Freizeitunfälle nicht mehr versichert?

Von: , Frage gestellt am Mo, 20. Jan 2003

Hi,

habe ich das in der Tagesschau gerade richtig verstanden? Es sind Überlegungen im Gange, das die Krankenkasse nicht mehr für Unfälle in der Freizeit aufkommen soll. Würde, laut Sprecherin, bedeuten, das sich der einzelne gegen Unfälle im Freizeitbereich (Hobby, Straßenverkehr, ect.) privat versichern müsse. Da frag ich mich - sind die eigentlich noch ganz dicht?

entsetzte Grüße
Frank K.

35 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 36 Minuten hilfreich
    Re: Freizeitunfälle nicht mehr versichert?

    Moin habe ich das in der Tagesschau gerade richtig verstanden? Es
    sind Überlegungen im Gange, das die Krankenkasse nicht mehr
    für Unfälle in der Freizeit aufkommen soll.
    ja, genau das haben die vor. Allerdings streiten sie sich schon beim Begriff "Freizeit". Ist den schon Sommerloch ?

    Würde, laut Sprecherin, bedeuten, das sich der einzelne gegen Unfälle im
    Freizeitbereich (Hobby, Straßenverkehr, ect.) privat
    versichern müsse. Da frag ich mich - sind die eigentlich noch
    ganz dicht?
    Ich find die Idee gar nicht so blöd. Sie zielt zwar auf die falschen (Hausfrauen sollen laut Pro7 auch betroffen sein) aber der Ansatz gefällt mir. Wieso soll die Allgemeinheit für Einsätze aufkommen die z.b. von grössenwahnsinnigen Heli-ski-fahrern verursacht werden ? weiss du was ein Einsatz in den Alpen kostet ?

    Ich denk dabei auch an raser denen nicht klar ist dass verschiedene Kurven bei 200kmh nicht zu schaffen sind. Oder Leute die nachts bei schlechter Sicht auf der Autobahn ohne Beleuchtung mit einem Abstand von etwa 25cm hinter einem LKW herfahren (roter Fiat, PS-Kennzeichen, immer wieder zwischen Kaiserslautern und Saarbrücken unterwegs, möchte ich auf diesem Wege mal grüssen, ich bin der mit dem flackernden Fernlicht)

    Oder an Leute die unbedingt bunge-jumping bei billigsten Anbieter machen müssen, am besten irgendwo in freier Wildniss.

    Ich hoffe ihr wisst war ich meine.

    cu

    • Antwort von nach einer Stunde hilfreich
      Re^2: Freizeitunfälle nicht mehr versichert?

      Hi,

      ok, ganz falsch sind die Überlegungen nicht - nur habe ich die Sorge, das die Leistungen zwar reduziert, die Preise aber munter beibehalten werden. Und dann 'darf' man sich zusätzlich auch noch privat versichern...

      Grüßle
      Frank K.

  2. Antwort von nach 31 Minuten hilfreich
    Re: Freizeitunfälle nicht mehr versichert?

    Wieso, das ist doch genau das was endlich mal gebraucht wird: eine dem Risiko angemessene Versicherung!

    Wieso soll ich denn mitbezahlen, daß der Flachlandtiroler aus der Nachbarschaft unermüdlich jedes Jahr Skilaufen fährt, und sich dabei jedes Jahr irgendwas bricht, teilweise langwierige und komplizierte Sachen?

    Wieso soll ich mitbezahlen, wenn Leute sich immer beklopptere und gefährlichere Sportarten ausdenken, während ich als unsportlicher Stubenhocker höchstens die Treppe runterfallen könnte?

    Ich finde das gut!

    Pop

    • Antwort von nach einer Stunde hilfreich
      Re^2: Freizeitunfälle nicht mehr versichert?

      Wieso, das ist doch genau das was endlich mal gebraucht wird:
      eine dem Risiko angemessene Versicherung!

      Wieso soll ich denn mitbezahlen, daß der Flachlandtiroler aus
      der Nachbarschaft unermüdlich jedes Jahr Skilaufen fährt, und
      sich dabei jedes Jahr irgendwas bricht, teilweise langwierige
      und komplizierte Sachen?

      Wieso soll ich mitbezahlen, wenn Leute sich immer beklopptere
      und gefährlichere Sportarten ausdenken, während ich als
      unsportlicher Stubenhocker höchstens die Treppe runterfallen
      könnte?
      und auch querschnittgelähmt sein kannst, genau wie der, der vom Berg fällt.
      Ich wünsche es keinem!!!!

      Und das spinnen wir weiter:
      Warum soll Dir Stubenhocker die Versicherung Deine Krankheiten bezahlen, die aus Bewegungsmangel entstehen, bis hin zum teuren Herzinfarkt, mal mit hochgezogenen Augenbrauen die Frage beantwortet haben will.
      Ne,ne so geht das sicherlich nicht.
      Aber aus der ganzen Sparwelle kann es schon sein, dass wir mal eine Krankenversicherung zahlen, aus der überhaupt keine Leistung mehr bezahlt wird, doch mal was neues.
      Hauptsache Vorstandsgelder werden aus dieser Versicherung erwirtschaftet, reicht doch?
      Schau Dir mal deine Autoversicherung an, was zahlt die noch im Schadensfall? Werden wohl die KK das gleiche System kopieren, klappt doch hervorragend und keiner hat was gemerkt.
      Und es kann ja nie verkehrt sein, versichert zu sein, gelle?

      Gruss

      Gerd
      Ich finde das gut!

      Pop

      • Antwort von nach einer Stunde hilfreich
        Re^3: Freizeitunfälle nicht mehr versichert?

        Bei aller Fairnis, aber wir haben keine Regierung mehr sondern nur noch Propagandisten und Stümper in Berlin sitzen.

        Es vergeht kein Tag, ohne dass irgendein Politiker einen irrsinnigen Vorschlag unterbreitet.

        Wie heisst es so schön?

        Erst, wenn vorhanden, Gehirn einschalten, dann Mundwerk öffnen!

        Private Unfallversicherung? OK, Kosten werden von der gesetzl. in die Private umgelagert.

        Wegfall des Zahnersatzes? Ok, Kosten werden von der gesetzl in die Private umgelagert.

        Wegfall der Familienversicherung? OK, Kosten ....

        Keine Leistung, kein Geld!!!! So einfach ist dass.

        Einem meiner Vorredner muss ich absolut beipflichten!

        Ob ich mir beim Skifahren dass Bein breche oder wegen Bewegungsmangel ab vierzig jedes Jahr einen Beipass legen lassen muss, wass kostet die Versichertengemeinschaft wohl mehr?

        Viele Grüsse an manche Möchtegernwissende!

        Gruß
        strangerone


  3. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Es wird nur gegackert

    Hallo Frank,

    es kommen die merkwürdigsten Vorschläge, aber es sind eben nur Vorschläge. Viele davon sind schon unsinnig, weil sie mehr Kontroll- und Verwaltungsaufwand mit sich bringen, als Einsparung zu erwarten ist. Im Grunde ist es für Details noch viel zu früh. Es geht im Kern darum, mehr Eigenverantwortung in das soziale System zu bringen. Im Moment sind wir aber noch in dem Stadium, daß für jeden Vorschlag jemand gefunden wird, der ganz fürchterlich benachteilgt würde. Ein Beispiel, bei dem sich meine Fußnägel kräuseln, ist die Sache mit dem "Schadenfreiheitsrabatt". Wenn also jemand keine Leistungen in Anspruch nimmt, soll er dafür mit Beitragsvorteilen belohnt werden. Da greift man sich als Gegenargument den letzten hirnlosen Idioten, der deshalb eine Krankheit verschleppt. Ja, liebe Zeit! Wenn man die Menschen für so blöde hält und sie entsprechend bevormundet, werden sie eines Tages tatsächlich lebensuntüchtig. Ein bißchen tiefes Wasser muß schon sein, sonst müssen wir es eben bei der unbezahlbaren Rundumversorgung lassen.

    Gruß
    Wolfgang

  4. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Freizeitunfälle nicht mehr versichert? Prima

    Hi Frank,

    weshalb sollen die Versicherten Skiunfälle, Unfälle beim Surfen u.v.a.m. zahlen ? Es können rd. 10 Milliarden Gesundheitskosten dafür eingespart werden. Es gibt keinen Grund, dass die Gemeinschaft für jemand die Haftung übernimmt, der/die sich bei der Ausübung von gefährlichen Sportarten verletzt.


    habe ich das in der Tagesschau gerade richtig verstanden? Es
    sind Überlegungen im Gange, das die Krankenkasse nicht mehr
    für Unfälle in der Freizeit aufkommen soll. Würde, laut
    Sprecherin, bedeuten, das sich der einzelne gegen Unfälle im
    Freizeitbereich (Hobby, Straßenverkehr, ect.) privat
    versichern müsse. Da frag ich mich - sind die eigentlich noch
    ganz dicht?
    Das mit dem Strassenverkehr halte ich jedoch überzogen. Denn freiwillig geht ja niemand auf die Strasse. Jedoch auf die Piste oder auf den Fussballplatz sehr wohl. Ebenso ist es aus meiner Sicht Quatsch, jemand für Hausunfälle nicht mehr in der Kasse zu lassen.

    Grüsse Günter

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: Freizeitunfälle nicht mehr versichert? Prima


      weshalb sollen die Versicherten Skiunfälle, Unfälle beim
      Surfen u.v.a.m. zahlen ? Es können rd. 10 Milliarden
      Gesundheitskosten dafür eingespart werden. Es gibt keinen
      Grund, dass die Gemeinschaft für jemand die Haftung übernimmt,
      der/die sich bei der Ausübung von gefährlichen Sportarten
      verletzt.
      Hallo,

      es können nochmals 30 Milliarden eingespart werden, wenn nicht an jedem Patienten alle Untersuchungen doppelt und dreifach ausgeführt werden, alle Krankenhäuser und Praxen vernetzt werden, was heute ja wohl kein Problem sein sollte.

      10 Milliarden könnten durch die Abschaffung von gesetzwidrigem Benutzen der Chipkarte eingespart werden.
      In München kann man Karten für 20€ "ausleihen", juckt aber die Kassen überhaupt nicht.

      Warum brauchen wir über 300 gesetzliche Krankenkassen, die jedesmal zwangsläufig einen gewaltigen Verwaltungsapparat vorgeschaltet haben und den gibt es auch nicht für null.
      Also, man kann sparen.

      Überall!

      Am Patienten, aber auch nicht nur am Patienten und der kleinen Arztpraxis aber das wollen unsere Geleerten (kein Schreibfehler) in Berlin nicht sehen.


      Gruss

      Gerd

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: Freizeitunfälle nicht mehr versichert? Prima

      hallo Günter,
      abgesehen davon, dass sich da mal wieder einer wichtig gemacht hat: es ist nicht machbar. Auf der einen Seite wird Spüort gefördert und auf der andren soll es dann bestraft werden?
      Skifahren ist z.B. weit weniger gefährlich als Fußball. Willst Du des Deutschen liebsten Sport verbieten?
      Wo fängt die Gefahr beim Sport an und wo hört sie auf?
      Ein Bungi (wie schreibt man den hirnverbrannten Selbstordsport eigentlich) könnte z.B. aus der Leistung gestrichen werden.... doch wer zahlt für den Querschnittsgelähmten? Das sozialamt? Also wir?
      Ist alles nur Spiegelfechterei zur Wahl.
      Grüße
      Raimund



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