Planet X

Von: , Frage gestellt am Do, 25. Jan 2001

Hallo,

ich habe kürzliche eine Sendung gesehen, in der von einem mysteriösen 10. Planet die Rede war. Er soll ein halbes Lichtjahr weit draußen sein und eine Masse zwischen drei und zehn Jupitermassen haben!

Weiß jemand Näheres darüber?

Oliver

18 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 20 Minuten hilfreich
    Re: Planet X

    Hallo,

    die folgenden Daten habe ich der Ver"offentlichung entnommen (Murray 1999, MNRAS 309, 31-34):

    Abstand von der Sonne: 32000 AU
    Inclination 120 Grad
    Periode 5.8 Millionen Jahre
    Jetzige Position: RA 20h 35m, Dec 5 Grad, allerdings mit einer recht grossen Fehlerellipse (grose Halbachse 14 Grad, kleine Halbachse 7 Grad).

    Es ist wohl noch anzumerken, dass der Planet nicht beobachtet ist, er stellt nur eine von mehreren M"oglichkeit dar, Abweichungen in den Bahnen von langperiodischen Kometen zu erkl"aren.

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: Planet X

      Hallo Gnlwth (?)



      D.h. also daß da draußen zumindest noch irgendwas ist, von dem man nicht konkret weiß was es ist? Kann es vielleicht die Oortsche Wolke selbst sein? Wurde die berücksichtigt? Weiß man schon ob es die gibt? Oder war die Fragen einfach nur saudumm?

      Gruß,
      Herbert [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
        Re^3: Planet X

        Kann es vielleicht die Oortsche Wolke selbst sein? Wurde die berücksichtigt?
        Die wurde berücksichtigt, wenn auch anders. Aus der Oortschen Kometenwolke kommen die langperiodischen Kometen. Da die Wolke Kugelgestalt hat, sollten diese Kometen eigentlich aus allen Richtungen gleichzeitig kommen und bestenfalls in der Ekliptik eine gewissen Häufung aufweisen. tatsächlich aber kommen sie hauptsächlich aus einer Richtung. Deshalb nimmt man an, daß dort irgend etwas ist, was die Kometen ins innere Sonnensystem schubst. Diese etwas nennt man Planet X (ein Name der schon für so manchen hypotetischen Planeten herhalten mußte), bis man weiß um was es sich handelt oder ob da überhaupt etwas ist.

        • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
          Re^4: Planet X

          "Kugelgestalt hat, "
          Ich denke nicht, dass die oortsche wolke keine kugelgestalt hat.
          Unser Sonnensystem ist aus einer protoplanetarischen Scheibe entstanden. Auf gravitrisch konstanten Abständen von der Sonne
          haben sich die Planeten "gebildet". Die Oortsche Wolke ist ebenfalls Bestandteil dieser ehemaligen scheibe, nur dass sie halt keiner Verklumpung erlegen ist. Man nimmt eine homogene Verteilung der Wolke an, ringförmig um das Sonnensystem herum.

          In Bezug auf den Erstartikelschreiber möchte ich sagen:
          Coole Sendung, dieses Alpha Centauri, ist bloss blöd, dass es erst um 1.30 Uhr sporadisch in der Nacht kommt, was wieder meine These bestätigt: Sendungen, welche das Allgemeinwissen der Bevölkerung exponentiell heben können, werden aus dem regulären Tagprogramm oder gar Prime time verbannt.

          • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
            Re^5: Planet X

            Man nimmt eine homogene
            Verteilung der Wolke an, ringförmig um das Sonnensystem herum.
            Bist Du sicher, daß Du das nicht mit dem Kupier-Gürtel verwechelst? Wenn die Oortsche Wolke tatsächlich ringförmig wäre, dann müßten die Bahnen der langperiodischen Kometen doch einigermaßen in der Ekliptik liegen. Statt dessen kommen sie aber aus allen Richtungen.

            • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
              Re^6: Kometen und was anderes

              Ich kenn mich zwar nicht so aus, aber ist es nicht möglich, daß sie durch die Schwerkraft eines Planeten aus der Ekliptik geworfen werden?

              Übrigens: Du bist dem Thorsten bei der Diskussion über außerirdischen Lebens eine Antwort schuldig geblieben, die gerade du als Chemiker vielleicht beantworten kannst! Wenn ein quasi erdähnlicher Planet um einen relativ kleinen Stern kreist, dann gleicht er die Drehung um seine Achse seiner Rotation um den Stern an, ähnlich wie unser Mond. Aber irgendwo zwischen heiß und kalt muß es eine gemäßigte Zone geben (in der Finsternis?) Wie würde sich die Atmosphäre so eines Planeten entwickeln. Die Chemie der Erdatmosphäre würde jedenfalls bei ein paar Grad mehr oder weniger vermutlich nicht in der jetzigen Form stabil sein. Daher meine Frage: Könnte die Atmosphäre so eines Planeten Leben ermöglichen? [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

            • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
              Re^7: Interessantes Klima

              Hallo Herbert,
              es wäre übrigens denkbar, daß die Sterngröße und der Abstand Planet-Stern so günstig ist, daß die komplette Tagseite ein gemäßigtes Klima hätte. Das ist aber nicht das Problem. Auf der Nachtseite würde es so kalt werden, daß die Atmosphäre kondensieren und einfrieren würde. Eine dichte Atmosphäre, wie wir sie kennen, kann sich dann vermutlich garnicht erst bilden.

              Jörg [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

            • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
              Re^7: Kometen und was anderes

              Wenn ein
              quasi erdähnlicher Planet um einen relativ kleinen Stern
              kreist, dann gleicht er die Drehung um seine Achse seiner
              Rotation um den Stern an, ähnlich wie unser Mond. Aber
              irgendwo zwischen heiß und kalt muß es eine gemäßigte Zone
              geben (in der Finsternis?) Wie würde sich die Atmosphäre so
              eines Planeten entwickeln.
              Diese Frage hatte ich beantwortet, aber ich tue es hier noch einmal ausführlicher:

              Der Planet hätte keine Atmosphäre mehr. Wenn er mit Atmosphäre gebunden rotieren würde, dann bestände noch die Möglichkeit, daß die gesamte Atmosphäre auf der Nachtseite eingefroren wäre. Aber die Rotation des Planeten kommt nicht vollständig zum Stillstand, sondern wird durch die Gezeitenkräfte der Sonne über viele Millionen Jahre hinweg abgebremst. Dabei werden die Tage irgendwann so lang, daß die Atmosphäre auf der einen Seite kondensiert und sich auf der anderen so stark erhizt, daß sie ins All entweicht. Durch die noch vorhandene Rotation des Planeten wird das eingefrorene Gas immer wieder aufgetaut und verschwindet auf diese Weise vollständig ins All.

            • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
              Es gibt allerdings Ausnahmen ...

              Angenommen, wir haben einen erdähnlichen Planeten, der um einen roten Zwerg kreist, dann könnte er ein halbwegs moderates Klima haben. Dazu ist es notwenig, daß er eine dichtere Atmosphäre als die Erde besitzt, die das Licht des Sterns durchläßt, aber dennoch einen starken Treibhauseffekt bewirkt. Dann nämlich könnte unter günstigen Bedingungen zu Zirkulationsströmungen kommen, die die Wärme von der Tagseite auf die Nachseite transportieren und dort eine Kondensation der Atmosphäre verhindern. Zusätzlich müßte der Planet geothermisch aktiv sein, damit das auf der Nachtseite gefrorene Wasser aufschmiltzt und auf die Tagseite zurückfließt. Und es muß sehr viel Wasser vorhanden sein, damit trotz der auf der Nachtseite liegenden Gletscher noch Wasser für die Tagseite übrig bleibt.

              Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein Planet diese Bedingungen erfüllt sehr gering, aber das wird durch die Große Zahl roter Zwerge ausgeglichen. Wegen der geringen Leuchtkraft und des Strahlungsmaximums im Infrarotbereich hat das Leben auf einem solchen Planeten allerdings nur sehr wenig Energie zur Verfügung, was zwangsläufig bedeutet, daß es sich sehr langsam entwickelt. Dafür strahlen rote Zwerge aber auch eine Billion Jahre lang. Obwohl also heute die Wahrscheinlichkeit, intelligentes Leben in der Nähe eines Sonnenähnlichen Sterns zu finden, viel größer ist, kann sich das in einigen Milliarden Jahren zugunsten der Roten Zwerge ändern.



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