Re^3: Fixsterne = weit entfernte Sonnen
Moin,
"Sternstromparallaxe".
Ist auch nicht auf den ersten (und unbedingt zweiten) Blick intuitiv. Man muß es sich am besten aufzeichnen.
- Sternstromparallaxe: Diese Methode funktioniert nur für
Sternhaufen, d.h. für Sterngruppen, in denen die Sterne alle
eine gemeinsame Bewegungsrichtung im Raum besitzen. Wegen der
Projektion der gemeinsamen Bewegungsrichtung auf unsere
scheinbare Himmelssphäre scheinen die Sterne einen
Kovergenzpunkt zu besitzen.
Vermutlich "Konvergenzpunkt". Richtig? Was ist damit
gemeint? Ein Punkt, dem alle entgegenstreben, wie der
Fluchtpunkt in der Malerei?
Korrekt. Es muß Konvergenzpunkt heißen. Eigentlich wollte ich noch 'nen Link zu 'nem Skript posten, vergaß es dann aber: http://rzv048.rz.tu-bs.de/lehre/skripten/SkriptAstro... auf Seite 5 hat eine Zeichnung, leider aber auch recht wenig Erklärung.
Weiterhin kann man die
Radialgeschwindigkeit der Sterne von uns weg bzw. auf uns zu
messen.
Dopplerverschiebung, nehme ich an...
Auch richtig.
Beide Messungen zusammen liefern uns mit ein paar
geometrischen Überlegungen die Entfernung zu dem Sternhaufen:
d = vradial * tanθ/4,74μ wobei μ die
Eigenbewegung in Bogensekunden pro Jahr ist und θ der
Winkel zwischen Konvergenzpunkt und Stern(haufen) beschreibt.
Wenn mit "Konvergenzpunkt" der "Fluchtpunkt" gemeint ist, dann
wäre θ die Bewegungsrichtung des Sternhaufens. Die
Formel für d kann ich auf die Schnelle nicht nachvollziehen.
Annahmen:
- Alle Sterne sind etwa gleich weit weg
- Alle Sterne bewegen sich gleich schnell in EINE Richtung.
Die Geschwindigkeit v des Sterns setzt sich vektoriell aus der Radialgeschwindigkeit vr und der Tangentialgeschwindigkeit vt zusammen. Der Schnittpunkt der Tangentialgeschwindigkeitsvektoren ist der Konvergenzpunkt. Der Winkel zwischen diesem Konvergenzpunkt und einem Stern ist θ (für jeden Stern also anders, sprich man muß über alle Sterne geeignet mitteln). Gleichzeitig ist der Winkel θ natürlich auch der Winkel zwischen wahrer Bewegungsrichtung und radialer Bewegungsrichtung.
Meßtechnisch zugänglich sind vr und die Eigenbewegung μ ([μ] = "/Jahr).
Es gilt vt = d * μ (* passende Vorfaktoren wg. Einheiten), d: Entfernung zum Stern.
Jetzt schauen wir uns das Geschwindigkeitsparallelogramm an und sehen, daß
vr*tanθ = vt = d μ * Vorfaktoren
Die Vorfaktoren sind gleich 4,74, wenn man in den Größen einsetzt, in denen man gewöhnlich die Werte mißt:
--> d = vrtan&theta / (4,74 μ), wenn [&mu] = "/Jahr, [d] = pc, [vr] = km/s
Beste Grüße,
Ingo