Antwort von
nach einem Tag
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Re: Kfz-Mechaniker - und dann?
Hallo -
Hallo Karin (oder Anna?),
also ich bin keine Expertin für Ausbildungsfragen, habe aber etliche angeheiratete Nichten und Neffen, für die ich mich immer mal wieder mit dem Thema versuche auseinanderzusetzen (Mein Mann ist Westafrikaner, aber als Studierter sind seine Probleme anders gelagert als bei deinem Mann und unseren Neffen.). Außerdem bin ich Studienberaterin an einer Uni, kenne also die Studienseite ein bißchen.
wir (mein Mann und ich) brauchen mal ein paar qualifizierte
Tipps. Er ist Kfz-Mechaniker (aus dem Libanon) und im Moment
mitten in der Anerkennungsprüfung für seine Ausbildung,
Ausgang eher fraglich. Danach ist er also entweder
Kfz-Mechaniker-Geselle - oder nix. Zur Zeit arbeit er
angelernt & berufsfremd, um seinen Lebensunterhalt zu
verdienen .
(Hintergrund: er hat zusätzlich zu seiner Ausbidlung &
Berufstätigkeit dort hier in D schon ein zweijähriges
Stipendium gehabt, mit der er im Libanon als Technischer
Lehrer (Berufsausbilder/Werkstattleiter an Schulen) gearbeitet
hat.)
Was fallen Euch für Weiterbildungsmöglichkeiten ein? Dem
Arbeitsamt eher weniger.
Dem Arbeitsamt vielleicht nicht, aber der Webseite arbeitsamt.de vielleicht. Versuche es mal mit der Datenbank KURS. Das ist eine Datenbank, die (potentiell) alle (Aus)bildungsmöglichkeiten in der BRD zu bieten hat (das geht von 1-tägigen Seminaren bis hin zu kompletten Studiengängen). Vielleicht wird das Arbeitsamt ja zugänglicher, wenn du mit konkreten Vorschlägen und Ideen kommst?
Ansonsten bleibt euch wohl nichts übrig, als selbst in die Bildung deines Mannes zu investieren - wenn dies euch überhaupt möglich ist.
Habt ihr es schon mal bei der Industrie- und Handelskammer probiert? Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, die Lehre im Schnellgang in Deutschland noch einmal zu absolvieren oder eine entsprechende Prüfung abzulegen?
Da er im Moment ja auch eine
Beschäftigung hat, sind die auch eher uninteressiert (ja -
soll er denn deshalb kündigen?)
Was für Möglichkeiten gibt es, Abitur nachzuholen, bzw. ohne
ein solches das Studium aufzunehmen?
Ohne Abitur kann studieren, wer eine Berufsausbildung mit mind. 2,5 hat, mind. 3 Jahre im gelernten Beruf gearbeitet hat und einen Zusammenhang glaubhaft machen kann, zwischen dem, was er studieren möchte und dem, was er gelernt und gearbeitet hat.
Als Ausländer sollte er vielleicht erst mal versuchen, seine Schulbildung evaluieren zu lassen. Dann weiß er, ob er in deutschen Augen gar nichts, Mittlere Reife, Fachabitur oder Abitur hat. Von da aus kann er dann weitersehen. Wer die Schulbidlung anerkennt, ist unterschiedlich. Bei uns hier (Rheinland-Pfalz) scheint, warum auch immer, die Bezirksregierung Düsseldorf zuständig zu sein. Frag doch mal beim Ausländeramt deiner Stadt, ob die wissen, wer zuständig ist.
Danke,
karin anna
Viel Mut und Durchhaltevermögen wünscht euch jemand, der die deutsche Bürokratie auch schon zur Genüge erlebt hat, und etwas Glück!
Susanne