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Re^4: Weitere Einwanderer aus Russland
Grüß Dich,
der Artikel ist aus einer israelischen Tageszeitung,
ultrarechts, ich kann seinen Inhalt auszugweise unterstützen:
aha...
1990 zählte man 29 000 jüdische Gemeindemitglieder in
Deutschland.........
Wer ist denn "man"??? Der Zentralrat der Juden in Deutschland jedenfalls beziffert seine Gemeindemitglieder auf ca. 93.000 (Stand Dezember 2002).
.........Etwa 700 pro Monat aus GUS entscheiden sich für
Deutschland, ermutigt durch ein 1991 verabschiedetes Gesetz,
das jüdische Einwanderer aus der GUS bevorzugt behandelt.
Diese Zahl kannst Du auch belegen? Die Quelle würde mich wirklich einmal interessieren. Russische Bürger jüdischen Glaubens, die nach Deutschland gekommen sind, tun das aufgrund des "Gesetzes über Maßnahmen für im Rahmen von humanitärer Hilfsaktionen aufgenommenen Flüchtlinge" vom 22. Juli 1980 sowie aufgrund des Beschlusses der Regierungschefs des Bundes und der Länder vom 9. Januar 1991 in entsprechender Anwendung des Gesetzes. Seit 1996 sind insgesamt 56.500 Menschen über dieses Abkommen hin nach Deutschland gekommen. Und mal als direkter Vergleich: 1996 = 12.000; 2001 = 7.000. Das verdeutlicht die stetig sinkenden Zahlen. Zu beachten auch: Hierbei handelt es sich um Absolutzahlen aller Kontingentflüchtlinge!
(Quelle: Zentralrat der Juden in Deutschland; Bundesministerium des Innern)
Während andere potentielle Immigranten nach Deutschland
Quotenregelungen und langfädiger Bürokratie unterworfen sind,
gibt es diese Beschränkungen für GUS-Juden nicht.
Naaajaaa - dieses Gesetz wurde ja nicht eben für GUS-Juden entworfen. Im Übrigen sollen im neuen Zuwanderungsgesetz (auch im Hinwirken auf den ZdJ) schärfere Beschränkungen gerade für diese Gruppe Eingang nehmen. Hier wird vor allem auf die Definition "Jude" angespielt.
Sie müssen
nur den Beweis erbringen, von einer jüdischen Mutter oder
einem jüdischen Vater abzustammen, damit die Türe sich öffnet.
Jüdischer Vater zählt eben nicht nach dem jüdischen Glauben der Halacha (interner Streit - siehe eben). Bei den Zahlen, um die es hier geht, würde ich aber auch momentan nicht von einer Zuwanderungswelle sprechen. Bei einem zweistelligen Millionenstaat ist das doch wirklich lächerlich, oder?
Sind sie einmal in Deutschland, gelangen sie in den Genuss
eines weiten Spektrums staatlicher Vergünstigungen, die ihnen
bei der Integration helfen sollen. Dazu gehören berufliche
Umschulung, Sprachkurse, subventionierte Wohnungen,
unentgeltliches Gesundheitswesen und grosszügige
Sozialzahlungen. Nach einem Aufenthalt von sieben Jahren
können sie die deutsche Staatsbürgerschaft
beantragen..........
Was ist dagegen einzuwenden?
Gemäss offiziellen Zahlen in Deutschland haben 128 000 Juden
in der GUS die Einwanderungserlaubnis nach Deutschland
erhalten.......
Mal wieder die Frage nach der Quelle!
Die Juden, die sich in Deutschland niedergelassen haben, sind
Flüchtlinge, die nicht nach Israel wollten, oder denen es
nicht gelungen ist, in die USA oder nach Kanada
auszuwandern.......
Ja, schon möglich. Aus welchen Gründen auch immer.
Die Bundesregierung finanziert die meisten der Programme,
welche den Immigranten in ihrer anfänglichen
Integrationsperiode helfen.
Deutschland stellt den legalen Immigranten großzügige
Wirtschaftshilfe zur Verfügung, bis sie sich in den
Arbeitsmarkt eingliedern. Jedes Paar mit Kind hat Recht auf
eine kostenlose Wohnung, Krankenversicherung, Studiengebühren
und dazu noch ca. 600 Dollar monatlich
Lebensunterhalt................
600 DOLLAR ???? Häääh ????
Nach Angaben der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in
Deutschland sind seitdem etwa 135 000 Juden nach Deutschland
gekommen.
Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland ist ein eingetragener Verein und wird durch die Jüdischen Gemeinden getragen. Selbst nach intensivem Suchen konnte ich keine Aussage, verbunden mit dieser mir äußerst hoch erscheinenden Zahl auf den Seiten dieses Wohlfahrtsverbandes finden.
Etwa 70 000 sind heute Mitglieder einer Gemeinde....
Welcher denn? Keine Gemeinde in Deutschland hat einer derartig hohe Mitgliederzahl. Die größte ist die Berlins mit ca. 12.000 Mitgliedern!!!
Der Zentralrat der Juden in Deutschland rechnet für die
kommenden vier Jahre noch mit etwa 25 000 Einwanderern.
Derartige Aussagen stehen natürlich in den Sternen.
Zwischen 1991 und März 2000 reisten 130752 Menschen auf dem
"jüdischen Ticket" ein.
Laut BMI stimmt das nicht. Und die anderen Quellen von Dir belegen das leider auch nicht.
Von den seit 1991 eingewanderten 130000 Kontingentflüchlingen
hätten die jüdischen Gemeinden in Deutschland nur die Hälfte
aufgenommen.
Mal ein Zahlenspiel: Demnach müsste die Jüdische Gemeinde im Jahre 1991 über gerade einmal 30.000 Mitglieder bestanden haben und nunmehr absolut russisch geprägt sein. Ich meine: Genauso ist es eben nicht. Schon an diesen Zahlenphantasien kann doch einiges nicht stimmen, oder?
Über 70 000 sind bis jetzt Mitglieder in den jüdischen
Gemeinden geworden. Damit hat sich deren Mitgliederzahl
verdreifacht. Einige Gemeinden sind sogar neu gegründet
worden.
Siehe oben: Dem kann nicht so sein!
Nach Frankreich und England ist Deutschland die
drittgrößte jüdische Gemeinschaft in Europa.
Woher Du diesen Satz hast, habe ich jetzt herausgefunden. Und nun wird mir auch klar, wie Du zu Deinen "Tatsachen" gekommen bist. Leider hast Du Spätaussiedler und Kontingentflüchtlinge munter in einen Topf geworfen. Und anscheinend bedeutet für Dich Osteuropa auch gleichzeitig Russland. Aber Vorsicht: Nur weil das Gros der 83 Jüdischen Gemeinden in Deutschland inzwischen aus osteuropäischen Juden besteht, darfst Du nicht diese halbseidenen Schlüsse ziehen.
Ganz davon abgesehen gefällt mir die Tendenz dieser Äußerungen ganz und gar nicht, die Gefahr und Missgunst provozieren wollen. Da schüttelt es mich tatsächlich vor lauter Angst: 93.000 Juden in ganz Deutschland, verteilt auf 80 Millionen Einwohner. Das ist ja wirklich erschreckend *g*!!
Quellen:
[...]
Einige Deiner Quellen sind sachlich und gut, andere ohne Fuß und Boden. Alle haben eines gemeinsam: Die Zahlen schwanken enorm auseinander. Ansonsten habe ich mich ja schon geäußert.
Viele Grüße
Jana