Antwort von
nach einem Tag
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Re: Welche Schuld?
Hi Michael!
Deinen Aussagen in diesem Posting schließe ich mcih vorbehaltlos an.
Gegen beide Strömungen muß man sich wehren!
Das Problem ist nur, daß es immer öfter als peinlich empfunden wird, wenn Tacheles geredet wird.
Lieber die Schuldzuweisungen akzeptieren, den geldbeutel aufmachen und sein Ruhe haben.
Ich sehe somit beide von Dir genannten Punkte parallel auftreten.
Keiner hört mehr richtig hin, wenn wieder mal jemand die "Deutsche Schuld" proklamiert, niemand tritt dem entegegen. Bezahlt wird trotzdem.
Und das läuft garantiert ohne mich!
Ich denke nach wie vor, daß man sich mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte zwischen 1933 und 1945 auseinandersetzen muß. Aber nicht in Form von kopfsenkenden Millionenzahlungen, sondern durch Aufklärung und bewußtes Entgegentreten ähnlichen Ideologien.
Gruß,
Mathias
Ich, Jahrgang 67 bin nicht schuldig, kann es gar nicht sein.
Allerdings habe ich mit meiner Geburt auch ein nicht gerade
leichte Geschichte geerbt
Auch die Zeit von 33 bis 45 gehört zu meiner "Vorgeschichte"
mit der ich aufgewachsen bin. Ich kann mir nicht die Rosinen
der deutschen Geschichte herausgreifen und den Rest unter den
Teppich kehren. Dadurch würde ich mich der "Vertuschung"
schuldig machen.
Leider geht die Vergangenheitsbewältigung (so ein bescheuertes
Wort) entweder in die Richtung "Schwamm drüber und Deckel
drauf" oder "schuldig schuldig schuldig". Beides ist gleich
wiederwärtig. Die eine Lösung negiert schlicht, das die Welt
nach der NS-katastrophe nie wieder so sein wird wie vorher.
Die andere zementiert einen unsinnigen Zustand und verhindert
jede Weiterentwicklung.
Eins haben beide Arten gemeinsam: die Abwehrhaltung.
Wie wärs mit: "Blick nach vorne und nie vergessen, was
passiert ist".
Es gehört eine nüchterne und sachlichere Geschichtsbetrachtung
der neueren Zeit her. Aber wer das versucht, wird von "Rechts"
als "Vaterlandsloser Geselle" und von Links als "Faschist"
beschimpft.
Es ist kein Wunder, das die sachlichsten Historiker über D in
der NS-Zeit aus dem Ausland kommen, die unbelasteter an diese
Fragestellung herangehen können.
Gruss
Mike