Hallo Patrick!
Tja, ganz schön schwierig, die Suche nach dem geeigneten Ausbildungsweg. Dabei hast du es noch einfach, du weisst schon, in welchen Bereich du gehen willst: Informatik.
Schon mal daran gedacht, sogenannte Fachleute um Rat zu fragen? Oder bei entsprechenden Stellen nach Informationen zu suchen? In Frage kämen z. B. ein Lehrer deiner Schule (der Informatik-Lehrer?) als erster Ansprechpartner. Normalerweise kommt das Arbeitsamt doch auch in die 12. und 13. Klassen zu berufskundlichen Tagen. Das Arbeitsamt macht auch Informationstage, Einzelberatungen und hat das BIZ (Berufsinformationszentrum), in dem du schnuppern kannst. Auch arbeitsamt.de mit der Datenbank KURS ist nicht schlecht. Da kannst du meist sehen, für welche Form von Bildungsmaßnahme du welchen Schulabschluss brauchst.
Als Fachleute kommen auch in Frage die (Studien-)Beratungsstellen der Berufsakademien (gibt es hauptsächlich in Baden-Württemberg), Fachhochschulen und Unis. Schau mal unter studienwahl.de, da findest du die entsprechenden Hochschulen mit ihren Studienangeboten (auch dem notwendigen Zugang (Abitur etc.)) und den Ansprechpartnern bei weiteren Fragen.
Um eine Entscheidung über das Wie zu treffen, musst du erst mal bei dir selber anfangen. Was schwebt dir vor? Wofür glaubst du, eignest du dich? Eine Ausbildung? Mit parallel dazu einem Studium (BA)? Erst eine Ausbildung, dann ein Studium (FH oder Uni) oder gleich ein Studium? Eher verschultes Studium mit vielen Präsenzphasen, einem eher festen Stundenplan und einem hohen Praxis- sowie Anwendungsanteil (FH)? Oder ein Studium auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau mit viel Theorie (was die Praxis und die Anwendung natürlich nicht verhindern muss)?
Ein FH- und ein Uni-Studium kann man in der Regel nämlich schlecht miteinander vergleichen. Uni-Absolventen fangen meist im Beruf mit einem etwas höheren Grundgehalt an. In der Theorie können sie auch weiter kommen als die FHler. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. Es gibt FH-Studiengangs-Absolventen, die jedem Uni-Absolventen die Butter vom Brot nehmen, wie es auch FH-Studiengängen gibt, die besser sind als entsprechende Studiengänge an einer Uni. Zu bedenken ist auch, wo du später arbeiten willst. Die großen Global Player ziehen wahrscheinlich einen Uni-Absolventen einem FHler vor. Aber vielleicht schwebt dir ja eher eine Allrounder-Stelle in einem mittelständischen Betrieb vor? Die nehmen lieber FHler, weil sie von denen mehr Praxiserfahrung erwarten. Praxiserfahrung kannst und sollst du aber auch auf einer Uni erwerben, in Form von Praktika nämlich.
Eigentlich hängt, das, was du aus deinem Studium machst, aber gar nicht davon ab, welche Hochschule (FH oder Uni) du besuchst hast, sondern von deiner Persönlichkeit. Wenn die nämlich nicht ist, wie sie sein soll, so kannst du ein Einser-Examen und ein Einser-Abitur vorweisen, es wird dich trotzdem keiner nehmen.
Wie du siehst, ist deine Entscheidung von solcher Komplexität, dass du sie als 16jähriger (so ungefähr?) gar nicht überblicken kannst. Darum solltest du sie auch nicht von außen, sondern an dir von innen festmachen:
Willst du alle Möglichkeiten haben, bleibt dir nur die allgemeine Hochschulreife (das Abitur ohne wenn und aber). (Solltest du es dann in der Tasche haben, die Informatik-Studiengänge zu diesem Zeitpunkt aber (was zu erwarten ist) alle zulassungsbeschränkt sein (egal ob FH oder Uni), bleibt dir immer noch - falls du den erforderlichen Notendurchschnitt nicht haben solltest - erst eine Ausbildung zu machen, und dann aufgrund der Wartezeit (3 Jahre - ca. 6 Semester) in das Studium zu kommen.
Kannst du dir vorstellen, eventuell auch Umwege zu nehmen, kannst du auch über ein Fachabitur und eine Fachhochschule gehen (was sich als Umweg erweisen kann, aber nicht muss).
MfG
Susanne Mensah
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