Wallraff und die Moral
Von: , Frage gestellt am Mo, 8. Sep 2003
Ich habe heute die Pressekonferenz von Wallraff zu den Stasi-Vorwürfen verfolgt, die er dort als "albern" bezeichnet hat. Am 19.08.03 hat er noch eine einstweilige Vefügung gegen "Die Welt" erwirkt, die dann am 20.08.03 abgedruckt wurde. Daraus ein Zitat: "Ich habe mich zu keiner Zeit gegenüber dem DDR-Ministerium für Staatssicherheit zur Lieferung von Informationen bereit erklärt oder diesem Informationen gegeben".
Heute sagte er dann, nach einer aktuellen Meldung der Süddeutschen Zeitung: " Der Journalist und Schrifsteller hat die Stasi-Vorwürfe erneut zurückgewiesen. Er räumte zwar "Naivität und Leichtfertigkeit" ein. Aber: "Niemals bin ich mit meinen Kontakten zu Offiziellen der DDR irgendwelche Verpflichtungen eingegangen."
Weiter: "Nach Angaben der Stasiunterlagen-Behörde gibt es zum jetzigen Stand der Aktenauswertung Hinweise darauf, dass Wallraff von 1968 bis 1971 als Stasi-Informant tätig war. Demnach war der Autor als "IM Wagner" registriert und wurde als "A-Quelle" bezeichnet. Das bedeutet, dass er andere Personen "abgeschöpft" haben soll." (sueddeutsche.de/AFP/dpa) http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/584/1...
So sehe ich heute einen Menschen, der sich windet zwischen moralischen Erklärungsversuchen und gleichzeitigem Vorgehen gegen Tageszeitungen und die Birthler-Behörde durch seinen Anwalt. Davon ausgehend, daß sein Image für seine Arbeit letztlich sein Brot bedeutet, kommt mir das Brecht-Zitat in den Sinn: "Erst kommt das Fressen und dann die Moral"
Klaus
