Einfallswinkel des Sonnenwinds
Von: , Frage gestellt am So, 13. Mai 2001
Hallo Leute,
ich sitz hier gerade und soll den Winkel des Sonnenwinds zur Erdbahn berechnen. Meine Idee war, mit Drehimpulserhaltung zu arbeiten. Die Sonne hat eine Rotationsdauer von T = 25,38 Tagen am Aequator und somit haben Teilchen, die dort die Sonne verlassen, einen Drehimpuls von L = m r^2 d(phi)/dt wobei d(phi)/dt = omega = 2 pi / T, T in sec. Und somit muesste man doch die Winkelgeschwindigkeit bei Erdentfernung mittels
omega(r_E) = L_{sun}/(m (r_E)^2) = (r_{sun})^2 omega_{sun} / (r_E)^2 bestimmen lassen, wobei r_E die mittlere Entfernung Erde-Sonne ist und omega_{sun} bzw. r_{sun} die Kreisfrequenz und den Radus der Sonne bezeichnen.
Bestimmt man so den Winkel zwischen Erdbahn und Sonnenwind, so bekommt man mit der bekannten Geschwindigkeit v=400km/sec fuer den Sonnenwind, indem man den Winkel mittels arctan(r d(Phi)/v) bestimmt, einen Winkel von ca. 89 Grad, was Bloedsinn ist. (Oder arccos, jenachdem, ob man v als Radial- oder Gesamtgeschw. ansieht) Warum? Was stimmt hier nicht?
Die richtige Loesung, die ca. 47 Grad ist, bekommt man durch Geometrie: Man betrachte zwei Strahlen die, von der Sonne ausgehen und einen Winkel d(Phi) einschliessen. Die serden von der Erdbahn beide senkrecht geschnitten, dieses Stueck habe die Laenge r_E * d(Phi). Im gleichen Zeitraum bewegt sich der Sonnenwind radial um v = 400km/sec fort, so dass man den Winkel mittels arctan(r omega_{sun} / v) bekommt. Und wo bleibt hier die Drehimpulserhaltung? Ab einer gewissen Entfernung kann diese Formel doch nicht mehr stimmen...
Mit freundlichen Gruessen und der Hoffnung auf Erleuchtung
Ingo
