Rüttgers: Ausländerquoten in Schulklassen

Von: , Frage gestellt am Do, 13. Feb 2003

NRW-CDU-Chef Rüttgers schlägt Ausländerquoten in Schulklassen vor
Düsseldorf (dpa) - Der Landeschef der nordrhein-westfälischen CDU, Jürgen Rüttgers, hat Quoten zur Begrenzung der Anzahl ausländischer Kinder in Schulklassen vorgeschlagen. Die Schüler sollten dann auf andere Schulen mit entsprechend niedrigerem Anteil verteilt werden, sagte Rüttgers in Düsseldorf. Das Thema müsse um einer schnelleren Integration willen angepackt werden, betonte er. Veröffentlicht von RZ-Online am 13.02.2003 14:38

Ich müßte echt überlegen, wann ich in der letzten Zeit etwas dümmeres gehört habe. Ich stelle mir gerade vor, wie morgens ganze Karavanen von Schülern aus den Ballungsräumen in die Vororte und ländlichen Gegenden reisen. Endlich mal Stau in beide Richtungen...

Gruß
Christian

28 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Rüttgers: Ausländerquoten in Schulklassen

    Da bleibt sich doch der
    Kinder-statt-Inder-Rüttgers nur treu. Warum soll
    er hinter dem Baby-Koch in dem Schatten der
    großen Politik bleiben?

    Gruß

  2. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Rüttgers: Ausländerquoten in Schulklassen

    Hi Christian,

    ich befürchte, wer jemals den Unterricht in fremdsprachlichen Ballungszentren geprobt hat, wird das gar nicht so dumm finden...

    Grüße
    Jürgen

    • Antwort von nach 17 Stunden hilfreich
      Re^2: Rüttgers: Ausländerquoten in Schulklassen

      Hallöchen, ich befürchte, wer jemals den Unterricht in fremdsprachlichen
      Ballungszentren geprobt hat, wird das gar nicht so dumm
      finden...
      den Gedanken findet solange jeder gut, der sich nicht mit der Umsetzung beschäftigt hat. Die Unterstellung, daß hinter einem derartigen Vorschlag Ausländerfeindlichkeit steckt (der Artikel wurde vom Autor gelöscht) ist grober Unfug. Es geht bekanntermaßen darum, daß sich die multikulti-Gesellschaft dadurch auszeichnet, daß jeder Kult seine Sphäre hat, woraus folgt, daß die ausländischen Blagen - wenn sie in die Schule kommen - noch schlechter deutsch sprechen, als ihre deutschen Kollegen, auch wenn man das kaum für möglich halten mag.

      Aufgund der Sprachprobleme halten dann Yussuf, Wassili und Li Nang innerhalb ihrer Gruppen zusammen und sprechen am Ende der 4. Klasse genausowenig deutsch, wie Kevin am Ende seines 4. Lebensmonats, was letzten Endes dazu führt, daß ein Großteil der fremdsprachigen Jugendlichen die Schule ohne jeden Plan verläßt oder die ganze Klasse aus Rücksicht x Jahre zurückhängt.

      Der langen Rede kurzer Sinn: Die derzeitige Situation ist ein Problem für die Gesellschaft von Morgen und eine Herausforderung für die Gesellschaft von heute.Ich bin zum Glück gleichermaßen weit genug von meiner Schulzeit wie auch von der meiner Kinder entfernt, als daß ich mich akut mit dem Problem beschäftigen müßte. Weder die Verursacher noch die Lösungen des Problems könnte ich ad hoc benennen.

      Eines aber bin ich mir sicher: Den fremdsprachigen Kindern den schwarzen Peter zuzuschieben, ist falsch und ungerecht. Da kommen eher deren Eltern und die nicht vorhandene Problembewältigung der Politik und Verwaltung in Betracht.

      Sinnvoller als den nicht realisierbaren Vorschlage von Rüttgers fände ich z.B. nach Sprachen sortierte zusätzliche Deutschkurse und zwar mit Lehrern, die der jeweiligen Sprache mächtig sind. Das erhöht den Lernerfolg und den Respekt.

      Gruß
      Christian

      • Antwort von nach 20 Stunden hilfreich
        Re^3: Rüttgers: Ausländerquoten in Schulklassen

        Hallöchen zurück,

        da schaut man mal ein paar Stunden nicht rein, und schon hat man einen kilometerlangen Thread an der Backe...:-)

        Zu Deinen Ausführungen:
        Ich selber bin in der gleichen Situation wie Du (meilenweit von schulischen Belangen entfernt).
        Aber trotzdem kommen auch zu mir Berichte von Schulen, an denen in einer Klasse ungefähr 10 verschiedene (verschiedensprachliche) Nationalitäten sitzen, von denen keine deutsch oder eine sonstige verbindende Sprache spricht.
        Das kannst Du nicht mit besonderen Lehrerprofilen in den Griff bekommen, das mußt Du IMHO tatsächlich durch Verteilen der Schüler entzerren.

        Selbstverständlich bin ich der Meinung, dass es nicht tolerierbar ist, wenn es in Deutschland Kinder gibt, die bis zur Einschulung keinerlei deutsch-sprachliche Ausbildung erhalten, aber auf deutsche Schulen gehen wollen/müssen (Ausnahme vielleicht internationale Schulen, aber von deren Klientel reden wir ja nicht). Hier muß proaktiv in die "Erziehung" der Eltern eingegriffen werden, zum Nutzen der armen Kinder und der Gesellschaft. Und das sollte natürlich die erste Priorität sein. (Über die Wege muss natürlich diskutiert werden. Z.B. über eine Kindergartenpflicht, was aber natürlich ausreichend Kindergartenplätze erfordert)

        Nur haben wir dezeit offensichtlich bereits in manchen Gegenden einen Zustand erreicht, der unerträglich ist. Und hier ist in meinen Augen die einzige kurzfristig umsetzbare Massnahme tatsächlich das Verteilen der (deutschen und(!) ausländischen) Kinder.

        Grüße
        Jürgen

        • Antwort von nach 21 Stunden hilfreich
          Re^4: Rüttgers: Ausländerquoten in Schulklassen

          Hi, einzige kurzfristig umsetzbare
          Massnahme tatsächlich das Verteilen der (deutschen und(!)
          ausländischen) Kinder.
          ich denke mal, daß es im Umkreis von 50 km um Essen herum kaum eine Schule geben wird, an der der Ausländeranteil unter 20% liegt, in anderen Ballungsräumen dürfte dies wohl ähnlich sein. Dies heißt wiederum, daß die umverteilten Kinder eine Anreise von 50km vor sich hätten. Eigentlich sogar mehr, denn die "überzähligen" Schüler ließen sich mit Sicherheit nicht an den nächsten Schulen unterbringen, die niedrigere Quoten haben, weil diese sofort "voll" wären.

          Gruß
          Christian

      • Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
        Einspruch

        Hallo Christian,
        Sinnvoller als den nicht realisierbaren Vorschlage von
        Rüttgers fände ich z.B. nach Sprachen sortierte zusätzliche
        Deutschkurse und zwar mit Lehrern, die der jeweiligen Sprache
        mächtig sind. Das erhöht den Lernerfolg und den Respekt.

        aus der politischen Diskussion möchte ich mich raushalten, aber zu deinem Vorschlag muss ich doch Stellung nehmen.

        Was bewegt dich zu der Annahme, dass fremdsprachige Kinder besser Deutsch lernen, wenn sie von Lehrern unterrichtet werden, die die Muttersprache der Lerner beherrschen?
        Das ist m.E. erstens falsch und zweitens führt es vermehrt zu einer gruppenweisen Ausgrenzung der Kinder. Integration erreichst du so am allerwenigsten. Und auch der Erfolg des Sprachen lernens ist dadurch in Frage gestellt, wenn Kinder wissen, dass sie sich notfalls (und aus Bequemlichkeit wird dieser "Notfall" sicher sehr häufig eintreten) mit dem Lehrer in ihrer Muttersprache verständigen können. Sie werden auch nicht unbedingt die Notwendigkeit einsehen, mit ihren Klassenkameraden Deutsch als Kommunikationssprache zu benutzen, wenn sie alle auf die gleiche Muttersprache zurückgreifen können.

        Der Vorschlag von Rüttgers wäre mit mit Kosten verbunden. Das Geld, das dafür ausgegeben würde, wäre sinnvoller eingesetzt, wenn man generell mehr Deutschunterricht anbieten würde. Auch für deutsche Kinder, die erschreckenderweise heutzutage auch ihrer Muttersprache nicht mehr so mächtig sind, wie das wünschenswert wäre (ich habe dazu vor kurzem einen Bericht im Fernsehen über Kinder, die eingeschult werden sollen, gesehen...*grusel*)

        Gruß
        Uschi

        • Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
          Re: Einspruch

          Hi, Was bewegt dich zu der Annahme, dass fremdsprachige Kinder
          besser Deutsch lernen, wenn sie von Lehrern unterrichtet
          werden, die die Muttersprache der Lerner beherrschen?
          es geht mir nur um zusätzlichen Deutschunterricht. Der restliche Unterricht findet natürlich im normalen Klassenverbund statt. Hintergrund meiner Idee ist, daß der gewöhnliche Deutschlehrer an einer gewöhnlichen deutschen Schule keinen Plan davon hat (und auch nicht haben kann), wie man einem Ausländer die deutsche Sprache in Wort und Schrift beibringt. Ein Muttersprachler der jeweiligen Sprache hätte da ganz andere Möglichkeiten, insbesondere eben, daß er wohl eher respektiert werden dürfte, als ein Deutscher. Hinzu kommt, daß er sich eben auch auf ausländisch mit den Schülern unterhalten könnte. Eine Option, die den meisten deutschen Deutschlehrern wohl abgehen dürfte.

          Gruß
          Christian

          • Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
            Re^2: Noch ein Einspruch

            Hi, es geht mir nur um zusätzlichen Deutschunterricht. Der
            restliche Unterricht findet natürlich im normalen
            Klassenverbund statt. Hintergrund meiner Idee ist, daß der
            gewöhnliche Deutschlehrer an einer gewöhnlichen deutschen
            Schule keinen Plan davon hat (und auch nicht haben kann), wie
            man einem Ausländer die deutsche Sprache in Wort und Schrift
            beibringt.
            Du sprichst verschieden Dinge an. Der reine Sprachunterricht hat unstreitig am meisten Erfolg, wenn er von einem Muttersprachler (in diesem Fall also einem Deutschen) gegeben wird, der nicht in der jeweiligen Sprache mit den Schülern spricht. Ein Muttersprachler der jeweiligen Sprache hätte da
            ganz andere Möglichkeiten, insbesondere eben, daß er wohl eher
            respektiert werden dürfte, als ein Deutscher.
            Das kann schon sein. Respektlosigkeit ist aber meist ein Anlaufproblem, das sich mit der Zeigt geben sollte. Das passiert im normalen Schulalltag deswegen nicht, weil die Klassen auch so schon überfüllt sind, so daß es gar keinen Raum dafür gibt, sich auch um die Problemkinder zu kümmern. In einem getrennten Förderunterricht, zumal personell verstärkt, dürfte das Problem nicht bestehen. Hinzu kommt, daß
            er sich eben auch auf ausländisch mit den Schülern unterhalten
            könnte. Eine Option, die den meisten deutschen Deutschlehrern
            wohl abgehen dürfte.
            Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, daß das nicht unbedingt so sein muß. Als ich nach Deutschland kam, war ich in einem Studienkolleg für ausländische Studierende (zur Anerkennung der Hochschulreife und um die Sprachkenntnisse aufzubessern). Wir waren 16 Leute aus aller Herren Länder, und die einzige gemeinsame Sprache war Deutsch. Wir unterhielten uns radebrechend untereinander, und später auch mit dem Deutschlehrer. SO kamen wir langsam, aber sicher zu einem größeren Wortschatz.

            Gruß

            J.

            • Antwort von nach 20 Stunden hilfreich
              Re^3: Noch ein Einspruch

              Hallo, Hinzu kommt, daß
              er sich eben auch auf ausländisch mit den Schülern unterhalten
              könnte. Eine Option, die den meisten deutschen Deutschlehrern
              wohl abgehen dürfte.
              Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, daß das nicht
              unbedingt so sein muß. Als ich nach Deutschland kam, war ich
              in einem Studienkolleg für ausländische Studierende (zur
              Anerkennung der Hochschulreife und um die Sprachkenntnisse
              aufzubessern). Wir waren 16 Leute aus aller Herren Länder, und
              die einzige gemeinsame Sprache war Deutsch.
              das ist ja genau der Punkt. Heute findest Du in den Klassen verschiedene Grüppchen, die sich (auch) aufgrund der sprachlichen Hindernisse nicht vermischen, wozu es auch sonst keine Veranlassung gibt. Da ist dann nicht die einzige gemeinsame Sprache deutsch, sondern russisch, türkisch oder griechisch.


              Gruß
              Christian



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