Probleme mit hilfebedürftiger Mutter

Von: , Frage gestellt am Mi, 12. Mär 2008

Hallo,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich ein Problem habe, was mich sehr belastet. Es geht um meine Mutter, sie ist 71 Jahre alt, physisch und psychisch krank, und es läßt sich eine beginnende Demenz feststellen. Sie lebt alleine in ihrem Haus, weigert sich in ein Heim oder betreutes Wohnen zu gehen. Sie kann sich nicht mehr versorgen, hat oft nichts zu essen, schläft nicht usw. und ist dazu noch ein Messi. Es kann ihr keiner was recht machen, sie wird immer sturer. Zwar habe ich noch 2 Brüder, wir leben aber alle weit weg von der Mutter, und keiner kann sich wirklich um sie kümmern, auch wenn man in der Nähe wäre. Es ist nicht möglich mit ihr auszukommen. Zwar war geplant, dass ein Bruder mit ihr zusammen zieht, daraus ist aber nur noch ein weiteres Problem im finanziellen Bereich entstanden. Das würde jetzt zu weit führen, das genau zu erklären. Ich selbst bin auch nicht in der Lage zur Mutter zu fahren, ich verkrafte das nervlich nicht. Nicht zuletzt wegen Verletzungen aus meiner Kindheit.
Doch leide ich sehr unter dem schlechten Gewissen, und den Schuldgefühlen. Natürlich habe ich schon entsprechende Stellen aufgesucht, und mich erkundigt, was man machen kann. Eigentlich nichts, bevor etwas passiert ist. Wer kann mir einen Rat geben ?

Freue mich über Antworten.

Liebe Grüße
Johanna

13 Antworten zu dieser Frage

    • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Probleme mit hilfebedürftiger Mutter

      Hallo,
      nunja, ihr könntet versuchen Sie unter Betreuung stellen zu
      lassen. Hier einige Infos dazu:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Betreuung
      Gruß Backs
      Hallo Backs,

      danke für deinen Tipp. Aber über das Thema Betreuung habe ich mich schon informiert. Das ist so nicht möglich, und reicht auch nicht aus. Das Problem ist einfach, dass ich mit meinen Brüdern das Problem nicht klären kann, und meine Mutter nichts will. Sie will nur von ihren Kindern versorgt werden, weil sie der Ansicht ist, dass es deren Pflicht ist. Nur kann es keiner leisten, weil dann in kurzer Zeit der Betreffende in der Psychiatrie landet. Mein Problem ist in erster Linie, wie gehe ich damit um, denn es kommen ständig Schuldzuweisungen von der Mutter.

      Liebe Grüße
      Johanna

      • Antwort von nach 15 Stunden 5 hilfreich
        Schuldzuweisungen

        Hallo Johanna,

        was die Schuldzuweisungen angeht, darfst du dir die nicht so zu Herzen nehmen.
        Das musste ich zuletzt bei meinem Opa lernen. Der ist eine richtige Giftspritze geworden, aber wir handhaben das jetzt so:

        Wir sehen ihn dann als böses Kind an, das es nicht besser weiß.

        Denn im Grunde ist es nichts anderes. Deine Mutter merkt, dass etwas nicht stimmt, sie verliert die Kontrolle über sich selbst und ihr Umfeld.
        Sie hat Angst, dass ihre Kinder sie verlassen und will jetzt und sofort 100% eurer Aufmerksamkeit.

        Seid ihr nicht allzu böse, wenn sie euch beschimpft. Das verlangt von euch eine ganze Menge Kraft, denn so einfach steckt man das natürlich nicht weg.
        Aber haltet euch immer im Hinterkopf, dass sie es nicht mehr besser weiß. Streitet nicht mit ihr, gebt ihr Recht, wenn es nichts allzu wichtiges ist und bestätigt sie ein wenig in ihrem Inneren.

        Ich sag das jetzt so hier vor mich hin, aber ich hab das gleiche durchgemacht und, dass ich dir das jetzt schreiben kann, liegt daran, dass ich von den Leuten hier im Forum die gleichen Tipps bekommen habe.

        Ihr müsst stark sein und das mit der Betreuung müsste sich auch einrichten lassen, aber dafür fehlt mir die rechtliche Kenntnis.

        Haltet durch!

        LG, Bomba

        • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
          Re: Schuldzuweisungen

          Hallo Bomba,

          danke für deine Antwort.
          So wie du das beschreibst, kann ich das annehmen. Es ist nur oft schwer zu unterscheiden, ob meine Mutter wirklich schon unter Demenz leidet oder nicht, denn sie war schon immer sehr böse, und oft ist sie dann doch wieder ganz "klar". Diese Sturheit, die sie jetzt hat, hatte sie auch schon immer, nur jetzt ist es noch schlimmer. Es ist eine verworene Situation, weil keine Einigung unter uns Geschweistern herrscht.
          Ich denke, ich muss für mich und gegen die Schuldgefühlen was tun, unter denen ich schon immer leide, und auch mit Therapien nicht weiter gekommen bin. Die einzige Möglichkeit sehe ich noch in einer Familienaufstellung. Aber das ist ein anderes Thema.

          Liebe Grüße
          Johanna [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

          • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
            Re^2: Schuldzuweisungen

            Hallo Johanna,

            ich habe so etwas Ähnliches (Demenz mit allen Folgen) mit meiner Tante erlebt.

            Familienstellen kann Dir sicherlich helfen, aber Du weißt im Grunde alles was Du wissen musst, das schreibst Du unten: meine Mutter war schon immer sehr böse. Das ist eine Sache, die Dir klar ist. Das ist Deine "Kiste" mit Deiner Mutter. Wenn man zu oft attackiert wird, verliert man Selbstvertrauen und alles wird schwerer, als es ist.

            Viele Mensch (selbst die, die sich aufopfern für Verwandte in diesen Situationen, was man nicht sollte) haben Schuldgefühle, u.a. auch weil sie noch normal ticken. Du siehst aus Deiner normalen Sicht in welchen Umständen Deine Mutter lebt, sie sieht es nicht mehr. Sie ist krank. Es macht wohl die meisten Menschen betroffen, wenn Sie dieses Leid mitbekommen.

            Das andere ist, die momentane Situation in eine einigermassene Ordnung zu bringen. Ich habe bei meiner Tante den Hausarzt und dann einen Pflegedienst eingeschaltet, der zumindest halbwegs ausreichend für die häusliche Versorgung (Medikamente, waschen, essen) usw. gesorgt hat. Kannst Du über diese Schiene was versuchen ? Betreuung zu beantragen ist sicherlich richtig und notwendig, so wie sich das anhört. Und ein Betreuer kann die Situation bestimmt abschätzen, wenn er das Zuhause Deiner Mutter gesehen hat und wird helfen.

            Mach Dich stark und glaub an Dich und sieh, dass Deine Mutter krank ist. Warum helfen Deine Brüder nicht ?
            Alexandra


            Hallo Bomba,
            danke für deine Antwort.
            So wie du das beschreibst, kann ich das annehmen. Es ist nur
            oft schwer zu unterscheiden, ob meine Mutter wirklich schon
            unter Demenz leidet oder nicht, denn sie war schon immer sehr
            böse, und oft ist sie dann doch wieder ganz "klar". Diese
            Sturheit, die sie jetzt hat, hatte sie auch schon immer, nur
            jetzt ist es noch schlimmer. Es ist eine verworene Situation,
            weil keine Einigung unter uns Geschweistern herrscht.
            Ich denke, ich muss für mich und gegen die Schuldgefühlen was
            tun, unter denen ich schon immer leide, und auch mit Therapien
            nicht weiter gekommen bin. Die einzige Möglichkeit sehe ich
            noch in einer Familienaufstellung. Aber das ist ein anderes
            Thema.

            Liebe Grüße
            Johanna Hallo Johanna,

            was die Schuldzuweisungen angeht, darfst du dir die nicht so
            zu Herzen nehmen.
            Das musste ich zuletzt bei meinem Opa lernen. Der ist eine
            richtige Giftspritze geworden, aber wir handhaben das jetzt
            so:

            Wir sehen ihn dann als böses Kind an, das es nicht besser
            weiß.

            Denn im Grunde ist es nichts anderes. Deine Mutter merkt, dass
            etwas nicht stimmt, sie verliert die Kontrolle über sich
            selbst und ihr Umfeld.
            Sie hat Angst, dass ihre Kinder sie verlassen und will jetzt
            und sofort 100% eurer Aufmerksamkeit.

            Seid ihr nicht allzu böse, wenn sie euch beschimpft. Das
            verlangt von euch eine ganze Menge Kraft, denn so einfach
            steckt man das natürlich nicht weg.
            Aber haltet euch immer im Hinterkopf, dass sie es nicht mehr
            besser weiß. Streitet nicht mit ihr, gebt ihr Recht, wenn es
            nichts allzu wichtiges ist und bestätigt sie ein wenig in
            ihrem Inneren.

            Ich sag das jetzt so hier vor mich hin, aber ich hab das
            gleiche durchgemacht und, dass ich dir das jetzt schreiben
            kann, liegt daran, dass ich von den Leuten hier im Forum die
            gleichen Tipps bekommen habe.

            Ihr müsst stark sein und das mit der Betreuung müsste sich
            auch einrichten lassen, aber dafür fehlt mir die rechtliche
            Kenntnis.

            Haltet durch!

            LG, Bomba

          • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
            Re^2: Schuldzuweisungen

            Hallo Johanna!

            Nur eine kurze Antwort zu einem Aspekt, den Du beschrieben hast: Es ist nur
            oft schwer zu unterscheiden, ob meine Mutter wirklich schon
            unter Demenz leidet oder nicht, denn sie war schon immer sehr
            böse, und oft ist sie dann doch wieder ganz "klar".
            Das kommt oft anfangs vor, dass klare Phasen mit Phasen wechseln, in denen die Betroffenen nicht mehr "sie selbst" sind. Das macht es auch oft so schwer, zu erkennen bzw. zu akzeptieren, dass sich etwas verändert.
            Nichtsdesto trotz laufen Veränderungen ab, die bedacht werden müssen, damit alle damit klarkommen können. Dafür wünsche ich euch viel Erfolg!

            Liebe Grüsse
            Bine :-)

  1. Antwort von nach 16 Stunden 1 hilfreich
    Re: Probleme mit hilfebedürftiger Mutter

    Hallo Johanna,

    eine beginnende Demenz kombiniert mit einer schwierigen Familiensituation ist sicher viel zu komplex um hier eine für _Dich befriedigende Antwort geben zu können.

    An der Uni Leipzig gibt es Hilfe und Beratung für Angehörige von Demenzkranken:
    http://www.uni-leipzig.de/~alzheim/index2.html

    Beim Alzheimerforum www.alzheimerforum.de findest Du eine Internet-Selbsthilfegruppe.

    Viele Grüße und alles Gute

    Iris [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Probleme mit hilfebedürftiger Mutter

      Hallo Iris,

      danke für deinen Tipp.
      Du hast recht, ich kann das ganze Problem hier nicht schildern. Ob ich bei der Beratungsstelle richtig bin, weiß ich nicht. Weil mir nicht klar ist, wie weit es mit der Demenz bei meiner Mutter ist. Aber ich kann mich erkundigen. Denn leider habe ich bisher mit Beratungsstellen keine guten Erfahrungen gemacht. Es wurde mir immer nur gesagt, man muss abwarten bis etwas passiert ist.

      Liebe Grüße
      Johanna [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 4 Tagen 1 hilfreich
        Re^3: Probleme mit hilfebedürftiger Mutter

        Hallo Johanna,

        in gewisser Weise stimmt das auch! Wenn es darum geht, Deine Mutter unter Betreuung zu stellen, dann muß man wirklich abwarten "bis etwas passiert ist".

        Da kann auch eine Beratungsstelle nichts ändern, denn das ist ja auch zum Schutz des alten Menschen.

        Allerdings kann eine Beratungsstelle Dir durchaus dabei helfen, die Situation angemessen einzuschätzen, Dich auf einiges, was auf Dich zukommen wird, vorbereiten und Dir Hilfestellungen geben, wie Du manches schon planen kannst (Vorsorgevollmacht evtl.).

        Viele Grüße

        Iris



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