Studieren im Alter

Von: , Frage gestellt am So, 4. Feb 2001

Ich bin 39 Jahre alt und nächsten Monat im dritten Semester Elektrotechnik FH. Außerdem arbeite ich seit 15 Jahren als Tontechniker, -ingenieur. Nach dem Studium will ich auch in dem Bereich tontechnische-Geräte-bauen arbeiten. Es ist manchmal lustig neben den ganzen 20 - 25 Jährigen zu sitzen und zu sehen, wie sie an das Studium rangehen. Trotzdem beschleichen mich manchmal Zweifel, ob das alles Sinn macht.
Hat jemand anderes auch Erfahrungen im spätstudieren und wie ist er/sie später im Berufsleben angekommen mit seiner Fach- und Lebenserfahrung, die mann/frau so mitbringt?
Erzählt mal, oder stellt schlaue Fragen, die mir weiterhelfen können.
Mfg
Gertfried

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    Re: Studieren im Alter

    Ich kann Dein Engagement nur befürworten. Ich bin zwar selst noch nicht in dem Alter, doch ich denke auch, dass ich mit 39 oder 40 noch nicht ausgelernt habe. Weiterbildung, sei es als Studium oder Selbststudium finde ich sehr erstrebenswert. Ich denke auch, dass Du erhebliche Vorteile durch Deine Lebenserfahrung hast und zum Beispiel in Lerngruppen gern gesehen wärest. Falls Du gleichgesinnte sucht, es gibt eine da eine Initiative die sich "LLL - Lebenslanges Lernen" nennt. Ich denke, dass man dort Kontakt zu anderen Quereinsteigern oder "älteren" Studierenden finden könnte. Von dort gibt es auch einen Link zu einem Bildungsforum. Ich hoffe, Dir ein bisschen geholfen zu haben.

    Gruß

    Stephanie

  2. Antwort von nach 2 Tagen 1 hilfreich
    Re: Studieren im Alter

    Ich bin 39 Jahre alt...
    Hallo Gertfried,

    erstmal mußte ich laut lachen, als ich die Überschrift Deines Postings las und dann Dein Alter. Mensch, hast Du Dir schon einen Platz im Altenheim gesichert?

    Du bist doch kein alter Mann! Du sollst noch ein Vierteljahrhundert arbeiten. Dafür lohnt sich ein Studium allemal, für Dein Ego auch und außerdem ist sowas das beste "Anti-Verkalkungsmittel".

    Wenn Du als 42jähriger Ingenieur anfängst, bist Du dennoch kein Berufsanfänger, sofern Du in der Branche bleibst. Du hast Dein Studium auf etliche Jahre Berufserfahrung aufgebaut und kannst vieles besser einordnen als ein Abiturient ohne praktischen Hintergrund. Mache Dir um Deine berufliche Zukunft deshalb keine Sorgen.

    Übrigens hatte ich mein erstes Studium Technische Informatik im zarten Alter von 22 Lenzen nach 3 Semestern "geschmissen". Auf einen kurzen Nenner gebracht, war ich zu faul. Dann brachte ich die folgenden knapp 10 Jahre in einer großen Firma als Angestellter zu und war hinterher ein richtig alter Mann. Alles war geregelt, alle 2 Jahre gab's eine neue Tarifgruppe und jährlich wurde Pauschalurlaub gebucht. Ich war 30 und beteiligte mich im Kollegenkreis tatsächlich an Gesprächen über die betriebliche Altersversorgung. Dann kriegte ich noch einmal die Kurve und begann erneut ein Studium. Dann aber mit viel Motivation und viel Arbeit. Heute bin ich viel jünger als damals mit 30 Jahren. Heute bin ich 50. Zum Sommersemester werde ich mich wieder immatrikulieren. Möchte noch einmal studieren und promovieren. Weil ich einen Betrieb "an der Backe" habe, wird das an der Fernuni Hagen passieren. Wehe, da kommt mir einer mit so'nem Spruch wie ...studieren im Alter.

    Gruß
    Wolfgang

    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re^2: Studieren im Alter

      Ich bin 39 Jahre alt...
      Hallo Gertfried,

      erstmal mußte ich laut lachen, als ich die Überschrift Deines
      Postings las und dann Dein Alter. Mensch, hast Du Dir schon
      einen Platz im Altenheim gesichert?
      Noch nicht. *Grins* Kennst du einen Link? *nochmal grins*

      Aber im Ernst. Ich habe natürlich kein Problem mit meinem Alter und werde auch meist 5-10 Jahre jünger geschätzt, als ich wirklich bin. Das kommt bestimmt daher, dass ich mich immer und auch in Randgebieten meines Berufes weitergebildet habe (wie du es ja auch erfahren hast).
      Es ist natürlich kein Zuckerschlecken neben der Arbeit (mein Job läuft Abends) fulltime zu studieren. Aber es macht Spaß.
      Meine Komilitonen sind buchstäblich vom Hocker gefallen, als sie hörten, wie alt ich bin und im ersten Semester betrachteten wir uns gegenseitig wie Lebewesen von verschiedenen Planeten. Auf jeden Fall breitet sich für alle ganz neue Sichten aus. Sehr spannend. Mache Dir um Deine berufliche Zukunft
      deshalb keine Sorgen.
      Vielen Dank für die aufmunternden Worte, aber genau das war mein Bedenken. Aber mir bleibt nichts anderes übrig, als die Flucht nach vorn (also studieren), um aus meinen derzeitigen Beruf heraus zu kommen.
      Das ich natürlich auf einige Berufserfahrung bauen kann, war mir schon klar, aber ich wußte es nicht zu bewerten. Doch scheinbar ist das doch ein großes Einstellungsargument.
      Im übrigen habe ich letztens auch den Dekan meiner FH zum Thema angesprochen: ER konnte nur lachen und meinte: "Na und?" Wehe, da
      kommt mir einer mit so'nem Spruch wie ...studieren im Alter.

      Gruß
      Wolfgang
      Gruß zurück
      vom "Alten"

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