Verschwundes wiederfinden

Hallo,

ich habe neulich in einem Fernsehfilm gesehen, wie man vom BKA ein Teil an den PC anschließt, um gelöschte Dateien wiederzuholen. Diese seien, so meinte man im Film, nicht wirklich gelöscht. Das habe ich auch schon einmal gehört, wobei sich mir die Frage stellt, ob dann der PC / Festplatte nicht irgendwann einmal von offiziell nicht mehr vorhandenen Dateien voll ist.

Meine Frage ist jedoch: Gibt es auch eine käufliche oder kostenlose Software, die dies für den Hausgebrauch ermöglicht und wann sind Dateien denn wirklich „weg“ ?

Man löscht doch manchmal was, und später stellt sich heraus, es wäre ganz gut, hätte man es nicht gelöscht…

Ich will nicht dem BKA Konkurrenz machen, aber interesieren würd’s mich schon.

Beste Grüße und Dank im voraus.

Lothar

Hallo Lothar,

beim einfachen Löschen unter DOS/Windows mit Fat-Dateisystemen wird einfach nur der erste Buchstabe des Directory-Eintrags mit dem Hexwert E5 überschrieben. d.h. die eigentliche Datei ist weiterhin vorhanden, sie wird nur nicht mehr über das Directory gefunden. Zudem werden die belegten Sektoren als frei markiert und werden dann im Laufe der Zeit überschrieben, wenn die Festplatte entsprechend voll wird/ist. D.h. aber eben auch, dass man mit einem einfachen Diskmonitor so lange gute Karten hat an die Daten noch wieder dran zu kommen, wie es noch zu keinem Überschreiben der Sektoren gekommen ist. Diskeditoren gibt es wie Sand am Meer. Damit ruft man dann „einfach“ die Directory-Sektoren auf, ersetzt das E5 wieder mit einem gültigen Buchstaben, und fertig (theoretisch). Allerdings kann man mit diesem Verfahren viel Schaden anrichten, wenn die Sektoren eben doch schon wieder anderweitig belegt wurden. Dann handelt man sich querverbundene Dateien ein, und die mag kein Betriebssystem so richtig. Besser ist daher in solchen Fällen oft über die Fat-Einträge zu gehen und die Clusterkette der von einer Datei (angeblich) belegten Sektoren als neue Datei abzulegen, also zu kopieren und mit einem eigenen Directory-Eintrag zu versehen. Funktioniert diese Datei, ist alles wieder in Butter.

Auch andere Dateisysteme verwenden per default ähnliche Verfahren, löschen also auch nicht richtig die Datensektoren. Hierzu gibt es allerdings spezielle Programme bzw. in einigen Betriebssystemen entsprechende Schalter, mit denen man ein Überschreiben der Datensektoren mit Zufallswerten erreichen kann. Je nach Intensität wird es dann immer schwieriger noch an die Daten ran zu kommen, insbesondere geht dies dann nicht mehr per PC, sondern man muss dann direkt auf der Festplattenoberfläche nach Restmagnetisierungen früherer Beschriebvorgänge fahnden. Dies erfordert ein umfangreiches Spezialequipment und wird nur von großen professionellen Datenrettern betrieben.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Meine Frage ist jedoch: Gibt es auch eine käufliche oder
kostenlose Software, die dies für den Hausgebrauch ermöglicht

z.B
Drive Rescue
System: Win 9x/ME/NT/2000/XP
Version: 1.9c
Sprache: deutsch
Art: Freeware
Programm: drivresc.exe
Information: Christian Grau
gibts bei http://www.chip.de

oder

Restoration 2.5.14
System: 95 98 ME NT4 2000 XP
Typ: Freeware
Sprache: Englisch
Dateiname: REST2514.EXE
gibts bei: http://hccweb1.bai.ne.jp/

usw.

und wann sind Dateien denn wirklich „weg“ ?

zum sicheren Löschen gibt es verschiedene Verfahren
die zu löschende Dateien überschreiben
z.B. die DoD Methode (überschreibt 3x)
oder die SFS Methode (überschreibt 35x)

Stefan

Zum ‚endgültigen‘ Löschen …
…von Dateien gibt es m. W. auch div. Programme.

Zurzeit kann man bei t-online das Vollprogramm „ANONYMUS“ in der nicht jüngsten Version 5.0 kostenlos downloaden (man muss sich allerdings kurz zu irgendwas anmelden, das man nach dem Download wie kündigt).

Dieses Programm bietet sogar unterschiedliche „Gründlichkeitsstufen“ bis hin zum Standart des US-Militärs.

Hallo Wiz,

uff…vielen Dank !

Eine Frage: Wie kann man es am sichersten anstellen, daß Dateien NICHT mehr gefunden werden ? Ein Freund sagte mir mal, man überschreibe sie einfach und lösche sie dann.

Und: Kann man ein Programm für den Heim-PC empfehlen, welches Dateien wieder zurückholt ? Dein Einwand, wenn zwischenzeitlich überschrieben wurde vom System gibt es Probleme, leuchtet mir ein. Also sollte man besser auf solche Programme verzichten ??

Viele Grüße, Lothar

Vermutlich meinst Du eher: Gelöschtes wiederfinden

Je nach Gründlichkeit des „Löschens“ kann man die Chance haben, „Gelöschtes“ (also in Wirklichkeit „Überschriebenes“) wiederherzustellen - allerdings m. W. nicht mit Windows-Bordmitteln. M. E. gibt es aber freeware, die zumindest für sich in Anspruch nimmt, „normal“ Gelöschtes zurück zu holen.

Eine Frage: Wie kann man es am sichersten anstellen, daß
Dateien NICHT mehr gefunden werden ? Ein Freund sagte mir mal,
man überschreibe sie einfach und lösche sie dann.

Für Windows-Bordmittel genügt ein einfaches Überschreiben, nicht aber für die weitergehenden Möglichkeiten. Hierzu gibt es aber jede Menge Freeware, die bis hin zu Militärstandards (zigfaches Überschreiben mit immer neuen Zufallsmustern) alles bietet. Ist aber eine Gradwanderung, weil ich weiß, dass dann bald hier die nächste Frage steht, wie man denn so gelöschte Dateien wieder herzaubern kann :wink:

Und: Kann man ein Programm für den Heim-PC empfehlen, welches
Dateien wieder zurückholt ?

Also ich arbeite da immer lieber mit Diskmonitoren und der Möglichkeit Clusterketten als File zu speichern als mit speziellen Programmen. Da weiß ich nie, was die mir so im Dateisystem anrichten. Lieber mache ich mir selbst die Mühe zu schauen, und damit komme ich im Zweifel auch deutlich weiter (z.B. wenn nur noch Dateireste da sind, die so ein Programm dann nicht mehr mag, in denen aber genau die gesuchten Daten drin stehen). Dies ist aber nur etwas für Leute, die sich mal näher mit der Materie beschäftigt haben.

Dein Einwand, wenn
zwischenzeitlich überschrieben wurde vom System gibt es
Probleme, leuchtet mir ein. Also sollte man besser auf solche
Programme verzichten ?? S.o. verschlimmbessert eben die Sache oft, indem man dann angeblich eine gerettete Datei hat, in Wirklichkeit aber die ganze Festplattenstruktur im Eimer hat, oder sie finden eben gar nichts, was man aber bei manueller Suche durchaus gefunden hätte.

Gruß vom Wiz

Hallo Lothar

Ich empfehle den „Evidence Eliminator“ zum Löschen aller Spuren.
Es löscht alle „usage tracks“ also Spuren der Computernutzung.
Leider nicht kostenlos. Vorher der ersten Nutzung Komplettbackup machen!

Chris