Betriebswirt (VWA) ja oder nein ?

Hallo !
Ich bin seit 1996 im Job ( Bankkaufmann ). Habe dann
1998 den Bankfachwirt nachgelegt und würde nun gern
weiter gehen und den Betriebswirt (VWA) angehen. (Ich habe
kein Abi und daher ist die Sache mit der Uni gestorben.)Da in
meiner Heimatstadt eine VWA präsent ist und die Ausbildung
preiswert ist finde ich das ganze angehenswert. Hinzu kommt
dass mir mein Arbeitsgeber zwar eine Ausbildung zum Sparkassen-
betriebswirt finanzieren will dieses würde jedoch eine 5 jährige
„Arbeitsverpflichtung“ beinhalten und natürlich würde man stark auf die Abschlußnote drängen … Misserfolg könnte dann ja auch Abbruch der Weiterentwicklung heissen … sage ich zumindest.

Um die VWA zu beurteilen und ggf. mit der Ausbildung an der Sparkassenakademie zu vergleichen, fehlen mir allerdings bisher jegliche Kontakte zu Menschen die schonmal mit der VWA Kontakt hatten oder einen Studiengang besucht haben.

Kann man die Ausbildung an einer VWA empfehlen ? Auch im Hinblick auf die Annerkennung in der Wirtschaft ? Gibt
es Hinweise, Tipps oder ähnliches die wichtig zu wissen sind
um sich ein Urteil zu bilden ?

Danke !

Falk

Nur eine klitzekleine Anmerkung,…
Hallo Falk,

warum heißt das ganze „Sparkassenakademie“? Warum der Titel anschließend „Sparkassenbetriebswirt“?

Weil du einfach auf das Spezifische der Sparkasse getrimmt wirst.

Die VWA-Abschlüsse sind ein in der gesamten Wirtschaft anerkannter Studienabschluss, der meines Erachtens nach weitergehender ist und eigentlich auch sein muss, denn er bezieht sich nicht speziell auf die Sparkasse, sondern auf das Bankwesen. Für den Fall, dass du also mal von der Sparkasse zur Privatbank wechseln willst, weiß ich nicht, inwieweit der Titel da anerkannt ist. Könnte mir aber gut vorstellen, dass er weniger anerkannt ist, als der bei der Sparkassenakademie.

Damit will ich deren Arbeit nicht abreden und den Titel schlecht machen, aber es muss doch einen Grund geben, warum er gerade Sparkassenbetriebswirt heißt. Es heißt ja auch nicht Deutsche-Bank Betriebswirt oder Dresdner-Bank Betriebswirt. :smile:

Es muss hier also irgendwo eine Spezialisierung in Richtung Sparkasse vorhanden sein, würde ich mal behaupten. Dies kann bezogen auf die Sparkasse von Vorteil sein, muss es aber nicht gleichzeitig bei der Deutschen Bank.

Da du die Verfahrensweise durch deine Tätigkeit bei der sparkasse aber mit sicherheit kenne wirst, würde ich lieber das grobgerasterte VWA-Studium vorziehen.

So wie ich weiß, kostet dies über die 3 Jahre etwa 6-8000 DM je nach Studienort und -gebühren.

aber da dies nur in Abendstudien stattfindet, fließt das Geld also auch nebenher. Sollte daher nicht das Problem darstellen, zumal es Werbungskosten sind.

In diesem sinne…

ist vielleicht keine optimale Entscheidungshilfe, aber vielleicht regt es dich zum Nachdenken an.

Gruß
Marco

Achso…
und zum Thema Anerkennung:

Viele Industrieunternehmen bilden mittlerweile Ihren Firmennachwuchs an den VWA in einem ganzheitlichen Unterricht aus. Zahlen dem Auszubildenden *Studierendem* eine Vergütung über den Zeitraum von 4 Jahren *glaube ich* und der Abschluss heißt dann Dipl.-Betriebswirt.

Wenn sie den Abschluss nicht akzeptieren würden, warum bilden sie dann die Leute ähnlich dem System an der BA *Berufsakademie* aus? also gehe ich stark davon aus, dass sie ihn akzeptieren :smile: und das nicht zu knapp.

Gruß
Marco

Hallo Falk,
ich habe 1987 meinen Betriebswirt VWA an der Uni Köln abgeschlossen.
Bei meinem Arbeitgeber, bei dem ich bis dahin in der Buchhaltung tätig war, wechselte ich sofort (20 Tage nach Vorzeigen des Diploms!)in das F+R Projektmanagement, nach der Wende war ich 3 Jahre im Osten und baute F+R dort an verschiedenen Standorten auf, wechselte dann in den Vertrieb als IT-Manager, verantwortlich für die gesamte IT intern, an internationalen Standorten und bei Kunden, sowohl Entwicklung, Konzeption und Infrastruktur.
Ich bin jetzt Geschäftsführer und Inhaber einer seit 5 Jahren brummenden Unternehmensberatung mit 5 Leuten.
Für mich hat es sich gelohnt.
Bei den meisten Personälern, mit denen ich sprach, gab es als Reaktion zum Thema Betriebswirt VWA nur Applaus. Sich jahrelang abends und am Wochenende abzurackern brachte immer großen Respekt, eine negative Resonanz habe ich nur einmal bei einer Mitstudentin gehört, daß bezog sich aber mehr auf die Tatsache, daß sie eine Frau ist.
Köln war universitär organisiert, sehr jura-lastig, Eigenverantwortung wurde großgeschrieben, man war aber auch sehr allein. Die Prof’s waren alle der festen Überzeugung, daß wir tagsüber im Job soweiso nur schlafen oder Zeitung lesen, das machte den Druck sehr hoch.
Meine Empfehlung: Stehe es durch. Allein das KnowHow ist es wert.
Beste Grüße
Michael

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