Charles Ives: 2. Sinfonie

Von: , Frage gestellt am Di, 28. Okt 2003

Liebe Experten!

Die 2. Sinfonie von Ives verkörpert eine gute halbe Stunde lang spätromantisch beschwingte wie besinnliche Gründerzeit-Atmosphäre in ungebrochener tonaler Vitalität. Und dann diese - je nach Aufnahme - halbe oder ganze Schrecksekunde...
Auf meiner CD, in meinen Lexika (ich bin kein Profi-Musiker oder Musikwissenschaftler, so viel ist nicht da) habe ich nichts dazu gefunden.
Warum dieser rätselhafte und unmotivierte Schluss? Oder wird er doch vorbereitet? Eine grelle Vorausdeutung späterer Werke (4. Sinfonie; Three places in New England)? Eine Bombe auf die heile amerikanische Welt der Sonntagsgottesdienste? Gibt es auch Hinweise in der Literatur?

Herzliche Grüße,
Wolfgang Zimmermann

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
    Re: Charles Ives: 2. Sinfonie

    Hallo Wolfgang,

    ich kenne das Stück nicht, aber es scheint auch nur eine einzige Beschreibung dieses Stückes zu geben. Hier wird sie erwähnt:
    http://www.kug.ac.at/igeb/Seiten/tagungen-15-deutsch...

    Informationen über den Referenten, der das Stück auch wohl uraufgeführt hat, sind rar:
    http://www.sai-national.org/phil/composers/jelkus.html

    Einige kurze Sätze zur 2. Sinfonie findest du hier:
    http://www-dateline.ucdavis.edu/100600/DL_elkus.html

    Ich würde Elkus einfach mal um das Manuskript bitten.

    Herzliche Grüße

    Thomas Miller

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Charles Ives: 2. Sinfonie

      Hallo Thomas!

      Vielen Dank für Deine Antwort und die Links!
      Solltest Du - was ich gar nicht glaube - Ives' Musik nicht näher kennen: Hör Dir unbedingt die vierte Sinfonie an (Einspielungen gibt's mehrere) - ein Faszinosum!

      Herzliche Grüße!
      Wolfgang Zimmermann

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Charles Ives: 2. Sinfonie

        Hallo Wolfang, Solltest Du - was ich gar nicht glaube - Ives' Musik nicht
        näher kennen: Hör Dir unbedingt die vierte Sinfonie an
        (Einspielungen gibt's mehrere) - ein Faszinosum!
        es ist schon ein ganze Weile her, dass ich Musik von Ives intensiv gehört bzw. gelesen habe, nämlich im Studium (80er Jahre). Aber mein Interesse ist ungebrochen, nur ist aus Zeitgründen die Vielfalt etwas eingeschränkt.

        Aber schönen Dank für den Tipp - ich werde mich darum kümmern!

        Herzliche Grüße

        Thomas Miller

  2. Antwort von nach 2 Stunden 3 hilfreich
    Re: Charles Ives: 2. Sinfonie

    Hi Wolfgang,

    deine Ansprüche wachsen sehr schnell :-)

    Ives mochte intellektuelle Rätsel und hat nicht immer klare Kommentare beigelegt. Berühmter Schockeffekt am Ende der Zweiten Symphonie hat eine Signalwirkung mit offener Bedeutung wie auch eine sogenannte offene Form sich nicht immer eindeutig erklären lässt. Ich würde es vereinfacht interpretieren wie folgt: Ihr wollt von mir eine richtige German Symphony. Aber very well, please. Und am Ende bekommt ihr noch mehr! *g* So in etwa wie Haydn sein Londoner Publikum mit einem Paukenschlag erfreute, nur halt anders.

    Paar Links:

    http://www.musicweb.uk.net/Ives/11_Links.htm
    http://www.peermusic-classical.de/ives6.htm
    http://www.worldandi.com/specialreport/1992/november...
    http://www.richardkostelanetz.com/pro26.html

    Viele Grüße

    • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
      Klasse, Peet!

      Hallo,

      großes Lob und Sternchen von mir, ich hätte mir denken können, dass es dazu etwas geben muss ... :-)

      Herzliche Grüße

      Thomas Miller

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Charles Ives: 2. Sinfonie

      Hi Peet!

      Vielen Dank für Deine Antwort und für die Links; dass sie mein Problem nicht explizit lösen, wundert mich nicht weiter. Deine Interpretation leuchtet mir ein, und es ist auch kein Widerspruch zu meinen Ideen erkennbar.
      Wie Du so schön bemerkt hast: Meine Ansprüche wachsen! Daher hab ich oben noch ein ganz anderes Kaliber ausprobiert (Villa-Lobos und Merikanto).

      Herzliche Grüße!
      Wolfgang Zimmermann

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