. Dez 2000

Hallo, ihr alle :)

Ich hatte gestern ein Ausbildertreffen an der Berufsschule unserer Azubis. Sie wollen Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung) werden. Das Hauptthema war, dass die Schule ihren Lehrplan nicht erfüllen kann, weil es viel zu wenige Lehrkräfte gibt. Es seien jetzt zwei neue Lehrer an die Schule gekommen, ein Deutsch-Lehrer und ein Geschichts-Lehrer. Diese müssten sich jetzt erstmal in die Materie einarbeiten und könnten dann erst richtig unterrichten ...

Wir als Ausbildungsbetriebe wurden nun gefragt, ob wir nicht Fachpersonal abstellen könnten, das den Berufsschul-Unterricht teilweise übernimmt. Dieses ist jedoch mit nicht unerheblichen Kosten für die Betriebe verbunden. Kostet ein "richtiger" IT-Experte am Tag doch mehr als DM 500 brutto ...

Offensichtlich ist die IHK bzw. sind die Berufsschulen nicht in der Lage, ihren Teil am dualen Ausbildungssystem beizusteuern. Wir überlegen jetzt, ob wir uns an dem vorgeschlagenen Modell beteiligen sollen oder nicht. Die Alternative wäre z.B. alle nicht-berufsschulplichtigen Azubis firmenintern selber zu schulen. Eure unabhängigen Meinungen dazu interessieren mich sehr ...

cu Stefan.

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
    Re: Duales System in der IT-Krise?

    Hallo Stefan,

    sicherlich ist das im Moment kein tragbarer Zustand fuer die Betriebe, die Azubis und die Berufsschulen.

    Aber ich denke, es wird kein Weg an einem fuer beide Seiten tragbaren Konsenz vorbeifuehren.

    Wir soll denn die Finanzierung dieser von den Firmen bereitsgestellten Profis aussehen? Stellt eine Firma einen MA zur Verfuegung und alle anderen Firmen zahlen was zu seinem Gehalt zu? Stellt jede Firma mal einen MA zur Verfuegung?

    Ich gehe davon aus, die Stadt bzw. Gemeinden haben kein Budjet fuer diese Leute?!

    Wenn alle Firmen damit einverstanden sind, die Azubis regelmaessig und einem Lehrplan entsprechend intern zu bilden, halte ich das auch fuer keine schlechte Idee. Nur muessten halt alle Firmen damit einverstanden sein.

    Was ist aber mit den Azubis, die an keine Firma gebunden sind? (Solls ja auch geben.) Bleibt denen dieser Bildungsteil verwehrt?

    Ich kann mir vorstellen, dass das keine leichten Entscheiden sind ... vielleicht sollte man, wenn es von der finanziellen Seite schonmal keine Probleme gibt, mal die Azubis zu dem Thema befragen - immerhin sind sie ja die Betroffenen.

    Kris.

  2. Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
    Re: Duales System in der IT-Krise?

    DAS glaube ich nicht, sagte doch Dr. Senger der GF. der BITKOM zur 'Systems ':

    'Es dauert zwar lange , bis sich in der deutschen Bildungspolitik etwas aendert...aber es gibt bereits mehr Massnahmen die zu greifen beginnen: Die Berufsakademien bilden aus, etwa 30.000 Menschen pro Jahr absolvieren eine Umschulung und es gibt Weiterbildung in den Firmen."

    Der Trend ist doch unaufhaltsam, wird sich jedoch wie Du richtig feststellst in der Uebergangsphase noch schwer tun; aber wichtig ist das ALLE in der Politik wie Wirtschaft alles tun derzeit, damit das auch wirklich laeuft.

    Daher: frag dochmal bei der IHK-Zentrale , dem BDI, der BITKOM danach....haeng es 'oben' auf , damit unten was bewegt wird.


    Good luck.

    ciao

    ======= [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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